Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Ebersberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3045-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 1'

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49. Im Verlaufe des Ersten, wie auch des Zweiten Weltkrieges gedachten die jeweiligen Machthaber, mit Hilfe von eingeschmolzenen und zu Kriegsmaterial umgegossenen Kirchenglocken, den drohenden Untergang abwenden zu können. Am 18. Juni 1917 mußten auch zwei Glocken der Ebersberger Pfarrkirche zu diesem verwerflichen Zweck abgeliefert werden. Gerade noch rechtzeitig vor dem Abtransport konnten der Ebersberger Kooperator Peter Bergmaier und die Fotografin Frau Maier, die auf diesem Bild in der Mitte zu sehen sind, die ehedem klingenden und zum Gebet rufenden Glocken wenigstens noch registrieren und fotografieren.

50. Zu Ende des Krieges 1918 hatte Ebersberg 61 Gefallene zu beklagen. Sieben Krieger waren vermisst und weitere zehn befanden sich noch in Gefangenschaft. Für die vom Feld heimgekehrten Soldaten gestaltete die Marktgemeinde am 24. Februar 1919 eine für damalige Verhältnisse bombastische Feier. Schon früh um 6 Uhr gab es Festgeläute und Salutschüsse. Um 8 Uhr 30 begann der Kirchenzug (siehe Abbildung) zum Festgottesdienst. Nach dem Hochamt bewegte sich der Zug durch den Torbogen zur Pernerstraße, Sieghartstraße und Mariensäule. Zum Festkonzert am Nachmittag im Oberwirtsaal hatte Kunstmaler Josef Brendie eigens die Wände des Saales mit einem Kolossalgemä1de von Ebersberg bemalt. Nach der Begrüßungsansprache durch Bürgermeister Eichberger hielt der Reichstagsabgeordnete Balthasar Ranner aus Aßlkofen die Festrede. Sämtliche Vereine traten mit Darbietungen auf, wobei den Höhepunkt ein Festspiel in sieben Bildern aus der Geschichte Ebersbergs bildete.

51. Am 7. April 1919 wurde in München die Räterepublik ausgerufen. Alle umliegenden Orte außer Grafing, Kirchseeon und Ebersberg sind von Rotgardisten besetzt. Am 21. April wird eine Einwohnerwehr gegründet, die dem Freikorps Chiemgau angeschlossen ist. Zusammen mit den Grafingern kärnpften die Ebersberger in München, um die Stadt vom roten Tenor zu befreien. Schließlich wurde auch noch eine im Kampf erbeutete Kanone in den Markt gezogen und am Marienplatz aufgestellt. Auf dem Bild ist die Einwohnerwehr mit der erbeuteten Kanone zu sehen. Rechts unten mit Regenmantel:

Hans Birkmaier, neben ihm Georg Standl, im Führerhaus Karl Birkmaier, auf dem Wagen mit urngeschnallter Pistole Hans Otter, rechts daneben Andres. Oberhalb des Führerhauses mit Schirmmütze Karl Bösl sen. Links, mit Rot-Kreuz-Binde, Joscf Göbl, links neben ihm Josef Walter. Auf der Kanone dritter von links Peter Wolperdinger und vierter Mathias Traupeck.

52. Am 25. Juni 1922 fand unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung die Enthüllung und Einweihung des Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges statt. Steinmetzmeister Josef Maier hatte dieses Kunstwerk geschaffen. Zuerst wurde an der Mariensäule durch Kooperator Weigl ein Feldgottesdienst abgehalten, dann bewegte sich der Festzug zum Denkmal am Bahnhof. Die Weihe vollzog Pfarrer Martin Guggetzer. Als Festredner trat der Burgermeister Josef Müller auf. Im Zuge des Straßenausbaues mußte in den letzten Jahren dieses Denkmal weichen. Es steht jetzt im Stadtgarten am Kirchenvorplatz und dient als Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege.

53. Um eine bessere Verbindung in die Landeshauptstadt zu bekommen, eröffnete die Gemeinde am 31. August 1925 den 'Auto-Überlandverkehr Ebersberg-München'. Der mit heutigen Augen gesehene vorsintflutliche Vornag-Bus hatte ganze 45 PS. Zweiter Bürgermeister Otto Meyer holte mit neun weiteren Herren aus Ebersberg den Bus in Coburg ab. In Zorneding schmückte man den Wagen und ab dem Gasthaus 'Sornmerkeller' wurde das Gefährt mit der Trachtenkapelle in den Markt geleitet. Die Münchner Station für den täglichen Verkehr war beim Bögner im Tal. Mit dem Vomag-Bus wurden schließlich ganze 130 000 Kilometer zurückgelegt, bis man sich einen stärkeren und größeren BüssingBus zulegte, der bis 1929 auf eine Strecke von 200 000 Kilometern kam.

Htankenhous Ebersberq

54. Am 11. April 1878 wurde in Ebersberg der Grundstein zu einem neuen Krankenhaus gelegt. Das alte Krankenhaus (heutiges Gemeindehaus an der Lehrer-Schwab-Gasse) war mit seinen sechs Betten zu klein geworden. Die Kosten für den Neubau waren auf 36 000 'Mark Reichsmünze' veranschlagt. Der Entwurf stammte vom 'bürgerlichen Maurermeister David Sarreiter', die Ausführung übernahmen Sarreiter und der Zimmerrneister Millauer. Bereits am 24. Oktober 1878 fand die Einweihung und Übergabe zur Betreuung an den Orden der 'Armen Franziskanerinnen' von Mallersdorf statt. In der Mitte des Bildes ist der von der Firma Aufschläger aus Simbach 1908 errichtete Windmotor mit 5 PS auf einem 17 Meter hohen Turm zu sehen. Er diente zur Förderung des Wassers aus einem Brunnen und für den Betrieb einer Kreissäge.

55. Wohl die wenigsten werden vermuten, daß es sich bei dem im Bild gezeigten Gebäude um die heutige Diskothek an der Eberhardstraße handelt. Der Oberwirt Max Altinger baute 1908 diesen großen Saal mit umfangreicher Bühne, Galerie und kleinem Saal. Die örtlichen Vereine führten hier glänzende Veranstaltungen durch. Am 18. November 1917 hielt der bekannte Jesuitenpater Rupert Mayer in diesem Saal unter großer Beteiligung der Bevölkerung einen Vortrag, nachdem er vorher in der Pfarrkirche gepredigt hatte. 1919 fand hier als eine der größten Veranstaltungen eine Feier anläßlieh der Heimkehr der Krieger des Ersten Weltkrieges statt. Jahrzehnte spater nützte man die Räumlichkeiten für ein modernes Kino, das nunmehr einer Diskothek weichen mußte.

56. Bis zum Jahre 1400, als die Benediktiner noch in Ebersberg waren, läßt sich die ehemalige Klosterbrauerei nachweisen. Nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 kamen acht Jahre später die Malteser und mit ihnen der Brau-Spezialist Benno Schar! nach Ebersberg, Scharl beschäf'tigte sich schon seit geraumer Zeit mit der Kunst des Bierbrauens und setzte seine Studien in der hiesigen Brauerei fort. Er war der erste, der Kulturhefe statt der wilden Hefe verwendete. Auf den von Schar! erarbeiteten Erkenrttnissen konnte später die moderne Brauindustrie weiter aufbauen. Auf dem Bild aus dem Jahre 1906 sieht man den Bräumeister Kirschner mit seinen Schäfflern und Bräuburschen vor drei gewaltigen, Bierfässern. Die traditionsreiche Ebersberger Brauerei hat am 1. März 1974 das Biersleden eingestellt,

57. Im Gegensatz zur Unteren Taverne, dem jetzigen Rathaus, gab es auch eine Obere Taverne, das heutige Gasthaus 'Zum Oberwirt'. Bereits 1511 ist ein Sigismund Angermair als Wirt der Oberen Taverne genannt. Das gezeigte Bild entstand um 1910. Auf ihm sind rechts noch die großen schattenspeudenden Kastanienbäume mit einem überdachtem offenen Holzbau vor der Gaststätte zu sehen. Links beim Torbogen befindet sich noch das alte 'Wurzgartl'.



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58. Das Gasthaus 'Unterbräu' an der Eberhardstraße beim Klostersee war für nach Norden ziehende Fuhrwerker die letzte Station, bevor sie in Richtung Markt Schwaben oder Hohenlinden durch den weiten Ebersberger Forst zogen. Die Straßen waren damals, wie man auf dem Bild, das um 1912 entstand, sieht, noch sehr schlecht, aber niemand regte sich darüber besonders auf. In der Mitte des Bildes steht die alte Klostermühle, die Jahrhunderte das Kloster mit Mehl versorgt hat.

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