Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5260-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 2'

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An lalt von Jos, Maier,

19. Wohl ein Großteil der alten, historischen Fotografien von Ebersberg und Umgebung stammen von Josef Maier, der im Jahre 1895 zusätzlich zu seinem Steinmetz- und Bildhauerbetrieb in der Rosenheimerstraße noch eine 'photographische Anstalt' aufmachte. Dazu stellte er direkt neben seiner Werkstart einen Holzbau als Fotoatelier auf. Über die Herkunft dieses Baues gibt uns heute noch eine Steintafel Auskunft, wo es heißt: 'Dieses Gebäude wurde mit einem Kostenaufwand von 7000 MK. zur Zeit des Nonnenfrasses in den Jahren 1890-92, in welchem große Flächen Waldung verwüstet wurden u. irn k. Parke zirka 4000 Arbeiter beschäftigt waren, vom Staate zur Aufnahme kranker u. verwundeter Holzarbeiter durch die Firma 'Steinbeis & Gen.' ausgeführt u. neben dem Krankenhause Ebersberg autgestellt, nachdem eine irn Jahre vorher gebaute gleiche Baracke zu klein wurde. Im März 1895 wurde dieser Bau erworben, und seinem Zwecke entsprechend, hier aufgestellt v. Josef & Magdalena Maier.'

20. Auf den ersten Bliek ist nur mit einiger Phantasie zu erkennen, daß es sich bei diesern Bild um das Streibl-Anwesen in der Heinrich-Vogl-Straße 1, gegenüber dem Rathaus, handelt. Um 1900 betrieb in dem Haus Alois Köpf eine Konditorei. Im Eekzimmer des Obergeschosses wohnte in den Jahren 1863 bis 1865 der irn Ort als Hilfslehrer tätige Heinrich Vogl, der spätere weltberührnte Karnmersänger. Maria Streibl weiß noch von der Überlieferung her zu erzählen, daß, wenn der Sänger in seinern Zimmer übte , seine mächtige Tenorstimme weit über den Marienplatz erschallte. Um die Jahrhundertwende wurde das Anwesen mil einem Dachhaus versehen und von der Witwe Köpf im Jahre 1908 an Dominikus und Centa Streibl verkauft, die die Konditorei und den Wachswaren-Verkauf weiter betrieben. In diesern Anwesen karn auch der spätere langjährige Landrat DL Remig Streiblzur Welt.

21. Am heutigen Anwesen Heinrich-Vogl-Straße 1, gegenüber dem Rathaus, ist eine Schrifttafel eingelassen, auf der zu lesen ist: 'Hier wohnte Hilfslehrer Heinrich Vogl von 1863-65, nachmaliger weltberührnter Kammersänger.' Besenders während seiner Ebersberger Zeit ließ Vogl, auf Anraten des Münchener Hofkapellmeisters Franz Lachner, der auf die überaus große Begabung des jungen Tenors schon frühzeitig aufrnerksam gemacht worden war, seine Stimme schulen. 1865 trat der zwanzigjährige berelts in Carl Maria von Webers Oper 'Freischütz' auf. Bald folgten weitere Auftritte in der 'Zauberflöte', als Tamino, bei der auch seine spätere Frau Therese Thoma als Papagena mitwirkte. Heinrich Vogl war aber nicht nur ein gefeierter Mozart-Interpret, sondern auch ein 'Wagner-Sänger par excellence'. In einer Zusammenstellung vom Jahre 1890 heißt es, Vogl sei bis dahin ganze 1 960 mal in 93 verschiedenen Partien auf der Bühne gestanden. Ganze sechsmal sang Vogl den Parsifal vor König Ludwig II., der den begabten Sänger sehr verehrte.

22. Nicht umsonst klagten in früheren Jahrhunderten die Fuhrwerker und Postkutschenfahrer über die schlechte Straße, die von München über Ebersberg und Wasserburg nach Wien führte. Wie auf diesem Bild zu sehen ist, war die heutige Bundesstraße 304 am westlichen Ortsausgang nach dern Krankenhaus noch bis 1919, also kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, lediglich ein schmaler, aufgekiester Straßendamm. Am Rande der damals noch nicht so sehr befahrenen Straße hat der Straßenaufseher seinen Zweiradkarren neben einern Kieshaufen abgestellt. Das 1913 von Johann Baptist Rampfl neuerbaute Haus steht, irn Gegensatz zu heute , noch allein in der Landschaft.

23. Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges dürfte dieses Foto entstanden sein. Der neue, aus Stahlbeton bestehende Aussiehtsturm, 1914 vorn Verkehrs- und Verschönerungsverein gebaut und 1915 eingeweiht, steht berelts. Der Wald zur Linken des Turmes war kurz vorher abgeholzt worden und ist noch mit Dickicht besetzt. Oberhalb des Klostersces, am Priel, sind nur zwei Anwesen zu erkennen. Links heim 'Groll' (heute Sebastian Neumayr), ganz rechts das vor Jahren abgebrannte Bauernhaus beim 'Kainz' (Kammerloher). Im Vordergrund steht das heute zur Gärtnerei Weber gehörende Volkening-Anwesen, von dem der östliche Wohnteil wegen Brandschaden vor kurzem abgetragen worden ist, Dieses Bauernhaus mit Zuhaus dürfte um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut worden sein. Der frühere Besitzer dieses Anwesens hatte hier, wie auf dem Bild zu sehen ist, eine Hühnerfarm eingerichtet,

24. Zum 700jährigen Jubiläum der Wittelsbacher fanden im Jahr 1880 im ganzen Land Bayern Feierlichkeiten statt. Die Ebersberger harten dazu am 25. August am Rathaus eine Tribüne auïgebaut. Der Marienplatz wurde gleichsam zu einer Festwiese urngestaltet. Distrikts-Ingenieur Emil von Scala harte dabei alle Register seines Könnens gezogen. Der ganze Platz war geziert mit weiß-blauen Fahnen und Bändern sowie mit Girlanden und Lampions. Mit Blasmusik an der Spitze zogen die Vereine unter festlichern Glockengeläute mit ihren Fahnen zum Festgottesdienst in die Kirche. Anschließend fand eine Huldigung vor König Ludwig Il. auf der Tribüne statt, den Georg Mayer, genannt 'der KistlerMayer-Girgl' täuschend ähnlich mit Zepter und Hermelinmantel darstellte. Ihm zu Füßen gruppierte sich eine Schar weißgekleideter Mädchen, an der Spitze Chrisfine Hartmann, die dem Monarchen Blumen und Früchte darboten. Der Münchener Fotograf Gutbier hat diese Szene im Bild festgehalten.

25. Als am 19. Juni 1907 Seine Königliche Hoheit Prinz Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig Hl., der Marktgemeinde Ebersberg einen Besuch abstattete , hieß man ihn besonders im Hause des Gutsbesitzers Major Hermann Schmederer willkommen. Über die mit weiß-blauen Fahnen und einem aus Fichtenzweigen geflochtenen Triumphbogen gezierte Bahnhofstraße zog der angehende Monarch mit Gefolge in den Markt. Der Gemeindeausschuß rnit Bürgormeister Georg Eichberger begrüßte den hohen Gast, wobei besonders die Ebersberger Damenwelt in prunkvollen Kleidern mit Florentinerhüten Spalier stand. Aber auch die Männer harten für diese herausragende Festlichkeit ihre besten senwarzen Anzüge mit Zylinderhüten hervorgeholt. Anschließend war Prinz Ludwig Gast im Hause Schrnederer. Auf dern Bild sind von links zu sehen: Freiherr von Leonrod, Adjutant des Prinzen Ludwig, Major Herrnann Schmederer, Sr. kg!. Hoheit Prinz Ludwig von Bayern und Rosa Schrnederer.

26. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg kam es in Ebersberg alljährlich zur Sommersonnenwende zu gewaltigen, vaterländiseh-nationalistisch geprägten Aufrnärschen, den sogenannten Isengaufeiern. 1925 fand zu dieser Art von Sonnwendfeier auch die Totenehrung des Isengaues am Kriegerdenkmal statt. Als Ehrengäste konnte Bürgermeister Muller dabei den Forstrat Dr. Escherich, General Ritter von Epp, den spateren Rcichsstatthalter, und cinen Vertreter der Rcgierung begrüßen. Bei diesern spektakulären Aufrnarsch beteiligten sich vor allcm der 'Frontkärnpferbund' und die 'Verbande Stahlhelrn, Oberland. Wehrwolf. Insgesamt waren es an die 6 000 Teilnehrner , wie dazu 'Der Oberbayer' berichtet. Wie auf dem Bild, das anläßlich der Isengaufeier am 24. Juni 1929 entstand. zu sehen ist, war der Marienplatz dazu mit vielen Fahnen und Kränzen geziert. Am Rathaus war das Relief eines Hirschkopfes als Symbol des Isengaues, mit Fichtenreisern umrahrnt, angebracht.

27. Wie überall im Lande, so wurden 1914 auch in Ebersberg Soldaten zum Kriegsdienst eingezogen. Wenngleich die jungeren Jahrgänge noch siegessicher und oft mit großer Kriegsbegeisterung ins Schlachtfeld zogen, bliekten die Älteren, wie auf diesern Bild zu erkennen ist, ernster und sorgenvoller in die Zukunft. Wohl so mancher von den hier arn 6. August 1914 abgebildeten Soldaten hat trotz propagierter vaterländischer Begeisterung die Schilderungen der Veteranen des Krieges 1870/71 noch im Ohr und zieht mit gemischten Gefühlen ins Feld. Sebastian Weigl (2. von links) schreibt irn November 1914 aus der Gegend um Peronne in Nordfrankreich in einem Feldpostbrief von seinen kriegerischen Erlebnissen am Allerheiligentag. Auf dem Bild sind noch weiter zu erkennen: 6. von links Max Schauberger ,8. Konrad Klöbl.

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28. Wie bereits im ersten Band dieser Reihe erwähnt, wurde kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges in der Sieghartstraße 14 eine Sammelstelle für Soldatenpakere eingerichtet und von dort aus den Kriegsteilnehrnern 'Liebespakete' an die Front geschickt, Auf über rausend noch erhaltenen Feldpostbriefen bedanken sich die Soldaten und schildern dabei ihre oft mörderischen und graasamen Erlebnisse von der Front im Westen bis zu den Karpaten im Osten, von Mazedonien und der Alpenfront im Süden, bis zur Nordsee. Die Feldpostbriefe und Karten berichten uns von der Freude der Soldaten, wenn aus der Heimatgemeinde ein Päckchen eintraf, aber auch von den Sirapazen und Gefahren, welche sie auszustehen harten, Eine ganze Reihe von Feldpostbriefen stamrut dabei von Kriegern, welche das Ende des Weltkrieges nicht mehr erleben durften.

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