Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5260-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 2'

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39. Stolz präsentieren sich vor ihrem Werk die beiden Künstler Steinmetzmeister und Bildhauer Max Maier (rechts) und Kunstmaler Josef Brendie (links). In Anlehnung an die Gründungssage Ebersbergs schufen beide im Jahre 1910 für die Marktgemeinde kostenlos dieses steinerne Denkmal, das eine Felsenhöhle darstellt, aus der der Kopf eines gewaltigen Ebers, aus Sandstein gemeißelt, schaut. Das Monument steht heute noch vor dem Eingang zum Bahnhof, hat aber besonders in der letzten Zeit nicht nur durch Wittcrungseinflüsse Schaden gelitten, sondern auch durch mutwillige Zerstörung. So wurde der Rüssel des Ebers im vorderen Bereich zertrümmert.

40. In vielen Ebersberger Häusern sind heute noch Ölbilder von der Kunstmalerin EIsa Plach zu finden. Vor allem sind es Landschaften und Bäume aus der Dachauer- und Ebersberger Gegend, die sie in impressionistischer Art auf die Leinwand malte. Eisa Plach hatte ursprünglich Gesang studiert und war in jungen Jahren als gefragte Sopranistin viel auf Gastspielreisen im Ausland. Nach Auskunft von Frau Pauline Hettinger, die lange Jahre mit der Malerin befreundet war, erlitt Eisa Plach auf einer ihrer Reisen einen Gehörsturz und konnte daher als Sängerin nicht mehr auftreten. Daraufhin besuchte sie die Akademie und verlegte sich aufs Malen. Besonders Prof. Kaiser nahm sich der begabten Künstlerin an, die bald darauf ihre Gernälde im Münchner Glaspalast ausstellen konnte. Hauptsächlich durch die Inflation im Jahre 1923 verarmte die Malcrin und brachte sich nun nur noch durch den Verkauf ihrer Bilder so recht und schlecht durchs Leben. Das Foto zeigt Eisa Plach in ihrem Atelier in der Sieghartstraße 3, umgeben von ihren Gernälden. Mit zunehmendem Alter verschlechterte sich ihr Hörschaden und man sah die alternde Künstlerin in Ebersberg meist nur noch mit einern großen Hörrohr in der Hand durch die Straßen gehen. Burgermeister Otto Meyer nahm sich besouders in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg der Malerin an, konnte aber dann dennoch nicht verhindcrn, daß man sie in ein Altenheim brachte, wo sie in den fünfziger Jahren in Abtenau verstarb,

41. Dieses Gemälde aus der Hand von Eisa Plach, abgedruckt auf einer Postkarte, zeigt den Burgberg von Eggelburg, auf dessen Südseite die dem heiligen Michael geweihte Kirche steht. Damals waren im Gegensatz zu heute die urngebenden Bäume noch wesentlich niedriger, sodaß die Kirche am hochaufragenden Berg weithin sichtbar war. Man verrnutet auf dern Eggelburger Hügel eine Vorläuferburg der Ebersberger Wehranlage. Wie aus dem Ebersberger Cartular hervorgeht, hat urn 1040 ein Ritter Adalpertus einen Teil der Pfarrei, die zu seiner von seinen Vorfahren ererbten Kirche St. Michael in 'Eckilinpurc' gehörte, an Ebersberg abgetreten. Den alten romanisohen Kirchenbau hat im Jahre 1479 der Ebersberger Benediktinerabt Sebastian Häfele 'gewelbt und bössert'. Die alte, spätgotische Ausstattung, Skulpturen der heiligen Michael, Annaselbdritt, Maria und Ulrich, sind heute aus Sicherheitsgründen ausgelagert.

42. Am 1. März 1888 kam in Ebersberg Josef Brendie zur Welt. Als der Bub drei Jahre alt war, starb die Mutter und er wurde in der Familie des Bruders seiner Mutter, des Schneidermeisters Xaver Weber, aufgezogen. Die Begabung des kleinen Sepperl zeigte sich schon mit elf Jahren, als er sein erstes Bild in Öl malte. Von 1904 bis 1907 schickten ihn seine Zieheltern nach München zur Kunstgewerbeschule. Anschließend besuchte er die 'kgl. Bayer Akademie der Bildenden Künste', wo ihm die nötige Ausbildung als Kunstmaler mitgegeben wurde. Nachdem Josef Brendie den Ersten Weltkrieg als Soldat der Gebirgsartillerie mitmachte, zog es ihn nach Freilassing, wo er 1920 Maria Leist heiratete. Die vielen Skizzen, Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde, die Josef Brendie anfertigte, waren meist heimatbezogen, aber auch Werke mit italienischen Landschaften befinden sich darunter. Josef Brendie beschloß sein überaus schöpferisches und künstlerisch reiches Leben am 1. Januar 1954.

43. Josef Brendle schuf während seiner Zeit in Ebersberg viele Bilder, Porträts und Ortsansichten in den verschiedensten Techniken. Viele der Bilder sind heute noch bei hiesigen Familien aufzufinden. So ist obige Bleistiftzeichnung ein Werk von loser Brendie. Sie zeigt drei bekannte Ebersberger Musikanten. Links ist der Schneidermeister Josef Loibl an der Baßgeige zu sehen. Josef Loibl jun., der spätere Dirigent der Ebersberger Stadtkapelle, steht rnit der Geige in der Mitte. Rechts sitzt neben einer mit Noten gefüllten Tasche, Kajetan Loibl, ebenfalls Schneidermeister. mit der Klarinette. Josef Brendie hat dieses Bild 1907 gemalt und signiert. Zur Kriegerheimkehrfeier im Februar 1919 malte der Künstler an die Westwand des alten Oberwirtsaales (späteres Kino) ein Kolossalgemälde mit einem Panorama Ebersbergs. Bei der Festveranstaltung zu dieser Feier wirkte Brendie als Schnellmaler mit. Er malte zwei Reiterbilder innerhalb der Zeit, die er zur Absingung der Lieder 'Im Feld des Morgens früh' und 'Morgenrot' benötigte.

44. Im Jahre 1891 ließen sich fünf Ebersberger Bäckermeister vereint auf die Fotoplatte bannen. Vorne links ist Josef Baumgartner zu sehen, der seine Bäckerei angebaut am Rathaus, beim heutigen Feinkostgeschäft Steidler, eingerichtet hatte. Der 'Franzlbäck' Wolfgang Wallner sitzt rechts vorne am Tisch. Diese traditionsreiche Bäckerei in der Sieghartstraße wird heute von Fritz Wallner betrieben. In der hinteren Reihe links ist Albert Schatzl zu erkennen, von dem die heutige Bäckerei Eggl in der Sieghartstraße den Namen 'Schatzlbäck' bekommen hatte. In der Mitte ist Max Stumbeck abgebildet, der die Bäckerei mit dern Hansnamen 'Melcherbäck' in der Heinrich-Vogl-Straße, die heutige Bäckerei Freundl, betrieb. Bäckermeister Josef Wellnhofer ist rechts hinten zu erkennen. Er harte seine Werkstart am Marienplatz beim 'Handschuhbäcker' , jetzige Konditorei Scharrer, autgeschlagen.

45. In Irüherer Zeit zählte das Handwerk der Weber auf dem Land zu den Grundhandwerken. Allein in Ebersberg gab es eine ganze Reihe von Webern, die uns heute noch in alten Hausnamen begegnen und oft Jahrhunderte zurückverfolgt werden können, So hatte der 'Platzweber', der Weber am Marienplatz also, sein Handwerk im Vorgängergebäude des heutigen Schuhhauses Kipfelsberger aufgeschlagen. In der Häfelestraße gab es den 'Eckweber' , das heutige Bauernanwesen der Familie Lochner. Der 'Frohnweber' oder 'Gfrornweber' hatte seine Werkstatt im Vorläuferbau des Installateurs Kammerer an der Eberhardstraße, und der 'Sieglweber' irn Hupfauer-Anwesen, ebenfalls an der Eberhardstraße. Der 'Sieglweber' ist bis in das Jahr 1685 zurückzuvertolgen. Obgleich es in Ebersberg keine Zünfte gab, ist doch auf eine Handwerksverbindung zu schließen, da dem 'Sieglweber' das Siegelrecht zustand. Auf dem Foto isr der 'Sieglweber' Kaspar Hupfauer am Webstuhl rechts, zusammen rnit seinem Neffen Sebastian Hupfauer, abgebildet.

46. Seit altersher trägt das Haus in der Heinrich-Vogl-Straße 17 den Hausnamen 'Simmerschrnied'. DerUrsprung dieser Bezeichnung dürfte wohl auf einen Schmied mit Namen Simon zurückzuführen sein. 1853 hat Georg Birkmaier das Anwesen gekauft. Am 10. Januar 1856 wurde ihm eine 'Zeugschmieds-Konzession' vom Landgericht Ebersberg bewilligt. Birkmaier hatte damit 'die Befugnis zur Anfertigung und zum Verkaufe von Bohrern, Sternmeisen. Hacken, Hauen, Pickeln, Strohmessern, Sicheln, Sensen, Schaufeln und anderen derartigen Werkzeugen'. Georg Birkmaier übergab das Anwesen am 13. September 1879 seinem Neffen Sebastian Birkrnaier, geboren 1855 in Oexing, Dieser war im Markt Ebersberg bald ein angesehener Handwerker, bei dem die umliegenden Bauern ihre Gerätschaften und Maschinen zur Reparatur gaben. Birkmaier war aber auch ein begeisterter Jäger und langjähriges Gcmeindeausschußmitglied. Auf dem Bild sieht man den schon hochbetagten Handwerksmeister bei der Reparatur einer Gsotschneidemaschine um das Jahr 1935.

47. In den nördlichen Anbauten des Klosterttaktes aus Ebersbergs benediktinischer Zeit, war die traditionsreiche Brauerei uurergebracht. die schon zur Zeit des Abtes Philipp Höhenberger (1385-1412) im Jahre 1400 urkundlich Erwähnung fand. Das obige Bild entstand um 1910. Auf dem zum Teil unterkellerten Hof stehen gewaltige Bierfässer, Der Hof ist noch nicht geteert, wie heute. Man sieht die Radspuren der schwer beladenen Bierfuhrwerke und auch die Abfallprodukte der damaligen Zugmaschinen, nämlich Pferdemist, am Boden. Es war halt noch eine gernütlichere Zeit als heute.

48. Mit den Maltesern, die 1781 das abgebrannte Klostergut mit allem Zubehör übernahmen, kam auch der ehemaligc Jesuiten-Bruder Benno Scharl nach Ebersberg, um in der hiesigen, schon im Jahre 1400 urkundlich genarmten Brauerei, nach dem Rechten zu sehen. Der bereits in höchsten Kreisen anerkannte Bierbrauer setzte hier seine Studien über die Kunst des Bierbrauens fort. Er war der erste, der Kulturhefe statt wilder Hefe verwendete. Auf den von Scharl erarbeiteten Erkerintnissen konnte später die modeme Brauindustrie weiter aufbauen. Irn Jahre 1787 setzte ihn Graf Kar! von Seinsheirn auf seinem Schloßgut Grünbach bei Erding als Brauer und Verwalter ein. Hier wirkte Schart bis zu seinem Tod am 2. März 1812. Sein Grab befindet sich in Hechen bei Grünbach.

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