Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Ebersberg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5260-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 2'

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49. Als vor einigen Jahren an der Eichthalstraße , wo heute das Gebäude der AOK steht, der alte Bau abgerisscn wurde und der Bagger das Erdreich für die Unterkellerung aushub, stieß man auf umfangreiche unterirdische Ziegelgewölbe. Es war dies der alte Sommerbierkeller des Klosters. über dem dann später die Gaststätte 'Zurn Sommerkelter errichtet wurde. Vom schattenspendenden Kastaniengarten aus hatte man einst den schönsten Bliek über den Marktflecken Ebersberg. Blättert man in den Annalen, so ist festzustellen, daß beim 'Sornrnerkeller' vor Jahrzehnten einst die glanzvollsten Festlichkeiten abgehalten wurden, und die Ebersberger sich an so manchen heißen Sommertagen hier eine kühle Maß Bier senmeeken ließen, Der auf der Postkarte aufgedruckte Text 'Schmiderscher Sommcrkeller' ist ein Druckfehler. Es müßte 'Schmedererscher Somrnerkeller' heißen.

50. Hauptsächlich wegen der das ganze Jahr über zahlreich nach Ebersberg kommenden Wallfahrer. die zum heiligen Sebastian pilgerten, gab es von früher her schon im Markt viele Gastwirtschaften. So die 'Untere Taverne' (das spätere 'Hofwirtshaus' und heutige Rathaus), die 'Obere Taverne' (heutiger Oberwirt), beirn 'Kiermayr-Wirt' (heutiges Anwesen Grasser), beim Neuwirt, beim Berger-Win (heute 'Alte Post'), beim 'Jäger-Wirt' (heutiges Anwesen Birkmaier), beim 'Scherer-Wirt' (heute Gasthaus Hamberger). Auch die auf dem Foto abgebildete Wirtschaft 'Zum Eber am Berg', in früherer Zeit 'Zum Hennerwirt' genannt, war zu den alten Ebersberger Wirtshäusern zu zählen. Leider fiel, wie so viele alte traditionsreiche Ebersberger Anwesen, auch dieses Haus der Spitzhacke zum Opfer.

51. Mit zu den bekarmtesten Ebersberger Gastwirtschaften zählte man in früheren Zeiten auch das Gasthaus 'Zurn Jägerwirt' an der Heinrich-Vogl-Straße. Damals war die vorbeiführende Straße, die heutige Bundesstraße 304, noch aufgekiest und höchstens mit Pferdeäpfel von einzelnen durchfahrenden Fuhrwerken belegt. Man konnte es daher getrost wagen, sich zu Fuß mitten auf der Straße zu bewegen, wie die Abbildung zeigt. Das 'Salett'l' des Jägerwirts war am Haus neben einer Baumgruppe angebaut. Entlang der Straße harten die Häuser schmucke Vorgärten. Es war halt noch eine geruhsamere Zeit als heute, wo sich der Fußgänger des starken Autoverkehrs wegen beim Jägerwirt in die neu geschaffenen Arkaden flüchten muß.

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52. Zu einer der schönsten Ausflugsgaststätten um Ebersberg ist die Wirtschaft 'Zur Gass', am Südrand des Eggelburger Sees zu zählen. Zum einen liegt sie abseits der stark befahrenen Bundesstraße 304 am Rande des Landschaftsschutzgebietes, zum andern ist sie von Ebersberg aus über mehrere Fußwege entlang der Seenkette oder über den Ebersberger Forst zu erreichen, Die 'Gass' ist heute noch eine gemütliche Bauernwirtschaft und besonders deshalb auch Anziehungspunkt vieler Ausflügler mit Kindern. Der Name der Wirtsohaft 'Zur Gass' ist wohl vom Vorbesitzer , einern ' Anton Gaßner, Wirth am See', abzuleiten, dem unglücklicherweise im Jahre 1896 das Anwesen bis auf die Grundmauern abbrannte. Das Bild zeigt die wiederaufgebaute Gastwinschaft 'Zum Eggelburger See' von Anton Andres um 1910, dessen Nachkommen heute die Wirtsohaft betreiben.

53. Als zehntes von insgesamt elf Kindern erblickte Ignaz Perner am 3. Juli 1796 im 'Herrle-Haus' in der heute nach ihrn benarmten Straße das Licht der Welt. Trotz der vielen Kinder im Hause Perner konnten es die Eltern Joharm Georg und Anna Maria ermöglichen, den kleinen Ignaz studieren zu lassen. Nach Abschluß der Studien erwarb der begabte Schüler schließlich den philosophischen und juristischen Doktorgrad. Er wurde in München bald zum überaus gefragten Advokaten. Nach nur fünfjähriger Praxis konnte sich Perner, kaum 35 Jahre alt, ins Privatleben zurückziehen. Er besuchte viele Länder und widmete sich bald darauf intensiv dem Schutz der oftmals grausam geschundenen und gequälten Tierwelt. 1841 regte Perner die Gründung eines 'Münchener Vereins gegen Tierquälerei' an, und bald darauf folgten viele im In- und Ausland seinem Beispiel. In Ignaz Perner kann man mit Fug und Recht einen der Mitbegründer der Welttierschutzbewegung sehen. Ignaz Perner starb am 16. Februar 1867 und liegt im alten Münchener Südfriedhof begraben.

54. Verstreut über ganz Europa finden sich heute an wenigen Plätzen und Museen äußerst eigenartige, seltsame Bücher, Teile der sogenannten Ebersberger Holzbibliothek. Es sind dies kleine Holzkästchen in verschiedenen Größen, von denen jedes einzelne in Buchform aus dem Holz einer Baumoder Strauchart gearbeitet ist. Der Buchrücken besteht aus der Rinde des jeweiligen Holzes oder Strauches. Im Innern dieser aufklappbaren Holzbücher befinden sich die dazugehörigen Zweige, Blätter, Nadeln, Blüten, Samen, Früchte, Hechten, aber auch Insekten und sonstige konservierte Schädlinge.

55. Der Schöpfer dieser 'Ebcrsberger Holzbibliothek' war der in Ebersberg am 4. Februar 1747 geborene Melberssohn Matbias Huber, der spätere Benediktinerpater Candid Huber. Bereits in früher Zeit beschäftigte sich der Geistliche rnit der Botanik. Dabei drang sein Ruf als Forstfachmann auch in seinen Heimatort Ebersberg. Das Großpriorat der Malteser übertrug ihrn 1784 mit Erlaubnis des Abtes von Niederaltaieh das Pfarrvikariat Oberndorf und ein Jahr später das von Ebersberg. Hier nun dürfte in Pater Candid Huber der Gedanke gereift sein, eine derartige Holzbibliothek zu schaffen, die schließlich sogar König Max I. Joseph für alle seine bayerischen Forstärnter zu Lehrzwecken bestellt hat. Im Bild ist das aufgeklappte Buch der Traubeneiche zu sehen.

56. Auf diesem Foto aus der Zeit um 1890 sind drei Ebersberger Handwerksmeister mit Namen Maier, Mayer und Meyer abgebildet. Alle drei waren für das Kulturleben des Marktes durch ihre herausragenden Initiativen von überragender Bedeutung. Links sitzt der Steinmetzmeister und Fotograf Josef Maier. In der Roscnheimerstraße richtere er 1887 eine Steinrnetzwerkstatt ein. 1895 wandte sich der junge Kûnstler der Fotografie zu und wurde damit bald der Fotograf par Excellence, der viele historische Mornente der Ortsgeschichte auf die Platte bannte. In der Mitte ist der Charakterkopf des Schreinerrneisters Georg Mayer zu erkennen. Der 'Kistler-Mayer-Girgl' hatte in der Sernptstraße seine Werkstatt autgeschlagen. Er war nicht nur ein hervorragender Handwerker, sondern auch ein begabter Schauspieler. Rechts ist schließlich der Malermeister Pankraz Meyer abgebildet. Meyer war langjähriges Mitglied des Gemeindeausschusses und bei vielen Ortsvereinen an führender Stelle tätig. Dieses Trio, und auch dessen Söhnc, waren im Markt jahrzehntelang nur unter dem Namen Steinrnetz-Maier, Schreiner-Mayer und Maler-Meyer bekannt.

57. Wie die Väter, so ließen sich auch später die Söhne der drei Ebersberger Handwerksmeister Maier, Meyer und Mayer in gleicher Pose fotografieren. Links ist Max Maier, der Sohn des Josef Maier, zu erkennen. Der 1889 geborene Max Maier war Schüler von Prof. Wadere und besuchte die Kunstgewerbeschule in München. Ausgebildet als Steinmetz und Bildhauer war er bei der Erstellung von vielen künstlerischen Monumenten im weiten Umkreis tätig. In der Mitte des Bildes ist OHo Meyer, der Sohn des Pankraz Meyer, zu sehen. Auch er war, wie sein Vater, Malermeister. OHo Meyer zeichnete besonders seine überaus große Heirnatverbundenheit aus. Er lenkte die Geschicke der Gemeinde als Bürgerrneister vorn Jahre 1926 bis 1930 und vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu seinem Tod im Jahre 1957. Rechts im Bild ist Georg Mayer, der Sohn des 'Kistler-MayerGirgl'. abgebildet. Auch er war, wie schon sein Vater , Mitglied vieler Ebersberger Vereine und vor al!em als Musiker hochbegehrt bei vielen Festlichkeiten.

58. Der am 15. Mai 1852 in Aßlkofen geborene Landwirt Balthasar Ranner war einst in Ebersberg nicht nur bekannt als Mitglied des Gemeindeausschusses und Vorstandsmitglied mehrerer örtlicher Vereine, sondern auch als Mitglied des Deutschen Reichstages seit dem Jahr 1898. Im 7. oberbayerischen Wahlkreis Rosenheim hatte er für die Zentrumspartei kandidiert und war auf Anhieb gewählt worden. Ein Jahr später wählte man Ranner auch in die Karnmer der Abgeordneten des Bayerischen Landrages. Auf Grund seiner Ämter wird er wohl nur noch selten auf seinem Hof in Aßlkofen als Landwirt tätig gewesen sein. Aber dennoch nahm er sich für die verschiedensten örtlichen Festlichkeiten Zeit und dokumentierte damit seine besondere Verbundenheit mit der Heimat. Bei der Reichstagswahl im Juni 1903 wurde Ranner wiederum auf fünf Jahre gewählt. Allein im Bezirk Ebersberg erhielt er vort 4 291 abgegebenen Stimmen 2 318 vor dem Bauernbündler Eisenberger, der 1 320 Stimmen auf sich vereinigen konnte.

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