Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6068-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 3'

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9 Als im Mai 1986 das alte Spielberger-Anwesen an der Münchnerstraße 8 abgebrochen wurde, sah der Ebersberger Arzt Dr. Winfried Bauer beim Vorbeifahren im Bauschutt, der gerade zur Kiesgrube gefahren werden sollte, einen schön geformten, halbrunden Sandstein, den er wegen seiner schönen Form auf dem Fahrrad mit nach Hause nahm. Beim Abschlagen des an der flachen Seite der Halbkugel angebrachten Putzes trat ein Relief zutage, das ein Brustbild des heiligen Sebastian mit einem pfeil in der Hand zeigte. Bei diesem Reliefhandelt es sich um einen gotischen Schlusstein der ehedem mit Rippengewölben ausgestatteten Ebersberger Stiftskirche Sankt Sebastian. Als im Auftrag der Jesuiten am Anfang des 17. Jahrhunderts die gotischen Backsteinrippen abgeschla-

gen wurden, hat wohl der Spielberger den schönen Schlusstein aus dem Bauschutt geborgen und mit nach Hause genommen. Daheim schlug er ein loch in die Außenwand seines Anwesens und mauerte den Sandstein ein, Erst später ist er wohl überputzt worden. Heute ist dieser Stein

wieder dank der Aufmerksamkeit von Winfried Bauer in der Kirche von Ebersberg zu bewundern.

1 0 Schon ab August 1852 war Martin Otter als Coadjutor und Kooperator in der Pfarrei Ebersberg tätig. Über Fürstenfeldbruck kam er dann als Pfarrer im jahre 1866 nach Schellenberg bei Berchtesgaden. Nach vier weiteren Iahren als Pfarrer von Rechtmehring kehrte Martin Otter ab Februar 1882 (Installation am 30.April) als Pfarrer nach Ebersberg zurück. Unter seiner Amtszeit bekam der in Ebersberg ansässige Kunstmaler Anton Rick viele Aufträge zur Ausstattung der Pfarrkirche und der umliegenden Filialkirchen mit Gemälden im nazarenerzeitlichen Stil. Für die Kirchen in Egglburg und Haselbach lieB Otter je einen neuen Altar anfertigen. Nach seiner Resignation auf die Ebersberger pfarrstelle im Iahre 1 895, zog er als Commorantpriester nach Fûrstenfeldbruck, wo er am 12. Juli 1896 im 72. Lebensjahr starb. Pfarrer Martin Otter wurde auf

seinen Wunsch hin im Ebersberger Friedhofbestattet. Der Maler JosefDirnberger schuf im [ahre 1888 dieses Porträt des Geistli chen in einer Bleistiftzeichnung auf Kreidegrund.

11 So sah das Ebersberger Rathaus nach dem Brand am 23. Juli 1925 aus. Pfarrer Martin Guggetzer schreibt dazu: 'Ein prächtiger Tag. Um 10 Uhr vormittag steigen aufeinmal dichte Rauchwolken auf und Sturmglocken läuten. Von Mund zu Mund eilt die unglaubliche Kunde: Das Rathaus brennt! Alles ist starr vor Entset zen. Ein elektrischer Ständer auf dem Dach ist in Brand geraten und im Nu brennt der ganze Giebel und bald der ganze Dachstahl mit den starken, massiven alten Balken aus dem Iahre 1529. Eine ungeheure Hitze entwiekelt sich und bald prasseln unter unglaublichem Gepolter und Geschepper reihenweise die Platten vom Steildach nach allen Richtungen.' Die örtliche Feuerwehr war wegen großen Wassermangels fast machtlos. Nachdem der Dachstuhl zusammengebrochen war,

kam die Münchner Feuerwehr, die das Löschwasser bis vom Klostersee heraufpumpen mußte.

12 Dieses Foto des Marienplatzes entstand um die Iahrhundertwende. Der große, freie Platz ist noch mit sogenannten BachkugeIn, auch Hühneraugenpflaster genannt, ausgelegt. Links sieht man über dem Eingang zum Kiermayrwirt noch einen alten, schmiedeeisernen Ausleger. Der östliche Teil des Hauses am Marienplatz 14 zeigt noch den alten Steildachgiebel, wogegen die Traufseiten des westlichenAnbaues schon angehoben worden sind. Zur Klosterzeit stand an der heutigen Engstelle zwischen Marienplatz 13 und 14 ein Torbau als Eingang zu den Konventsgebäuden. Der Jesuitenrektor Jakob Keller ließ Anfang des 17. Iahrhunderts neben dem Klostertor das heutige Gebäude am Marienplatz 14 für mehrere kleine Läden neu erbauen. Um 1655 hatte hier im Obergeschoß der Stiftsmesner Andreas Holzner seine Wohnung. Im Erdgeschoß be-

trieb er zudern ' ein Prandrwein Lädl'. Weitere Läden hatten zu der Zeit darin der Metzger Ulrich Hallmayr, der Schlosser BartIme Matheuß, der Kupferschmied Kramelsberger und der Melber Caspar Kazmayr.

13 Eiligen Schrittes überquert der Ortspolizist Fichter in Uniform mit langem Schleppsäbel im Iahre 1917, also zur Zeit des Ersten Weltkrieges, den fast leergefegten Marienplatz. An der Giebelfassade des heutigen Café und Konditorei Scharrer war damals noch ein gut proportienierter Vorbau angebracht. Der Hausname 'HandschuhbäckIäßt sich bis in das Iahr 1655 zurückverfolgen, wo gemäß einer alten Hofmarksbeschreibung ein 'Martin Handschuecher, Póckh und Apolonia sein Eheweib' die 'zway Gädig gemauerte Behaußung und Pachstatt aufm Plaz in Ebersperg' besaßen. Im Haus daneben (Marienplatz 4) waren urn 1655 die Schule und Wohnung des 'Philippus Haindl Chorregent und Schuelmaister' untergebracht. Im westlich an das Schulhaus angebauten Anwesen (heute Friseur Sebastian Zwingler, Ma-

rienplatz 2) betrieb vor erwa 340 jahren Paul Undermayr eine Bäkkerel.

~rienplelz.

14 Diese zweiteilige Schrifttafel aus Rotmarmor war einst in der alten, im Iahre 1785 aus Backstemen gemauerten Mariensäule am Marktplatz eingelassen. Wohl hauptsächlich ausgelöst durch die große Brandkatastrophe, bei der 1781 das Klostergebäude und die Stiftskirche Sankt Sebastian schwer beschädigt wurden, machten sich die Malteser vier [ahre später daran, 'DEN GESCHÄZTEN UNTERTHANEN DER HERSCHAFT EBERSBERG' eine neue Wasserversorgung zu bauen. In der heutigen Mariensäule ist nur mehr der untere Teil der Marmortafel mit dem Hinweis auf den Auftraggeber 'SEINER EXZELLENZ FREIHERNVON FLACHSLANDEN MALTESER ORDENS GESANDTER UND STATTHALTER DES BAlER1SCHEN GROSPR10RATS' eingelassen. Der obere Teil der Schrifttafel konnte erst wieder beim Umzug der Feuerwehr vorn Rathaus ins neue Feuerwehrgerä-

tehaus aufgefunden werden, Da dieser Rotrnarmorstein aus dem Iahre 1785 aber an der heutigen Mariensäule nicht mehr verwendet werden kann, hat man ihn im Archivraum des Rathauses aufgestellt.

1 5 Wie bereits im Vorwort zu den beiden vorangegangenen Bänden 1 und 2 von 'Ebersberg in alten Ansichten' erwähnt, hat der Ebersberger Steinmetzmeister und FotografJosefMaier mit Kunstverstand und Sachkenntnis über [ahrzehnte hinweg viele historische Momente des Markres im Bild festgehalten. Josef Maier kam am 16. November 1864 im Mayr-Hofin Englmeng zurWelt. Nach dem Besuch der VolksschuIe in Oberndorffolgte die Lehrzeit bei einem Rosenheimer Bildhauer. 1887 richtete er an der Rosenheimerstraße neben dem Friedhof seine Steinmetzwerkstatt ein, und wandte sich ab dem [ahre 1895 auch der Fotografie zu. Der 'Ebersberger Anzeiger' vom 16. Mai 1895 preist dabei [osef Maiers neues 'Etablissement' in den höchsten Tönen, in dem sogar nach 'photographisehen Aufnahmen lebensgroße Porträtzeichnungen in Kreide'

ausgeführt wurden.Viele Denkmäler und Steinskulpturen stammen aus derWerkstatt Maiers, wo auch bald sein Sohn Max Maier als Bildhauer und Steinmetzmeister tätig war. Der wegen seiner Verdienste von der Marktgemeinde Ebersberg zum Ehrenbürger ernannte Künstler und Handwerksmeister JosefMaier starb am 17.Dezember 1954imAlter von 90 [ahren,

16 Nachdem sich die Wogen der Entrüstung in der Ebersberger Bürgerschaft wegen des geplanten Abbruchs der alten, gemauerten Mariensäule wieder erwas geglättet hatten, machte sich der Ebersberger Steinmetzmeister Iosef Maier mit seinen Gehilfen, darunter auch sein Sohn Max Maier (im Bild rechts), und Anton Bergmeister (im Bild links), daran, nach den Plänen des Münchener Bildhauers Hans Schwegerle den neuen Obelisken aus 'rheinischem Tuff' zu meißeln. In der Bildmitte ist der Steinmetzgeselle Baumann zu erkennen, während er mit einem Maßkrug Anton Bergmeister zuprostet.

17 Obwohl es in Ebersberg wegen des geplanten Abbruchs der alten Mariensäule und der Errichtung eines neuen Obelisken heftige Widerstánde gab, denen sich dann auch sogar Ludwig Thoma anschloß und den Ebersberger Bürgermeister Georg Eichberger dabei in einem Leserbriefin den 'Mûnchner Neuesten Nachrichten' einen 'Gewalthaber' nannte, setzte das 'Cornitee zur Errichtung eines Brunnendenkmals' den Neubau durch. Am 8. Juni 1913 fand nach einem vorher abgehaltenen Festgottesdienst die Enthüllung der neuen Mariensäule statt. Der damalige Vorstand des Veteranen- und Kriegervereins, Amtsgerichtsdiener Dressel, hielt dazu die Festrede, die, wie die 'Mûnchner Neuesten Nachrichteri' und die 'Münchner Ostzeitung' berichteten, mit einem 'Hoch auf den Prinzregenten' ausklang.

18 Die Marktgemeinde Ebersberg besaß urn das J ahr 1 900, als diese Aufnahme entstand, nur ein einziges Schulhans am Marienplatz 4, wo Mädchen und ßuben zusammen in die Schule gingen. Für Klassenfotos stellte man sich entweder im rückwärtigen Teil des Hauses vor einem großen Stadeltor, oder auf der dem Marienplatz zugewandten Eingangstreppe des Schulhauses, wie hier zu sehen ist, auf. Auch Pfarrer Lochner (links) durfte als zuständiger Schulinspektor auf einem solchen Erinnerungsfoto nicht fehlen. Nach dem Bau eines eigenen Mädchenschulhauses (1907) und des Knabenschulhauses (1925/26), hatte das Gebäude am Marienplatz 4 als Schulhaus ausgedient.

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