Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6068-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

19 Am Sonntag, den 5. September 1926, fand die Einweihung des neuen Knabenschulhauses an der Floßmannstraße statt. Der Festzug mit Ehrengästen, Lehrerschaft, Vereinen und den Schulkindern formierte sich schon am Vormittag vor dem alten Knabenschulhaus am Marienplatz. Lehrer RudolfKirmeyer hielt für die Buben eine Abschiedsrede über das traditionsreiche Haus. Unter den Klängen derTrachtenkapelle zog man sodann zur Kirche, wo Pfarrer Martin Guggetzer einen feierlichen Gottesdienst zelebrierte. Anschließend ging es im Festzug zur neuen Knabenschule, wo Bürgermeister Iosef Mûller die Festansprache hielt. Nachdem die Gäste im Café Staudenraus am Klostersee das Mittagessen eingenommen harten, stellten sich die Kinder Ebersbergs zu einem Festzug auf. Nach einer Parade der mit Militäruniformen gekleide-

ten Kinder, bewegte sich der Zug wie auf dem Foto zu erkennen ist, über die Heinrich-Vogl-Straße zum Sommerkeller, wo unter Blechmusikklängen die Buben und Mädchen Spiele und Reigen vorführten.

20 Dieses Schulfoto der Bubenjahrgänge 191 7/18, 6. und 7. Klasse, entstand, wie auf der Tafel geschrieben steht, im Mai 192 7 , also ein knappes Iahr nach der Einweihung im neuen Knabenschulhaus an der Floßmannstraße. In der vorderen Reihe sitzen von links: 1. Zachenhuber Sepp, 2. Grasser Sepp und 3. Schurer Hans (Hutler). Letzte Reihe von links: 1. Bisl Rupert, 2. Plieninger Hans, 3. Wiesner Josef 4. Posch Sebastian,S. Kugler Sebastian, 6. Zerndl Sebastian, 7. Schechner Alois, 8. Beham [osef 10. Weber Karl, 11. Schurer Sebastian, 12. Beer Karl, 14. Hofbauer Heinrich und 15. Kainer Hans. Im Mittelbereich von links: 1. Staudter Karl, 2. Hadersdorfer Hans, 3. Kaspar Franz, 4. Emmer Thomas, 7. Ostermeier Josef, 8. Lodermair Iosef 10. Wochermaier Franz, 12. Pichler August, 1 3. Schalter Rudolf und 14. Klöbl Konrad.

21 So sah die nach dem weltberühmten Kammersänger Heinrich Vogl benannte Straße um das Iahr 1910 aus. Im oberen Bild ist ganz links das Haus zu sehen, in dem er als Hilfslehrer in den [ahren 1863 bis 1865 wohnte. Im Haus daneben (Heinrich-VogiStraße 3) wohnte um die Mitte des 19. jahrhunderts der Säckler Zischgl. Dem in der Nacht vom 12. auf den 13.Januar 1862 ausgebrochenen Brand, den angeblich ein arbeitsloser alter Maurer gelegt haben soll, fielen viele Anwesen an der Heinrich- Vogl-Straße bis hinunter zum alten Schulhaus am Marienplatz zum Opfer. Wie durch ein Wunder blieb das Säckler-Zischgl-Haus von der Brandkatastrophe verschont. Dazu erzählte früher der Volksmund, daß einige Wochen vorher in diesem Haus ein Fremder übernachtet hatte. Als er ging, sagte er zur Hausfrau: 'Über die Straße herab wird einmal ein feu-

riger Hund rennen, aber an ihrem Haus geht er vorbei!' Offenbar hatte der Unbekannte eine hellseherische Gabe.

~ ~ Ebersberg ~ ~

Heinrich Vogl-SI'-!!O

22 Am Beginn der HeinrichVogl-Straße war früher das bekannte Gasthans 'Zurn ]ägerwirt'. An der Stelle des heutigen Brunnens gab es damals noch ein kleines Vorgartl neben der Toreinfahrt zum Stall des Jägerwirts. Im Bereich dieses Gartens stand gemäß einer Hofmarksbeschreibung aus dem]ahre 1655 einhölzerner Blockbau, der 'obenauf ain stuben und Cammer für die Gäst, herundten einen Traidtcasteri' hatte. Im Obergeschoß des rechten Anbaues war vor 1908 noch der alte Saal des Oberwirts untergebracht, der erst mit dem Neubau des heutigen 'Alten Kinos' als solcher ausgedient und zu einer Wohnung umgebaut wurde. Im [ahre 1936 schlug dort der bekannte Wissenschaftler, Forscher, Volkskundler und Sammler Dr. Rudolf Iupitz seine Praxis als Allgemeinarzt auf

23 Aus den dreißiger Iahren stamrut dieses Foto vom ehemaligen Gasthaus 'Zum Kirrnaier am Marienplatz 5. Gemäß eines Eintrags in einer Hofmarksbeschreibung aus demjahre 1655 besaß zu der Zeit die 'Bierzäpflerin Barbara Khürrnayrin die gemauerte behaußung aufm blaz mit einem ganzen Ziegl Tach'. Damals grenzte das Anwesen direkt am Melberhaus (Marienplatz 7) an, da im Bereich vom Marienplatz Sa 'ain Roßstallung auf 18 Roß, ain Tennen und Vichstall auf 4 Stuckh Vich', zugehörig zum Kynnayrwirt, war. Beim Haus gab es auch einen alten Schöpfbrunnen, in dem sich am Sonntag, den 14. September 1834, ein grauenvolles Unglück ereignet hat. Der Fuhrknecht Jakob Grabmair stieg in den Brunnen hinab, um zu prüfen, ob das Wasser schon brauchbar wäre, da man die Brunnenstube drei Tage vorher gereinigt hatte. Als der

Hansknecht Kaspar Hartmair sah, daß der Fuhrknecht am Brunnenboden plötzlich zusamrnensackte, stieg auch er hinab und dann noch weitere drei junge Burschen, denen es àhnlich wie Jakob Grabmair ging. Alle fünf kamen schließlich, wie der herbeigerufene Arzt Dr. Petz feststell-

te, durch Stickluft und Kohlensäure im Brunnenschacht ums Leben.

24 Dieses stattliche Haus an der Bahnhofstraße 4, gegenüber der Pfarrkirche, war einst im Besitz des Kaufmanns JosefBierwirth, der das Geschäftshaus 1891 von der Schlossermeisterswitwe Theres Fetzmann erworben hatte. Noch im gleichen Iahr bestätigte Bürgermeister Georg Radl, daß JosefBierwirth von der Marktgemeinde Ebersberg 'gegen vorherige Entrichtung einer Gebühr von 80 Mark das Bürgerund Heimatrecht' verliehen worden war. Im Iahre 1912 baute Bierwirth innerhalb seines Anwesens eine öffentliche Badeanlage mit warmen und kalten Wannenbädern. Zudem betrieb der geschäftstüchtige Kaufmann noch eine Eisen-Geschmeide- und Kolonialwarenhandlung. Wie man auf dem um das Iahr 1910 aufgenommenen Foto erkennen kann, waren die Fassaden des Hauses damals klar gegliedert, sodaß sich der massige Baukör-

per gut in das Ortsbild einfügte. JosefBierwirth, der bei vielen Ebersberger Vereinen tatkräftig mitgewirkt hatte, starb im Iahre 1942.

25 Ein Bliek vom BierwirthHaus an der Bahnhofstraße nach Süden zeigt im Iahre 1914 den kunstvoll angelegten Garten beim alten Pfarrhof. Zur damallgen Zeit amtierte Pfarrer Martin Guggetzer, der eine besendere Vorliebe für Obst- und Gartenbau hatte. Die Pfarrvikare von Ebersberg wohnten früher im alten Kooperatorenhaus, das an der Stelle der heutigen Kreissparkasse neben der 1807 abgebrochenen Sankt- Valentins-Kirche (heutige Gaststätte Neuwirt) stand. Im späteren Pfarrhof (heute Bahnhofstraße 8) war vorher die Wohnung des Apothekers Ignaz Stratthaus, der das Haus am 9. August 1792 an den Säcklermeister Anton Guggenberger verkaufte. Berelts beim Kauf aber hatte sich letzterer finanziell übernommen, sodaß er im Iahre 1799 'abgehaust' war und das Anwesen mit Gründen an das Malteser Großpriorat Ebersberg

überging. Seit der Auflösung des Malteserordens, im Iahre 1808, diente das Gebäude als Pfarrhof in dem heute der freiresignierte ehemalige Ebersberger Pfarrer und Geistliche Rat Iohann Baptist Grabmeier wohnt.

26 Um das Iahr 1910 entstand dieses Foto, auf dem das Amtsgerichtsgebäude zu sehen ist. Über ein halbes [ahrtausend war nicht in Ebersberg der Sitz des Landrichters, sondern in Markt Schwaben. Mit der Aufhebung des Iohanniter-Malteser-Ordens, im [ahre 1808, standen in Ebersberg die alten Konventsgebäude leer. Wie Siegfried Kick in der Schrift 'Chronik des Amtsgerichts Ebersberg' vermerkt. verfügte der bayerische König Maximilian Joseph trotz Einsprüche des Landrichters Heinrich Ignaz Sartori und der Bürgerschaft von Schwaben, irn März 181 2 die Verlegung des Landgerichts nach Ebersberg und darnit auch die Umbenennung in Landgericht Ebersberg. Aber erst 1 841 war der Bau der neuen Frohnveste, des Gefángnisses, abgeschlossen. Zum Neubau des hier gezeigten, an der Westseite des Gefángnistraktes

angebauten Amtsgerichtsgebäudes kam es in den Iahren 1899 bis 1903.

27 Laut Poststempel ist diese Katte mit der Ansicht der Stiftskirche Sankt Sebastian von Süden zwar am 7. Juni 1912 abgesandt worden, das Foto aber entstand vor 1907. Interessant ist dabei der Treppengiebel des Apothekengebäudes links von der Kirche, der vor 1907 abgeschlagen und begradigt wurde, Zur Klosterzeit war es in Ebersberg wohl Aufgabe der Mönche, die umliegende Bevölkerung mit Arzneimitteln zu versorgen. Die Landgerichtsapotheke aber befand sich bis 1811 in Markt Schwaben. 1792 taucht in Ebersberg der Apotheker Ignaz Stratthaus anläßlich des Verkaufs seines Wohnhauses (jetziger alter Pfarrhof an der Bahnhofstraße 8) an den Säcklermeister Anton Guggenberger auf. Im Urkataster aus dem Jahre 1811, ist an der Stelle des heutigen Apothekenbaues noch kein größeres Gebäude eingetragen, obgleich sich zu dieser

Zeit die Landgerichtsapotheke schon in Ebersberg befand. Die heutige Marienapotheke wurde vom derzeitigen Besitzer Reinhard Lüken im Iahre 1976 vollständig abgebrochen und in den alten Proportionen wieder neu aufgebaut. BeimAusbaggern des Kellers fand man im Boden

schichtweise Freskoschutt aus dem Abbruchrnaterial der 1305 abgebrannten Stiftskirche. Mit diesem Bauschutt hat man damals den alten Burggraben aufgefüllt.

6russ aus Ebetsbeu;

28 Die Geschichte des Ebersberger Krankenhauses reicht zurück bis in das Iahr 1839. In den Gemeindeakten fand sich eine Notiz vom 13. Mai 1863 betreffs 'Armen- und Krankenhaus'. Darin heißt es: 'Bei Vertheilung der Kriegsentschädigungsgelder vom [ahre 1826 haben die Gcmeindemitglieder, die von der Gemeinde heute getrennt werden wollen (Osterseeon, Forst- und Kirchseeon, Petting, Reitgesing, Aßelkofen, Herrnannsdorf Vorderund Hintereggelburg), ihre treffenden Anteile in Empfang genommen. Die Marktbewohner aber haben auf dieselben verzichtet zugunsten des Ankaufs eines Kranken- undArmenhauses, das dann auch wirklich um die Summe von 600 ft. erstanden worden ist,' Der Kauf des damals unter der Haus Nr. 92 registriertenAnwesens an der heutigen LehrerSchwab-Gasse 6 fand im Iahre 1839 statt. Ganze sechs Betten

sollen darm für die stationäre Behandlung von pflegebedürftigen Armen und Kranken eingerichtet gewesen sein.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek