Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6068-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 3'

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29 Dieses Foto zeigt ein Stück Alt-Ebersberg um das [ahr 1910. Vom Eggerfeld her zieht sich ein Geländeeinschnitt entlang des Malteserwegs nach Süden. Im Urkataster ist sogar noch im Bereich der Alten Straße, der heutigen Abt - Häfele-Straße, eine kleine Brücke eingezeichnet. Bis in die fünfziger Iahre war das Wasser eines in dieser Senke verlaufenden kleinen Abflußgrabens zu einer 'Froschlack' aufgestaut. Heute ist von diesem Biotop nichts mehr zu sehen, da man den Graben mittlerweile verrohrt hat, Vom Malteserweg führt der im Bild zu erkennende, schmale Fußweg entlang des Taleinschnitts zur Augustinerstraße, vorbei beimAnwesen des Bichlmaier Gallus (im Bild unterhalb des Kirchturms zu sehen). Damals stand noch das alte, mit einer Giebellaube ausgestattete Bauernhaus, das den Hausnamen 'Baderpoidl' trug. Links vom

Weg, in derTalsenke, steht das alre 'Faber' -Anwesen.

30 Noch um die Mitte des 19. jahrhunderts war das 'Freibaden' nur arn Langweiher gestattet. Der Verschönerungsverein Ebersberg errichtete dort im Iahre 1893 ein 'rnit größtem Comfort ausgestattetes Damenbad' , genannt 'Zur immerblühenden Hoffnung'! Ein Iahr daraufkam es dann auf'Anregung des Malermeisters Pankraz Meyer beim Steg am Klostermühlweiher zum Bau einer 'Schwimrn- und Badeanstalt' mit vier geschlossenen Badekabinen, acht Umkleidekabinen und einem Freibassin für Schwimmer und Nichtschwimmer; Die Badezeiten waren für beide Geschlechter getrennt vorgesehen, Scheinbar haben sich aber die Badegäste nicht immer an diese strengen Vorschriften gehalten, was pfarrer josef Lochner am 22. Juli 1904 zu einem geharnischten Protest bei der Gemeinde veranlaßte, Dabei bemerkte er: ' ... Ich habe vor zwei Tagen selbst die

Beobachtung gemacht, daß um die Mittagsstunde Herren und Damen zu gleicher Zeit im Schwimmbassin der Badeanstalt badeten ... Ich muß gegen eine solche Unanständigkeit (um mich gelinde auszudrücken) energisch Einspruch erheben und um Abstellung ersuchen,'

Was würde der gestrenge Pfarrherr wohl zu den heutigen rextillosen Sitten in Bädern und an Badestränden sagen?

31 Zu der Zeit, als diese Aufnahme entstand, hatte man bereits am Nordufer des Klostersees anstelle des alten Stadels einen schön gestalteten Pavillon aufgebaut. 1921 war der 'Stiglauerweiher', wie man den See auch nach dem Namen der Vorbesitzerin Käthe Stiglauer nannte, in den Besitz von joharm Otter übergegangen. In einer öffentlichen Bürgerversammlung wurde nunmehr die Genossenschaft 'Bad Ebersberg e.G.m.b.H.' gegründet. Durch Kauf und Grundstückstausch gelangte diese schließlich in den Besitz eines Teiles des Nordufers. Die Badeanstalt wurde nun auf diese Seite verlegt. Am 11. Juni 1922 fand die Einweihung des neuen Bades mit einern großen 'Werbe-Schwimm-Fest' statt. Dazu ergingen eine Woche vorher vom Bezirksamt an die Gemeinde unter anderem noch folgende Maßregeln, die einen geordneten Badebetrieb gewähr-

leisten sollten: "I . Es ist streng darauf zu achten, daß in die Herrenabteihmg keine Frauen, und in die Damenabteilung keine Herren gelangen ... 2. In den Kabinenbädern sind die zahlreichen Astlöcher zu verschließen; es

sind Klagen laut geworden, daß sich Besucher durch neugierige,

kahnfahrende Personen belästigt fühlten. 3. Wiederholt haben Herren in der Badehose das Bad verlassen und sind auf dem neben dern Bad hinziehenden Weg und der angrenzenden Wiese herumgelaufen. Hiegegen ist energisch einzuschreiten .. .'

32 Kurz vor der Iahrhundertwende erfaßte auch den Markt Ebersberg die moderne Zeit in Form der Elektrifizierung des Ortes.Am 3.August 1897 berichtet der 'Ebersberger Anzeiger', daß nun auch hier ein Elektrizitätswerk gebaut werden soll. Der Besitzer der Mühle am Klostersee, Jakob Stieglauer, hatte mit der Bayerischen Elektrizitätsgesellschaft München ein entsprechendes Abkommen getroffen. Es war geplant, in einem Anbau an die Mühle (auf dem Foto um 1910 im Hintergrund zu sehen) zur mit Wasserkraft betriebenen Turbine mit einer Leistung von 4 PS einen Gasturbinengenerator mit 16 PS einzubauen. 'Das Elektrizitätswerk wird im Stande sein,

600 Glühlampen a 16 Normalkerzen, oder deren Strornverbrauch zu leisten', verkündeten stolz die Betreiber. Im September 1898 war es dann endlich soweit. Die elektrische Straßenbe-

leuchtung wurde in Betneb gesetzt. Alles staunte über die Lichterpracht und die neue Technik, und so nach und nach wurden die einzelnen Anwesen im Markt mit elektrischem Strom versorgt.

33 'Zum Fischkalter' lautet der Hausname des gut propornonierten, breit ausladenden Hauses mit Schopfwalmdach an der Hohenlindenerstraße 4. Als um 19 10 diese Aufnahme entstand, diente das Fischkalter-Anwesen als Wohnung für den Jäger der Hermann Schmederer'schen Gutsverwaltung. Dies war damals auch schon an dem an der Giebelfassade über dem Hauseingang angebrachten Hirschgeweih eines Zehnenders zu erkennen. Die Geschichte dieses Hauses läßt sich bis in die Klosterzeit zurückverfolgen, als durch die Mönche noch intensiv Fischzucht betrieben wurde. Im Urkataster aus dem Iahre 1812 sind sogar noch die dazu benötigten kleinen Wasserbehälter beim 'Fischkalter ' eingetragen. Erst wenn die Fische eine bestimmte Größe harten, setzte man sie beim Egglburgersee, Seeweberweiher, Langwei-

her, Wildweiher, Klostersee und Schaubergerweiher, entlang der Ebrach aus.

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34 Schon um die Mirte des Jahres 1889 stellte man im Forstbczirk Eglharting des Ebersberger Forstes das massenhafte Auftreten des Nonnenfalters fest. Dies nahm der Bezirksamtrnann Franz XaverWagner zum Anlaß, im Amtsblatt eine genaue Beschreibung des Holzschädlings und Anweisungen zu dessen Bekärnpfung zu geben. Dazu sollten vor allem die in die Rinde gelegten Eier des Schädlings gesammelt und verbrannt, die gefräßigen Raupen am Stamm mit Lappen und Bürsten zerrieben und die Puppen gesammelt und verbrüht werden. Vor allem Schulkinder waren es, die man als erste in den Wald schickte, damit sie den Schädlingen auf den Leib rücken sollten. Auf diese Weise wurden zwar viele Millionen Eier, Raupen, Puppen und Falter vernichtet, aber die meisten Holzschädlinge befanden sich trotz Zuhilfe-

nahme von Stöcken außerhalb des Handbereichs und konnten somit ihr zerstörerisches Werk fortsetzen. Diese Abbildung stammt aus einer illustrierten Familienzeitung vom Iahre I 89] und zeigt mit Leim bestrichene Leinwandtafeln, vor denen bei Nacht Magnesiumfackeln abge-

branut wurden, durch die die Nonnenfalter angelockt werden sollten.

35 Die Fichtenbäume im Ebersberger Forst waren in den Iahren 1889 bis 1891 durchden Nonnenbefall bald so stark geschädigt, daß große Flächen kahlgeschlagen werden mußten. Auf der zeitgenössichen Zeichnung sieht man Blockhütten für die vielen Holzfáller, die im Ebersberger Forst damals tätig waren. Im Hintergrund auf der Anhöhe steht ein durch eine Dampfmaschine betriebener Exhaustor, der bei Nacht die durch große Marinereflektoren angeloekten Nonnenfalter aufsaugen sollte. Vom Juli 1890 bis September 1891 waren insgesamt 7 600 Arbeiter zum Fällen der durch die Nonne geschädigten Bäume im Forst tätig. Der Abtransport der geschlagenen und entnndeten Bäume erfolgte mittels Dampflokomotiven und eigens von Kirchseeon aus in den Forst verlegten Geleise. Nachdem der Mensch eigentlich nur geringen

Einfluß auf diese Katastrophe ausüben konnte, half sich schließlich die Natur selbst durch einen späten Kälteeinbruch im Maiundjuni 18911mdeiner Seuche, der die Nonnenraupen zum Opfer fielen. Ein Großteil des Ebersberger Forstes aber mußte damals abgeholzt werden.

36 Ebersberg hat seit altersher Marktrechte. Bis heute herauf finden seit Iahrhunderten die Warenmärkte am Marienplatz start, In früheren Iahren war mit dem jeweiligen Iahrmarkt am darauffolgenden Tag ein großer Viehmarktverbunden, beidem es zu ganz ansehnlichen Auftrieben kam. Während, wie schon

erwähnt, der Warenmarkt auch früher schon am Marienplatz stattfand, wurde der Viehmarkt irn großen Garten des 'Schererwirts' (heute HambergerwiIt, Sieghartstraße 20) abgehalten. Einige der Rinder band man damals an schmiedeeiserne Ringe, die in die Nagelfluh-Quadermauer beim 'Eberlschaffler' (in

den siebziger Iahren abgebrochenes Anwesen an der Abr-HäfeleStraße 1, im Bild rûckwärts zu sehen) eingelassen waren. Am 12. Mai 192 8 fand vor diesem Anwesen eine Stierkörung statt. In der Bildmitte ist ' der prächtige Bulle der Hermann Schmederer'schen Gutsverwaltung' zu sehen.

37 Am24.April1872ludBiirgermeister JosefHaggenmiller in einem Schreiben die Ortsbewohner ein, 'entweder durch wirkliche Teilnahme oder Einzeichnung als Ehrenmitglied zur Begründung einer Feuerwehr mitzuwitken', Die Resonanz in der Bevölkerung war so groß, daß Haggenmiller schon bald darauf der Marktgemeindeverwaltung schriftlich mitteilen konnte, daß es all 5. Mai 1872 in Ebersberg zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gekommen war und er zur Zeit als deren Vorstand fungiert. 25 Iahre später, all 21. und 22. August 1897, gab es eine bombastische Jubiläumsfeier der freiwilligen Feuerwehr mit Festgottesdienst und Festzug. Wie auf dem Foto

zu sehen ist, hatte man dazu vor dem festlich geschmückten Rathaus ein Podest aufgebaut, auf dem sich der Festakt abspielte. Umrahmt war die Tribüne von

vielen Fahnenabordnungen der umliegenden, aber auch auswärtigen Feuerwehren.

38 Zur Erinnerung an die am

2 1. und 22. August 1897 abgehaltene 25jährige Gründungsfeier der freiwilllgen Feuerwehr Ebersberg, kam dieses Bild zustande. Iung und Alt wirkte bei den meist vom Ebersberger Distriktsingenieur Emil van Scala und seiner Frau arrangierten Theaterspielen und 'Lebenden Bildern' mit. Ganz links sind der Feuerwehrmann Kaspar Hupfauer und neben ihm Sebastian Schuster zu erkennen. Von den drei Buben mit den flachen Hüten ist der rechte Pepi Baumgartnero Direkt über ihm steht mit einem Palmzwelg in der Hand Maria Loibl und rechts von ihr Leni Baumgartner. Ganz rechts steht, mit der hölzerner Heugabel in der Hand, der Mascher Hausl und neben ihm die Mareisen -Tochter. Als Bekrönung des ganzen sieht man zwischen zwei palmentragenden Dirndln eine Büste des bayerischen Prinzre-

genten Luitpold, als Protektor der bayerischen Feuerwehren. Direkt unterhalb der Büste sind Amalie Hofbauer und rechts neben ihr Maria Sarreiter zu erkennen.

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