Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6068-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 3'

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39 Beim HoffotografFr. Muller in München entstand ein Iahr vor seinern 'Iode, im Iahre 1912, dieses Foto des obersten Feuerwehrmannes Bayerns, des Königltchen Rates und Vorsitzenden des Landesfeuerwehrausschusses, Iosef Haggenmiller, in Uniform mit Helm, Präsentiersäbel und vielen Auszeichnungen. Als der verdiente Mann, der auch Ehrenbürger der Marktgemeinde Ebersberg war, am 27. September 1913 zu Grabe getragen wurde, sah nach Aussage des 'Ebersberger Anzeiger' Ebersberg eine Trauerfeier, wie sie hier noch nie stattgefunden hatte. 'Helm und Ehrenbeil schmückten den Sarg, die Orden wurden ihm vorangetragen.' Zur Trauerfeier waren Vertreter des Königltchen Staatsministeriums des Innern, der Königlichen Regierung von Oberbayern, des Landeshilfsvereins vorn Roten Kreuz aber auch des Deutschen Reichsfeuerwehrver-

bandes erschienen. Vor allem aber waren es die vielen Abordnungen der Feuerwehren mit ihren Fahnen, die JosefHaggenrnilIer die letzte Ehre gaben.

40 Im Oktober 1898 wurde mit dem Bau der Lokalbahn Grafing-Ebersberg begonnen. Zunächst lag die Leitung beim Kóniglichen Betriebsingenieur Seefried aus München, dann wurde diese Aufgabe dem Bezirksingenieur Rabel übertragen. Die Hochbauarbeiten führte Baumeister Obermeier aus Hesselwang aus. Durchschnittlich waren auf der 6,2 km langen Strecke von Grafing-Bahnhof nach Ebersberg täglich 80 bis 100 Arbeiter beschäftigt. Das Foto zeigt den Bahnbau bei Wiesham im Sommer 1899. Die Bauarbeiten schritten gut voran, sodaß schon ein Iahr nach deren Beginn, am 27. Oktober 1899, der Generaldirektionsrat Lutz aus München an den Ebersberger Beigeordneten Iosef HaggenmilIer das Telegramm 'Probefahrt fmdet am 6. November start' übermitteln konnte.

41 Normalerweise war es am Tag des heiligen Leonhard, am 6. November, die traditionelle Leonhardifahrt in Grafmg, zu der jung und alt aus der ganzen Umgebung srrömten, um die prächtig gezierten Rösser und Wägen bei der Umfahrt und Segnung bestaunen zu können. Am Montag den 6. November 1899 aber zog ein gänzlich anderes Ereignis die Aufmerksamkeit der Bewohner des ganzen Bezirkes Ebersberg auf sich. Das erste Dampfroß fuhr nämlich zu einer Probefahrt, auf der gesamten Strecke bestaunt von Zuschauern, von Grafing-Bahnhof nach Ebersberg. Der ganze Markt Ebersberg hatte zu diesem denkwürdigen Tag buchstäblich ein Festgewand angelegt, mit aufgestellten Trirnnpfbögen, Girlanden und farbenfrohen Dekorationen. Endlich war es also so weit, daß Ebers-

berg mit einer Lokalbahn Anschluß an die große Welt der Schiene bekommen hatte.

42 Diese Ansicht Ebersbergs entstand um die Iahrhundertwende. Am kurz vorher eröffneten Bahnhof steht eine Darnpflokomotive mit ein paar Waggons der Lokalbahn Ebersberg-Grafing-Bahnhof. Da am Bahnhof noch beflaggte Fahnenmasten zu erkennen sind, könnte diese Aufnahme aber auch noch vom Eröffnungstag der Lokalbahn, dem 6. November 1899, stammen. Der südliche Ortsrand des Marktes war damals noch begrenzt durch die Mauer des 1807 angelegten Friedhofes. Lediglich die Gaststätte 'Moossteffl', bei der eigens eine Rennbahn für den Radfahrerverein Ebersberg angelegt war, lag etwas weiter im Süden. Unterhalb der Kirche ist das

Haus mit derWerkstatt des Steinmetzmeisters und Fotografen JosefMaier zu erkennen.Aus dem Klosterbauhofragt der hohe Kamin der Brennerei heraus.

43 Vom 12. bis 14. September 1907 fanden bei Ebersberg Manöver des bayerischen Militärs statt. Im Bild sind auf dem Gelände der heutigen Landwirtschaftsschule zu Pyramiden zusammengestellte Gewehre und Fahrräder der Infanterie zu sehen. Der bayerische Kronprinz Rupprecht, während des Ersten Weltkriegs als Generalfeldmarschall an der Westfront eingesetzt, kam zu diesem Manöver mit seinem Stab, dem unter anderen Generalmajor Freiherr von Kesling, Kommandeur der 2. Feld-Artillerie-Brigade; Oberstleutnant van Stenen, Chef des Generalstabes des 1. Armeekorps; Hauptmann Freiherr von Freyberg undAdjutant Oberleutnant Schrott angehörten, nach Ebersberg. Der erlauchte Gast war während dieser Zeit im Schloß beim Gutsbesitzer Hermann Schmederer untergebracht.

44 Am Mittwoch, den 19.]uni 1907, konnte in Ebersberg ein hoher Gast begrüßt werden. Seine Kónigliche Hoheit Prinz Ludwig, der spätere König Ludwig HL, besuchte die Marktgemeinde. In der mit Fahnen geschmückten Bahnhofstraße hatte man zur Begrüßung eine mit Fichtenzweigen verzierte, große Ehrenpforte, ähnlich eines Triumphbogens, aufgestellt. Gutsbesitzer Hermann Schmederer erwartete mit seinem Förster beim Gasthaus Eisenschrnied in Kirchseeon den Prinzen Ludwig mit seinem Adjutanten Freiherrn von Leenred. Über den Taglachinger Forst und Gindlkofen, wo sie das Mustergut des Bürgermeisters Ametsbichler besuchten, ging die Fahrt mit Landauern nach Grafing und Ebersberg. Bei der Ehrenpforte begrüßte Bürgermeister Georg Eichberger rnit seinem Gemeindeausschuß den hohen Gast. Im Bild ganz links

steht mit Zylinder in der Hand der Gutsbesitzer Hermann Schmederer. In der Bildmitte Prinz Ludwig, der gerade vom Bürgermeister Georg Eichberger begrüßt wird.Auf der rechten Bildseite ist der Ebersberger Gemeindeausschuß versammelt.

45 Nach der Begrüßung des königlichen Gastes Prinz Ludwig, durch Bürgermeister Georg Eichberger und dem Ebersberger Gemeindeausschuß, besichtigte am 19. Juni 1907 die ganze Gesellschaft den Bauhof der Schrnederer'schen Gutsverwaltung. Anschließend begaben sie sich durch die eigens errichtete Ehrenpforte (siehe Bild) die beflaggte Bahnhofstraße entlang zum Schloß. Zu beiden Seiten der Straße hatten die Ortsvereine mit ihren Fahnenabordnungen und die Schulkinder Aufstellung genommen. Auch die Ebersberger Damenwelt, aufgeputzt in ihren schönsten Gewändern mit großen Florentinerhüten, stand Spalier. Gegen zwei Uhr gab Hermann Schmederer ein festliches Dinner, worauf sich eine Besichtigung des Schlosses, der Brauerei, der Kirche und des Ziegelho-

fes arn Egglburger See anschloß. ZumAbschluß des hohen Staatsbesuches ließ sich Prinz Ludwig unter Klängen der Musikkapelle Loibl im Schmederer'schen Sommerkeiler das Ebersberger Schloßbräubier gut schmecken. Die Rückreise Seiner Königlichen Hoheit erfolgte mit bereitgestell-

ten Automobilen über Schwaberwegen zur Residenzstadt München.

46 Otto Meyer, der spätere Ebersberger Bürgermeister, erinnert sich an die letzten Tage vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges: 'Am Sonntag, den 26.Juli 1914 waren die Ebersberger bei herrlichstem Wetter im schön gelegenen, schattigen Sommerkeller versammelt. Eine Musikkapelle aus Kufstein in Tiroler Tracht veranstaltete ein großes Konzert. Inmitten der fröhlichen Stimmung wurden gegenAbend Extrablätter verteilt, mit der Schlagzeile:

Österreich hat Serbien den Krieg erklärt. Große Aufregung und Bestürzung ergriff die Versammelten. Vaterländische Lieder erklangen, aber auch viele Tränen zeigten sich in den besorgten Gesichtern.' Zwei Tage nach dem ersten Mobihnachungstag, am 4. August 1914, versammelten sich noch vor demAbtransport die ersten eingezogenen Soldaten am Marienplatz zu einem gemeinsamen Foto vor der Mariensäule.

4.fHlGUST 1914.

47 Nachdem sich am 4.August 1 914 die ins Feld eingezogenen Soldaten vor der Mariensäule zum gemeinsamen Fototermin versammelt hatten, zogen sie zum Bahnhof, wo bereits ein Sonderzug zum Abtransport auf sie wartere. Mit den Soldaten waren die Angehörigen und viele Schulkinder zur Verabschiedung am Bahnhof erschienen, MitTränen in den Augen wurden die jungen Ebersberger verabschiedet, Dem Sohn des Bräumeisters fiel der Abschied so schwer, daß er, ohne ein Wort zu sagen, zur Bahnstation nach Grafing lief, wo ihn der Vater gerade noch rechtzeitig vor der Abfahrt einholte. Ein anderer ging zu Fuß nach Kirchseeon, da auch ihm der Abschied von zu Hause zu schwer fiel.

48 Vom bayerischen Alpenkorps aus Tirol meldet sich Georg Riedrnaier am 26. Juni 1915 mit einern Feldpostbriefbei der Ebersberger Sammelstelle, die 'Liebespakete' an die an der Front stehenden Soldaten sandte. Der Riedrnaier Schorsch zeigt sich überrascht vom reichhaltigen Inhalt des Paketes und freut sich ganz besenders über 'Rauchzeug, Schokolade und dern hochfeinen Likór'. Der naturverbundene Bauernssohn legt seinem Dankesbrief auch noch gepreßten Almenrausch bei und verspricht: 'Später werd ich einmal, wenn wir noch da sind, einige Edelweiß senden, es gibt grad gnua davon.' Mit zum Teil schweren Kriegsverletzungen wurde der Riedrnaier Schorsch am 16. Dezember 1 918 entlassen und konnte nun in sein geliebtes Ebersberg heimkehren, wo er bis zu seinem Tode im Iahre 1961 als Landwirt, aber auch als bekann-

ter bayerisch-barocker Erzähler vieler spannender Geschichten unvergessen blieb.

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