Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Ebersberg in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Markus Krammer
Gemeente
:   Ebersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6068-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Ebersberg in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

59 Der bekannte Kritiker, Übersetzer und Essayist Iosef Hofmiller schrieb einmal 1924 an seine Frau: 'Ich habe dreierlei Blut im Leib und in der Seele, bayerisches, schwäbisches, fränkisches. Ich komme mir vor wie eine Fichte im Wald, wo die Rehe den Herztrieb abgefressen haben, oder ich bin eineAbnormität, und habe drei Herztriebe, und von den dreien hat sich ein einziger emporgerichtet... und so stecke ich fränkisch-schwäbischer Altbayer zutiefst imAltbayerischen, das aber für mich eine Wahlheimat ist, nicht eine angeborene.' Der altbayerische Herztrieb [osef Hofmillers hat seine Wurzel in Ebersberg, wo seine Mutter Johanna Baptista geborene Dorsch am 18. August 1849 zur Welt gekommen war. Auf dem 1892 entstandenen Foto ist links der zwanzigjährige [osef Hofmiller mit seiner Muteer und seinen Geschwistern abgebildet.

60 AufGrund der Anfang der dreißiger Iahre herrschenden großen Arbeitslosigkeit harte der Ebersberger Kooperator und Chorregent Max Huber am 1. August 1932 den Freiwilligen Arbeitsdienst des Katholischen Gesellenvereins Ebersberg ins Leben gerufen. Trotz heftiger Angriffe in der Berliner kommunistischen Zeitung 'Der Arbeitslose' arbeiteten bald viele arbeitslose Ebersberger bei dieser Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mit. Dabei wurden unter anderem in Ebersberg die Ufer des Schauberger Weihers gereinigt, verschiedene Gräben aufgefüllt und, wie im Bild zu sehen ist, die Abt-HäfeleStraße im Bereich der Bergkuppel verbreitert und neu angeböscht. Diese Straße ist im Urkataster noch mit 'Alte Straße' benannt und war teilweise sogar mit einem Knüppeldamm befestigt.

6] Die Gruppe I des Freiwilli gen Arbeitsdienstes Ebersberg ließ sich vor dem Gasthans 'Zum Sommerkeller' (heutigesA()KGebäude an der Eichthalstraße) kurz nach der Gründung 1932 fotografisch verewigen. Neben einer zwar geringfügigen Bezahlung bekamen dieArbeiter vom FAD, wie sich mittlerweile der Freiwillige Arbeitsdienst nannte, im Gasthaus Sommerkeller auch eine gemeinsame Verpflegung, die dann sogar um eine 'Volkskûche für ärrnere Leute' erweitert wurde. Fûr ganze 20 Pfennig war dort ein Mittagessen zu bekommen. Der FAD wurde auch zu Straßenbauarbeiten zwischen Ruhensdorf und Englmeng eingesetzt. Dabei stießen die Arbeiter in der Kiesgrube bei Ruhensdorf im Iuni 1933 aufein bajuwarisches Gräberfeld aus dem 7. bis 8. Iahrhundert nach Christus.

62 Der erste Ebersberger Kindergarten war im Haus des Schreinermeisters Ioseph Kerschl, an der heutigen Eberhardstraße 15, untergebracht. Mit Beschluß des Bezirksamtes Ebersbergvom 14.April1868, wurde der aus Edling stammenden Franziska Lechner die Bewilligung erteilt, im Markt Ebersberg eine 'Kleinkinderbewahranstalt und eine Mädchen-Erziehungs- und Unterrichtsanstalt in der Art zu errichten, daß den in diesem Institut aufzunehmenden Mädchen nach wie vor die Werktags- oder Feiertags-Schule zu besuchen verpflichtet bleiben'. Da für ein solches Vorhaben aber auch entsprechende Geldmittel nötig waren, erteilte die königliehe Regierung, Kammer des Innern, am 31. Oktober des gleichen [ahres die Genehmigung, im ganzen Regierungsbezirk Oberbayern eine Haussammlung durchführen zu dürfen. Mitte

Dezember 1868 begann die aus Gallenkirch in Vorarlberg stammende Karolina Tschofen, eine Bekannte der Franziska Lechner, mit der mühsamen Sammeltätigkeit in Freising. Bis Anfang August des darauffolgenden [ahres kam die eifrige Sammlerin bis Kraiburg und hatte dabei für die

Ebersberger Kinderbewahranstalt ganze 1 615 Gulden buchstäblich erbettelt. Ab November 1868 hatte man für einen jährlichen Betrag von siebzig Gulden entsprechende Räume im Haus des Schreinermeisters joseph Kerschl (siehe Bild) angemietet. Dieses Haus wurde im Iahre 1987 abge-

brachen und an der Stelle ein Mehrfamilienhaus gebaut.

63 Franziska Lechner, die Initiatorin der Ebersberger Kinderbewahranstalt, hatte sieh kurz nach der Gründung der Ebersberger Institution wieder anderen Aufgaben zugewandt. Sie rief am 21. November 1868 inWien den Orden der 'Gesellschaft derTöchter der Göttlichen Liebe' ins Leben, als deren Generaloberin sie bis zu ihrem Tode am 14. April 1894 fungierte. Der Orden existiert heute noch unter dem Namen 'Kongregation derTöchter der Göttlichen Liebe'. Die Orderismitglieder haben sich besonders um die vorschulische Erziehung der Kinder angenommen. So befmdet sieh im Geburtsort der Ordensgründerin, in Edling bei Wasserburg, eine Niederlassung, in der die Schwestern den dortigen Kindergarten betreuen. Das Mutterhaus des Ordens ist in Wien. Theresia Katterbeek aus Petzkofen und Aloysia Wollenhöfer aus Innsbruck aber waren ab

November 1868 in Ebersberg als Erzieherinnen und Lehrerinnen in der Kleinkinderbewahr- sowie Mädchen-Erziehungs- und Unterrichtsanstalt tätig. Gleich zu Beginn besuchten neun Kinder die Bewahranstalt und dreiBig Kinder die Arbeitsschule. Für die Unterbringung eines Kindes mußten die Eltern pro Tag zwei Kreuzer bezahlen. Kinder armer Eltern fanden unentgeltliehAufnahme.

64 Beim Beginn des Rathansumbaues, im Sommer 1993, war es vorab notwendig, den Speicher des gewaltigen, spätgotischen Profanbaues freizuräumen. Dabei fand sich in einer Stellage unter anderem eine flache Pappschachtel mit der Aufschrift: 'Nachlaß Else Plach.' Darin befanden sich ei

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek