Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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9. Wir gehen zurück zu der Brunnenstraße bei unserem angenommenen Rundgang und sehen dem Fotografen zu, wie er rund 1927 in der dortigen 'Harmonie', dem bekarmten Vereinslokal, eine Tanzstunde unter Ehepaar Apitsch, Berlin, im Bild festhält. In der Zeit war es in der ganzen Gegend üblich, daß die Jugend nach der Konfirmation an einer Tanzstunde teilnahm und 'den Benimm' lernte. Höhepunkt war jedesmal der Abschlußball, zu dem die 'Herren' ihre auserwählten 'Damen' abholten. Dabei ward ein Blumenstrauß überreicht. Entferntere Damen wurden tunliehst mit der Pferdedroschke (von Kalle Port oder anderen) abgeholt. Fiir die Herren war es üblich, Stehkragen mit umgelegten Ecken und schwarze 'Fliege' zu tragen. 0 gold'ne Jugendzeit! Das erste wichtige Ereignis im Leben der Jugend auf dem Weg zum Erwachsensein ...

10. Lassen Sie uns noch einmal zu anderer Zeit in die 'Harmonie' gehen, diesmal zum Kostümfest, etwa im Jahre 1925. Die Herren sind meist im Zylinder. Die 'Harmonie' war das erste Saa1unternehmen und hieß so seit 1906, als es an Jullus Mewes verpachtet und umgebaut war. Vorher behalf man sich mit Junickes Theatersaal an der Zugbrücke, der schon lange hernach als Getreidespeicher diente, da er zu dem Stolze'schen Grundstück der Mühle gehörte. Eberswalde galt als 'vereinswütig', so nennt eine Zeitung von 1909 allein 48 Vereine ohne Anspruch auf Vollzähligkeit!

11. Von der 'Harmonie' aus gehen wir weiter über die Schwärzebrücke zu der nah gelegenen Promenade am Weidendamm. Diese führte an der Schwärze entlang bis hin zu der Forstakademie. Vorn rechts, nicht sichtbar, begarm die Promenade bei Neumanus Festsälen, in dessen Saal ebenfalls Aufführungen, Tanzstunde und so weiter stattfanden. Wir sehen auf dem Weg noch einen der alten Gaskandelaber. In der Mitte eine MetaUstatue, die Figur des 'Pirschgängers'. Diese wurde wiederholt, da er unbekleidet war, mit einer Hose versehen!

12. Wir gehen weiter die idyllische Promenade entlang und kommen auf der Weidendammpromenade an dem eisernen Pavillon vorbei, den wir rechts noch etwas sehen können. Dort stand auch der große moosbewachsene Findling, der aus der Alten Oder bei Oderberg seinerzeit ausgebaggert worden war. Am Sedantag wurde 1887 der Stein enthüllt, den Wasserbaurat Robert Thiem zur Verfügung gestellt hatte. Er war zur Erinnerung an die 1864-1871 gefallenen Eberswalder aufgestellt worden. Diese Straße wurde viel von Spaziergängern benutzt. Mütter fuhren ihre Kleinen im Kinderwagen dort aus. Man kam dann zu der rechtsgelegenen Hundewiese.

Gruss aus EberswaÎde

Verlag v. C. F. Habermann, Eberswalde.

13. Wir gehen die Weidendammpromenade weiter: vor unseren geistigen Augen entsteht noch einmal wie auf dem Bild in der Zeit von 1905 der Schwärzeteich, der später zum Teil zugeschûttet und zu einer gärtnerischen Anlage urngestaltet wurde, Die Lauben auf dem Bild gehören zu den Häusern in der Schicklerstraße, deren Gärten bis an die Schwärze gingen. Die Schwärze hat manches Problem und viel Kummer bereitet. Noch 1669 wurde sie von Archidiakonus Wegen er gelobt wegen ihres klaren und reinen Wassers und der darin befindlichen Forellen. Sie verschmutzte dann immer mehr durch Abwässer, Dieser Teil ist ein künstliches Gewässer und wurde 1751 zu der neuen Schleifmühle hin am Kienwerder angelegt. Ab 1871 wurde durch die Regierung den Anliegern auferlegt, das Ufer von Schilf und Schlamm zu reinigen.

14. Wir gehen weiter durch die schönen Anlagen der Weidendammpromenade vorüber an uralten, knorrigen Weidenbäumen und Blumenrabatten. Jetzt sehen wir vor uns den Turm der katholischen Kirche, die wir uns noch genauer betrachten werden, und rechts den Neubau der Forstakademie. Auf diesem Bild ist der vor uns liegende Schwärzeteich schon verkleinert worden durch Zuschüttung und dafür die Promenade verbreitert und durch Blumenanlagen verschönert worden. Rechts vom Betrachter befindet sich die Hundewiese, die wir beim Weitergehen auf dem nächsten Bild erblicken können.

15. Ein paar Schritte gehen wir weiter und stehen am Ende der Weidendammpromenade und nahe der Schieklerstraße vor dem Wasserfall. Hier stand die alte Lorenzmühle am Weidendammteich, die 1928 von der Stadt gekauft und abgebrochen wurde. Schöne Anlagen entstanden auch hier, wie auch das nächste Bild zeigt. Wir blieken von der Schwärzebrücke in Richtung Hundewiese, die ein Weideplatz für Ziegen war. Offiziell hieß der Platz ab 1930 nach seiner Umgestaltung 'Mühlenplatz' (nach der alten Schleifmühle die dort vorher gestanden hatte).

16. Gehen wir jetzt ein paar Schritte von der Brücke durch die Anlagen, dann sehen wir links den Turm der katholischen St-Peter-und-Paulskirche in der Schicklerstraße, deren Grundsteinlegung 1876 war. Rechts befindet sich der Ziegelsteinrohbau der neuen Forstakademie, die 1874-1876 erbaut wurde. Hinter dem Betrachter befindet sich das Danckelmann-Denkrnal, das für Landforstmeister DI. Bernhard Danckelmann 1905 enthüllt wurde, und zwar vor dem Dreiecksplatz. Er war Leiter des Instituts für Forsteinrichtung (bis 1901) und Stadtrat und Ehrenbürger von Eberswalde (verliehen 1900). Festzuhalten verdient, daß die Forstakademie in Eberswalde zu damaliger Zeit als die beste in der Welt in Fachkreisen galt ...

17. Wir gehen nun ein paar Meter weiter und stehen in der Schicklerstraße, an derem Ende die Ratzeburgstraße beginnt. Gerade sehen wir noch das Haus von Zahnarzt Dr. Lehne. Ganz links auf dem Bild befindet sich der Eingang zu der katholischen Kirche. Dahinter ist der Neubau der Forstakademie, in derem Eingang sich eine Gedenktafel an Amtsgerichtsrat Hermann Görcke befand, der hier von einem durch ihn verurteilten Angeklagten erschossen wurde. Die Forstakademie konnte 1905 ihre '75.-Jahr-Jubelfeier' begehen. In dem nicht sichtbaren Haus hinter dem Neubau (heute Forstmuseum) begann der damalige Forstrat Pfeil die Vorlesungen über Forst- und Jagdwissenschaft, ferner Professor Ratzeburg Naturwissenschaft und Professor Schneider Mathematik. Bis zum Tag unseres Rundganges sind ihre Namen in Eberswalder Straßen festgehalten.

18. Jetzt gehen wir über die Schwärzebrücke an der Schieklerstraße und schauen über den Wasserfall am Weidendamm, der die als Zweite in Eberswalde angelegte Schleifmühle der von Friedrich dem Großen um 1750 angesiedelten Ruhlaer Messerschmiede antrieb, auf die im gotischen Stil erbaute katholische St.-Peterund-Paulskirche. Der quadratische Turmbau ist 27 Meter hoch. Die Kirche ist aus rotem Backstein, der aus Eberswalder Ziegeleien stammt. Die Kirche überdauerte den Zweiten Weltkrieg übrigens. Seit 1926 ist hier Pfarrer Martin Mirachi aus Berlin tätig. 1938 wurde das Nebenhaus, Schicklerstraße 9, angekauft für das neue Pfarrhaus.

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