Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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19. Von der katholischen Kirche gehen wir durch den daneben liegenden Kienwerder bis hin zu der Mühle von Stolze. Wir sehen auf Stolzes Mühlenteich. Das Wasser der Schwärze und des Freigrabens vom Finowkanal wurde zum Teil zum Antrieb der Mühle verwendet. Rechts im Hintergrund sieht man Stolzes Mühle, die auf eine Gründung des ersten Burgherren der späteren Stadt Neustadt-Eberswalde zurückgeht. Ganz vorn rechts im Bild sieht man den Giebel des Gebäudes, das die Öffentliche Waage enthielt; zugleich konnten die Einwohner dort Mehl kaufen. Das Haus lag Mühlenstraße Ecke Bismarckstraße.

20. Wir gehen weiter von Stolzes Mühle über die Hubbrücke, die über den Finowkanal führt, zu der Fleischerei Mälicke, von der aus wir oben aus dem Fenster sehen. Die Hubbrücke vor uns wurde von den hiesigen Ardelt-Werken 1938 erbaut. Vorher bestand hier eine alte Zugbrücke, die bei passieren eines Schiffes erst jedesmal hochgeklappt werden mußte. Die Bergerstraße führte an dem Fischgeschäft von Mertsching vorbei - das kleine Haus auf der linken Straßenseite - über die kleine Brücke, dann an der Posthalterei vorbei und verlief paralleIl mit dem Finowkanal. Die Brücke ging über den Freigraben des Finowkanals; hier befand sich hinter dem mittleren Haus ein Wehr, das bei Bedarf angestellt wurde und die Mühle von Gebr. Stolze betrieb. Dieses Haus, ein ehemaliger Speicher, sowie der Komplex dahinter wurden später abgerissen, die Bergerstraße begradigt und verbreitert zu einer inzwischen neu errichteten längeren Brücke über den Finowkanal.

Luflkurorl Eberswalde

21. Wir gehen den Finowkanal entlang und sehen die Straße am Bollwerk, daneben Stolzes Mühle. In der Mitte ist die Semmelbrücke, die 1835 gebaut wurde nach Abriß der Kuhbrücke, Hier holten die Bewohner ihre 'Sernmeln'. Die Treidelbrücke über die Schleusen wurde für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Rechts auf dem Bild kam man an dem machtigen Wallnußbaum vorbei zu der Seilerei Dietrich, Dachpappenfabrik Miersch zu der Badeanstalt, die wir später besuchen. Vor uns liegt ein mächtiger Finowkahn, er ist an den Holzpfählen festgebunden.

22. Die eben erwähnte Bollwerkstraße am Finowkanal, auf der wir jetzt stehen, führt zu der Schmiede von Szymanski und zu dem Sägewerk von Oskar Mietling (heute Arend), in dem in den zwanziger Jahren Nachts ein Riesenfeuer entstand. Vor uns auf dem Kanal liegt gerade ein Floß-zusarnrnengebundene Holzstämme, die die Flößer zu den Sägewerken brachten. Auf der linken Seite führt der Weg an dem Laden der Stadtgärtnerei vorbei bis hin zu der Badeanstalt, die wir auf unserem angenommenen Rundgang als nächste besuchen, wie das nächste Bild zeigt.

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23. Wir betreten die Badeanstalt, die wir auf der linken Seite des Finowkanals in Richtung Liepe erreichen. Sie wurde am 29. Mai 1926 nach Ausbau der alten, vorhandenen eröffnet. Damals war dieser Neubau schon modern zu nennen, denn sie hatte eine Vorwärrnanlage: das Wasser floß in Schlangenlinien offen durch die Anlagen, die von der Sonne vorgewärmt wurden. Das Bad enthielt 7000 cbm Wasser; durch die Vorwärmanlage floßen täglich 700 cbm Wasser, so daß in zehn Tagen das Wasser erneuert wurde. Das Becken war 100 x 35 Meter. Dadurch gab es mehr Startbahnen als in anderen Badeanstalten. Der Sprungturm hatte Höhen von 1 x 5 Meter, 2 x 3 Meter und 2 x 1 Meter.

24. In dieser Badeanstalt nahe dem Finowkanal entstand dieses Schülerbild mit dem allseits beliebten Direktor Reinhard Kluge des Wtlhelms-Cymnaslums in Eberswalde. Von ihm gibt es heute noch einen Band seiner Abiturienten-Reden, der heißt 'Vom Wesen des Deutschen' und legt Zeugnis von seiner hohen humanistischen und humanitären Einstellung ab. Das von ihm geleitete Gymnasium kann 1978 die Feier des 100jährigen Bestehens feiern. Für Eberswalder seien die Namen genannt: von links stehend E. Herrn, G. Volquardsen, Randzio, G. Schilde, Kl. reurh, K.H. von Köhler, O. Langfelder und R. Hagenguth. Kniend: H.P. Raspe(t), H. Jeß und D. von Op pen.

25. Wir gehen von der Badeanstalt weiter den Finowkanal entlang, vorbei an den beiden Sendemasten der 1906 erbauten Versuchsfunkstelle für Telegrafenbau (Radio Lorenz, Eberswalde), von dem aus 1919 die ersten drahtlosen Konzerte 'An alle' veranstaltet wurden, und biegen nach links ab zu dem Gutshaus Macherslust. Das Gut wurde 'Zur Lust' des Bürgermeisters Macher 1765 als eine Meierei angelegt. Zuletzt bewohnte es Friedrich von Lindequist, Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, dem die Einführung der Caraculschaftzucht zu verdanken ist. 1945 nahm er sich zusammen mit seiner Frau das Leben. Das Gut umfaßte (1821) 122 Morgen. Es lag an der Strecke Eberswalde-LandesanstaltLiepe.

26. Hinter dem Gut Macherslust, dort an der Stelle, an der die Kurven nach Liepe hin anfangen, biegen wir nach links ein zum Ragöser Fließ. Ein idyllischer stiller Winkel. Links an der Holzbrücke lag der Kahn an einer Kette - gerade ist noch ein Zipfel zu sehen -, man konnte ihn losmachen und mit ihm auf der Ragöse unter dem Damm des HohenzollernkanaJs Berlin-Stettin langsam hin durchfahren. Dieser Ragöser Damm war damals (1939) eine technische Sensation; war er doch mit seiner Höhe von 28 Meter der höchste Kanaldamm der Welt! Drüben angelangt, erwarteten einen keine Sensationen, nein, herrlicher Wald und das Rauschen der Baumkronen. Ein kleines Paradies für Naturfreunde. Man konnte von dort aus nach Weitlage beziehungsweise nach dem Bachsee wandern. Die Ragöse stellte die Verbindung dar zwischen Parsteinsee und Finow.

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27. Wir klettern den Damm empor des Hohenzollernkana1s und marschieren einige hundert Meter in Richtung Berlin. Es ist Sonntag, der 15. September 1929. Vor der Wassertorbrücke liegt das Ruderhaus des Eberswalder Rudervereins (ERV). Wie Sie sehen, ist Eberswalder Ruderregatta 1929. Man sieht die Auffahrt der Gymnasialboote. In dem einen sitzen unter anderen die Schüler H.L. Brandes und von Oppen. Im Hintergrund erkennt man etwas einen Teil der Wassertorbrücke des Großschiffahrtskanals, der im Juni 1914 in Niederfinow eingeweiht wurde. Seinerzeit kam auch Kaiser Wilhelm IJ. vierspännig von Eberswalde her zu der vor uns liegenden Brücke hin, An dieser Brücke war ein Wehr, das man in Notfällen herablassen konnte, um den Kanal hermetisch abzusperren, damit er nicht leer lief.

28. Von der Wassertorbrücke gehen wir weiter in Richtung Chorin und kommen hinter der Abzweigung nach Britz zu dem Restaurant 'Hubertus' am Eberswalder Stadtsee. 1922 war zur Zeit des Bildes der Besitzer Carl Barthel. 1912 war es als 'Haus am Stadtsee' von der Stadt errichtet worden. Hierhin spazierten die Eberswalder durch die Stettiner Straße über die Wassertorbrücke durch den Wald und saßen unter den hohen Kieferstämmen. Es bestand auch noch der Holzpavillon, in dem gelegentlich Konzerte stattfanden. Im Winter lief die Jugend auf dem Eberswalder Stadtsee Schlittschuh. Am Stadtsee war auch das Wasserwerk. für das das Wasser aus Tiefbrunnen gewonnen wurde. Urkundlich wird der Stadtsee als 'See Jacobsdorf' 1336 bereits erwähnt anläßlich Grenzstreitigkeiten zwischen den Mönchen vom Kloster Chorin und Eberswalde.

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