Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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29. Vom Stadtsee aus gehen wir auf unserem Rundgang weiter auf der Stettiner Landstraße und dann nach rechts hin wieder durch schönen Mischwald. Nach einer halben Stunde etwa gelangen wir nach Weitlage, das für die Eberswalder ein gern besuchter Ausflugsort war. Hier war auch von den Gebrüder Ebart eine Dachpappenfabrik gegründet worden; das erste Probedach mit Eindeeken von Dachpappe stellten diese 1842 her. 1836 hatten bereits Gebr. Ebart die Ragöser Schleifmühle gekauft (die spätere Weitlager Getreidernühle) und die Stadt gebeten, den Fahrweg vom Stadtsee-Restaurant nach Weitlage hin anlegen zu dürfen, den wir soeben im Geist entlang gegangen sind.

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30. Noch einmal sehen wir uns in Weitlage um auf einer seltenen, alten, erhalten gebliebenen Aufnahme aus dem Jahr 1904. Schon damals bestand eine Wohnsiedlung, die Colonie 'Neue Hütte' und Wilhelm Schramm hat den Gasthof bewirtschaftet. Viele Schulklassen legten auf ihrem Wandertag den Spaziergang nach Weitlage. zu dem Gasthof zurück, verzehrten ihre mitgebrachten Stullen, tranken dort ihre Brause und ruderten auf dem See. Experten, die die Stellen kannten, rückten zur Pilzzeit rnit Korben und Taschen an und gingen mit reicher Ernte nach Haus! Wie wir von unserem Rundgang her wissen, konnte man nach Weitlage auch nach romantischer Kahnfahrt auf dem Ragöser Fließ durch den Damm des Hohenzollernkanals hindurch gelangen.

31. Wir sehen uns in Weitlage um und lesen dort an einem Restaurant und 'Logierhaus' die Inschrift 'Zum Bachsee'. Dieser Bachsee lag still und einsam in der Landschaft; auch war er vor dem Krieg unbebaut. Er bot tatsächlich noch unverfälschte Natur. Auch hier haben Generationen von Spaziergängern, Schulklassen, Wanderern zwischen Chorin und Eberswalde gesessen und sich im Schatten ausgeruht.

32. Unermüdlich geht es jetzt auf unserem gedachten Rundweg weiter zurück durch die Stettiner Straße am Finowkanal entlang von der Hubbrücke, die wir bereits kennen. Die nächste Brücke in Richtung Berlin heißt Wilhelmsbrücke. Von ihr aus geht der Bliek auf den Kanal in Richtung Kupferhammer. Vorn links sehen wir von der Heckseite aus einen typisohen 'Finowkahn', Dieser hat eine Tragfähigkeit von 220 bis 240 Tonnen. Größere Typen von Kähnen konnten nicht durch den Finowkanal fahren, weil die Schleusen zu klein für diese waren. So entstand die Notwendigkeit, einen größeren Kanal seinerzeit zu bauen, das war der Hohenzollemkanal... Im Hintergrund unseres Bildes erkennen wir den Bahndamm der Strecke Eberswalde-Stettin beziehungsweise Frankfurt/Oder beziehungsweise Ternplin.

Eberswalde - I. KupfErhamm<r-Sd1leuse

33. Ging man von der Wilhelmsbrücke den Finowkanal entlang auf dem alten Treidelpfad kam man schließlich nach Kupferhammer. Dorthin ließ bereits Kurfürst Joachim Friedrich 1603 zwei Kupferhämmer verlagern und es entstand an einem Finowarm eine Hammerhütte. Ab 1603 wurde auch der Finowkanal angelegt. Auf dem Kanal sehen wir einen Finowkahn, der 'Finow-Maße' trug (bis 240 to.), Von der Kupferhammerschleuse sieht man auf die Eisenbahnbrücke vom vorigen Bild. Rechts schauen wir auf die ehemalige Nagelfabrik von Moeller & Schreiber, die 1869 als 'Deutsche Gesellschaft für Hufbeschlag' gegründet wurde. Diese Firma erlangte Weltruf durch Produktion von 'Eberswalder Hufnägeln' durch Erfindung der patentierten Hufnagelschmiedemaschine. Erst 1926 wurde die Fabrik stillgelegt infolge Überalterung; sie war nicht mehr konkurrenzfähig und wurde von einer schwedischen Firma übernomrnen,

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34. Weiter gehen wir auf unserem Rundgang den Finowkanal in Richtung Heegermühle-Berlin und gelangen zu der Straße, die von der Eberswalder Eisenbahnbrücke abgeht: dem Kupferhammer Weg. Von hier aus sehen wir auf die Brücke, die über den Finowkanal nach dem Ort Kupferhammer führt. Dahinter in Blickrichtung liegt die Kupferhammer Schleuse, die wir auf dem nächsten Bild betrachten können. Ab 1779 entstanden in Kupferhammer einige Kolonistenhäuser auf dem Gelände des damaligen Baudirektors Naumann; das ist die Kolonie Kupferhammer, in der die Naumannstraße an den Vorgenannten erinnert.

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35. Unser Weg führt uns weiter zu der 'Kupferhammer Schleuse' am Finowkanal; in diese konnten zwei 'Finowkähne zugleich einfahren und gesenkt beziehungsweise gehoben werden. Vor uns sehen wir gerade einen Schleppdampfer und einen Kahn. Diese Schleuse wurde 1770-1771 neu angelegt, nachdem die Strecke etwas begradigt worden war. Der Fiskus hatte vorher ein größeres Stück Land erworben, sodaß auf dem verbliebenen Teil die vorher erwähnte Kolonie Kupferhammer angelegt werden konnte.

36. Wir wandern nun den Finowkanal in Richtung Heegermühle weiter und sehen als nächste noch die Drahthammerschleuse; diese ist 630 Ruten von der Kupferhammerschleuse entfernt. Beide haben die gleichen Ausmaße, nämlich sie sind 189 Fuß lang und 22 Fuß breit. Bei Beiden ist das Gefälle circa 13 Fuß. Die Schleuse war am Eisenhammer in Eisenspatterei. Dort war im Jahr 1702 ein Eisenwerk gegründet worden. Die Gerichtsbarkeit ging 1848 von Eisenspalterei an das Königliche Land- und Stadtgericht über. Die vor uns liegende Schleuse Drahthammer ist eine der 18 Gefällstufen, die der Finowkanal zu überwinden hatte.

Hohenzollernkanal Berlin-Stettin

37. Wir gehen zurück nach Kupferhammer und in einem weiten Bogen bis zu vorstehendem Bauwerk, das seinerzeit viel bestaunt wurde, führte doch die Bahnstrecke Berlin-Stettin sowie Berlin- TempIin in der Uckermark unter dem Hohenzollernkanal hindurch. Auf diesem konnten Fahrzeuge bis 1 000 Tonnen, auf dem Finowkanal solche bis 240 Tonnen fahren. Wie wir schon hörten, war der Finowkanal überlastet. So plante man unter Baurat Kurt Plarre 1905 einen Großschiffahrtsweg BerlinHohensaaten. Nach seiner Erbauung wurde er am 17. Juni 1914, also vor dem Ersten Weltkrieg, eingeweiht. Mit erbaut haben ihn unter anderen auch italienische Arbeiter und Techniker, die im Bau von Fundamentierungsarbeiten naturgernäß durch Talsperrenbau, Brückenbau als erfahrene Spezialisten weiten Ruf genossen. Teile von diesen wohnten in Baracken seinerzeit an der Wassertorbrücke.

38. Dieses interessante Bild wollen wir noch einmal in seltener Aufnahme genießen: wir sehen anschaulich den Verkehr zweier Transportmittel: Eisenbahn und Lastkahn auf der Strecke (hinter Kupferhammer) Berlin-Stettin, die am 15. August 1843 unter Teilnahme von König Friedrich Wilhelm IV. eingeweiht wurde. Bei Britz zweigt sich die Bahn nach Templin-FÜIstenbergjMecklenburg ab. Auch diese Bahnunterführung wurde von italienischen Spezialisten gebaut, wie wir sie beim Bau des Hohenzollernkanals kennen lernten, und der Kanal mit Ton abgedichtet. Aus diesem Grunde durften die Schleppdampfer nur mit einer vorgeschriebenen Geschwindigkeit auf dem Kanal fahren, weil sonst bei zu hoher oder bei zu niedriger Geschwindigkeit der Kanalgrund zu sehr aufgewühlt worden ware und Undichtigkeiten im Kana1bett entstanden wären.

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