Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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39. Wir wenden uns nun wieder der Stadt Eberswalde zu, gehen zurück über die Eisenbahnbrücke, die Eisenbahnstraße entlang zu dem Alsenplatz. Dort sehen wir die nah gelegene evangelische Johanniskirche. Sie geht auf die ab 1691 eingewanderten Schweizer zurück, die auf Befehl des Kurfürsten Friedrich lIl. nach Eberswalde geschickt worden sind, 1892 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt und durch Maurerrneister Paul Arend gebaut. 1894 erfolgte die Einweihung des gotischen Backsteinbaus mit dem 41 Meter hohen Westturrn.

Gruß aus Eberswalde

Kaiser Friedrichstrasse

40. An der St.-Johanniskirche beginnt die Kaiser-Friedrich-Straße, Wir blieken in Richtung Krankenhaus. Links geht die Weinbergstraße ab, die etwas abschüßig ist, und rechts die Karlstraße. Vorn rechts das stattliche Eckhaus der Familie Becker hat im Untergeschoß die 'Neue Apotheke' des damaligen Apothekers Fritz Lachmund, darüber war die Praxis von Dr. Wilhelm Grotefend, der seine vierzigjährige Praxis (bis 1949) dort begann. Hier stand vorher der große Exerzierschuppen der 1875 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr. In den weiteren Häusern rechts wohnten unter anderen Direktor Kluge, Leiter des Gymnasiums, Frau von Blomberg, die Mutter des späteren Generalfeldmarschalls, Reg.Rat Siegfried, Frau Zinn und links (nicht sichtbar) Kaufmann Rosa, Bäcker Neithard, Studienrat Melzer, Oberst Daube, Röntgenarzt Dr. Raspe, Dorndecker und andere mehr.

41. Gehen wir kurz die bereits erwähnte Weinbergstraße herunter, Dort befand sich einer der Eberswalder Kindergärten, Dieser stand unter der Leitung von 'Tante Lisa' (Fräulein Lisa Naudée). Das Bild entstand etwa im Kriegsjahr 1916. Links oben in dem weißen Pullover Hans Kasten, Sohn von Apotheker Johannes Kasten, dessen Adler Apotheke wir noch besuchen werden. Tante Lisa hatte bis ins hohe Alter diesen Kindergarten und Scharen von Kindern behalten sie in freundlicher Erinnerung.

42. Weiter gehen wir durch die Kaiser-Friedrich-Straße. von der nach rechts die Grabow-Straße hoch führt, und sehen schon von weitem die hochragende Bürgerschule II am Grabow Platz. Sie wurde im Oktober 1907 bezogen und war links für Knaben und rechts für Mädchen eingerichtet worden. Vielen Schülern des Gymnasiums ist sie noch bekannt: nach dem Ersten Weltkrieg wurde nach hier umgezogen und Unterricht erteilt wegen Kohlenknappheit. Hier fand auch die sogenannte 'Quäkerspeisung' statt, es gab für ein paar Pfennig Cacao zu trinken. Im Ersten Weltkrieg konnten die Schüler Pfennige mitbringen, sich Nagel dafür kaufen und auf einem großen Brett die Nägel so einschlagen, daß sie die Umrisse eines Eisernen Kreuzes oder ähnliches bildeten. Das war für die Kriegsanleihe. Von der Schule aus sehen wir auf das Reichsbahnausbesserungswerk mit vielen zur Reparatur aufgestellten Eisenbahnwagen.

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43. Durch die Kaiser-Friedrich-Straße gehen wir auf unserem Rundgang durch die Stadt weiter und kommen am rechts liegenden Turnplatz vorbei zum Auguste-Victoria-Heim. Es wurde im Frühjahr 1895 seiner Bestimmung übergeben und trug den Namen der damaligen Protektorin des Vaterländischen Frauenvereins, der es baute, den Namen der Kaiserin Auguste-Victoria. Da es nur 36 'Krankenplätze' hatte, wurde es 1902 und 1928-1929 großzügig erweitert. Hier waren als Chefärzte Dr. Wilhelm Heidemann, dann Sanitätsrat DI. Richard Schneider, Professor DI. August Hildebrandt und DI. Paul Gerhard Hecker bis 1945 tätig.

44. Jetzt stehen wir vor dem Anbau des Auguste-Victoria-Heims zu Eberswalde. Das alte Heim hatte sich bald als zu klein erwiesen. Unter DI. Schneiders Ägide unternahm in diesem der junge Dr. Forssmann die erste erfolgreiche Durchführung einer Herzkatheterisierung. In Berlin fand sein Experiment nicht die verdiente Anerkennung, als er es in einem Vortrag vor Sauerbruch darlegen wollte. Später wurde seine Methode in den USA weiter erprobt, entwickelt, verfeinert und als Behandlungsweise eingeführt. Man besann sich auch in Deutschland endlich auf Forssmanns bahnbrechenden Versuch im Krankenhaus von Eberswalde und schließlich wurde er auch hier geehrt: er wurde Chefarzt des evangelischen Krankenhauses in Düsseldorf, Professor und 1956 erhielt er den Nobelpreis für Medizin.

45. Weiter geht unser Rundgang vom Krankenhaus aus durch schönes Waldgelände zum Zainhammer, einer Schickler'schen Stahl- und Eisenfabrik, die 1819 in eine Knochenbrennerei und Knochenstampfmühle umgewandelt wurde. Wir stehen vor dem alten Wasserfall, den David Schickler ab 1795 geschaffen hatte, dazu kamen Brücken, Springbrunnen, Lauben, Grotten, Einsiedeleien. Später ist eine Wunderbrücke noch angelegt worden, die die dem Wasserfall vorgelagerte spreewaldähnliche Schwärzelandschaft erschloß. 1898 wurde der Alte (Große) Wasserfall neu ausgebaut. Oberhalb dieses Wasserfalls befand sich der Herthateich, den wir noch besuchen werden.

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46. Wir kommen zum Wasserfall, der weit und breit bekannt ist und bis auf den heutigen Tag ein Kleinod der Waldstadt Eberswalde geblieben ist. Im Wasserfallkessel steht seit 1863 das Franz-MückeDenkmal des Märkischen Sängerbundes, das dieser für seinen verdienten Bundesvorsitzenden und Dirigenten errichten ließ. Seit 1880 gibt es hier ständige Restauration. Außerordentliches verdankt Eberswalde dem letzten Vorkriegspächter Bruno Schulz durch Schaffung eines Tierparks. 1884 entstand hier für den Sonntagsausflugsverkehr der Bahnstrecke Berlin-Eberswalde die Eisenbahnhaltestelle 'Wasserfall' .

47. Sehen wir uns jetzt den großartigen Tierpark an, den Pächter Bruno Schu1z (ab 1930) am Wasserfall anlegte. Wohl jeder Besucher Eberswaldes kennt ihn. Oben sehen wir die alten Gebäude des Restaurants Wasserfall unweit der Eisenbahnstrecke EberswaldeBerlin. Bis auf den heutigen Tag sind gepflegte Gaststätte und ausgebauter Tierpark eine der Hauptanziehungspunkte der Waldstadt Eberswalde. Die alten Gebäude wurden durch Kriegseinwirkung zerstört und später ganz modern wieder aufgebaut. Am ersten Pfingstfeiertag war hier traditionelles Frühkonzert ab 6 Uhr bis 8 Uhr (bis zum Kirchenbeginn), zu dem die Einwohner in hellen Scharen hinauspilgerten; immerhin dauerte für die Mehrzahl der Anmarsch über eine Stunde. Denn Autoverkehr gab es damals noch nicht; und an Sitzplätzen dort gab es einige Tausend.

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48. Hinter dem Wasserfall möchten wir Sie noch zu einer Idylle führen, dem Herthateich. Dieser lag nur ein paar hundert Meter entfernt irn Wald. Er wurde durch Quellen gespeist, den Abfluß bildete der Herthafall ... Das Wasser floß zum 'Grossen Wasserfall' und zum 'Kleinen Wasserfall', einem beliebten Ausflugsziel von Jung und Alt, wie wir bereits wissen.

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