Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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59. Drehen wir uns nun auf unserem angenommenen Rundgang nur um, dann sehen wir, oder besser gesagt, sahen wir bis zu jener Nacht im Jahr 1938 auf die Judensynagoge in der Bismarckstraße. Die folgenden drei Bilder zeigen sie bereits, als sie in Brand gesteckt worden war, und das eine Bild nach der Zerstörung. 1889 hatten die Juden am Schleifmühlenberg eine Baustelle erworben und eine neue Synagoge errichtet. Die alte stand in der Rosenstraße in einem ehemaligen Hintergebäude und war 1820 errichtet worden. Der Weg am Schleifmühlenberg wurde 1906 eingezogen; er führte zum Bierverleger Paul Lipke, von dessem früheren Brauesausschank wir am Alsenplatz berelts auf unserem Rundgang gehört haben. Die Schleifmühle war schon 1885 abgebrochen und die beiden dazugehörenden Teiche 1890 zugeschüttet worden.

60. Dieses dritte Bild zeigt das Innere der Synagoge nach Brand und Zerstörung. Das geschah damals in der sogenannten 'Reichskristallnacht'. Der erste Eberswalder, der frühmorgens zum Telefon lief und dessen Name bekannt ist, erhielt für die Durchgabe der Meldung über den Brand vom damaligen Scherl-Verlag DM 20.-. Noch im Vergehen sprechen diese drei Bilder von der Stattlichkeit des Bauwerks. Schließlich gehörten ja auch seit dem 17. März 1856 zu der neuen Synagogengemeinde Biesenthal, Finow, Finowfurt, Grünthai, Heckelberg, Hohenfinow, Lichterfelde und Tuehen dazu.

61. Verlassen wir dieses trübe Kapitel und wenden wir uns freundlicheren Aspekten zu, Indem wir einen weiteren Ausblick auf die Stadt genießen wollen, gehen wir die Bismarckstraße weiter entlang bis zu der Bismarcktreppe. Sie wurde etwa Ende der zwanziger Jahre angelegt und führte zum Wald in Richtung Heldenhain, aber auch in Richtung Schützenkasemen. Das war dann für die Soldaten eine Möglichkeit, rasch in die Stadt zu gelangen. Rechts vor uns liegt der 'Drachenkopf', dessen Anblick den Namen erklären hilft; das Haus hat eine wechselnde Geschichte. Es wurde 1898 als Sanatorium für Kneippkuren und als Naturheilbad erbaut und von Georg Remmele eröffnet. Arztliche Leitung hatte Dr. Karl Reinhard, dann Dr. Bernhard Joseph. Es gehörte DI. Rudolf Seele, danach DI. Wilhelm Heidemann, war Unterkunft der Schutzpolizei und Altersheim; zur Zeit wird es von der evangelischen Kirche in Düsseldorf mit unterstützt.

62. Von der Bismarcktreppe aus haben wir ebenfalls einen schönen Rundbliek auf die Stadt. Rechts erkennen wir den Turm der Maria-Magdalenenkirche. Vor uns liegt die gerade verlaufende Bismarckstraße, die zum Mundtshof hinführt, erkennbar an seinen Kuppeln. Der Schornstein auf dem Bild ist der von dem Elektrizitätswerk in der Bergerstraße.

63. Um uns einen ähnlichen Überblick wie von der Bismarcktreppe über den Kern von Eberswalde zu verschaffen besteigen wir eine Junkersmaschine und sehen vorn in der Mitte Mundtshof mit seinen Kuppeln, davor vorn die Mädchen-Bürgerschule, die wir auf dem Rundgang am Dreiecksplatz sahen. Links neben Mundtshof hinter Bäumen versteekt liegt die Forstakademie, das um 1795 errichtete Schicklerhaus, daneben der Neubau sowie Kienwerder und ein Teil der katholischen Kirche. Rechts oberhalb der Forstakademie erkennen wir deutlich den Neubau des Holzforschungsinstituts in der Neuen Kreuzstraße. In der Bildmitte befindet sich Stolzes Mühle mit dem Schornstein in der Mühlenstraße.

Kosernenonlogen des Sd1ützenre9jm~nts 3

Wodle und Houpteingong

64. Nach dem Übersichtsflug gehen wir von der Bismarcktreppe am Heldenhain vorbei zu den am Waldrand gelegenen Kasernen des Schützenregiments 3. Im Jahr 1936 erhielt Eberswalde wieder Garnison, und zwar an der Bernauer Heerstraße. Wir sehen die Prinz-Friedrich-Karl-Kaserne, die nach dem damaligen Generalfeldmarschall benannt wurde. Namen wie Generalfeldmarschall benannt wurde. Namen wie Oberst Stumpff, Kleemann, Ehlermann, von Olszewski, Wellmann und Zimmermann tauchen in der Erinnerung auf. Heute stehen sowjetische Wachtposten am Tor.

65. Nun gelangen wir durch die Breite Straße hinunter zum Marktplatz von Eberswalde. Vor uns liegt der Brunnen mit dem Löwen, dem Wahrzeichen der Stadt. Er wurde 1836 nach dem Modell des bekarmten Berliner Bildhauers Christian Daniel Rauch gegossen und ist 17 Zentner schwer. Der massive Wasserbehä1ter ist aus Granit. Bald tauften die drei Verbindungen ihre 'Füchse' hier Nachts nach fröhlichem Zechen, indem sie diese auf den Rücken des Löwen setzten und anschließend im Becken tauften. Oder Forststudenten spielten zur Vollmondzeit ihre Signale und mußten aufpassen, daß sie von der schräg gegenüber liegenden Polizeiwache nicht erwischt wurden! Rechts erblicken wir das Alte Rathaus mit dem Neuen Rathaus sowie dem Anbau der Sparkasse. Unter andere erkennen wir die Geschäfte von Marwitz, Kaisers Kaffee sowie Restaurant 'Deutsche Eiche'.

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66. Wenden wir uns nun der sehenswerten Löwen-Apotheke am Marktplatz zu, die 1738 Kreuzstraße Ecke Breite Straße gegründet, 1786 zur Breite Straße Ecke Jüdenstraße verlegt wurde. Über der Eingangstür erkennen wir den Löwen, den Apotheker Glupe anbringen ließ. Bekannt ist den Eberswaldern der Name von Apotheker Rossow, 1902-1936, danach Apotheker Zimmermann, der Schwiegersohn. Mehrmals übernachtete der König von Preußen in der Apotheke, wie die Überlieferung berichtet. Die Löwenapotheke wurde in der Neuzeit in der Deutschen Apothekerzeitung Nr. 18/1952 gezeigt unter 'Schmiedeeisen schmückt Apotheken'. Fünf Bilder zeigen Fenstergitter, ein Bild die Außenlampe und ein Bild die Laterne. Fenstergitter, Löwe neben dem Schild und Laterne können Sie gut erkennen. Der kunstverständige Apotheker Zimmermann ließ sie anfertigen durch Karl Kirchner.

67. Wir schreiten über den Markt arn Café Zietemann vorbei durch die Mühlenstraße, Destillation Ida Perlitz, Kütz Nachf., Wilhelm Mewes, Hutgeschäft Fräulein Eisenbarth (später Nagels), Schlachterei Franz Schweigert und anderen vertrauten Namen und stehen vor einem der ältesten Gebäude der Stadt, der Adler Apotheke, Ecke Steinstraße. Ab 1623 wird sie erwähnt; sie gehörte Apotheker Diewitz, der später an der Pest verstarb ebenso wie seine Frau und Tochter. Den Eberswaldern ist der Apotheker Johannes Kasten und Familie bekannt, den Schülern des Gymnasiums dessen Sohn Hans Kasten. Seit 1911 führte Johannes Kasten die Apotheke. Wir stehen in der Steinstraße, vor uns hinter der Kreuzung beginnt die Kirchstraße, vorn rechts sehen wir die Forstrendantkasse, danach kam eine Hefehandlung.

68. Der Eingang der Adler Apotheke befand sich an der Ecke des Gebäudes (Steinstraße, Ecke Mühlenstraße). Um ihn wollen wir herum gehen, um das Gebäude noch einmal von der Müblenstraße aus zu betrachten. Unser Standplatz ist etwa der des Gebäudes für die öffentliche Waage. Die Apotheke wurde 1651 durch Apotheker Schleich erworben von dem 'Arrendator des von Platow'schen Junker hauses am Untertor'. Es war ein imponierendes Fachwerkhaus, und das noch bis zum heutigen Tage. Die Grundmauern dieses Ritterhauses stammen von einem noch älteren Bau, der im Besitz des Heiligengeist-Hofes war, aber 1499 bei einem Stadtbrand zerstört wurde. Im Keller sind große Tonnengewölbe erhalten. Der gewaltige Dachstuhl aus schweren Eichenstämmen ist eine besondere Sehenswürdigkeit, schreibt Rudolf Schmidt.

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