Eberswalde in alten Ansichten

Eberswalde in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2666-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde in alten Ansichten'

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69. Von der Adler Apotheke aus gehen wir durch Berger Straße und Eisenbahnstraße an der Post vorbei zum Wilhelms-Gymnasium. Hier wollen wir uns ein altes Lehrerbild betrachten, das in der Aula unter dem Bild 'Kaiserproklamation in Versailles 1871' aufgenommen worden ist. Sitzend von links:

Oberschullehrer Friedrich Lenz, 1913-1921; Studienrat Max Goepel, 1897-? ; Studienrat Dr. Hermann Winter, 1890-1927; Prof. Dr. August Teuber, Direktor, 1878-1919; ein Unbekannter; Studienrat Dr. Hugo Loreek. 1907-? ; Studienrat Johannes Brandt, 1902-? ; vorn: Studienrat Hans Wienke, 1911-? ; Oberschullehrer Richard Graßnickel 1898-1919; stehend: ein Unbekannter; Studienrat Dr. Richard Schulz, 1908-? ; Studienrat Dr. Curt Valentin, 1905-? ; Studienrat Alfred Thorns, 1911-1924. Ganz rechts: Oberschullehrer Kurt Schilde, 1907-1945.

70. Ein weiteres Bild einer Klasse des Eberswalder Wilhelms-Gymnasiums zeigt Studienrat Arthur Melzer, 1919-1945 und später als kommissarischer Leiter der Schule. Ohne jeden Anspruch auf Vollzähligkeit tauchen - soweit noch bekannt - Namen aus der Vergangenheit auf: Schulz, Scheffler, Haerecke, von Buddenbrock, Thom, Braeß, Motz, Schulte, Hütteroth, Ardelt, Zierach, Tietz, Lilie, Lachmund, Hilbert, Rudolph und Großmann neben anderen. Studienrat Melzer war unter anderem auch Mitbegründer der etwa 1929 entstandenen Segelfluggruppe im DL V, die auf dem Gelände von Gabow, hinter der Saldernbrücke die über die Oder führte, schulte.

71. In Eberswalde blühte unter anderem auch das Vereinsleben. So führt Rudolf Schmidt in seinem zweibändigen Werk 'Geschichte der Stadt Eberswalde' allein 53 Vereine auf, ohne vollständig sein zu wollen! Hier betrachten wir - es mag 1926 gewesen sein - einen Ausflug anläßlich der Feier des ehemaligen 'Marinebundes'. Daher die vielen Matrosenmützen und -kragen! Vielleicht entdeckt der Betrachter einen Bekannten? Der Autor kennt nur ganz rechts Walter Zierach, zwei weiter nach links seine Mutter, seine Schwester, die in der dritte Reihe hinter zwei Jungen mit Matrosenkragen steht. Ganz vorn rechts Werner Grotefend. Die Vereine feierten unter anderem in der 'Harmonie' oder in 'Müllers Festsälen', die Otto Neumarm gehörten und eine moderne 'Tausendflammenkugel' hatten: keine Spiegel, die von Scheinwerfern bunt angestrahlt wurden.

72. Bevor wir die Reise anhand der alten Karten abschließen, wollen wir drei sehenswerte Ausflugspunkte Eberswaldes betrachten: Kloster Chorin, Schiffshebewerk Niederfinow und die Schorfheide. In Chorin sehen wir vom Wirtschaftshof aus das Meisterwerk der Backsteingotik, das den Zisterziensern gehörte und 1344 eingeweiht wurde, eine dreischiffige Pfeilerbasilika. Rechts das Gebäude enthält eine Oberförsterei. Im Kloster fanden und finden noch heute Gottesdienste sowie Musikveranstaltungen statt. Im Mitteltrakt befindt sich die Küche mit großem Kamin. Vereinzelt sind noch Reste von Fresken zu erkennen. Rechts führt der Weg zum Amtssee mit der 'Alte Klosterschänke' von Wolgast. Im See quaken die Frösche nicht, weil sie der Sage nach verflucht wurden von den Mönchen: sie störten sie bei der Andacht!

73. Das vorige Bild stammt von dem bekarmten Eugen Kölle, Eberswalde. Wir gehen links an der Mauer entlang zu den berühmten Westgiebel und betrachten ihn von der 'Malerseite' aus. Viele Maler und Zeichner haben diesen romantischen Giebel gemalt oder gezeichnet. Heutzutage sind die Fenster verglast, damit es bei den Veranstaltungen in der Ruine nicht mehr so zieht und auch um den Verfall zu verhindern. Rechts gelangen wir zu dem Eingang in das Innere des Klosters, an dem Herr Jordan (86) noch immer die Karten verkauft (1978). In entgegengesetzter Richtung kommen wir zu dem alten Friedhof mit uralten, teils verwitterten Grabsteinen, aber auch neuzeit1icheren wie dem von Professor Dr. Alfred Dengier, 1925-1926 Rektor der Forstakademie in Eberswalde und Leiter des Instituts für Waldbau, der ein Standardwerk über den 'Waldbau' verfaßte, Träger der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft. Er war zuvor als Forstmeister hier in der Oberförsterei Chorin tätig.

Schiffshebewerk des Hohenzollernkanals

74. Ein zweites Ausflugsziel für Eberswa1de war das Schiffshebewerk in Niederfinow des Hohenzollernkanals, der Fortsetzung des Mittellandkanals, der den Rhein mit der Oder verbindet. Am Ufer liegen zwei Boote der 'Weißen Flotte', mit denen man unter anderem auch von der Eberswalder Wassertorbrücke aus am dortigen Ruderhaus vorbei bis zum Schiffshebewerk fuhr, um das Erlebnis mitmachen zu können, in einem großen Wassertrog um 36 Meter gesenkt und später wieder gehoben zu werden. Dieses war der Höhenunterschied zu dem alten Urstromtal der Oder hinunter. Oben auf dem Hebewerk der Kran der Firma Ardelt-Werke, Eberswalde, diente zuerst zum Bau, danach für eventuelle Reparaturen. Der Trog konnte ein Schleppdampfer und drei Kähne aufnehmen und in fünfzehn bis zwanzig Minuten senken; bei den daneben liegende vier Treppenschleusen zu je neun Metern dauerte dieser Vorgang zwei Stunden. 1934 war die Einweihung.

75. Als dritter Ausflugs- und Erholungsziel ein kurzer Bliek in die Schorfheide, in die nicht nur Eberswalder führen. Es gab auch Sonderfahrten von Berlin und anderen Orten aus, Namen tauchen vor uns auf wie Altenhof, Brunold-Haus, Hubertusstock und Groß Schönebeck. Auch heutzutage wird der Werbellinsee gern besucht. Die Schorfheide liegt in der Südlichen Uckermarck, ist Naturschutzgebiet und bildet mit 370 qkm das größte zusammenhängende Waldgebiet der Mark. Vor uns das Wiesentgehege bei Eichhorst mit dem Bild von 'Iwan' und seiner Familie. Das Gehege wurde von Professor Lutz Heek, dem Direktor des Berliner Zoos 1933-1934 angelegt durch Uberführung der 'Verdrängungszucht' in Springe nach Eichheide. Das Leittier 'Iwan' und seine stattlich angewachsene Herde kam 1945 in die Ewigen Jagdgründe durch die MP eines Iwan.

76. Der Bus bringt uns nach Eberswalde zurück, Wir müßen mit der letzten alten Ansicht in diesem Buch Abschied von Eberswalde nehmen. Wir stehen am Bahnhofsvorplatz. Die Strecke BerlinEberswalde wurde 1842 feierlich eingeweiht, der Erweiterungsbau 1866 begonnen. Das Empfangsgebäude enthielt vier Dienstwohnungen. 1845 werden vierzehn Loks, die alle einen Namen trugen, urkundlich erwähnt, Heute ist der Bahnhofsgarten vom Wirt Herrn Köhler leer; sonst spielt hier unter anderem die Regimentskapelle vom LR. 8, Frankfurt/Oder unter Musikmeister Lebede. Es erklingt die 'Post im Walde', für die der Solist - hinter Sträuchern versteekt - das Echo blies! Dieses Stück wurde immer mit besonderem Beifall bedacht. Ein Teil der anwesenden Zuhörer promenierte meist wegen Überfüllung auf dem Bahnhofplatz und lauschte der Musik ...

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