Eberswalde zu Großvaters Zeiten Band 1

Eberswalde zu Großvaters Zeiten Band 1

Auteur
:   Friedrich-Wilhelm Grotefend
Gemeente
:   Eberswalde
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5122-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eberswalde zu Großvaters Zeiten Band 1'

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EINLEITUNG

Wie im ersten Band 'Eberswalde in alten Ansichten', der zur Zeit vergriffen ist, war es auch im vorliegenden Band die Absicht des Verlages 'Europäische Bibliothek', eine Stadt zu 'Großvaters Zeiten' zu zeigen, in einer Zeitspanne etwa zwischen 1880 und 1930. Es ist also kein Stadtführer oder eine Darstellung wie Eberswalde vor dem Krieg ausgesehen hat, sondern der Autor geht mit Ihnen im Geist durch die Waldstadt, um einzelne Stellen und Schönheiten von Eberswalde aufzuzeigen. Die chronologische Reihenfolge kann manchmal auch nicht gewahrt werden. Fangen wir mit einem kurzen geschichtlichen Überblick an.

Urkundlich wird Eberswalde zum ersten Mal 1276 erwähnt als von dem Markgraf Johann 1., dem Askanier, gegründete Stadt. Im Schutz einer Askanierburg überbaute man schon früher bestehende Siedlungen. Eine Grenzbriefurkunde (wir erwähren einen Grenzbrief mit Bild Nr. 11) legte die Grenzen der Stadt unter Markgraf Albrecht lIl. fest. 1499 entstand ein Großbrand, der große Teile der Stadt niederlegte. 1605-1620 wurde der erste Finowkanal gebaut der aber bereits im Dreißig-

jährigen Krieg zerstört wurde. 1635 zählte Eberswalde nur zwanzig Bürger. Im Jahre 1989 55000 Einwohner. 1746 wurde der zweite Finowkanal eröffnet. 1842/43 wurde die Eisenbahnlinie Berlin-Eberswalde-Stettin eingeweiht und 1914 der Oder-Havelkanal, der 2 km von der Stadt entfernt verläuft. 1970 wurden die Städte Eberswalde und Finow zusammen gelegt. 1945zerstörten Flugzeuge der Deutschen Luftwaffe in der Nacht vom 25.126. April ein Drittel der Innenstadt, als der Russe sie schon eingenommen hatte. Ein neues Datum: am 16. September 1990 wurde eine Städtepartnerschaft zwischen Eberswalde und Delmenhorst in Niedersachsen abgeschlossen. Weitere geschichtliche Daten bitten wir den Bilderklärungen zu entnehmen.

Die Stadt aus der Zeit der gezeigten Ansichten galt teilweise als beschauliche 'Pensionärsstadt' . In ihr gab es Quellen und ein eisenhaltiges Bad. Wir schrieben 'teilweise', denn schon früh gab es Handel und Wandel hier. 1317 wurde eine wichtige Handelsstraße Leipzig-Frankfurt/Oder über Eberswalde verlegt und ihr das 'Recht zur Warenniederlage' erteilt. Für die Oderschiffe auf

dem Finowkanal wurde Eberswalde Umschlagplatz. 1532 wurden Kupferhämmer errichtet, 1748-1765 Messer- und Scherenschmiede angesiedelt. Es entsteht eine Stahl- und Eisenwarenfabrik.

1830 erhielt die Stadt eine Forstakademie, die aus Berlin verlegt wurde. Im Lauf der Jahrzehnte waren Industriebauten entstanden, und zwar als größte die Ardeltwerke, die 1902 am Alsenplatz 3 als 'Technisches Industrîebüro' durch Ing. Robert Ardelt sen. begonnen hatten, darauf 1904 in der Eisenbahnstraße 3-8. 1912 wurde es in die Heegermühlerstraße verlegt. Man begann mit Dampfkesseln und anderen Blechgefässen, eisernen Baukonstruktionen und wandte sich bald dem Kranbau zu (heute VEB-Kranbau benannt mit etwa 3500 Mitarbeitern, der bedeutendste Kranbaubetrieb in der damaligen DDR). Weitere Firmen waren damals eine PatentHufnagelfabrik (seinerzeit die einzige in Europa), Dachpappenfabriken, Eisengießerei, Bierbrauerei, Großmahlmühle, mehrere Dampfsägemühlen; nahe Eberswalde bedeutende Papierfabriken in Spechthausen und Wolfswinkel, ein Kupferharnmer- und Eisenwerk und

das Kampferwerk der Berliner Schering-Werke. Es entstanden Krankenhäuser (heute 'Kreiskrankenhaus' und 'Nervenklinik'), drei Kurheime, Amtsgericht, Gymnasium, Oberrealschule, Höhere Bürgerschule, Bürgerschulen, Lyzeum, Synagoge, drei Kinos. Es ist unmöglich, alle Einrichtungen aufzuzählen. Est ist auch nicht die Aufgabe eines Bildbandes.

Straßenangaben wurden wie früher gemacht (derzeitige Straßenbenennungen laut modernstem Stadtplan von August 1990 wurden dahintergesetzt).

Erneut bringen wir Ausflugsziele in der Eberwalder Umgebung wie Kloster Chorin, das Schiffshebewerk in Niederfinow, die Schorfheide mit Werbellinsee und dem Jagdschloß 'Hubertusstock'.

Der Autor konnte aus eigenem Bildmaterial schöpfen. Er möchte sich aber bei einigen interessierten Eberswaldern und dem dortigen Kreismuseum herzlich bedanken für die freundliche Überlassung von weiteren alten Eberswalder Ansichten.

1. Die erste Aufnahme zeigt von links an: den einen Turm von 'Mundshof' mit der damals noch vorhandenen Kuppel. Os kar Mundt hatte 1899 das Haus von Baumeister Paul Arendt erbauen lassen. Daneben das Haus von Zahnarzt Dr. Lehne in der Ratzeburgstraße, früher Kurze Straße. Dahinter die weiße Front des heutigen Stadt- und Kreismuseums, ein 1830 erbautes Gebäude. Unten in der Bismarckstraße begegnen sich gerade zwei Pferdefuhrwerke. Rechts vorn die Mädchenbürgerschule NI. III am Schleifmühlenberg, die ab Pfingsten 1874 benutzt wurde. Auf ihrem Hof der Steigeturm sichtbar für Übungen der Freiwilligen Feuerwehr, die 1875 gegründet worden ist. Das Bild überragt der Turm der MariaMagdalenen-Kirche , rechts von ihr in der Breiten Straße ist die Bürgerschule III zu erkennen.

2. Die nächsten drei Bilder zeigen die Stadt vor achtzig Jahren: wir erblicken hier auf dem ersten Bild die Altstadt Eberswalde. Das Bild wird beherrscht von der Seitenansicht der Maria-Magdalenen-Kirche, die wir uns später noch ansehen wollen.

3. Das zweite Bild zeigt links oben die Zugbrücke (s.a. Bild Nr. 17), weiter die Forstakademie (Bild Nr. 9), Wasserfall, Totalansicht sowie das Kloster Chorin, alles wollen wir uns später noch im einzelnen betrachten.

4. Das dritte Uralt-Bild ist ein 'patriotisches' vom 15. Oktober 1915, und zwar mit dem Stempel 'Eberswalder Feldpost', ohne Briefmarke und mit dem Zusatz 'Briefstempel VereinsJazarett'. Auf ihm erkennen wir unter anderem die charakteristische Form des Aussichtsturms (Bild Nr. 44 und die Synagoge (Nr. 8).

Eberswalde

5. Im Geist gehen wir wieder wie im Band I durch verschiedene Gegenden der Stadt: zuerst durch die Donopstraße. Dr. med. Donop wurde 1846 Bürger von Eberswalde. 1844 hatte er sein Haus Breite Straße 14 erbauen lassen (heute Straße der Jugend). Nach ihm ist die Donopstraße benannt. 1878 feierte Donop sein 50jähriges Doktorjubiläum. Rechts in der Mitte des Bildes geht die Danckelmannstraße ab, in deren Fortsetzung man zum 'Heldenhain' gelangen kann. Am Ende der Donopstraße liegt die Bismarckstraße (Goethestraße), die zu der Goethetreppe hin führt (früher Bismarcktreppe benannt).

6. Wir gehen von der ersten Straße, Donopstraße, jetzt Schillerstraße, zur Moltketreppe, also jetzt Schillertreppe; diese wurde 1905 fertiggestellt. Die Ansicht von 1915 zeigt den Brunnen und das Bassin, beide von zwei Obelisken flankiert. Der Weg nach rechts führt zu einem Rondeel, von dem man bis heutzutage noch einen weiten Rundbliek über die Waldstadt genießen kann. Oben führt die Treppe zu dem damaligen Lutherplatz. Dieser war früher ein Turnplatz, vom Handwerkerverein angelegt. In der Mitte stand eine Eiche, die nach dem Platz 'Luthereiche' hieß. Vom Platz konnte man zum Aussiehtsturn (Bild Nr. 44) wandern.

gruß aus Eberswclà:

Neue Schweizerstraße

~-

7. Wir gehen die Moltketreppe wieder herunter und kommen zur Neuen Schweizerstraße (Carl-vonOssietzky-Straße). Sie erhielt ihren Namen in Erinnerung an die Emigranten, die sich unerträglichen Bedrückungen ihrer Heimat entzogen. Kurfürst Friedrich Ill. schickte am 24. Juni 1692 Schweizer Familien nach Eberswalde durch Rescript an den Magistrat. In der Schweizerstraße wurden ihnen Häuser erbaut. 1693 waren es 116 Seelen. Sie erhielten später die St-Johannis-Kirche auf dem Alsenplatz (siehe Bilder Nr. 52 und 54).

8. Wir begeben uns jetzt auf unserem angenommenen Rundgang zur Synagoge in der Bismarckstraße (Goethestraße). Früher lag sie neben dem alten Rathaus und war 1820 errichtet worden. Später, 1890/91 in der Bismarckstraße 6 erbaut, war sie ein prächiges Gotteshaus. Zweimal ist sie abgebrannt. 1931 traf sie bei einem nächtlichen Gewitter ein Blitz, der in die Kuppel drang; das Innere wurde zerstört. In der Reichskristallnacht wurde sie gänzlich zerstört. Die alarmierte Feuerwehr traf absichtlich zu spät ein und ließ sie auf Befehl hin abbrennen. Ironie des Schicksals: auf der Stelle der entfernten Ruine wurde, ein Feuerwehrdepot errichtet. Zur Gemeinde der Synagoge gehörten ab 1856 einst Biesenthal, Finow, Finowfurt, Grünthal, Heckelberg, Hohenfinow, Lichterfelde und Tuchen.

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