Eckernförde in alten Ansichten

Eckernförde in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Bronnmann
Gemeente
:   Eckernförde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6598-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Eckernförde in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

9 Als die dänische Regierung anordnete, daß in Nordschleswigs Schulen nur in dänischer Sprache unterrichtet werden durfte, wurde das deutsche Lehrerseminar von Tandem nach Eckernförde in das alte 'Stadt Hamburg' verlegt. Die primitiven Gegebenheiten und die Sturmflut 1 872 führten dann dazu, daß 1885 ein Neubau auf dem Mühlenberg bezogen werden konnte. Infolge der Einberufungen zur Armee blieben im Schuljahr 1918 nur noch drei Schüler übrig, und die Räume wurden von behördlichen Organisationen genutzt, bis nach Kriegsende viele Seminari-

stenzurückkehrten.1922 wurde der Dachstuhl des Seminars durch Feuer zerstört und weitere Stockwerke unbrauchbar. Das Gebäude bekam ein zusätzliches Stockwerk und dien-

te fortan verschiedenen Organisationen. Das Lehrerseminar wurde jedoch 1924 wegen Schülermangel geschlossen. Bei einem größeren Umbau im Iahre 1983 - das ganze Gebäude

wird seitdem als Finanzamt genutzt - wurde das in den zwanziger Iahren aufgesetzte Stockwerk wieder entfernt und der ursprüngliche Zustand von 1885 wieder hergestellt.

10 Der Seehandel im 17. Jahrhundert war eine lukrative Einnahmequelle für die Stadt. Sie kassierte Zölle und Schiffurückengeld für durchgehende Waren. Besonders die Rendsburger Kaufleute wurden ordentlich abkassiert, da sie den heimisehen Kaufleuten eine starke Konkurrenz waren. In der Brückenordnung war alles bis ins kleinste Detail festgelegt. Später kam dann auch noch eine Beleuchtungsabgabe hinzu. Das auf der Postkarte von Ende des

19. Jahrhunderts gezeigte Gebäude wurde als das 'preußische Nebenzollamt' 1707 gebaut und im Iahre 1907 durch ein neues, heute noch bestehendes Zollamt, ersetzt.

11 Eine Postkarte von 1901, ein 'Cruß aus Borby' zeigt die alte Dorfstraße, die heutige Prinzenstraße. Kein Asphalt, kein Auto, Kinder spielen auf der Straße und keiner ruft: 'Vorsicht, nur über den Zebrastreifen.' Hier hätte eine Politesse keine Chance jemals - wegen Erfolgs durch besonderen Eifer befördert zu werden. Im großen Haus von Möller, vorne rechts, holten die Borbyer jahrelang ihre Medizin; inzwischen hat der Apotheker ein neues Haus, gleich mit Ärzten darin. Idyllisch der Mühlenberg mit Kreishaus und Mühle sowie das Boot auf der Förde, wie die Dampfer heute, jedoch ohne Butter. Bei der Kirche fallen keine Veränderungen auf. Der Turm, vor hundert Iahren aufgesetzt, ist noch da. Die

Bäume, wegen des Ulmenkäfers, haben sich in Größe und Menge kaum verändert. Nur die Kirchgänger und die Pastoren sind an-

ders als früher. Hat der Pastor keine Stimme mehr oder sind die Besucher schwerhörig?Warum sonst die Verstärkeranlage?Von

wo der Pastor auch spricht, ganz egal, wir sehen ihn an, doch der Lautsprecher 'tónt' immer von links.

12 Ein Gang von der Holzbrücke nach Westen führt unter anderem zum Haus Nr. 8, früher Nr. 11 oder auch Quartier I! 125. Hier wohnte bis 1936, zusammen mit seiner Schwester, der Eckernförder Blumenmaler Max Streckenbach. Als Sohn des Apothekers der Eckernförder Löwenapotheke studierte er in Berlin, München und Kiel Medizin und Pharmazeutik, in Bern Botanik und er interessierte sich besonders auch für Kunstgeschichte. Die Malerei hatte es ihm angetan, und bald galt seine Leidenschaft der Blumenmalerei. Durch Vermittlung einer Kieier Baronin hatte er Zutritt zu den

Gutsgärten des Prinzen Heinrich von Preußen in Hemmelmark, wo er seine Blumensträuße nach Lust und Laune zusammenzustellen konnte. Durch viele Ausstellungen ist Strecken-

bach weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt geworden. Ein Großteil seiner Bilder befindet sich in Privatbesitz. Zu Ehren des Malers wurde 1959 eine kleine Gasse, die

Mühlenberg und Vogelsang verbindet, nach ihm benannt.

13 Dieser Blick vom Mühlenberg über den Hafen zur Altstadt - etwa um 1900 - zeigt im Vordergrund die alte Eisengießerei von Klemm. Das große Gebäude steht heute noch und gehörte lange Zeit zur Siegfried-Werft. Das Haus links mit dem hohen Dach war wahrscheinlich das älteste Haus in Borby; es ist in den Akten des Stadtarchivs seit 1766 aufgeführt. Seit 1907 war Fritz Berg Besitzer des Hauses, daher ist es den Borbyem auch als das Berg'sche Haus ein Begriff. Bevor es in den achtziger Iahren abgerissen wurde, betrieb Adam Vohr hier eine Schuhmacherwerk-

statt. Mancher, der den Petersberg hochging, wird sich noch an das Hinterhaus erinnern, in dem ein älterer Mann wohnte. In seiner Tür befand sich ein kleiner Briefschlitz, dane-

ben war ein großes Schild mit einem pfeil und den Hinweis 'Briefeinwurf" und ein zweites mit 'Vorsicht bissiger Hund' angebracht. Im Hintergrund sieht man die Schiffbrücke

- so heißt die Straße am Hafen - mit dem Hafengasthaus, dem alten Zollhaus und einigen Räuchereischornsteinen.

14 Schon vor hundert Iahren waren Urlauber in Borby und Eckemförde willkommen. 'Die Preise sind mäßig zu nennen, die Verpflegung ist eine gute', preist der Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs in Eckemförde-Borby die Quartiere, wie es in einer kleinen, über hundert Iahre alten Broschüre entnommen werden kann.

Vor hundert Iahren war es noch möglich, vorwiegend in den Borbyer Anlagen vor dem Marien-Louisen-Bad, Fürstlichkeiten, die Sr. Kaiserl. Hoheit Prinz Heinrich einen Besuch machen wollten, zu begegnen. Neben der Kaiserin, die einmal im Iahr auf Grün-

holz zu Gast war, verbrachte der Prinz seinen Sommerurlaub aufHemmelmark. Zur Kieier Woche trafen sich hier Segler aus aller Welt, 'und bei einem Glase Bier wurde mit dem

Kaiser manch bedeutungsvolles Wort gesprochen', so ein Artikel über die Blütezeit des Ostseebades Borby. Unter der Leitung von Marie Gevensleben, einigen älteren Borbyem noch

bekannt, wurde das Hotel zum ersten Haus am Platz. 19 14 gab sie das Hotel ab, schon bald darauf wurde es geschlossen und 19 1 9 abgerissen.

15 Es gibt wohl kaum einen Einwohner von Eckernförde und Borby und keinen Badegast, der nicht schon mal über die Holzbrücke gegangen ist. N ach der Sturmflut von 1872 wurde sie als Notbrücke von Pionieren gebaut, da der Steindamm dem Wasserdruck der Ostsee nicht mehr standhalten konnte und zerbarst. Nachdem ein neuer Damm errichtet war, sollte die Brücke wieder entfernt werden, doch die Proteste der Bevölkerung verhinderten den Abbruch. Es wurde eine neue stabile Holzbrücke gebaut, in der Mitte mit zwei Klappen, die bei Bedarf geöffnet

werden können. Sehr ärgerlich für die Borbyer ist es, wenn die Brücke repariert werden muß, dann ist immer ein langer Umweg über den Steindamm angesagt. Von Eckernförde kom-

mend, läuft man direkt auf die Eisengießerei von Klemm zu, und darüber im Hintergrund sieht man das alte Seminar liegen. An der Brücke wurden in den siebziger Iahren während

Eckernförde-Borby

Auf der Brücke

einer größeren Reparatur ein Schiffhatte die Brücke gerammt - auch die Geländer erneuert. Sie entsprachen nicht mehr den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften.

-"~-~-----.-

16 Onkel Bergs Kiosk stand bis in die achtziger Iahre vor seinem Haus am Vogelsang, dann wurde das schmucke, kleine Holzhäusehen abgebrochen. Aber verloren gegangen ist die, allen Borbyern vertraute, 'kleine Bude' nicht, sie steht jetzt, wenn auch als Nachbildung, im Heimatmuseum. Der erste Kiosk wurde um 1900 vor dem Marien-Louisen-Bad in

den Borbyer Anlagen aufgestellt und war das erste Verkaufshäuschen seiner Art in Borby und Eckernförde. Fünfmal soll 'sie' die kleine Bude - den Kaiser aus nächster Nähe gesehen haben, wenn dieser anläßlich der Kieier Woche

den traditionellen Bierabend im Marien-LouisenBad besuchte. Bis 1 91 9 stand der Kiosk, der von dem Bootsverrnieter Fritz Berg betrieben wurde, hier vor dem Hotel, bevor er

am Anfang der Promenade, gegenüber dem Berg'schen Haus, durch einen neuen ersetzt wurde. 1950 wurde der Kiosk auf der gegenüberliegende Seite, am Aufgang zum Petersberg,

aufgestellt. Zuletzt bediente eine immer freundliche Dame, die man Fräulein Brühl nannte, hier noch einige Iahre ihre Kundschaft.

i .

:> ~, ,

..

. ~

.flnsichtskarten- pavillon unà gehege vor jYfarien-Louisenbao in jJorby

1 7 Das Badeleben, das vor über 150 Iahren in Borby begann, war nicht nur auf das Marien-Louisen-Bad beschränkt. Es gab weitere Hotels und Restaurants in Wassernähe. Eines der bedeutendsten war, neben dem Kaiserhof, das Strandhotel mit eigener Anlegebrücke für Segler. Laut einer Anzeige von 1907 hatte sein 'Logierhaus ersten Ranges Telephon und elektrisches Licht' . Den Eckernfördern ist das Strandhotel als die Loge 'Leuchte am Strande' in Borby bekannt, das heute von Frau Lohmann als Seniorenheim geführt wird. Die Blütezeit des Strandhotels dauerte jedoch nicht

lange. Als 1922 das Lehrerseminar abbrannte, wurde hier vorübergehend eine Schulklasse untergebracht, und schon 1920 wurde hier die 'Landwirtschafiliche Winterschule' eröffnet,

die heutige Landwirtschaftsschule. Dann tauschte 1923 die Loge 'Leuchte am Strande' ihr Logenhaus in der FrauClara -Straße 3 gegen das Strandhotel in Borby. Van

1934 bis Kriegsende diente es als Jugendherberge und in den siebziger Iahren einem Restaurant im ehemaligen Souterrain.

18 Es gibt viele Bilder, Lithographien und Gemälde, und glaubt man den Künstlern, waren sie alle dabei gewesen. Mal wurde die Christian VIII. von allen Seiten gleichzeitig getroffen, mal von der Süderschanze, mal von der Norderschanze, vielleicht auch aus dem Schnellmarker Gehölz. Waren die Kugeln nun glühend? Traf eine Kugel direkt die Pulverkammer? Fielen die Segel nach wenigen Minuten wieder runter? Oder haben die Dänen ihr Schiff selbst in die Luft gesprengt? Viele offene Fragen, aber die Richtung stimmt, wenigstens auf dem Bild.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek