Eckernförde in alten Ansichten

Eckernförde in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Bronnmann
Gemeente
:   Eckernförde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6598-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eckernförde in alten Ansichten'

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29 'Fischauction' um die Jahrhundertwende am Eckernförder Hafen steht auf dieser Postkarte. Jeden Morgen mit dem Einlaufen der Fischerboote stellten sich auch die Fischkäufer ein. Ob sie mit Handkarren oder Pferdegespann kamen, die Aufkäufer waren bemüht, gute Qualität günstig und ausreichend einzukaufen. Die Fischer stellten ihre frisch gefangenen Fische in Kisten sortiert zur Schau, und die Käufer begutachteten die Ware, bevor sie kauften. Für Außenstehende kaum nachvollziehbar, denn es wurde kaum gesprochen, und alles ging sehr schnell. Heute wird auch noch ver-

steigert am Eckernförder Hafen. Jeden ersten Sonntag im Monat, aber keine Fische, die werden direkt vom Kutter verkauft, sondern Bananen. Es geht auch nicht mehr so seriös zu

wie früher, es wird gebrüllt und gelacht, und die Ware ist ja sooo frisch, ob sie aber den Heimweg übersteht?

30 Nach jedemAuslaufen der Fischerboote müssen die Netze gesäubert und zum Trocknen aufgehängt werden. Auch kommt es immer wieder vor, daß ein Netz zerreißt, weil es sich irgendwo unterWasser verhakt hatte. Dann werden die Netze hier auch gleich repariert. Es gab mehrere Trockenplätze am Eckernförder Hafen, außer an der Schiffbrücke unter anderem am Borbyer Ufer, am ]ungfernstieg und eventuell auch auf der Fischerkoppel, obgleich die ein ganzes Ende vom Hafen entfernt war. Man unterscheidet die Netze nach der Art der Fangmethoden und der Größe der zu

fangenden Fische. Allen Eckernfördern und Borbyern ist bestimmt der Schwanenvater ein Begriff. Er stand täglich mit einer großen Tasche voll Weißbrot am Ufer und fütterte

die Schwäne. Auch er wurde ein Opfer der Sanierung der Altstadt, denn er bewohnte ein Zimmer eines abbruchreifen Hauses am ]ungfernstieg.

Am 4. Februar 1976 stand

eine Anzeige in der Eckernförder Zeitung: 'Einfàche Unterkunft gesucht für den Schwanenvater. Ang. unter EZ.'

3 1 Am Ende des Hafens, wo heute die Butterdampfer anlegen, war früher eine Slipanlage, auf der die Boote an Land gezogen wurden. Auch sie wurde im Laufe der Zeit abgebaut und das Hafengelände verbreitert. Heute steht hier die Zollabfertigung für die 'Butterdampfer' , die es seit dem 1. Juli 1999 auch nicht mehr gibt. An der Menge der Waggons sieht man, daß die Hafenbahn hier noch voll in Betrieb war. Alle Arten von Güter wurden hier umgeschlagen, ob Kohlen, Korn, Düngemittel, Holz, aber auch Stückgut, wenn eine größere Menge für einen einzigen Empfänger

bestimmt war. Kleinere Stückgüter mußten am Bahnhof abgeholt werden oder brachte der 'Rollkutscher'. Im Hintergrund liegen die Holzbrücke und die Häuser am Vogelsang.

ECKERNFORDE

Am Hafen

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32 Das älteste Gebäude der Stadt Eckernförde ist die St.-Nicolai-Kirche mitten in der Altstadt. Die im 13. Jahrhundert ursprünglich als einschiffig erbaute Kirche wurde im 14. bis 16. Jahrhundert zu einer dreischiffigen Kirche erweitert, weil die geplante dreischiffige Stadtkirche, 'in der alles gewölbt sein sollte', zu teuer wurde. Auch aus Geldmangel verzichtete man auf einen Kirchturm. Das gewaltige Dach wurde auch über die schon vorhandenen Fundamente eines geplanten Turms gedeckt, und man setzte auf die darunterliegen den ehemaligen Turmmauern einen schlanken

Turm als Dachreiter. Die bedeutendsten Kunstwerke in der Kirche stammen von der Eckernförder Holzschnitzerfamilie Gudewerdt. Der große Anker an der Ostseite der Kirche war

nur bis 1850 der echte vom Linienschiff Christian VIII., dann mußte er an die Dänen zurückgegeben werden.

Kirche

331mjahre 1954feierte die Borbyer Kirchengemeinde den 800. Geburtstag ihrer Kirche, die damit wohl das älteste Gebäude des Stadtgebietes und eine der ältesten des ganzen Kreises sein dürfte. Weit aufs Wasser hinaus begrüßt der Kirchturm die ankommenden Schiffe. Aber das war nicht immer so, denn die Kirche war fast zwei Jahrhunderte turmlos. Nachdem schon 1595 ein Blitz das Kirchendach stark beschädigte, ließ ein Orkan 1 71 8 den Kirchturm auf das Kirchendach stürzen. Der Turm wurde abgetragen und das Kirchendach verlängert. Erst im Iahr 1894 wurde, nach vielen

Klagen der Pastoren und nach langen Überlegungen der den Turm bezahlenden Gutsherren, ein neuer Turm gebaut, der 1895 eingeweiht wurde. Vor einigen Iahren wurde er

dann auch von der Gemeinde gebührend gefeiert unter dem Motto:' 1 00 Iahre Kirchturm Borby.'

Kirche in Borby,

34 'Die erste Aufgabe für den Pastor nach der Rückkehr vom Sonntagsgottesdienst war oft die Reinigung des Kuhstalls, angeblich erfolgte das nicht immer in der dafür vorgesehenen Kleidung' , so steht es in einem Artikel des Jahrbuchs der Heimatgemeinschaft. Gemeint war der Pastor der Gemeinde Borby, der in diesem schönen, schon 1717 gebauten Pastorat wohnte. Noch Pastor Lehmann, der Bruder des Eckernförder Dichters Wilhelm Lehmann, der

19 1 9 seinen Dienst antrat und sehr beliebt war in der Gemeinde, hatte Vieh im Stall. Früher mußten die Pastoren ihren etwas kar-

gen Lohn mit landwirtschaftlichen Arbeiten aufbessern und hatten oftmals auch mehrere 'Knechte undMägde'.

35 Das Hotel 'Seegarten' war das Hotel im Süden der Stadt, das einen Vergleich mit den führenden Hotels in Borby nicht zu scheuen brauchte. Es verfügte ebenso über eine eigene Badeanstalt wie über einen privaten, nur für Hoteigäste gestatteten, Bahnübergang zum Strand. Der Gastwirt der Bahnhofsgaststätte Altenhof, Paul Teichert, eröffnete Ende des vorigen Jahrhunderts den 'Seegarten' , anfangs in einem Holzpavillon, dem er später einen Hotelneubau hinzufügte. Auf der Postkarte sind beide abgebildet. Im großen Saal wurden noch bis in die sechziger Iahre viele Feste gefeiert, da er bald der ein-

zige in der Stadt war. Später war hier dann die in ganz Schleswig-Holstein bekannte Diskothek 'Nadasch' und zeitweilig auch eine Nachtbar. Nach einer gründlichen Renovierung

wird hier heute wieder ein Hotel betrieben, und die im alten Glanz aus Gold und Stuck erstrahlende Empfangshalle versetzt so manchen Gast in Erstaunen.

36 Der1765 erstmals erwähnte Domkrug, das Eckhaus Kieier Straße-Kirchplatz, hatte früher seinen Eingang an der Giebelseite zur Kieier Straße. Im Zuge des Umbaus des unter Denkmalschutz stehendes Hauses in den siebziger Iahren wurde in dem vorderen Teil eine Wäscherei eingerichtet. Der gemütliche Krug wurde ins Hinterhaus mit Eingang zum Kirchplatz verlegt. Die auf dieser Postkarte gezeigte feudale Inneneinrichtung könnte noch von Gustav Ladehoff stammen, der hier im Iahre 1889 eine Weinhandlung und Destillation betrieben hatte. Ob hier vorher schon Getränke

ausgeschenkt wurden, ist nicht bekannt, aber Ladehoff hatte hier auch eine 'altdeutsche Weinstube' eingerichtet. Eine kleine, gemütliche Gaststätte ist der heutige Domkrug, und

es ist ratsam, vorher einen Platz zu reservieren, wenn man hier einmal vorzüglich essen möchte. Es gibt im Domkrug nur 24 Plätze. Im Winterhalbjahr finden hier die immer ausverkauf-

ten plattdeutschen Leseabende statt, an denen holsteinische Gerichte serviert werden. Im Stadtarchiv findet man sogar ein 'Domkrug' -Gedicht mit fünf Strophen.

37 Beim Anblick dieser Postkarte fühlt man sich in die Zeit der Postkutschen zurückversetzt. An der Ecke Jungfernstieg zum Taterberg liegt das große Gebäude mit der Gastwirtschaft 'Ostseehalle' . Bis Ende des vorigen Iahrhunderts tagten hier im 'Amtslocal' bei A. Schmidt, in dessen Herberge auch die von auswärts kommenden Gesellen wohnten, die Mitglieder der Eckernförder Tischlerinnung. Sagte man allerdings in den fünfziger Iahren 'Wir treffen uns in der Ostseehalle' , gab's erstaunte Gesichter, denn unter Ostseehalle war eigentlich nur die 'Ostseehalle' in Kiel ein Begriff

Abends kurz nach 18.00 Uhr trafen sich hier bei dem Gastwirt Sifferlin meistens die Eckernförder Geschäftsleute, die nach getaner Arbeit ihr Glas Bier tranken und die Neuigkei-

ten des Tages erfahren wollten. Wer abends ein Bier oder auch mehrere in der Ostseehalle getrunken hatte, der war für den Stadtklatsch des nächsten Tages gewappnet.

38 Bei einem Gang durch die Fußgängerzone von Eckernförde kann man die 'Ritterburg' nicht übersehen. In dem großen' Adelshaus' mit dem früheren Treppengiebel befindet sich heute ein Supermarkt, der alle paar Iahre den

N amen wechselt. Vorher betrieb hier der Schlachtermeister Markgraf eine Schlachterei, oder wie man heute sagt, ein Fleischerfachgeschäft. In der Ritterburg hausten nie wilde Rittersleute, sondern nur ein Ritter, und der führte hier seit 1870 eine Gastwirtschaft, der er den Namen 'Ritterburg' gab. Weitere Ritter sind nicht bekannt, aber das Gebäude ist schon in der alten Stadtansicht von Braun und Hogenberg aus demjahre 1588 verzeichnet. Wenn auch keine Pferdegespanne mehr, aber

noch bis Ende der vierziger Iahre konnten die Bewohner der umliegenden Gemeinden, wenn sie in die Stadt kamen, hier ihre Fahrräder unterstellen. Mitunter standen dort an die 100 Fahrräder, die bewacht wurden, denn ein Fahrrad war damals ein sehr begehrtes Kleinod.

Ritterburg Eckernförde

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