Eckernförde in alten Ansichten

Eckernförde in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Bronnmann
Gemeente
:   Eckernförde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6598-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Eckernförde in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

39 Wo man heute in der bei Kurgästen und Eckernförder Bürgern überall bekannten Pizzeria 'Barbarossa' seine Pizza verzehrt oder per Taxi nach Haus bringen läßt, war früher das 'Stadtcafé' . Ein Café mit Konditorei gab es schon seit 1895, und in den folgenden Iahren wechselten mehrmals die Besitzer.

192 8 übernahm dann Johannes Rehse die Räumlichkeiten und führte das 'Stadtcafé' bis 1952. Rehse, ein weitgereister Mann, der in vielen Hotels im Inund Ausland tätig gewesen war, hat auf einem Dampfer 44 mal den Ozean überquert. Danach wurde das Stadtcafé unter dem

Pächter Herzig zu einer

N achtbar umfunktioniert, in der täglich jeden Abend eine Kapelle zum Tanz aufspielte, bis 3.00 Uhr.An den Kellner ' Addi', der später noch im Lindenhof in

Borby bediente, werden sich vielleicht noch manche Eckernförder erinnern und auch an die, an der Decke hängenden, Bierdeckelraketen. Wer ohne Mantel kam, konnte sich

eine Cola mehr leisten, denn 'Garderobe' war pflicht und kostete wie die Cola 50 Pfennig.

J

40 Den Festsaal des Hotels 'Stadt Hamburg' gibt es schon lange nicht mehr. Über zweihundertjahre war das Gasthaus 'Stadt Hamburg' derTreffpunkt der Eckernförder und der umliegenden Gemeinden. Gegründet wurde es auf der gegenüberliegenden Seite. Dieses Gebäude - das Weiße Haus von Eckernförde - wurde 1899 abgerissen, nachdem 1 885 das Lehrerseminar ausgezogen war. Heute steht dort das Postamt. Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts steht das Hotel 'Stadt Hamburg' an seinem jetzigen Platz. Da es bei den Landwirten und Gutsbesitzern sehr beliebt war und sie hier auch einen Ausspann für ihre Fuhrwerke hatten - über hundert konnten hier untergestellt werden - förderten sie den Neubau durch

Zuschüsse. So konnte in den hinteren Räumen ein Festsaal errichtet werden. Es gab sogar ein Zimmer für die Damen, ein sogenanntes Nichtraucherabteil, weil man den auf ihre

Männer wartenden Damen den Bier- und Zigarrengeruch nicht zumuten wollte. Wer heute 'Stadt Hamburg' sagt, meint das immer auf den letzten Stand modernisierte Kino.

41 Das Kinogebäude des 'Hansa Theaters' wurde im Zuge der Umgestaltung des Ochsenkopfs mit allen sonstigen Gebäuden abgebrochen. Der letzte Besitzer war die Familie Callö.

N eben dem Eingang saß in einer kleinen Kabine Frau Tietje und verkaufte Eintrittskarten, damals 80 Pfennig bis 1.20 Mark, Loge 2 Mark. Am Eingang zum Kinosaal gab es Süßigkeiten und Studentenfutter, eine Tafel 'Gala-Peter' kostete 1.20 Mark und war nur am Anfang des Monats erschwinglich. Der Ausgang zum Ochsenkopf war dunkel und man mußte aufpassen, daß man nicht stolperte. Bevor das Gebäude abgebrochen wurde, zog hier der erste Supermarkt von Eckernförde ein, die Firma Weska. Im Haus neben dem 'Hansa Theater'

war früher die alte Loewenapotheke, die dem Vater des bekannten Blumenmalers Max Streckenbach gehörte. Das zur damaligen Zeit größte Zelt im norddeutschen Raum

besaß der Eckernförder Emil Setzke. Er verlieh es für Veranstaltungen bis nach Iütland und Mecklenburg.

42 Das Rathaus mit dem Schwibbogen ist neben dem Rundsilo wohl das meist fotografierte Gebäude der Stadt. Schon auf dem alten Stadtplan von Braun und Hogenberg ist es zu sehen. Der älteste Teil stammt aus dem 15. Iahrhundert, und der Schwibbogen war das Ende des Gebäudes. Nach Willers Jessen war er 'früher nach der Straße offen' und diente den Schlachtern als Verkaufsstand. Erst im 18. Jahrhundert, nach der Erweiterung des Rathauses zur Kieier Straße, wurde er zum Durchgang, der heute den Rathausmarkt mit dem Kirchplatz verbindet. Die große Freitreppe, über die man früher zum Eingang hinauf ging, stammt aus

dem letzten Jahrhundert und dient heute den Jungvermählten fürs Hochzeitsbild, und gereinigt wird sie von 30jährigen Junggesellen, die den Freikuß einer Jungfrau erwarten. Seit

dem Umzug ins neue Rathaus ist hier, nachdem der Vorschlag von Jürgen Anbuhl für ein Bürgerhaus verworfen wurde, das Heimatmuseum untergebracht.

43 Bevor das neue Rathaus gebaut wurde, standen hier mehrere alte Häuser, die für den Neubau Platz machen mußten. Nur der an der Ecke zur Schulstraße und unter Denkmalschutz stehende Delm's Gasthof wurde verschont. Die Bäckerei und Konditorei der Familie Maß, von Bäckermeister Bernhardt als Filiale genutzt, fiel als erste der Spitzhacke zum Opfer. Abbrucharbeiter fanden, als der Fußboden plötzlich einstürzte, im Keller eine komplette Kinoeinrichtung und diverse Filmrollen mit Aufnahmen von Eckernförde in den dreißiger Iahren. Einige Iahre später wurde dann das Nachbargebäude Schärffs Gasthof - abgeris-

sen. Hier hatte man aus der Gaststube, die links vom Eingang lag, durch das Erkerfenster einen guten Überblick über den Rathausmarkt. Der 1975 vor Dehn's Gasthof aufgestellte

moderne Brunnen fand nicht die Begeisterung der Bevölkerung, wie die vielen Leserbriefe 'Brunnen eine große Enttäuschung' zeigten.

Eckernförde

~Bthaus.Mar~1

44 Gegenüber auf der rechten Seite des Rathausmarktes steht seit 1897 das Eckhaus des Uhrmachers Jacobsen, das bis zur Kieler Straße reicht und weit über Eckernfördes Grenzen bekannt ist. 'Von jeher hat's hier getickt' schreibt Stefan Deiters in seiner Dokumentation, denn seit 1860 waren die Vorgänger hier Uhrmacher. Neben Jacobsen sieht man das Haus des Buchbindermeisters Carl Heinrich Heldt, der hier bis in die achtziger Iahre eine Papierhandlung und Buchbinderei betrieb. Das daneben liegende Haus ist heute nicht mehr wiederzuerkennen. Das gegen Ende des vorigen Jahrhun-

derts hier ansässige Kaufhaus 'Petersen und Iwersen' zog in das heutige Kaufhaus Mohr. Der Käufer, der auch das heutige Haus bauen ließ, Hans Claussen, betrieb hier ein

Manufakturwarengeschäft. 1910 kaufte Markus Witt das Geschäft, modernisierte die Fassade und kaufte noch das Nachbarhaus dazu. Er war der erste Geschäftsmann der Stadt, der

am StadtbusWerbung anbrachte, was diesem den Namen 'Markus' einbrachte.

Markt

45 In der Kieier Straße, zwischen Café Mewes und dem Hotel Stadt Kiel, liegt etwas zurückgezogen ein großes Gebäude, das bis zur Reeperbahn reicht. Hier ist die Standortverwaltung von Eckernförde untergebracht. Aber das war nicht immer so, sondern erst seitdem an der Broosbyer Koppel eine neue Bauschule eingeweiht wurde. Im März 1868 beschloß die Stadt Eckernförde, einen Tag nachdem der Leiter der Baugewerkeschule in Höxter seinen Plan erläutert hatte, die Gründung einer Baugewerkschule, und schon zwei Tage später lag der Antrag auf Genehmigung der

Regierung vor. Am 2. N 0vember 1868 wurde die Schule im Haus desTischIers Schröder eingeweiht und 1 870 das genannte Gebäude, das mehrmals erweitert wurde. Nach fast

genau neunzig Iahren seit der Einweihung zog die Schule in den Neubau an der Broosbyer Koppel um. Und seit dieser Zeit bekommen die Studenten auch keine verbilligten He-

fekuchen mehr, denn das neben der Schule gelegene Backhaus von Café Mewes zog nicht mit. 1998 wurde das Café Mewes geschlossen.

Eckernförde

König!. Bauqewerks chule-

46 Das stattliche Gebäude in der Kieier Straße neben dem Postamt ist die Eckernförder Knabenbürgerschule. Sie wurde 1892 eröffnet. Der Neubau war notwendig geworden, weil im Laufe des 19. Iahrhunderts das Schulsystem wesentlich verändert wurde, und für eine ordentliche Schulform waren die alten Gebäude ungeeignet. Der Vorläufer der inzwischen nach dem Eckernförder Heimatforscher umbenannten Knabenbürgerschule in 'Willers-JessenSchule' war in einem alten Schulhaus nahe der St.-Nicolai-Kirche, das heutige, erst kürzlich renovierte Kaufhaus Mohr. Seitdem

Eckernförde ein modernes Schulzentrum, mit Oberund integrierter Gesamtschule am Stadtrand hat, haben in der Knabenbürgerschule heute viele Vereine und Gruppen ihre

Räume. Im Iahre 1894 erhielt das Modell der Schule auf der Weltausstellung in Chicago den ersten Preis für den damals zweckmäßigsten Schulbau der Welt.

Knaben bü rge~s,hu Ie.

47 Nachdem seit 1829 das Schulhaus in der Kieier Straße, wo noch die Knaben vormittags und die Mädchen nachmittags getrennt unterrichtet wurden, nicht mehr den Ansprüchen eines ordentlichen Schulunterrichts entsprach, errichtete man im Iahre 1862 eine Mädchenbürgerschule und 1882 in der Kieier Straße eine Knabenbürgerschule, die 1892 in den Neubau umzog.

Die Mädchenbürgerschule stand an der Reeperbahn. Sie wurde in den 60er Iahren, nachdem die Stadt mehrere neue Schulen gebaut hatte, abgerissen, da auch sie nicht mehr den damaligen Ansprüchen

entsprach. Von Juni bis November 1945 waren hier 300 Flüchtlingskinder untergebracht. Der Platz wurde nicht wieder bebaut und dient heute als Park-

platz. Er bietet einen freien Blick auf das neue Rathaus und den vor einigen Iahren errichteten modernen Bleicherhof, und auf der anderen Seite auf 'Santa Fu', wie

der großer Wohnkomplex wegen gewisser Ähnlichkeit im Volksmund genannt wird.

48 In das neue Gebäude an der Reeperbahn zogen 1909 die Schüler der 1905 gegründeten Realschule ein. Nach dem das Ministerium 1905 die Genehmigung unter der Bedingung erteilt hatte, daß in Zukunft die Stadt für die Kosten aufkommt, wurde 1 908 mit dem Bau begonnen, der ein Iahr später fertiggestellt wurde. Das Grundstück dafür kaufte die Stadt vom Holzkaufmann Clausen und geteilt durch die Reeperbahn, war Bauland für Wohnungen und zur Bahnseite für Schulen vorhanden. Nach 1945 wurde die Schule, die 1 939 den Namen 'Iungrnannschule' erhalten hatte und 1955

zum Gymnasium wurde, durch einen Anbau an der Nordseite erweitert und zog aus Platzmangel später zusätzlich noch in die ehemalige Landwirtschaftsschule ein. Als das Schul-

zentrum Süd fertiggestellt war, zog das Gymnasium

1 974 nach dort um und die Sonderschule aus der Gartenstraße in die Reeperbahn.

Realschule, Eokornfördo.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek