Eckernförde in alten Ansichten

Eckernförde in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Bronnmann
Gemeente
:   Eckernförde
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6598-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Eckernförde in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

49 Im Pastorengang, wo sich heute die Kinder des Kindergartens der Waldorfschule lustig tummeln, wurde 1 754 das Pastorat gebaut, das 1907 an den Warteschulverein verpachtet und drei Iahre später verkauft wurde. Das Gebäude war als Dienstwohnung des Hauptpastors und Propstes 'wegen der baulichen Beschaffenheit und der örtlichen Belegenheit' nicht mehr geeignet. Wohl immer in finanzieller Not, veranstaltete die Frau des Bürgermeisters Heldmann von Zeit zu Zeit einen Basar, um die Kasse etwas zu füllen. 1938 wurde derWarteschulverein aufgelöst und ein Kin-

dergarten eingerichtet. Als der städtische Kindergarten 1979 in einen Neubau umzog, zog dann derWaldorfkindergarten hier ein. Wie der Borbyer Amtskollege, muß auch hier der

Pastor Vieh gehalten haben, denn auf dem Dachboden fanden Bauarbeiter Reste von Viehfutter.

SO Früher - wie auch heute noch - standen die Reisenden auf dem zugigen, aber wenigstens schon überdachten Bahnsteig und warteten mehr oder weniger geduldig auf ihren Zug. Schon von weitem konnte man das Läuten und Pfeifen der Dampflokomotive des aus Flensburg kommenden Zuges hören, wenn sie sich dem Bahnübergang an der Schulstraße näherte und gleich darauf schnaufend in den Bahnhof einfuhr. Frühmorgens brachte sie die Werftarbeiter zur Arbeit nach Kiel und im Laufe des Vormittags die Hausfrauen zum Einkaufsbummel. Der Dienstmann wartete mit

seiner 'Schottschen' Karre auf ankommende Gäste und der Postbeamte auf den Postsack mit Briefen.

5 1 So gemütlich wie

1900 geht es heute nicht mehr zu auf dem Bahnsteig. Die Reisenden mußten nicht in der Wartehalle oder im Restaurant sitzen und auf die Eisenbahn warten, es gab auf dem Bahnsteig gemütliche Ecken unter grünen Büschen, wo man bequem am Tisch sitzen konnte. Der Verkaufskiosk war gleich daneben und so brauchte der Gast nicht weit laufen, wenn er etwas essen oder trinken wollte. Auch die Durchreisenden hatten Gelegenheit schnell Zigaretten ober Erfrischungen zu bekommen, denn auf dem Bahnsteig schob ein Verkäufer seinen rollenden

Kiosk von Waggon zu Waggon und bot seine Waren an. 1973 war es damit jedoch vorbei, und in einem Leserbriefheißt es unter anderem: ' ... der letzte Anstrich von damals ist eben-

so hin, Holz ist verfault,

die Scheiben sind blind, und Gerümpel wird in ihm aufbewahrt.'

52 Im gleichen Leserbrief schrieb der LandwirtWalter Kohlmorgen unter anderern:' ... ich bin vor 40 Iahren 7 Iahre in Eckernförde zur Schule gegangen. Ich mag Eckernförde' und

, ... dieser Bahnhof ist ein Schandfleck' . Der Eckernförder Bahnhof, der im Iahre 1880 gebaut wurde, tat 93 Iahre lang seinen Dienst, bevor er 1 973, nach fast 18jährigen Verhandlungen zwischen Stadt und Bahn, abgerissen wurde. Gebaut wurde er von dem Kieier Architekten Heinrich Moldenschardt, der nicht unumstritten war. Bevor die neue achteckige pavillonartige Empfangshalle mit den Verwaltungs- und Restaurations-

anbauten 1975 eingeweiht werden konnte, wurden die Reisenden in einer Baracke abgefertigt - ein Begriff, den es heute bei der Bahn nicht mehr gibt. Gleichzeitig wurde die Gü-

terabfertigung aufgelöst, und auf dem Grundstück entstand ein moderner Omnibusbahnhof. Ganz groß kam das Bahnhofsgebäude noch einmal 1 972 bei der Verfilmung des

Romans 'Bauern, Bonzen, Bornben' zu Ehren, als Kulisse, jedoch unter falschem Namen.

53 Wo heute der große Getreidesilo der Hauptgenassenschaft steht, war früher der Kappelnet Bahnhof. Hier teilten sich die vom Hauptbahnhof kommenden Gleise der Kleinbahn nach Kappeln und Owschlag, die beide in den fünfziger Iahren stillgelegt wurden. Es gibt viele kleine Geschichten über die Kleinbahn, unter anderem 'war das Blumenpflücken während der Fahrt verbeten', wenn es auch an den Steigungen ohne Mühe möglich gewesen wäre. Der an verschiedenen Stellen noch vorhandene Bahndamm wird heute als Wanderweg genutzt. So auch der Noorwanderweg unter der Um-

gehungsstraße, wo bei der Herstellung der Brücke einige Schwierigkeiten auftraten. Weil gerade hier die Schienen einen Bogen machten und der Kreis als Halter der Bahn, eine Um-

legung ablehnte, mußte wegen der großen Spannweite eine extra lange Brücke aus Spannbeton gebaut werden. Nur kurze Zeit später wurde die Bahn dann stillgelegt.

ECKERNFÖRDE

4056

54 Die Bahnhofstraße ist heute eine Sackgasse. Bis in die siebziger Iahre verband sie die Kieier Straße mit der Reeperbahn und endete direkt vor dem Bahnhof. Auch hier, wie auf vielen Straßen um die Iahrhundertwende, nur Fußgänger auf der Straße. Im Hintergrund sieht man noch den alten Bahnhof, der 1 975 durch einen neuen ersetzt wurde. Die von rechts kommende Reeperbahn verläuft heute parallel zur Kieier Straße, nachdem das Bahnhofshotel- das letzte Haus links - abgebrochen wurde und endet am Lornsenplatz. Das ProvinzialEckhaus zur Kieier Straße erhielt eine neue Fassade und die heutigen Eckhäuser gegenüber vom Bahnhof sind Neubauten aus den achtziger Iahren. Am Ende der Bahnhofstraße

kann man sich an einer mehrere Meter hohen Mobile des Kunstschmieds Seiler aus Winnemark erfreuen.

55 Der Salzspeicher der 1859 gegründeten Getreidehandlung van D. P. Bruhn. 1921 übernahm der Getreidekaufmann Peter Kruse - Getreide AG - die Firma, zu der auch das 1737 an der Frau -Clara-Straße erbaute Kontorhaus gehörte. Der Speicher wurde später abgebrochen. Das Kontorhaus, das vor einigen Iahren zu einer Gastwirtschaft ausgebaut wurde, ist aber noch erhalten. Auch das daneben liegende Colosseum, einst das führende Vergnügungsund Tanzlokal der Stadt, mußten Anfang der dreißiger Iahre Platz machen für den Neubau des Rundsilos der Firma Sieck. Als das Colosseum 1921 van der Firma Sieck gekauft wurde, stand in der Zeitung: 'Unsere Stadt hat wieder eine gastliche Stätte, in der

mancher Bund fürs Leben geknüpft wurde, verloren.' Der Ballsaal wurde noch, bis zum Abbruch des Gebäudes, mehrere Iahre lang als Lagerraum für Getreide genutzt. Die ehemals vor dem Speicher angesiedelte Glasausche Werft mußte schon Anfang des Iahrhunderts den Platz räumen, da das Gelände für die geplante Hafenbahn benötigt wurde.

aus Eckernförde ..0

tz:i'> '1>

56 Durch den Ausbau der Reeperbahn mit Anschluß an die Noorstraße, war der einzige Engpaß nur noch die Gaehtjestraße, da der Ausbau des Mühlenbergs auch schon abgeschlossen war. Die ganze Häuserreihe zur Wasserseite wurde abgerissen, die Straße verbreitert, eine Abbiegespur zum Vogelsang und ein Parkstreifen an der anderen Seite hergestellt. Die restliche Fläche zwischen Straße und Wasser wurde zur Grünanlage mit Fußweg umgestaltet. Wohl vielen sind noch das Café Fischer, Elektro-Ströh, Stabenow, Otto Rieger, Gärtner Münkei, die Kneipe von Brenner, das 'Deutsche Eck' -

hier gab's auch Bezugscheine - später auch als Möbelladen genutzt und das große Mehrfamilienhaus von Pinn bekannt. Treffpunkt für einen Klönschnack ist der Kiosk, er

ersetzt aber nicht Erni Iónk's Gasthof'Alter Prltz', früher die Wirtschaft 'Patzenhofer' an der Ecke zur Kreis bahns traße.

57 Die Langebrückstraße war einmal die einzige Straße, die über die lange Brücke Eckernförde mit Borby verband. Heute fließt hier nur noch der Innenstadtverkehr von der Reeperbahn zum Hafen. Durch ihre Enge kommt es immer wieder zu Staus. Das Eckhaus vorne rechts, das Gründungshaus des Lederwarengeschäfts Lienau und später von Elektromeister Plön, wurde verkauft und abgerissen, um Platz für ein Ärztehaus zu machen. An der rechten Seite gab es früher noch viele kleine Geschäfte, heute dominiert hier ein Baumarkt. Die Häuser links - vorne das Bekleidungshaus Krafft

Lorenzen, dessen Inhaber Wolter wohl auch einer der besten Kenner alter 'Stadtgeschichten' ist - sind bis auf das von Pöttjer Schmidt erhalten geblieben, haben aber zum Teil neue Fas-

saden. Das Lutherhaus wurde 1 964 abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Bevor die Langebrückstraße am Hafen als Sackgasse endet, gelangt man links vor der

Mühle Rau zur Reeperbahn. Das letzte Haus rechts wurde ebenfalls abgerissen.

Eckernförde. Lang~brückslrasse

58 Ein Blick aus der FrauClara -Straße in die Kieier Straße von 1900 zeigt die Veränderungen dieser Straßenkreuzung. Rechts im ehemaligen Hotel Drowatzky, einst das 'Erste' in der Stadt, war bis zum Abbruch in den siebziger Iahren die Gaststätte Störtebeker. Hier gab es die ersten halben Hähnchen in Eckernförde, gegen Vorbestellung auch noch nach 24.00 Uhr. Die Häuser, geradevor am Kirchplatz, wurden alle abgerissen, um den Engpaß in der Kieier Straße zu beseitigen. Dafür gab es den schönen Kirchplatz, auf dem der Wochenmarkt stattfindet. Als die Kieier Straße und die rechts abbiegende Langebrückstraße noch die

Durchgangsstraße KielFlensburg war, stand hier der vielen Eckernfördern bekannte 'Lange Willy' und regelte - besonders freudig am Heiligabendvormittag - den Verkehr. Im Haus der

Commerzbank waren früher der Tabakladen von Timm und das Pelzgeschäft Detleffsen, wo es für gern gesehene Kunden zu Weihnachten ein Paar Handschuhe geschenkt gab.

Eckernförde

Kieier Slraße mil Frau Clara-Slraße

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek