Eibau in alten Ansichten

Eibau in alten Ansichten

Auteur
:   Heimat- und Humboldt-Museum Eibau
Gemeente
:   Eibau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5674-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eibau in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

1352 Zum ersten Mal wurde der Name unseres Ortes schriftlich auf einer Rechnung genannt. Eibau ist aber zu dieser Zeit bereits ein Pfarrdorf gewesen, denn aus einer Aufstellung geht hervor, daß an den Erzbischof von Prag drei Groschen Kirchenzehnt gezahlt werden mußten. Sonst kann über die Anfänge nicht viel gesagt werden, sie liegen im dunkeln, und manches läßt sich nur aus der allgemeinen Entwicklung der Oberlausitz schließen. Selbst über Herkunft und Bedeutung des Namens darf nur spekuliert werden, denn die heutige Schreibweise 'Eibau' anstatt Yba, Ybe, Ibe, Eubau, oder Eybau, wie es in früheren Jahrhunderten üblich war, wurde erst durch eine Festlegung des Königlich-Sächsischen Ministeriums im Jahre 1877 bestimmt. In seiner wissenschaftlichen Untersuchung 'Die Geschichte der Industriedörfer Eibau und Neueibau' bietet Dr. Wauer eine sehr plausible Erklärungsvariante an: ' ... Man könnte versucht sein, anzunehmen, daß Eibau nach einem Grundherren namens "Iwo" benannt worden ist.. .'

Eibau liegt in einem Tal, das vom Kottmar (583 m) im Norden, vom Beckenberg (409 m) im Osten, vom Spitzberg (511 m) im Süden und vom Lerchenberg (467 m) im Westen umschlossen wird. Diese 'Wanne' ist typisch für die Oberlausitzer Talbildungen. Sie wird vom Landwasser durchflossen, einem in normalen Zeiten harmlosen Bächlein, das bei Wolkenbrüchen und den darauf folgenden Hochwassern in den Dörfern an seinem Lauf schwere Schäden anrichtet. Der Bildbericht folgt im wesentlichen dem 'Lauf' des Flüßchens.

Während im nördlichen Hügelland die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen eine einträgliche Bebauung zuließen, mußten sich die 'Siedler' im südlichen Bergland auf Grund der schlechteren Bodenverhältnisse bereits im 15. Jahrhundert nach zusätzlichen Erwerbsmöglichkeiten umsehen. So begannen die Dörfler, die zuvor nur für den eigenen Bedarf gewebt hatten, die Herstellung von Leinen - und später auch von Baumwollstoffen - gewerbsmäßig zu betreiben. Die Grundherren erkannten sehr bald, daß sich dadurch eine neue 'Geldquelle' erschloß, deshalb 'erlaubten' sie ihren Untertanen gegen eine 'kleine' Abgabe, dem sogenannten Stuhlgeld, zu Hause an ihren Webstühlen zu arbeiten. So blieb es über Jahrhunderte.

Wenn 'Eibau in alten Ansichten' die Jahre von etwa 1880 bis ungefähr 1930 vorstellen soll, so ist das zum einen der Entwicklung der Fotografie in dieser Zeit und zum anderen der Entstehung von größeren Industriebetrieben, vornehmlich mechanischen Webereien, zuzuschreiben. Beides macht jene Jahrzehnte so interessant. Wesentlich für den Aufschwung auf vielen Gebieten wirkte sich der Anschluß an das Eisenbahnnetz aus.

Weil nicht alle ortsgeschichtlich bedeutsamen Ereignisse dieser Jahre mit Bildern belegt werden können, werden in der folgenden Ûbersicht weitere genannt:

1874 Verlängerung der Südlausitzer Eisenbahn von Löbau nach Ebersbach über Eibau nach Seifhennersdorf.

1879 Verbindung der Südlausitzer Eisenbahn mit der

Strecke Löbau-Zittau durch den Bau des Abschnitts Eibau-Oberoderwitz,

1880 Am 14. Juli richtete ein Hochwasser in der ganzen Oberlausitz schwere Schäden an. 67 Menschen fanden den Tod.

1889 Anläßlich des Kirchweihfestes wurde die neue Orgel eingeweiht. Karl Gottlieb Pohlisch hatte zum Kauf 20 000 Mark gestiftet.

1889/90 A.W. Schöbelließ an der Neueibauer Straße eine Websaalanlage errichten.

1895 Die Gemeinde erwarb Land, übereignete es der Kirche, und diese weihte einen neuen Friedhof ein.

1895 Am 15. Oktober war die elektrische Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen worden.

1898 Gründung der Kleiderfabrik Richter & Becker und der Webgeschirrfabrik Pfenniger & Söhne.

1899 Gustav Adolph Mehnert eröffnete eine Druckerei und gab die 'Eibauer Zeitung' heraus, die nach zehn Jahren ihr Erscheinen wieder einstellte.

1900 Ernst Gustav Rudolph ließ im Oberdorf eine mechanische Weberei errichten.

1905 Die Jalousiefabrik Patschke & Augustin wurde gegründet.

1910 Die elektrische Straßenbeleuchtung wurde auf Gas umgestellt.

1916 Die örtliche Industrie, der Handel und das Gewerbe litten unter den Auswirkungen des

Krieges. Besonders betroffen waren Leinen- und Baumwollproduktion.

1919 Die Firma Gustav Thomas begarm ihren Installationsbetrieb.

1923 Die Gemeinde mußte 500 Millionen Mark Notgeld ausgeben.

1925 Die Volkszählung vom 16. Juni ergab 5 116 Einwohner!

1929 Ende Oktober wurden Wasserleitung und Wasserwerk in Betrieb genommen. Die Baukosten betrugen 845 000 Mark.

1930 Die große Weltwirtschaftskrise wirkte auch in Eibau mit Betriebsstillegungen, Arbeitszeitverkürzungen, Aufgabe der Selbständigkeit einiger Handwerker und Geschäftsinhaber, sowie durch Zwangsversteigerungen von Fabrik- und Wohngrundstücken.

Vielen Eibauern wäre zu danken, denn ihre Leihgaben haben dazu beigetragen, daß diese 'alten Ansichten' zusarnmengestellt werden konnten. Besonderen Dank verdient Herr Christfried Heinrich, der Leiter des Humboldt- und Heimatmuseums.

Eibau, im Sommer 1993

J. Watzlawik

1. 'Oberlausitz, geliebtes Heimatland, ... stets gehört me.n Herz nur dir!' Man könnte dieses Lied als die 'Hymne' der Oberlausitz bezeichnen. Gedichtet und vertont wurde es im Jahre 1929 von Kurt PiehIer, der es dem Zittauer Lehrergesangverein widmete. Die einprägsame Melodie und der gefühlvolle Text sorgten bald für eine weite Verbreitung in der südlichen Hälfte unserer Heimat. Kurt Piehler hat noch viele Lieder geschaffen, auch in Mundart und für Volkskunstchöre gut geeignet. Eins muß besonders erwähnt werden, denn alle Aufnahmen aus alter Zeit sind nach diesem Motto ausgewählt worden: 'Bei uns derheerne , do is goar schiene.'

Koltmarberg- Baude

2. Eibau liegt am Fuß des Kottmars. Mit seinen 583 m gehört dieser zu den höchsten Erhebungen des Lausitzer Berglandes. Seit 1830 gab es auf dem Gipfelplateau einen hölzernen Wetterschutz. Stürmische Winde rissen das Häuschen immer wieder um, bis Spenden vieler Einwohner der umliegenden Orte den Bau eines steinernen Turms ermöglichten, Seit 1881 erhebt er sich auf dem Berg und lädt zum Ausguck ein. Fünfzehn Meter ist er hoch, ragt über die Baumwipfel und bietet eine gute Sicht über die nähere und fernere Umgebung. Die Deutung des Namens 'Kottmar' liegt im dunkeln und ist sehr umstritten, doch dessen ungeachtet ist er für viele Besucher ein beliebtes Ausflugsziel.

3. 'Gruß aus Eibau.' Zwei Teilansichten und fünf heute noch bekannte Gebäude künden vorn Leben der Einwohner. Die rauchenden Schlote auf dem Bliek vorn Beckenberg (links) berichten, daß Eibau früher zu den größten Industrieorten des Kreises Löbau gehörte. Der Bliek zum Kottmar (rechts) zeigt die Schönheit der Heimat. Die damals für die Menschen wichtigen Stationen werden vorgestellt: Kirche, Schule, Arbeitsplatz, Gasthof. Schützenhaus. Über alle wird an anderer Stelle berichtet, Solche Karten drückten auf besondere Weise die Verbundenheit und Liebe zur Heimat aus.

4. Auf dem Weg durch Eibau fallen viele kleine Häuschen mit einem eigenartigen, aber schönen Baustil auf, Umgebinde genannt. Die meisten von ihnen sind sehr alt. Verschiedene Erklärungen versuchen, die Entstehung dieser Bauweise zu deuten, zum Beispiel so: Als immer mehr Webstühle in die Holzstuben der Oberlausitzer Dörfer Einzug hielten, mußte neuer Wohn- und Arbeitsraum geschaffen werden. Aufstocken war das Naheliegendste. Die zusätzliche Last wurde auf Ständer verteilt, die die Außenwände 'umbanden'. Heute denken nicht wenige Bewohner so, wie eine 15jährige Schülerin in einem Aufsatz schrieb: ' ... Ich wohne in einem Umgebindehaus und fühle mich sehr wohl. ... Das hölzerne Häuschen strahlt Ruhe und Geborgenheit aus .... '

5. Die nächsten drei Bilder zeigen die Arbeit der Heimweber. Sie geben Auskunft darüber, wie das Leben dieser Menschen ablief. Lassen wir einen Eiber zu Worte kommen, der in den 'Jugenderinne-

rungen eines Lausitzers' berichtet: ' Mein Großvater war Handelsweber und hatte 6-8 Stühle gehen.

Er ließ meist Baumwollstoffe weben An der Morgenseite klapperten drei Webstühle (Gezehe),

dazu surrten Spul-, Treibe- und Spinnräder. ... Wenn die Kette zu Ende ging, kroch mein Bruder unter den Webstuhl und wickelte das Gewebe vom Stoffbaum ab. Der Vater sah den Stoff noch einmal durch und trug "heem". Er brachte die neue Kette und den Schuß mit. ... '

6. ' ... Nun wurde wieder aufgebäumt. ... Dann wurde angedreht ... , Ein Teil der Kette , das Ziel für den Tag, wurde geschlichtet, das heißt, Kleister wurde mit Schlichtbürsten gleichmäßig auf die Kette gebracht .... Das Schlichten machte die Fäden fest und dicht. ... Der Abend brach an .... Im Sommer war die Arbeit hinter dem Webstuhl beendet. ... Die Stoffe mußten vorgerichtet werden. In Eibau gab es keine Appretur, auch keine Druckerei für Baumwollstoffe. (Hier wird den Schreiber wohl die Erinnerung getäuscht haben! J .W.) Die Ware wurde nach Neugersdorf gebracht .... Mehrmals in der Woche fuhr nun der Großvater die Ware auf dem Schubkarren dorthin und brachte die fertige wieder. .. .'

7. ' ... Vom vierten und fünften Jahr an mußten die Kinder helfen, erst treiben, später spulen. Auch ich fand beizeiten meine Arbeit hinter dem Treiberade; als ich dann die Schule besuchte, spulte ich für

meine Mutter. ... Jeden Tag ohne Ausnahme mußte das "Ziel" gemacht werden Um mehr Lust

und Liebe zur Arbeit zu erwecken, erhielten wir jeden Sonntag "Lohn" ausgezahlt Dieses Geld

wurde in die Sparbüchse gesteckr.' Auf allen drei Aufnahmen ist zu erkennen, daß die Holzstuben der Urngebindehäuser gleichzeitig Wohn- und Arbeitsräume waren. Erwähnenswert sind die gardinenlosen Fenster mit den 'Ritscheln' (Schiebern) zum Verschließen.

8. Nach dem Dreißigjährigen Krieg blühte der Leinwandhandel auch in Eibau mächtig auf. Dadurch gelangten einige Verleger zu Wohlstand, besonders der Kaufherr Christian Zentsch. Im Verlaufe eines Vierteljahrhunderts stieg er zum ungekrönten König der Oberlausitzer Faktoren auf. Um 1720 gehörten ihm fast zwanzig Grundstücke, Bauerngüter und Stadthäuser in Zittau und Löbau. Sein Eibauer Haus - die Aufnahme zeigt es um 1900 -ließ er aufs prächtigste ausstatten. Man sieht es diesem verhältnismäßig einfachen Gebäude nicht an, welche Kostbarkeiten sich im Inneren verbergen. Nur das prunkvolle Sandsteinportal läßt etwas von der Ausgestaltung ahnen.

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