Eibau in alten Ansichten

Eibau in alten Ansichten

Auteur
:   Heimat- und Humboldt-Museum Eibau
Gemeente
:   Eibau
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5674-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eibau in alten Ansichten'

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49. Ehrengedächtnis, 12. Dezember 1915! Schützen- und Kriegerverein sind angetreten! Mitten im Ersten Weltkrieg gedachte man der Toten, die schon vor Jahrzehnten gefallen waren. Bis zum Ende dieses Völkermordens sollten noch einige 'auf dem Felde der Ehre' bleiben. 'Süß und ehrenvoll ist der Tod fürs Vaterland!' Mit solchen Parolen wollten die Verantwortlichen die Menschen zum Durchhalten auffordern. Immer wieder wird beim Betrachten solcher Bilder von 'Gedenkfeiern' die Sinnlosigkeit des Krieges deutlich. In der linken Bildhälfte ist der Bliek frei bis zur Kirchstraße. Es ist eben eine 'alte Ansicht', denn heute ist alles zugebaut.

50. Im Jahre 1909 hatte die Gemeinde ein Grundstück erworben, um sämtliche Bereiche der Verwaltung darin unterzubringen. (Heute 'residiert' sie wieder im 'Gerichtskretscham' .) Ab September des gleichen Jahres fand dort auch die Sparkasse ihren Platz. Aus dieser Zeit wird berichtet, daß die Spareinlagen immer geringer wurden. Viele, wegen der drohenden Kriegsgefahr ängstlich gewordenen Sparer hoben ihr Geld ab, um es in den Sparstrumpf zu steeken. Trotzdem waren die Geschäftsräume zu klein geworden. Abhilfe konnte erst geschaffen werden, als die Neugersdorfer Commerz- und Privatbank ihre Eibauer Filiale aufgab und die Gemeinde das stattliche Gebäude an der Ecke Haupt- und Bahnhofstraße kaufte.

51. Das Jahr 1919. Ein Jahr war der schreckliche Krieg vorbei. Nun mußte eine traurige Bilanz gezogen werden. Die Gemeinde Eibau hatte 167 Tote zu beklagen. Ihrer zu gedenken, sollte ein Ehrenmal errichtet werden, aber die folgenden Jahre brachten neues Unheil über die Menschen: Inflation und Arbeitslosigkeit. So konnte erst am Ende der zwanziger Jahre der Gedanke des Ehrenmalbaus Wirklichkeit werden. Am 31. Oktober 1928, so berichtet die Aufnahme, wurde es eingeweiht, um die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu ehren. Welche Gedanken mögen wohl die Teilnehmer dieser Feier bewegt haben?

52. Ein Kriegerehrenmal. Vollkommene Stille, würdevolle Ruhe strahlt diese Aufnahme aus. Der Besucher wird unwillkürlich leise. Seine Gedanken sollen zum ehrenden Besinnen werden. Worüber soll er aber nachdenken? Daß der Krieg ein unabwendbares Schicksal ist und Opfer fordert? Wäre es nicht sinnvoller, daß solche 'Ehrenmale' die Menschen zur Bereitschaft auffordern, den Krieg zu ächten, ihn für immer aus dem Leben zu verbannen? Gerade in dieser Zeit, wo das Sterben anscheinend zum Alltag der Völker gehört, müssen 'Kriegerehrenmale' zu Mahnmalen werden, damit niemand mehr an Opfer eines Krieges denken muß.

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53. Von welcher der umliegenden Höhen man nach Eibau schaut, immer steht die Kirche im Mittelpunkt. Sie ist bereits über 280 Jahre alt. Dieses stattliche Alter sieht man ihr nicht an, denn seit der feierlichen Einweihung am dritten Weihnachtsfeiertag 1707 haben die Mitglieder der Kirchgemeinde immer für ein sauberes und würdevolles Aussehen gesorgt. Bis dahin hatten Alt- und Neu-Eybau nur eine kleine Kirche, die, wie in allen alten Dörfern, vermutlich aus einer Kapelle entstanden ist. Sie gehörte zum Zittauer Diakonat und mußte dem Erzbischof von Prag drei Groschen Kirchenzehnten zahlen. An jedem dritten Sonntag predigte der Eybauer Pfarrer in Leutersdorf, an den übrigen mußten die Leutersdorfer nach Eybau 'wandern',

54. Die Aufnahme, um 1900 entstanden, zeigt Altar und Tauftisch so, wie sie in den Jahren 1839 bis 1841 verändert worden sind. Ursprünglich war dieser mächtige Altar ein vollständig barockes Kunstwerk. Er 'entging' bei der Erneuerung nur knapp der 'Vernichtung' , denn der Chirurgus Reinhold Gottlieb Israel stiftete einen neuen, und nur weil der alte ein 'Geschenk aus der Zeit des Kirchenneubaus' war, blieb er erhalten. Der Tauftisch wurde auf Kosten von Frau Elisabeth Priebs, einer reichen Eibauerin, errichtet. Er kostete 1707 die Summe von 196 Talern. Bei der Renovierung bekam er 1840 'nur' einen Deckel.

55. 'Erinnerung an das 200jährige Kirchenjubiläum' , am 31. Oktober 1907 fotografiert. Das wurde zum Anlaß genornmen, um die Kirche innen und außen gründlich zu erneuern. Die Kosten waren sehr hoch. Sie betrugen 1B 000 Mark. Aus jener Zeit wird aber immer wieder gerneldet, daß reiche Eibauer, die Kirchgemeinde mit großzügigen Spenden beschenkten. Es waren Fabrikanten, Besitzer von mechanischen Webereien, Färbereien und Bleichen, die zu besonderen Anlässen zur Verschönerung und Modernisierung der Kirche beitrugen. Einige Namen sind noch bekannt:

Gabriel Priebs, der 1886 4 500 Mark zum Ankauf eines neuen Glockengeläuts stiftete oder Kar! Gottlieb Pohlisch, der 1889 20 000 Mark zur neuen Orgel beisteuerte oder Hermann Wauer, der 1898 5000 Mark zum Bau einer Begräbniskapelle spendete.

56. 'Zur Erinnerung an die Glockenabnahme am 31. Juli 19171' Früh um 1/48 Uhr erfolgte dieses traurige Ereignis. Der Erste Weltkrieg tobte seit dem 2. August 1914 und alles, was zur Waffenherstellung zu verwenden war, wurde beschlagnahmt. Selbst vor Kirchenglocken, die doch die Menschen zum friedvollen Gottesdienst rufen sollten, wurde nicht haltgemacht. Die Gesichter der Menschen, ob Erwachsene oder Kinder, verraten ernste Nachdenklichkeit. Vierundzwanzig Jahre später, im Jahre 1941, wurden wiederum zwei Glocken abgenommen, um für kriegerische Zwecke verbraucht zu werden.

57. 'Gruß aus Kretscham, Eibau i/Sa.', geschrieben am 24. September 1910! Als die Aufnahmen gemacht worden sind, stand dieses Haus fast siebzig Jahre, denn es wurde 1841142 errichtet. Vorher befanden sich alle zum Gerichtskretscham gehörenden Bauten auf der anderen Straßenseite. Sie mußten 1882 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Man erkennt an dem Neubau deutlich, daß auch andere Möglichkeiten genutzt werden sollten, es heißt jetzt 'Conzert -Ball-Saal' und so sah es damals in einem solchen 'Etablissement' aus. Die Gaststube lag links vom Eingang, und in den Kellerräumen an der rechten Giebelseite befanden sich die Pferdeställe, denn der Gasthof war auch Ausspannung.

58. Der Namen 'Gerichtskretscham' ist nur noch der Tradition verpflichtet. Schon wenige Jahre nach dem Neubau des Kretschams wurde sein Besitzer Christian Friedrich Korselt von seiner Tätigkeit entbunden und im gleichen Jahr, nämlich 1847, wurde C.F. Schniebs in das neugeschaffene Amt des Friedensrichters eingeführt. Die Besitzer des 'Gerichtskretschams' waren also nicht mehr gleichzeitig Ortsrichter. Sie konnten sich jetzt den eigentlichen Aufgaben der Gastronomie zuwenden oder, wie das Bild zeigt, durch Inbetriebnahme einer Zapfsäule Benzin für Auto- und Motorradfahrer anbieten.

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