Eilenburg in alten Ansichten Band 1

Eilenburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Andreas Flegel
Gemeente
:   Eilenburg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6534-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eilenburg in alten Ansichten Band 1'

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19 Diese Aufnahme entstand in den Sommermonaten des [ahres 1931. Sie zeigt im Vordergrund die chaotisch anmutende Baustelle der Leipziger Brücke. Der Eindruck mag täuschen, denn nach einer gerade halbjährigen Bauzeit war das Großprojekt vollendet. Die Vorbereitungen hatten am 16. März 1931 mit demAbbruch einzelner Gebäude in der Leipziger Straße begonnen. Im späten Frühjahr folgten die Vermessungsarbeiten und zwischen dem 27. Juni und 15. Juli wurde die am rechten Bildrand erkennbare hölzerne Behelfsbrücke errichtet. Nur vier Monate später konnte der eigentliche Brückenbau teilweise für den Verkehr freigegeben werden.

Knapp 70 [ahre hielt die Leipziger Brücke den ständig wachsenden Verkehrsströmen stand, bis auch für sie im April 1997 das Aus karn.

Die Gebäude im Hintergrund gehören zur Leipziger Straße.

Grünflächen und kleine Parkanlagen.

Etwa in der Bildmitte ist die Einmündung zur Angerstraße zu sehen. Das gesamte abgebildete Ensemble fiel dem Beschuß Eilenburgs im April 1945 zum Opfer. An seiner Stelle befinden sich heute

20 Diese Ansichtskarte entstand wohl unmittelbar nach der Fertigstellung der Leipziger Brücke im [ahre 1932. Obwohl die Konstrukteure dieser Brücke in ihren Planungen von einem ständig zunehmenden Straßenverkehr ausgingen, waren die Belastungen, denen ein derartiges Bauwerk in der Gegenwart ausgesetzt ist, für sie wohl kaum vorhersehbar. Beispielsweise waren im [ahre 1926 im Stadtbezirk Eilenburg gerade einmal 2 1 PKVI, 10 LKW und 68 Krafträder zugelassen. Das hatte zur Folge, daß im Gegensatz zu heute ein Fotograf wesentlich mehr Zeit investieren mußte, um ein Fahrzeug beim Passieren der Brücke zu fotografieren. Dies

war wahrscheinlich dem damaligen Bildautor doch zu zeitaufwendig, so daß er zum Mittel der 'Fälschung' griff. Der PKW wurde zur Aufwertung des Bildinhalts auf die ansonsten schlicht und lang-

weilig wirkende Brücke retuschiert. Da das Motiv und der Bildinhalt bei der wahren Flut solcher Karten über den Verkaufserfolg entschieden, waren derartige kleine Kunstgriffe nicht die Ausnahme.

2 1 Dem Arbeitsgang, das Mehl während des Mahlvorgangs durch Beutel zu sieben, verdankt die abgebildete Beutelmühle ihren Namen. Sie hatte in ihrer Blütezeit drei hintereinanderstehende unterschlächtige Räder, wovon eines im Bild zu sehen ist. Seit 1925 besaß sie nur noch ein Wasserrad, das je nach Wasserstand des Mühlgrabens mit 20-65 PS wirksam wurde. Kernstück des im Radhaus verborgenen imposanten Antriebsaggregates war ein gewaltiger Eichenstamm, den es zu ersetzen einen beträchtlichen Aufwand bedeutete. Als beispielsweise 1937 die Welle erneuert werden mußte, fand man erst im Niemegker Forst hierfür geeignete Bäume. Bis

192 6 besaß das Werk auch eine Schneidemühle, so daß man oft auf dem Mühlplatz große Stapel an Stämmen und Brettern vorfand, wie es auch hier auf dieser Aufnahme zu sehen ist. Das abgebildete

Mühlengebäude entstand

1 759. Der Vorgängerbau war im Iahr zuvor niedergebrannt, als während des Siebenjährigen Krieges vor den preußischen Truppen fliehende Österreicher die Mühl-

brücken in Brand steckten. 1945 wurde die Beutelmühle fast vollends zerstört und später in veränderter Form wieder aufgebaut.

22 Auf dieser Aufnahme bilden die hoch aufragenden mittelalterlichen Türme der Ilburg mit den ihr zu Füßen liegenden Industriebauten des 19. und 20.Jahrhunderts einen reizvollen Kontrast. Die zahlreichen Herren- und Maschinenhäuser, Fabrikhallen und Trockentürme mit ihren oft aufwendig gestalteten Fassaden stehen für eine Zeit, als die Stadt an der Südgrenze Preußens Dreh- undAngelpunkt der preußischen Textilindustrie war. Wie auf einer Perlenschnur reihten sie sich ab dem beginnenden 19. Jahrhundert beidseitig des energiespendenden Mühlgrabens aneinander. Als um 1930 diese romantische Aufnahme entstand, war aller-

dings das Knarren der riesigen Wasserräder, das einst den Aufstieg der Muldestadt zum Zentrum der Textilfabrikation im Königreich Preußen symbolisch verkündete, längst verstummt. Heute erinnern

nur noch kümmerliche Reste einer einst prachtvollen Industriearchitektur an eines der gewichtigsten und zugleich längsten Kapitel Eilenburger Wirtschaftsgeschichte.

23 Obwohl Ballonaufstiege in der Gegenwart zu fast jedem größeren Ereignis dazugehören, haben sie nichts von ihrer einzigartigen Faszination eingebüßt. DieseAufnahme zeigt wahrscheinlich den Aufstieg des Ballons 'Bitterfeld' am 2S.]uli 1909 auf dem]ahnplatz. Zahlreiche Eilenburger hatten sich eingefunden, um dieses damals äußerst seltene Schauspiel mitzuerleben. Gemeinsam mit dem erfahrenen Ballonführer Hauptmann Härtel wagten sich der Maurermeister Otto Müller, der Kaufmann Fritz Sperling und der Bankvorsteher Erich Lamprecht in die Gondel des Luftgefährts. Das abenteuerliche Vergnügen endete für die Wagemutigen erst

in Schwedt an der Oder. Der Leipziger Härtel war auch ein eifriger Fotograf. Ihm sind unter anderem die ersten Luftbildaufnahmen von Eilenburg zu verdanken.

24 DieseAufnahme Eilenburgs aus der Vogelschau wurde von Hauptmann Härtel um 1910 aus dem Ballon 'Parseval VI' aufgenommen. Eindrucksvoll wird durch diese Fotografie die harmonisch gewachsene Stadtlandschaft der Muldestadt veranschaulicht. Der mittelalterliche Stadtkern läßt die Planmäßigkeit seiner Anlage noch deutlich erkennen. Ein uralter Fernhandelsweg, die heutige Leipziger und Torgauer Straße, bestimmte vor mehr als 800 [ahren die ovale Form des Stadtgrundrisses, in dem sich die Straßen gitterförmig schneiden. Es handelt sich wohl um eine der ersten Aufnahmen Eilenburgs aus der Vogelschauperspektive. Be-

reits 1864 waren in Frankreich erste akzeptable Aufnahmen der Erdoberfläche aus einem schwebenden Ballon gemacht worden. Sehr schnell hatten die Militärs die Bedeutung derartiger Luftbilder für

den militärischen Einsatz erkannt und die Ballonfotografie wurde zum Experimentierfeld in den ballonfahrenden Truppenteilen, über die damals verschiedene Armeen verfügten.

251m [ahre 191 2 beschlossen die städtischen Körperschaften eine Straßenregulierung im Bereich der Leipziger Straße/Einfahrt Angerstraße vorzunehmen, um das dortige 'Nadelöhr' zu beseitigen. Hierfür wurden die Grundstücke Hergt und Gieseler in der Leipziger Straße 32 und 33 sowie das Grundstück Angerstraße Nr. 18 aufgekauft und im folgenden [ahr abgebrochen. Das Geschäftshaus Gieseler in der Leipziger Straße Nr. 33 war nurwenige [ahre zuvor, zumindest von außen, saniert worden, wie es die prächtige Jugendstilbemalung an der Fassade erkennen läßt. Möglicherweise handelt es sich bei dieser Aufnahme um ein 'Abschiedsfoto' der Gieselers von ihrem Haus. OUo und Hulda Gieseler schauen aus dem linken Fenster des zweiten Geschosses. In derselben Etage hat sich im

zweiten Fenster von rechts der praktizierende Tierarzt Dr. Paul Brendel in Positur gestellt. Er nutzte wohl die Gunst der Stunde, um auf diesem historischen Foto präsent zu sein.

26 Weiter führt uns unser Spaziergang in die Muldenstraße. Sie folgte ursprünglich den alten Befestigungsanlagen außerhalb der Stadt. Nachdem ab dem [ahre 1820 die Stadtmauern abgetragen wurden, entstand auf dem freiwerdenden Terrain ein kleines geschlossenes Ensemble von Wohn- und Geschäftshäusern. In dem Haus etwa in der Bildmitte, das weit in die Leipziger Straße vorragte, hatte in den dreißiger [ahren das Musikhaus Moritz sein Domizil. Der damalige Inhaber Kurt Moritz war für seine Tierliebe stadtbekannt. Besonders Hunde hatten es ihm angetan. So war es auch nicht verwunderlich, daß die Eilenburger ihm den Beinamen 'Hunde-Mo-

ritz' verpaßten. Im Gegensatz zu den beiden Gebäuden auf der linken Straßenseite hat das langgestreckte Geschäftshaus auf der rechten Straßenseite die Zeiten überdauert. In ihm befand sich zur damaligen

Zeit die Samenhandlung und Kleesaatreinigungsanstalt von Richard Barrot.

271m [ahre 1835 ließ sich der Seifensieder Carl Gottlob Müller in der Muldestadt nieder. Er wurde zum Begründer der traditionsreichen gleichnamigen Seifenfabrik, die ab 1868 ihren Standort in der Leipziger Straße 26 und den sich in der Wallstraße anschließenden Grundstücken hatte. 1935, einhundert [ahre nach der Firmengründung, ermöglichten wachsende Umsätze dem damaligen Inhaber des Familienbetriebes Maximilian Müller, das Ladengeschäft in der Leipziger Straße wesentlich zu erweitern. Mit der Leitung der Verkaufseinrichtung war zu diesem Zeitpunkt bereits sein Sohn

Carl Alexander betraut. Zu den gefragtesten Sortimenten aus eigener Produktion gehörten weiße Kernseife, Sparkernseifen, Eschwegerseifen, Terbosa-Benzinseife sowie Schmierseifen. Der Verkaufs-

'Guatemala-Kaffee' in den vergrößerten Geschäftsräumen zum Verkauf Der Kaffee wurde von Karl Gieseler, dem Schwiegersohn des Inhabers, im Ursprungsland ausgewählt.

schlager war aber das Waschmittel 'Sorbil'. Von ihm gingen zwischenjuni 1934 und November 1935 rund 80000 Beutel über den Ladentisch. Neben den Seifenfabrikaten kam als weiterer Hauptartikel

28 Die Leipziger Straße war von alters her die Hauptgeschäftsstraße der Muldestadt. Hier waren im Laufe der [ahrhunderte repräsentative Wohn- und Geschäftsbauten entstanden. Um 1930, der etwaigen Entstehungszeit dieser Aufnahme, befand sich auf jedem dieser Grundstücke mindestens eine Gewerbe- oder Handelseinrichtung bzw. ein Handwerksbetrieb. In der

Nr. 17 waren allein drei Handwerksbetriebe ansässig. Im Nachbargebäude Nr. 18 üben nunmehr bereits in der vierten Generation die Goldschmiede Sonntag einen der ältesten technischen Berufe aus. In der sich anschließenden Nr. 19 befanden sich unter den 1 7 Parten auch die

Spedition Schmidt und die Papierhandlung von Martha Breyding (Heinroth Carl). Die Nr. 2 ° ist seit Jahrhunderten Domizil der Gaststätte 'Schwarzer Adler' , in dessen hinteren Etablissements sich

rig) mit Kolonialwaren. In der Nr. 23 trafman Schneidermeister Breiting, der später als Heilpraktiker weit über die Grenzen Eilenburgs hinaus bekannt wurde.

im [ahre 193 ° eines von damals zwei Kinos in Eilenburg befand. Im nächsten Gebäude hatte unter anderen der Kaufmann Gieseler sein Ladengeschäft und in der Nr. 22 handelte Oswald Friedrich (Eh-

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