Eilenburg in alten Ansichten Band 1

Eilenburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Andreas Flegel
Gemeente
:   Eilenburg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6534-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eilenburg in alten Ansichten Band 1'

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39 Ähnlich wie in der Gegenwart drängen sich hier an einem Markttag irgendwann in den dreißiger [ahren die Buden und Stände der Händler auf dem Eilenburger Marktplatz dicht an dicht. Nur die Kulisse hat sich gewandelt. In den verhängnisvollen Apriltagen des [ahres 1945 sank mit der gesamten Altstadt auch das Marktplatzensemble in Schutt und Asche. Vom Rathaus, das genau vier Jahrhunderte in unveränderter Form allen Stürmen der Zeit getrotz hatte, ragten nur noch die Giebelwände gespenstisch in den Himmel. Als erster kommunaler Bau wurde es mit Unterstützung der Bevölkerung des gesamten Kreises Delitzsch zwischen 1946 und 1949 in Anlehnung an den Renaissancecharakter seines

Vorgängers wieder errichtet. Dagegen blieb das Terrrain, an dem sich einst das sogenannte Viereck als westliche Begrenzung des zentralen Platzes der Stadt befand, bis heute unbebaut.

40 'Der Röhrenkastenmann auf dem Marktplatz der Möbelstadt Eilenburg. Nachbildung des von 1712 bis 1852 hier aufgestellt gewesenen Brunnens. Zu Gunsten des Winterhilfswerkes 19331934 wurde diese Nachbildung von derTischlerinnung hergestellt.' So lautet der Aufdruck auf der Rückseite dieser zeitgenössischen Ansichtskarte. Der Brunnen wurde nach den Originalplänen aus dem [ahre 1712, die sich im Eilenburger Stadtarchiv erhalten haben, errichtet. Allerdings befand sich der ursprüngliche Standort des sandsteinernen Brunnens mit der Neptunfigur im Eckbereich von Bernhardistraße und Marktplatz.

41 Diese Aufnahme zeigt ein Fähnlein des Eilenburger Jungvolk auf dem Marktplatz vor der Abfahrt zur sogenannten Großfahrt nach dem Sudetenland im Sommer des [ahres 1939. Teilnehmer die-

ser Fahrradtour waren von links nach rechts: Fähnleinführer Fred Barme, Lackner, Nitschke, Sperling H., Nitschke, Rudolph, Munkwitz, ?, ?, ?, Krämer und RudolfMüller. In Hintergrund sind die Ge-

bäude Markt 2-4 zu sehen, die dem Beschuß der Muldestadt im April 1945 zum Opfer fielen.

42 Einen idyllischen Eindruck vermittelt dieser Blick vom Marktplatz zur städtischen pfarrkirche St. Nicolai aus der Zeit um 1940. Durch die planmäßige Bebauung der Altstadt waren im Zentrum zwei separate Plätze mit ganz unterschiedlichen Funktionen entstanden. Der Marktplatz war als zentraler Handelsplatz de facto der Lebensnerv des alten Eilenburg, wogegen auf dem heutigen Nicolaiplatz bis in das 16. Jahrhundert hinein die Eilenburger zur letzten Ruhe gebettet wurden. Beide Plätze waren nur durch schmale Gassen miteinander verbunden. Eine dieser Verbindungen stellte die Schlippe zwischen dem Rathaus und dem Gebäude Markt 2 dar. In seinem Ostgiebel befand sich ein denkmalgeschütztes sogenanntes Sitznischenportal aus dem [ahre 1622. Wenn auch die Bürger-

bauten des 17. und 18. [ahrhunderts oftmals den aufwendigen architektonischen Zierrat späterer [ahrhunderte vermissen lassen, wirken deren Fassaden dennoch nicht monoton und langweilig. Ständig wechselnde Schattenspiele auf dem der Zie gelwand folgenden Kellenputz verliehen ihnen eine gewisse Lebendigkeit.

43 Vom 5.-12. Juli 1931 war Eilenburg Gastgeberstadt des 36. Provinzial-Bundesschießens der Provinz Sachsen und der Freistaaten Anhalt und Braunschweig. Im 1859 gegründeten Provinzial-Schützenbund waren zu diesem Zeitpunkt etwa 5 000 Schützen in rund 100 Vereinen organisiert. Trotz der damals wirtschaftlich schwierigen Situation zogen die Umzüge, Wettkämpfe und geselligen Veranstaltungen zahllose Schaulustige in die Muldestadt. Die prächtige Schützenscheibe erinnert an dieses sportliche Großereignis. Hinter der Scheibe sitzt mit Kaufmann Richard Schulz der damalige Hauptmann der Eilenburger Büchsenschützen. Er trägt die heute leider verschollene große Schützenkette. Er wird links flankiert von dem Waschanstaltbesitzer Richard Liebs (Mühlgraben Nr.

1) und rechts von dem Friseurmeister Otto Hasenkrug (Bergstraße Nr. 66). Dahinter stehen von links beginnend: (?), Häfig, Bürovorsteher bei Rechtsanwalt Müller, der 'Rat-

tenkänig' Fritz Weber, Inhaber der Adler-Drogerie in der Leipziger Straße 23 und Georg Strauß, kaufmännischer Angestellter im Eilenburger Celluloid-Werk.

44 Diese Aufnahme entstand an einem sogenannten Handwerkertag im [ahre 1935 oder 1936. Sie zeigt Mitglieder der traditionsreichen Schuhmaeher-Innung vor den Fassaden der Marktbebauung vis-à-vis vom Rathaus.

45 Diese Aufnahme entstand wohl noch vor 1900 und zeigt die Torgauer Straße von der Nr. 20 bis zur 35. Dieser Straßenzug fiel fast vollständig dem Beschuß Eilenburgs zum Opfer. In den jahrhundertealten Gemäuern der Torgauer Straße waren zu 'Kaisers' Zeiten zwischen acht und zehn Hotels, Restaurants und Gasthäuser zu finden. Das hier abgebildete Restaurant Zum goldenen Anker (Nr. 21) mußte allerdings wenig später seine Pforten schließen. Später finden sich in diesem Gebäude Geschäftsräume der bekannten Eilenburger Stuhlbaufirma Franz Jäger oder auch der Drechslermeister und späteren Spielwarenhändler Rosenberger.

46 Diese Ansichtskarte aus den dreißiger [ahren zeigt die Gebäude der Torgauer Straße Nr. 28 bis Nr. 35, die fast vollends dem Beschuß Eilenburgs imApril1945 zum Opfer fielen. Etwa in der Bildmitte befindet sich die Einmündung zum Kornmarkt. Hinter diesem kleinen Platz, der früher von den Eilenburgern als Eselsplatz bezeichnet wurde, erhebt sich der fast quadratische Gebäudekomplex des sogenannten Viereck. Dieses Ensemble zwischen Kornmarkt und Marktplatz harrt noch auf seinen Wiederaufbau. In dem Geschäftshaus im linken Vordergrund handelten die früheren Drechslermeister Max und Karl Rosenberger mit Geschenkartikeln. Im Nachbargebäude unterhielten Ernst bzw. Kurt Scheibe ihre Schuhmacherwerkstatt.

47 Bornikoels gehörten in der ersten Hälfte des 20. [ahrhunderts zu den bekanntesten Kaufmannsfamilien Eilenburgs. Diese Aufnahme zeigt deren Ladengeschäft in der Torgauer Straße Nr. 61-62 um dasjahr 1910.Einzweites Geschäft hatte der damalige Inhaber Richard Bornikoel zu dieser Zeit in der Bergstraße 54. Die Bornikoels handelten mit Düngemittel, Getreide, Mehl, Futtermittel, Wein, Kolonial- und Materialwaren und betrieben eine Destillation.

48 Zum Abschluß des 75jährigen Gründungsjubiläums des Allgemeinen Turn- Vereins bewegte sich in den ersten Nachmittagsstunden des 28. Juni 1936 ein Festzug durch die Straßen der Stadt. An ihm beteiligten sich neben den Gastgebern Abordnungen der anderen zur Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen gehörenden Vereine sowie der Freiwilligen Feuerwehr. NachAnkunft auf dem Wilhelm-Grune-Platz zeigten Turner, Turnerinnen und Kinder in Freiübungen ihr Können, bevor mit einem Handballspiel zwischen dem ATV 1 und dem vfB Leipzig 1 (8: 5) die einwöchigen Wettkämpfe ihren Abschluß fanden. Mit der Verkündung der Sieger endeten die Jubiläumsfeierlichkeiten. Die Aufnahme vom Festumzug entstand in der Torgauer Straße. Die Mehrzahl der Gebäude im

Hintergrund ist heute noch erhalten. Hier befanden sich zur damaligen Zeit zahlreiche Handels- und Gewerbeeinrichtungen, wie der Gasthof Goldene Sonne (Nr. 57), Schneidermeister Zikowsky

(Nr. 58), Schmiedemeister Hermann Knack jun. (Nr. 59), GasthofStadt Berlin (Nr. 60), Kaufleute Bornikoel (Nr. 61-62), FleischermeisterWilhelm Lamm (Nr. 63), Wagenbauer R. Bornikoel (Nr. 64-

66) und die Fleischerei Karl Mosig (Nr. 67).

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