Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Andreas Flegel
Gemeente
:   Eilenburg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6676-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eilenburg in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Mit dem vorliegenden Band wird die von mir im Iahre 1994 mit dem Buch 'Eilenburg - wie es früher war' begonnene und 1998 mit dem Band 'Eilenburg in alten Ansichten' fortgesetzte Bilddokumentation des alten Eilenburg abgeschlossen. Insgesamt wurden in diesen drei Bänden knapp 250 historische Ansichten der Stadt Eilenburg und ihrer Bewohner aus dem Zeitraum um 1880 bis 1945 in der überwiegenden Mehrzahl erstmalig veröffentlicht. Der Schwerpunkt wurde bei der Motivauswahl auf Darstellungen gelegt, die das am Ausgang des Zweiten Weltkrieges verloren gegangene Stadtbild des alten Eilenburg und den Alltag der Bewohner der Stadt zeigen. Gleichzeitig wurden wichtige gesellschaftliche und politische Ereignisse des betreffenden Zeitraums dokumentiert sowie die strukturbestimmenden Industrieunternehmen, die charakteristischen Handwerkszweige und bekannte Handelseinrichtungen anhand von Beispielen vorgestellt. Zahlreiche Bewohner des damaligen Eilenburg finden sich vor allem auf den Gruppenfatas von Schulklassen und Vereinen aller Genres wieder. In ihrer Gesamtheit vermögen die drei Bände ein umfangreiches Bild der Stadt Eilenburg vor der Zerstörung im Iahre 1945 zu zeichnen, ohne in irgend einerWeise den Anspruch aufVollständigkeit erheben zu wollen.

Dieser Band enthält 76 historische Abbildungen aus dem Zeitraum von um 1910 bis etwa um 1945. Rund 40 der Motive sind als handelsübliche Ansichtskarten erschienen. Bei etwa 20 Darstellungen handelt es sich um in geringen Auflagen hergestellte Fotokarten und die restlichen Bilddokumente sind für private Fotoalben bestimmte Schnappschüsse.

Sie entstammen bis auf wenige Ausnahmen dem umfangreichen Fundus historischer Stadtansichten des Stadtmuseums Eilenburg. Jeweils zwei Aufnahmen wurden dem Museum für dieses Projekt von der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg und Herrn M. Schmidt zur Verfügung gestellt. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Im Unterschied zu den beiden Vorgängerbänden habe

ich diesen Band nicht als fiktiven Stadtspaziergang konzipiert, sondern nach thematischen Schwerpunkten gegliedert.

Den ersten und umfangreichsten Teil bilden Ansichten aus den damaligen drei Stadtteilen Berg, Mitte und Ost. Es folgt ein Komplex von Aufnahmen die sich unter der Rubrik Wirtschaftsgeschichte zusammenfassen lassen. Daran schließt sich ein visueller Streifzug durch einen anderen Bereich der Eilenburger 'Wirtschaftsgeschichte' an, in dem wir Einkehr in diverse Eilenburger Wirtshäuser,

Restaurants und andere Lokalitäten halten. Bevorzugt werden in diesen Band Etablissements vorgestellt, die in den ersten beiden Bänden gar nicht oder nur am Rande Erwähnung fanden.

Im nächsten Abschnitt stehen Ansichten mit Darstellungen zur Militärgeschichte und zur politischen Geschichte speziell aus der Zeit des sogenannten Dritten Reiches im Mittelpunkt. Nach einer kleinen Auswahl an Gruppenaufnahmen von Schulklassen und Vereinen, beschließen Aufnahmen von heute zu Eilenburg gehörenden Dörfern den Band.

Wie ich es auch den anderen beiden Bänden vorangestellt habe, handelt es sich bei dieser Publikation um keine Chronik. Vielmehr versteht sich dieser Band als ein Mosaik von Chroniksplittern,welches das Allgemeine aber auch das Besondere der Stadt und ihrer Bewohner innerhalb eines prägnanten Zeitraumes der Eilenburger Stadtgeschichte in Wort und Bild aufzeigt. Alle Motive wurden zeitlich und räumlich bestimmt und durch faktenreiche Texte erläutert, wobei die Publizierung von bislang unbekannten Faktenmaterials im Vordergrund stand.

Der Leser wird sehr schnell feststellen, dass Aufnahmen aus den letzten fünfzehn Iahren des Betrachtungszeitrau-

mes, gemessen am Gesamtumfang des Bandes, besonders stark vertreten sind. Diese knapp fünfzehn Iahre endeten auch für Eilenburg in einem wahren Inferno. Trotz seiner verhängnisvollen Auswirkungen zählen diese wenigen Iahre zu den Kapiteln Eilenburger Stadtgeschichte die kaum erforscht und noch weniger publiziert wurden. Gerade in einer Zeit die weltweit von einer unsichtbaren Bedrohung und von Angst gekennzeichnet ist, halte ich es aber für wichtig an jenes Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte zu erinnern, das ebenfalls von Terror, Angst und Gewalt für Millionen von Menschen in allen Erdteilen geprägt war. Der von den deutschen Machthabern entfesselte Zweite Weltkrieg, ließ für die Eilenburger im April 1945 die Bibelweisheit 'Wer Wind säet, wird Sturm ernten' zu trauriger Realität werden. In jenen leidvollenApriltagen ging das alte Eilenburg unwiederbringlich verloren. Die drei Bände sollen in ihrer Gesamtheit die Erinnerung daran bewahren und gleichzeitig den heutigen Generationen Mahnung sein.

Eilenburg, im September 2 00 1 Andreas Flegel

1 Mit einer Gemäldereproduktion eines Bildes des bekannten Eilenburger Kunstmalers Bruno Matthai aus dem Iahre 1910 möchte ich die Exkursion durch das Eilenburg zwischen um 1 91 0 bis Anfang der vierziger Iahre des

20. Jahrhunderts beginnen. Der Maler lässt uns am beschaulichen Treiben auf dem Nikolaiplatz, zwischen dem wohlproportionierten Rathaus und den mächtigen Pfeilern der städtischen pfarrkirche teilhaben. Doch ganz so romantisch wie es uns hier der Maler glauben machen möchte, ging es im alten Eilenburg auch nicht zu, wie es die folgenden Bilder und Texte aufzeigen werden.

2 Zunächst eine Gesamtansicht aus einer Perspektive die nicht allzu häufig gewählt wurde, da das dichte Grün der Laubbäume des Stadtparks dem Betrachter nur den Blick auf die höchsten Erhebungen der Stadtlandschaft freigibt. Abgesehen von den markanten Turmbauten verdienen die beiden Gebäudekomplexe mit den hellen Fassaden im Bildmittelgrund besondere Beachtung. Der vom Betrachter links zu sehende Baukörper gehört zu den Nachfolgeunternehmen der 1812 am heutigen Maxim-Gorki-Platz van Danneberg gegründeten Kattunmanufaktur. An sei-

ner Stelle erhebt sich heute der Verwaltungstrakt der Eilenburger Wohnungsverwaltung. Das andere Gebäude ist ein großzügig gestalteter Zweckbau.

Er wurde um 1935 als

Hitler-Jugendheim der Stadt Eilenburg errichtet. Hier begann die intensive nationalsozialistische Betreuung der Jüngsten im übertragenen Sinne 'von der Wiege bis zur Bahre'.

3 Doch zurück zur Burg, dorthin wo vor mehr als einem Jahrtausend alles begann. Die Ansichtskarte wurde am 15 . November 193 1 gestempelt und zeigt vom Sorbenturm blickend ein intaktes Ensemble von Bauten aus sieben Iahrhunderten. Rund sechzig Iahre später ist davon nur wenig geblieben. Kriegsschäden und deren Folgen, mangelnde Baupflege und Inkompetenz haben dieses beeindruckende Panorama zerstört. Das langgestreckte schlichte barocke Stallgebäude im linken Bildteil wurde Ende der sechziger Iahre weggerissen. Der anschließende Bergfried stürzte im August 1972 in

sich zusammen. Das markante Dach des Amtshauses wurde 1993 ein Opfer der Flammen. Selbst die reich gegliederte Fassade und der sich dem Ensemble einfügende Dachaufbau

des wenig nach 1 900 errichteten mehrstöckigen Wohngebäudes im rechten Bildteil wurde zu DDRZeiten beseitigt. Heute erweckt der einst prachtvolle Bau in seiner äußeren Ge-

stalt eher den Eindruck ein gesichtsloser Plattenbau aus den sechziger Iahren zu sein.

4 Seitdem es die Fotografie gibt, gehört das gotische Eingangsportal der Ilburg zu den beliebtesten Fotomotiven der alten Muldestadt. Diese Ansichtskarte vom mächtigen Tor, das einst mit einer über einen breiten Graben führenden Zugbrücke gesichert war, wurde im Iahre 1907 verschickt. Die beiden das Tor flankierenden Wohngebäude erhielten im letzten Iahrzehnt des 20.Jahrhunderts ihre alte Schönheit und Pracht zurück. Auch das vom Zahn der Zeit arg gezeichnete wohl mehr als 700 Iahre alte Haupttor der Burg erfuhr im Iahre 1 des neuen Jahrtausends eine Generalsanierung und Restaurierung.

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5 Im Zuge der Industrialisierung und der damit einhergehenden Stadterweiterungen wandelte sich auch das Bild des bis dahin überwiegend landwirtschaftlich strukturierten Stadtteiles Berg. Mehrgeschossige Wohnbauten in typisch städtischer Architektur schlossen die Lücken zwischen dem Burgareal und dem alten Dorf Zscheppelende. Infrastrukturelle Maßnahmen vollzogen schließlich um

1900 den endgültigen Übergang vom Dorf zur Stadt. Im alten Zentrum des Dorfes mit seinen Dorfteichen wurde 1904 ein moderner Schulneubau in Nutzung genommen und bereits sechs Iahre zuvor war gegenüber der Burg ein für damalige Verhältnisse großzügiges

Krankenhaus entstanden, das noch heute den Kern des modernen Klinikums in Eilenburg bildet. Die Ansichten auf dieser Karte dürften um 1910 aufgenommen worden sein.

6 Diese Aufnahme zeigt die Einsatzübung des Steigerzuges Berg der Eilenburger Feuerwehr in der Rödgener Straße im Iahre

1 933. Damals verfügte jeder Eilenburger Stadtteil über einen eigenen Löschzug und ein entsprechendes Depot. Den Kameraden des Stadtteiles Berg standen ein Leiterwagen, zwei Hydrantenwagen, eine Abprotzspritze und drei verschiedene Anstellleitern zu Verfügung.

Im Zuge der Gleichschaltung im sogenannten Dritten Reich wurde aus den Freiwilligen Feuerwehren eine streng nach militärischen Grundsätzen ausgerichtete Feuerlöschpolizei. Rechts im Bild der damali-

ge Kommandant Rössner. Der Kürschnermeister hatte den Schmiedemeister Rudolf Bornikoel abgelöst, der von 1919 an als Oberführer und Branddirektor der Wehr vorstand.

7 Das die Stadt Eilenburg um annähernd 30 m überragende westliche Hochufer der Mulde lud Fotografen geradezu ein, das eindrucksvolle Panorama der Stadt auf Celluloid zu bannen. Häufig wählten die Bildautoren ihren Standort im Burgareal. Seltener dagegen sind Aufnahmen die die Bergstraße im Vordergrund abbilden, wie bei dieser Ansichtskarte aus dem DresdenerVerlag Rubin & Co. Das Foto dürfte Mitte der zwanziger Iahre etwa aufhalber Höhe des Berges von einem Fenster des Wohngebäudes der Landsperger Dampfbierbrauerei aus aufgenommen worden sein.

8 Diese Ansichtskarte von der Angerstraße wurde im Iahre 1920 gestempelt. Sie zeigt ein Ensemble, welches sich uns erst auf den zweiten Blick erschließt, da die im Vordergrund nur teilweise abgebildeten Bauten dem Zerstörungswahn im Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen. Die Flächen dienen heute zum einen als Grünanlage und zum anderen als Parkplatz. Das mächtige Gebäude neben dem Klinkerbau im rechten Vordergrund war einst Sitz der Eilenburger Loge. Dem heutigen Erscheinungsbild kaum anzumerken, wurde auch diese Gebäude infolge von Kriegseinwirkungen verkürzt. Die Behörden die zu DDRZeiten in diesem Gebäude

residierten sind vielen Bürgern des ehemaligen Kreises Eilenburg aber vor allem auch ihren Verwandten aus der Bundesrepublik in unguter Erinnerung. Dahinter erhebt sich das

architektonisch interessante Wohnhaus der BaumeisterVieweg, die in den ersten beiden Dritteln des

20. Jahrhunderts Inhaber eines bedeutenden Bauunternehmens waren.

Eilenburg

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