Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Andreas Flegel
Gemeente
:   Eilenburg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6676-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eilenburg in alten Ansichten Band 2'

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9 Diese Aufnahme entstand um das Iahr 1912 und zeigt die 'Colonialwaaren -, Materialwaaren - , Tabak- und Cigarrenhandlung' der Brüder Richard und Rudolf Hartmann in der Leipziger Straße Nr.

62. Rund fünfzig Iahre zuvor, am 1 7. April des Iahres 1863, hatte einer der bekanntesten Eilenburger und wohl prominenteste Spross der HartmannFamilie in diesem Gebäude das Licht der Welt erblickt. Der spätere San.-Rat Dr.

med. Hartmann wurde zum Gründer und langjährigen Vorsitzenden des ältesten Ärztebundes Deutschlands, der noch heute seinen Namen trägt. Die abgebildeten Personen sind von links die Brüder

Fritz und Walter Kademann und rechts wohl einer der beiden Inhaber.

Durch das links abgebildete Portal mit wunderschöner Jugendstilbekrönung gelangte man zu der Zeit

als diese Fotografie aufgenommen wurde in die Bäckerei von Arthur Kleine.

10 Eine Ansicht vom eigenen Haus zu versenden, war um die Jahrhundertwende eine außerordentlich beliebte Form Freunde und Bekannte zu grüßen. Diese Fotokarte wurde am 3 1 . Dezember 1 9 1 0 als Neujahrsgruß von Eilenburg nach 'Kûlschau' an die Familie Barthel verschickt. Sie zeigt das Haus des Formers Heinrich Aster in der Rollenstraße Nr. 25. Im Iahre 1910, als diese Aufnahme wohl entstand, wohnten neben der Familie des Hausherrn noch der Tischler Herrmann Breith mit Familie und die Witwe Wilhelmine Knötzsch in dem gepflegten kleinen Häuschen. Wie

der gesamte Straßenzug sank auch dieses Gebäude während des amerikanisehen Beschusses im April 1945 in Schutt und Asche.

11 Die Zunft der Schuhmacher gehörte mit 59 Meistern im Iahre 1910 zu den zahlenmäßig am stärksten vertretenen Handwerkszweigen in der Muldestadt. Doch der Schein trügt. Auch in Eilenburg war dieses Handwerk längst im Niedergang begriffen. 1888 gab es bei 1 2 166 Einwohnern sage und schreibe 87 Meister dieses Handwerks. 22 Iahre später hatte sich die Bevölkerungszahl zwar um 41 Prozent auf annähernd 17 200 erhöht, aber die Zahl der Meister hatte sich um etwa 33 Prozent verringert. Mit der zunehmenden Konfektionsfertigung wurden aus den

Schuhmachern Reparaturschuster oder Flickschuster und zum Teil SchuhhändIer, Bereits 1910 betrieben etwa 20 Prozent der Schuhmacher Eilenburgs auch eine Schuhwarenhandlung, wobei sich die Zahl der Händler die keinem Handwerk mehr nachgingen ständig erhöhte. Dieser Prozess hat sich bis in die Gegenwart fortgesetzt. Das traditionelle Schuhmacherhandwerk als solches, ist vollends ausgestorben.

Ein Bild aus besseren Tagen. Der Schuhmacher Max Franke steht vor seinem Ladengeschäft in der Großen Mauerstraße 15.

1 2 Dieser Blick vom Marktplatz in die Leipziger Straße um 1900 erscheint den nach 1945 geborenen Eilenburgern vollkommen fremd. Denn keines der hier abgebildeten Bauten überstand die sinnlose Verteidigung im April 1945 unversehrt.

Anstelle der zumeist total zerstörten Gebäude der Südseite des Straßenzuges entstanden in den fünfziger Iahren mehrgeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude. Die wenigen reparablen Gebäude wurden zumeist unter den schwierigen Umständen der Nachkriegszeit funktional wieder hergerichtet.

Einen Eindruck der einstigen Pracht dieses in Iahrhunderten gewachsenen Straßenzuges, vermögen

die beiden markanten Gebäude im Mittelgrund der Abbildung zu vermitteln. Das Gebäude im linken Bildteil wurde 1 820 als Städtisches Brauhaus errichtet und ist Zeuge jener

Zeit als das zünftige Braugewerbe im Wirtschaftsleben Eilenburgs eine hervorragende Rolle spielte. Der um 1900 errichtete monumentale Bank-Palast dagegen steht als Symbol

für den gewaltigen industriellen Aufschwung den Eilenburg um die Wende zum 19. Jahrhundert erlebte.

Mnx Frömberg, Kuustvertnga-Anstatt , Lclpzig-N. Nachdruck verboten

13 Diese Aufnahme mit Blick in die Rinckartstraße entstand wohl während des Ersten Weltkrieges als Eilenburg Garnisonsstadt war. Darauf weisen zumindest die beiden Soldaten in der Bildmitte hin. Beeindruckend die architektonische Vielfalt des Straßenzuges. Dem 1550 errichteten Kornhaus in seinen schlichten gotischen Formen stehen Gründerzeitbauten mit einer verspielten aufwendigen Fassadengliederung gegenüber. Die angrenzenden niedrigen Jahrhunderte alten Bürgerbauten wirken dagegen wie Puppenhäuser. Überragt wird dieses vielgliedrige Ensemble, von dem in Folge des Zweiten Weltkrieges nichts blieb, von dem mächtigen Westturm

der städtischen pfarrkirche St. Nicolai. Im Vordergrund links befindet sich das 1875 errichtete Hotel 'Stadt Leipzig' , heute ein freier Platz zwischen Wallund Gartenstraße.

EllENBURG. RinckartstraBe.

14 Die Aufnahme des Schuhwarenhauses Franz Werner entstand im Iahre 1931, wohl unmittelbar nach der Eröffnung des Ladengeschäfts. Franz Werner ist ein typisches Beispiel vom Übergang eines Handwerkers zum Händler. Noch vier Iahre zuvor lautete seine Berufsbezeichnung Pantoffelmacher. 1930 hatte sich die Zahl der Schuhmacher im Vergleich zu 1 9 1 0 wiederum deutlich auf um die 40 reduziert, wogegen die Bevölkerungszahl auf annähernd 19 200 zugenommen hatte. Die Zahl der Schuhwarenhandlungen blieb mit etwa 10 relativ konstant. Entfielen 1888 durchschnittlich auf einen Schuhmacher 140 Kunden, waren es 1 9 1 0

bereits 291 und im Iahre 1930 um die 480.

Die hier abgebildete Schuhwarenhandlung befand sich an exponierter Stelle am Marktplatz gegenüber dem Rathaus.

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15 Diese Innenansicht des Schuhwarenhauses Werner, Markt Nr. 12 aus dem Iahre 1 93 1 , vermittelt uns einen kleinen Eindruck der damaligen Verkaufskultur. Selbstbedienung war offensichtlich noch vollends unbekannt. Kompetente individuelle Fachberatung war wie es scheint, auch wenn diese Szenerie hier zweifelsohne gestellt ist, das A und 0

der Kundenbetreuung.

16 Die vom 4. bis 11. Juli 1909 veranstaltete Hundertjahrfeier der Reorganisation der Eilenburger Büchsenschützen -Gesellschaft in Verbindung mit dem ersten Eilenburger Heimatfest stellte alle bisherigen Jubiläumsfeierlichkeiten der Muldestadt in den Schatten. Besonders der am Sonntag, dem 4. Juli durchgeführte Festumzug war bis dahin einmalig. Er war in fünf große Gruppen gegliedert, wobei schon allein die erste Gruppe aus 18 Abteilungen bestand. Dazu gehörte auch der Wagen mit dem Bürgermeister Dr. Belian und Wirklicher Geheimer Ober-Regierungsrat Eisenbahndirektionspräsident a.D. v. Kranold, Nachfahre des langjährigen Stadtrichters und Bürgermeisters Eilenburgs im ersten Drit-

tel des 19. Iahrhunderts Dr. Jur. Gottlieb Polikarp Kranold.

Die Aufnahme entstand auf dem Eilenburger Marktplatz anlässlich des Festumzuges am 4.Juli 1909.

1 7 Ein Bild typischer Kleinstadtidylle, wie man es seit den verheerenden Apriltagen des Iahres 1945 in Eilenburg kaum noch vorfindet. Zum Teil vom Schatten der mächtigen städtischen pfarrkirche ins Dunkel getaucht, zeigt sich hier das Ensemble zwischen Rathaus und Rinckartstraße van seiner rückwärtigen Front. Die Gebäudeecke am rechten Bildrand gehört zu der den kleinen Hinterhof des Rathauses umschließenden Bebauung. Die gegenüberliegenden damals schon mehr als drei Jahrhunderte alten Bürgerbauten fielen dem Beschuss Eilenburgs zum Opfer. An ihrer Stelle trennen heute eher symbolisch Linden den Marktplatz vom Nikolaiplatz.

Das Foto zeigt aber auch eines der bekanntesten ar-

chitektonischen Kleinode des alten Eilenburg. Im Ostgiebel des Bürgerhauses der Familie Himpel befand sich ein Sitznischenportal aus dem Iahre 1622.

18 Die abgebildete Bäckerei befand sich in der Breite Straße Nr. 2. Im ältesten vorhandenen Eilenburger Adressbuch aus demjahre 1888 istlouis Schulze bereits als Inhaber der Bäckerei aufgeführt. Und auch noch 43 Iahre später ist der mittlerweile lI-jährige Bäckermeister der Geschäftsinhaber. Das schlichte Gebäude wurde wie das gesamte Stadtzentrum Opfer des verhängnisvollen Verteidigungsbefehls des Kampfkommandan ten im April 1945. Anstelle der Bäckerei unmittelbar neben dem Rathaus und seiner Nachbargebäude wurde zu DDR-Zeiten ein schmuckloser funktionaler Wohnblock errichtet.

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