Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Andreas Flegel
Gemeente
:   Eilenburg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6676-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Eilenburg in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29 Diese Aufnahme entstand unmittelbar nach Beendigung der Umbauten an der Muldebrücke im Iahre 1913. Die Brücke hatte einen neuen breiteren Überbau aus Stahlbeton platten erhalten. Diese ruhten auf mächtigen sandsteinernen pfeilern aus demjahre 1823. Mitte der neunziger Iahre war das 117m lange Brückenbauwerk den zunehmenden Traglasten nicht mehr gewachsen und musste abgerissen werden. Der Ersatzneubau wurde im August 1999 eingeweiht. Viele Jahrhunderte profitierten die Eilenburger von der außerordentlichen Bedeutung des Flussüber-

gangs im europäischen Fernhandel. Vielfach wurde diese strategisch bedeutsame Brücke den Eilenburgern aber auch zum Verhängnis. In schmerzhafter Erinnerung

ist die Verteidigung der Muldelinie im April 1945 in dessen Ergebnis das alte Eilenburg unwiederbringlich verloren ging. Mit der Fertigstellung der Umgehung der Stadt durch die

Bundesstraße 87 im Iahre 2003 wird ein in derVergangenheit oft segensreiches Kapitel mitteleuropäischer Verkehrsgeschichte für Eilenburg zugeschia gen.

lJ/{u!di'T1brcicXe

30 Diese Karte zeigt uns den oberen Teil der Dübener Straße mit ihrer noch heute vorhandenen Gründerzeitbebauung. Die Aufnahme ist um 1 900 entstanden. Zu jenem Zeitpunkt zeigen sich die Straßen und Wege noch unbefestigt. Im linken Teil der weniger gut erhaltenen Karte ist die Kültzschauer Schule abgebildet. Der enorme Bevölkerungszuwachs ließ das Schulgebäude bald aus allen Nähten platzen. Im Verwaltungsbericht heißt es

dazu: 'ZurVermeidung einer Überfüllung der Klassen in der Kültzschauer Schule erschien es notwendig, vom 1. April 1901 an eine 6. Klasse einzu-

richten und das dazu erforderliche Lokal durch Ausbau der im Gebäude befindlichen Dienstwohnung zu gewinnen.'

Ellenbu ?. ~.09t - Dubnerstraße

3 1 Diese Ansichtskarte zeigt die Dübener Straße in Eilenburg-Ost vor 1909 etwas unterhalb der Kültzschauer Schule. Die Dübener Straße war die erste der großen Ausfallstraßen die mit der im letzten Drittel des 19. Iahrhunderts einsetzenden Industrialisierung erschlossen und bebaut wurden. Dabei wurde das außerhalb des alten Ortskerns befindliche Mühlengrundstück, dessen eingeschossiges Vorderhaus im linken Kartenteil abgebildet ist, zunehmend von mehrgeschossigen Wohngebäuden eingeschlossen. Die Windmühle selbst befand sich im hinteren Teil des schmalen Grundstückes

und steht schon längst nicht mehr. Jedoch die Bezeichnung Windmühlenstraße und die Bäckerei im Vorderhaus halten die Tradition des alten Mühlengrundstücks lebendig.

Gruß aU5 Eilenburg.

Dübenerstrnsse

32 Rund zwanzig Iahre später, als die beiden vorangegangenen Aufnahmen entstanden sind, zeigt sich hier die Dübener Straße, die jetzige Puschkinstraße, als geschlossenes Ensemble mit zumeist mehrgeschossigen Wohnbauten städtischer Architektur. Der dörfliche Charakter der einstmals kleinen Gemeinde Kültzschau blieb nur im näheren Umfeld des alten Dorfzentrums der Kültzschauer Straße erhalten. Für die wachsende Zahl der Industriearbeiter der Chemiefabriken und der Motorenwerke wurden neue Wohngebiete erschlossen. Mit derWindmühlenstraße findet sich hier auf dieser 1933 gestempelten Ansichtskarte ein Beispiel.

33 Mit dieser Anlasskarte wird der Komplex mit Motiven zur Wirtschaftsgeschichte Eilenburgs eingeleitet. Vom 27. September bis 6. Oktober 1912 fand die 1. Eilenburger Fachausstellung für Gastwirtschaft, Hotelwesen und Kochkunst nebst verwandter Gewerbe im damaligen städtischen Schützenhaus, der späteren Stadthalle, in der Bahnhofstraße statt. Verbunden mit dem nach wie vor anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung nahm auch die Bevölkerungszahl sprunghaft zu. Allein vom 31. März bis 1. November 1913 erhöhte sich die Einwohnerzahl um 933 Personen auf 18 909. Den knapp 19 000 Eilenburgern standen zu jener Zeit

21 Gastwirtschaften, 26 Schankwirtschaften mit, und 2 1 Schankwirtschaften ohne Branntweinausschank sowie 21 Branntweinkleinhandlungen zur Verfügung.

Erate Eilenburge f. Gastwirtach ft. Hot vom 27.5 pt.

34 Die gebändigte Kraft des Wassers eines Nebenarmes der Mulde des Mühlgrabens, war über Jahrhunderte für einen großen Teil der Eilenburger die Quelle ihres Wohlstandes. Waren es zunächst gewaltige Mühlräder die Mahlgänge zum Schroten des Getreides für die Bäcker und Brauer und Werkzeuge zum Bearbeiten des Holzes für die zahlreichen Böttcher, Stellmacher, Tischler, Zimmerer u.s.w. in Gang setzten, kommen ab 1800 als Nutzer der Energie des Wassers

schnell wachsende Textilmanufakturen hinzu. Annähernd bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nutzen die Eilenburger, wenn auch nicht mehr aus-

schließlich, das durch eine Wehranlage relativ gleichmäßig fließende Wasser des Mühlgrabens als Antriebskraft.

Die Aufnahme für diese im Iahre 1918 gestempelte

Ansichtskarte wurde von der Leipziger Brücke aus gemacht. Im Hintergrund ist ein Teil der Schlossmühle zu sehen.

Eilenburg, Parli. em Mühlgr.b.n

35 Die Kattunmanufaktur war der älteste Betrieb der einst bedeutenden Eilenburger Textilindustrie. Das Unternehmen wurde

1803 van Joh. Iacob Bodemer gegründet, einem Mann, der in der Geschichte der deutschen Textilindustrie einen hervorragenden Platz einnehmen wird. 1 873 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Das Firmengelände umfasste etwa 50 000 Quadratmeter, wovon etwa 14000 Quadratmeter bebaut waren. Begrenzt wurde das Areal vom Schlossberg einerseits und auf etwa 280 m Länge vom Mühlgraben. Die Aufnahme entstand um 1900

von der hinteren Mühlbrücke aus, die den Mühlplatz mit der Mühlstraße verband. Die Mühlstraße war damals eine Sackgasse, die von der Bergstraße zum Fabrikgelände führte.

Eilenburg - firn Iîlûhlçroben. Hallun Iîlanuîoktur fi.-fi.

361mjahre 1833 gründete Carl Fischer in dem nahe Hainichen bei Eilenburg gelegenen Gut Erwinhof eine gleichnamige Eisengießerei. Das Unternehmen fertigte ein beachtliches Sortiment an Gusserzeugnissen. Das Spektrum reichte von Apparaten für die Bierproduktion bis hin zu Dampfmaschinen und landwirtschaftlichen Gerät. Nach diversen Besitzerwechseln befand sich 1 9 1 0 die Fabrik im Eigentum der Familie Schiele. Als dieses Belegschaftsfoto entstand war Schiele & Co. bereits eine Abteilung der Deutschen Celluloid-Fabrik Eilenburg. Andere Besitzer folgten, bis das Unterneh-

men im Iahre 1953 als Volkseigener Betrieb stillgelegt wurde. Die jüngste Person auf dem Foto ist Bernhard Schiele, in seinem Arbeitsleben langjähriger Mitarbeiter im Eilen-

burger-Chemie Werk und bis in die Gegenwart ein unermüdlicher Streiter für den Sport in seiner Heimatstadt, besonders für die Ski-Springer, die Eilenburger Adler.

.?

( -' ..

.. ~~,-

, . , r.-"',

37 Um 1900 gründete der Tischlergeselle Gustav Lenke (* 16. Oktober 1874) im gerade neu entstehenden Wohn- und Industriegebiet zwischen der Altstadt und dem Bahnhof in der Kranoldstraße 5

eine Modelltischlerei. Als einziges Unternehmen dieser Art in der Möbelstadt Eilenburg sorgten sicherlich nicht nur die beiden benachbarten Maschinenfabriken Lucke und Monski für volle Auftragbücher. Schon nach wenigen Iahren, wie es diese Fotokarte von um 1 9 1 2 veranschaulicht, waren einschließlich der Lehrjungen zehn Personen in diesem Handwerksbetrieb beschäftigt. Auf der Bank

haben links der Meister, daneben seine beiden Söhne und rechts deren Großvater Platz genommen. Dahinter stehen die Gesellen und im Vordergrund haben sich neben

schaftlichen Systeme hindurch am Markt behaupten. Seine speziellen Erzeugnisse waren im Inund Ausland begehrt.

den beiden Modellen die Lehrjungen platziert. Der links abgebildete Lehrling hieß Artur Aehrich. Fast ein Jahrhundert konnte sich das Familienunternehmen durch alle gesell-

38 Das Iahr 1911 war in Eilenburg von einer in allen Wirtschaftsbereichen spürbaren Flaute und großen politischen Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern und Industriellen geprägt. Letztere hatten ihre Ursachen in dem Bestreben der Unternehmer, den Einfluss der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften mit allen Mitteln zurückzudrängen. In Eilenburg war besonders die Belegschaft der Deutschen CelluloidFabrik davon betroffen. 286 Arbeiter und Arbeiterinnen traten ab Februar

1 9 11 in den Streik und legten den Betrieb lahm. Auf den Protest von etwa drei Viertel der Beschäftigten reagierten die Unternehmer mit Aussperrung sämtlicher Mitglieder freier Gewerkschaften in allen

Eilenburger Betrieben. Streikbrecher wurden in die Stadt geholt und Eilenburger Arbeiter fanden in der gesamten Umgebung keine Anstellung. Deutschlandweit wurde über den

Streik der Eilenurger Arbeiter berichtet, der schließlich nach 13 Wochen ohne Lohn in einem Kompromiss endete.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Algemene voorwaarden | Algemene verkoopvoorwaarden | © 2009 - 2022 Uitgeverij Europese Bibliotheek