Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Eilenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Andreas Flegel
Gemeente
:   Eilenburg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6676-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eilenburg in alten Ansichten Band 2'

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49 Die Eilenburger Zitherfreunde bei einer Rast auf der Dübener Muldebrücke während einer Radtour am 25. August 1929.

Im Iahre 1936 zählte der Zitherverein 17 aktive und fünf passive Mitglieder. Allerdings waren nur noch wenige aus der Anfangszeit dabei. Einer von Ihnen war der langjährige Schriftführer Paul Schuster, der 1934 die Leitung übernahm. Vor ihm waren Vereinsvorsitzende van 1920 bis 1923 Wenzel May, von 1924 bis 1928 Karl Baumann, von

1 929 bis 1933 Wilhelm Geissler und im Folgejahr Werner Klinkmüller. Neben den zahlreichen Auftritten gab es ein reges Vereinsleben unter Einbeziehung der Familienangehörigen.

SO Man sieht es der unscheinbaren Straßenansicht der Gaststätte 'Etablissement zur guten Quelle' im linken Bildteil nicht an, dass sich hinter dem vierachsigen Zweigeschosser noch ein Saal von beachtlicher Größe und ein kleiner aber feiner Biergarten befanden. Die 'Quelle' bestand bereits im Iahre

1 888, der Wirt hieß Adolf Müller. Der spätere Inhaber war Paul Kotschote. Das Restaurant befand sich in der Breite Straße 9 etwa dort, wo sich heute eine neue Verkaufseinrichtung der Konsumgenossenschaft Sachsen Nord eG befindet. Um 1910 als diese Aufnahme entstand, wurde in der 'Quelle' Schultheiss- Bier gezapft.

GruB aus Eilenburg "Etablissement zur guten Quelle" tn nab e r Pe u r rcorec nore

51 Einer der wohl prächtigsten Gründerzeitbauten Eilenburgs findet sich an der Ecke Walther-Rathenau-Straße / Röberstraße. In dem markanten sechsgeschossigen Eckturm, der zur Erbauungszeit des Gebäudes einen Endpunkt des Stadtgrundrisses markierte, befand sich im Erdgeschoss über Jahrzehnte das Restaurant 'Zur Erholung'. Die Gastwirtschaft scheint kurz nach 1900 eröffnet worden zu sein. Die älteste mir bekannte Ansichtskarte dieses Restaurants in der Röberstraße 3 wurde im Iahre 1902 gestempelt. Allerdings waren die Anfangsjahre von häufigem Besitzerwechsel geprägt. In den letzten Iahren wurde dieser eindrucksvolle Bau liebevoll restauriert.

OruB aus Eilenburg Restaurant zur Erholung Bes. Franz Kirchner Tel.294

52 Eilenburg hat großartige musikalische Traditionen und mit Franz Abt einen der begnadeten Musiker und Komponisten des 19. Iahrhunderts hervorgebracht. Ein Verein der von Anfang an sein Liedgut pflegte ist der 1887 gegründete Männergesangverein Lyra. Heute trägt er den Namen des im pfarramt von St. Marien auf dem Berg vor Eilenburg geborenen Liederkomponisten, dessen Tourneen im 19. Jahrhundert wahren Triumphzügen glichen. Diese Aufnahme entstand während eines Konzertes in der Stadthalle im Iahre 1934. Damals gehörten dem Verein rund 130 Sangesbrüder an. Kantor Oskar Fritzsche dirigiert den Chor der für dieses Konzert Unterstützung vom Chor der Marienkir-

che und Musikern des Leipziger Gewandhauses erhielt.

53 Jahrzehntelang verfügten die Eilenburger Arbeiterorganisationen über keine feste Versammlungsstätte. Die Gewerkschaftsbüros und die Bibliothek befanden sich in engen Räumen im Gebäude des Konsumvereins. Nachdem der Konsum die Räume selbst beanspruchte, erwogen die Eilenburger Gewerkschaften die Schaffung eines eigenen Heimes. Mit Unterstützung der Baugewerkschaft Leipzig kaufte man 192 9 ein bereits fünf]ahre leerstehendes Haus am Mühlplatz von der Stadt und ließ es zu einem Volkshaus um- und ausbauen. In den Obergeschossen entstanden mehrere Büros, eine Bibliothek, ein Fremdenzimmer und zwei Wohnungen. Im Erdgeschoss befanden sich die Ver-

sammlungsräume und ein kleiner Saal mit Gastwirtschaftsbetrieb. Dahinter war ein für größere Festlichkeiten geeigneter großer Garten. Mit der Zerschlagung der Gewerk-

schaften unmittelbar nach Machtantritt der Faschisten wurde auch das Volkshaus beschlagnahmt und in 'Haus der deutschen Arbeit' umbenannt.

54 Infolge der frühzeitigen Industrialisierung hatte sich in der Muldestadt eine starke Arbeiterbewegung herausgebildet, die sich in mehrere große Organisationen aufgliederte. Dies spiegelte sich unter anderem auch in der Sitzverteilung der Stadtverordnetenversammlung im Iahre 1932 wider. Von den 28 Mitgliedern waren immerhin neun Sozialdemokraten und sieben Kommunisten. Der Wahlkampf wurde damals im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße geführt. Lautstark begleitet von entsprechenden Gesängen wurde für die eigenen Ziele und Ideale geworben. Diese

Aufnahme zeigt eine Wahlkampfmannschaft der KPD vor ihrem Vereinlokal 'Zur Rose' wohl im Vorfeld einer der beiden Reichstagswahlen im Iahre 1932. Das traditionsreiche

Gebäude, im Iahre 1850 Gründungsstätte einer der ersten Konsumgenossenschaften Deutschlands, wurde zu DDR-Zeiten abgebrochen.

55 Der Gasthof Zum Weißen Roß befand sich in der Torgauer Straße Nr. 16. Im Iahre 1941, als diese Karte verschickt wurde, hieß der Inhaber des alten Fuhrmanngasthofes Arthur Granath. Die Karte dürfte allerdings älter sein, denn am Gebäude wird noch als Inhaber der Vorbesitzer Karl Lucko angegeben. Das Gasthaus war um 1900 umgebaut worden. Es erhielt durch den Dachausbau eine zusätzliche dritte Etage. Im Hof des bei den Eilenburgern beliebten Etablissements befanden sich größere Stallungen, die bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts noch von den Bauern der Um-

gebung, die ihre Erzeugnisse auf dem Wochenmarkt anpriesen, zur Unterstellung ihrer pferde genutzt wurden. Warum dieser GasthofEnde der achtziger Iahre abgerissen wurde, ist für viele ein Rätsel geblieben. Heute klafft hier eine unansehnliche Baulücke. Die Tafel über dem Eingangstor wurde gerettet und befindet sich heute im Museum. Merkwürdigerweise sind allerdings die vier pferde auf diesem Ölbild Rappen und keine weißen Rösser.

56 Die Restauration Zur Hopfenblüte befand sich in der Torgauer Straße Nr. 10. Auch dieses Restaurant scheint um die Iahrhundertwende entstanden zu sein, als das Gastronomiegewerbe in der expandierenden Muldestadt seine Blütezeit erlebte. Allein in der Torgauer Straße gab es in jener Zeit acht Gasthöfe bzw. Restaurants.

Links vom Restaurant im Hof des Nachbargrundstückes befand sich im Iahre 1910 die Schmiede von Rudolf Bornikoel und der rechte Nachbar der 'Hopfenblüte' war zu jener Zeit der FleischermeisterWil-

helm Lamm. Im benachbarten zweigeschossigen Gebäude befand sich die Stellmacherei Paul Schwitzke, daneben die Essigfabrik Heinig und im Gebäude am rechten Bildrand handelte Kaufmann Söffner. Auf der Ansichtskarte ist mit einer alten Holzpumpe am Straßenrand ein Relikt der alten Wasserversorgung Eilenburgs erkennbar.

Gruss aus Eilenburg

Restaurant zur Hopfenblüte lnh. Paul Senmiljun.

57 In den zwanziger Iahren befand sich auch im gründerzeitlichen Eckgebäude Dübener Straße / uferstraße ein kleines Restaurant und Café in Nachbarschaft der etablierten Gasthöfe Muidental und Börse. Zu jener Zeit stand die Witwe Jenny Lauterbach geb. Harder hinter dem Tresen. Zu Kaisers Zeiten, als Eilenburg zur preußischen Monarchie gehörte, trug das Etablissement den Namen Prinz Eitel.

DerVerleger dieser im November 1928 gestempelten Ansichtskarte war Emil Kopsch aus Eilenburg-Ost.

Eilenburg-Ost

~iibener Straße

58 Bereits kurz nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten begannen die Aktivitäten die während des Ersten Weltkrieges erbaute Kaserne in Eilenburg wieder zu reaktivieren. Für mehr als hundert Familien mussten Ersatzwohnungen geschaffen werden und zahlreiche hier angesiedelte Einrichtungen wie Bibliothek, Säuglingsheim, Katasteramt und Zollamt mussten umquartiert werden.Am 2.Juli 1935 wurde Eilenburg nach vierzehnjähriger Unterbrechung wieder Garnisonsstadt. Dieses Foto zeigt wahrscheinlich den Einmarsch der Truppen. Der hier abgebildete Konvoi bewegt sich gerade durch die fahnengeschmückte Schulstraße, die heutige August - Fritzsche-Straße. Im Vordergrund befindet

sich die Kreuzung zur Steinstraße und im Hintergrund ist die Kreuzung zur Breite Straße zu sehen.

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