Eisleben in alten Ansichten

Eisleben in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Ebruy
Gemeente
:   Eisleben
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5249-5
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eisleben in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt wird von der Bösen Sieben durchflossen, die in den umweit der Stadt gelegenen Süßen See mündet. Sie liegt 118 bis 182 m über dem Meerosspiegel in der Mansfelder Mulde zwischen den beiden Harzausläufem Hettstedter Gebirgsbrücke und Homburger Sattel an der Bundesbahnstrecke 660 (HalleKassel) und an den Bundesstraßen 80 und 180, die sich hier kreuzen. Zwischen 1900 und 1922 verkehrte die elektrische Kleinbahn des Mansfelder Bergreviers zwischen Helfta, Eisleben , Mansfeld und Hettstedt.

Früher war Eisleben die Hauptstadt der Grafschaft Mansfeld, von 1570 bis 1780 Sitz der kursächsischen Oberaufseher und ab 1815 Hauptstadt des Mansfelder Seekreises irn preußischen Regierungsbezirk Merseburg.

Der Raum Eisleben ist seit ungefähr siebentausend Jahren durchgängig besiedelt. Mit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 994 trat der Ort Eisleben in das Licht der Geschichte ein. Damals wurde ihm durch König Otto HL das Markt-, Münz- und Zollrecht vertiehen. 1065 gab es in Eisleben ein königliches Tafelgut, und von 1081 bis 1084 residierte hier der als Knoblauchkönig bekanntgewordene Gegenkönig Heinrichs IV., der Graf Hermann von SalmLützelburg. 1180 wurde der Ort erstmals als 'civitas' genannt, was soviel bedeutet wie ummauerter Flecken oder Stadt.

In jener Zeit entstand die erste Stadtmauer, die ein Gebiet von sieben Hektar - den heutigen Stadtkern mit der Andreaskirche - umfaßte. Im 12.113. Jahrhundert legten die irn Nicolaikirchviertel angesiedelten Friesen den Faulen See trocken. Bauern wurden im Petrikirchviertel seßhaft. Für

zuziehende Bergleute gründcte Graf Albrecht IV. von Mansfeld Anfang des 16. Jahrhunderts die Neustadt Eisleben mit der Annenkirche und einern Augustinermönchskloster. Damals entstand auch die zweite Stadtmauer.

Der größte Sohn der Stadt, der Reformator Deutschlands, Martin Luther, wurde hier 1483 geboren und verstarb 1546 ebenfalls in Eisleben, wo er allerdings insgesamt kein ganzes Jahr seines Lebens verbrachte. Die Traditionslinie der von ihm zwei Tage vor seinem Tod gegründeten Lateinschule reicht bis zum Luther-Gymnasium. In Eisleben erblickte auch der Erfinder der Schnelldruckpresse, Friedrich König (1774-1833), das Licht der Welt.

Im Jahre 1521 hatte Kaiser Karl V. Eisleben das Recht verliehen, jährlich im September einen Ochsenmarkt abzuhalten, der später als 'Wiesenmarkt' weiterlebte. Die älteste, aus hölzernen Röhren und Brunnen, den 'Archen', errichtete Wasserleitung entstand in diesen Jahren.

Zwischen 1498 und 1738 vernichteten elf Stadtbrände große Werte. Darum prägt besonders die Renaissance das Bild der Stadt. Der Dreißigjährige Krieg dezimierte die rund neuntausend Einwohner zählende Bevölkerung 16181648 um etwa 60 Prozent und brachte den seit 1200 gewerblich betriebenen Bergbau zum Erliegen; von ursprünglich dreitausend Bergleuten in der Grafschaft Mansfeld nahmen nach dem Krieg nur zwanzig ihre Arbeit wieder auf.

Mit dem Freilassungspatent des Kurfürsten Joharm Georg Il. von Sachsen im Jahre 1671 war der Weg zur kapitalistischen Entwiekhing des Bergbaus freigegeben; bis 1723 entstanden sicben 'Gewerkschaften' (Genossenschaften) für Bergbau und Verhüttung. 1798 wurde in Eisleben eine

Bergschule gegründet, die 1903 in einen Neubau umzog, die spätere Ingenieurschule. Nach technischen Verbesserungen und dem Neubau von Betrieben schlossen sich die Gewerkschaften 1852 zur 'Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft' zusammen, aus der sich 1921 die 'Mansfeld A.G. für Kupferschieferbergbau und Verhüttung' entwickelte.

Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von 5 328 anno 1784 über 10 850 (1858) auf 23898 im Jahre 1900; von da an blieb sie bis 1930 ziemlich konstant. Daraus geht hervor, daß die Stadt Eisleben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen so großen wirtschaftlichen Aufschwung genommen hatte, daß sich die Zahl ihrer Bewohner in einem Zeitraum von 42 Jahren mehr als verdoppelte. In dieser Zeit erweiterte sich Eisleben um etliche Straßen. Eine ganze Reihe öffentlicher Gebäude entstand neu.

In diesen Zeitabschnitt fällt auch das Entstehen der Postkarte, die einzuführen der Geheime und Vortragende Rat im preußischen Generalpostamt, Heinrich von Stephan (1831-1897), am 30. November 1865 auf der 5. deutschen Postkonferenz in Karlsruhe vergeblich vorgeschlagen hatte. Erst nachdem er 1870 zum Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes ernannt worden war, konnte er diese Idee verwirklichen. Allerdings hatte ihm die österreichische Postverwaltung inzwisehen mit der Einführung der ersten. als 'Korrespondenzkarten' bezeichneten Postkarten am 22. September 1869 den Rang abgelaufen. Seit dem Weltpostvertrag vom 1. Juni 1878 fand diese postalische Neuerung ihre weltweite Verbreitung. Schon bald nach ihrer Herausgabe begann man die Postkarte mit Bildern zu bedrucken,

wodurch sie seit 1870 zu einem vielbegehrten Handelsartikel und bald auch zu einem beliebten Sammelobjekt wurde.

Wenn in diesem Büchlein nun entsprechend dem Verlagsprogramm die Lutherstadt Eisleben in alten Ansichten aus dem Zeitraum 1880 bis 1930 vorgestellt wird, so handelt es sich dabei einrnal um Korrespondcnzkarten, auf denen die Mitteilungen des Absenders direkt neben den Bildern standen, im wesentlichen jedoch um Ansichtspostkarten, auf denen für die Nachrichten links neben der Anschrift Platz freigelassen war, wodurch die Ansichten voll zur Geltung kamen.

Thematisch dominieren hier der Bergbau und das Gedenken an Martin Luther. Wenn es hätte ermöglicht werden können, die umfangreiche Fotosammlung der Museen der Lutherstadt Eisleben für diese Veröffentlichung zu nutzen, wäre dieser Bildband sicherlich noch interessanter, lebendiger und vielfältiger geworden. So aber mußte auf private Quellen zurückgegriffen werden, um aus dem dort Vorhandenen das Machbare zusammenzutragen.

Für die selbstlose Unterstützung dieser Publikation gilt Herrn Peter Lindner aus Eisleben ganz besonderer Dank, der seine bei Foto-Ahlhelm in Eisleben reproduzierte Ansichtskartensammlung für die Allgenieinheit freigab. Dank gebührt auch dem in Eisleben gebürtigen und wohnhaften Museologen i. R., Herrn Helmut Lohmeier, als bestem Kenner seiner Heimatstadt, für die kritische Durchsieht des Autorenmanuskriptes.

Museumsrat i. R. Fritz Ebruy

1. Zwei Faktoren bestimmten die Stadtgeschichte Eislebens wesentlich und prägten das Stadtbild entsprechend. Das sind der etwa seit dem Jahre 1200 gewerblich betriebene Bergbau und der 1483 in den Mauern der Stadt geborene und dort 1546 verstorbene Reformator Deutschlands, Professor Dr. Martin Luther. Diese finden immer wieder ihren Niederschlag als Motive auf den zahlreichen historischen Ansichtspostkarten.

2. Hier wird der Begriff 'Korrespondenzkarte' so richtig deutlich. Während die Rückseite ausschließlich den postalischen Angaben vorbehalten war, mußte die persönliche Mitteilung auf der Vorderseite neben die Ansichten gequetscht werden, die in diesem Falllautet: 'Gruß aus Eisleben senden wir Euch allen. Leider ist unser Haus nicht auf dem Bild. Das zerstörte H. ist vis à vis von Kramers. B. ließ seit Neujahr nichts hören, hoffe täglich auf Nachricht. Am 6. Febr. ist die Aufführung vom spanischen Tanz, Theater aus lebenden Bildern. Vielleicht kan Fr!. St. Ostern kommen. Besten Dank für D. Brief. Antwort folgt bald.'

3. Der Mansfelder Bergbau war auch für die Stadt Eisleben strukturbestimmend. Wie unsagbar schwer die Arbeit untertage war, zeigt diese Karte deutlich. In dem nur etwa 60 cm hohen Streb schlagen die Häuer mit Keilhaue und Schlegel die abbauwürdige Erzschicht von 7 bis 25 cm Stärke los. 14- bis 16jährige Trekkejungen mußten dann das Erz mit dem dann etwa drei Zentner schweren Hunt am Fuß bis zum Förderkorb ziehen.

zur 700 jäbrigen Feier

de Man felder Bergbaue .

4. Am 12. Juni 1900 feierte die Mansfelder Kupferschieferbauende Gewerkschaft in Eisleben das 700jährige Bestehen des gewerblichen Mansfelder Bergbaus mit einem großen Festumzug, mit Festsitzungen und mit einer pompösen Feier auf dem Marktplatz. Diesem Jubiläum liegt eine Sage zugrunde. Danach sollen im Jahre 1200 die beiden jungen Bergleute Nappian und Neucke von jenseits des Harzes bis in die Gegend von Hettstedt gewandert sein, wo sie zufällig Kupfer- und Silbererze in großer Menge fanden. Daraufhin begannen sic, einen Schacht zu graben, der reiche Ausbeute lieferte.

5. Auf Einladung der Veranstalter waren sogar der deutsche Kaiser Wilhelm Il. und seine Gemahlin Auguste Viktoria mittags mit einem Sonderzug eingetroffen, obwohl der preußische König Friedrich Wilhelm IV. geschworen hatte, daß nie wieder ein Hohenzoller Eisleber Boden betreten werde, weil die Eisleber bei Unruhen im Hungerjahr 1847 die in der Stadt seit 1835 stationierten preußischen Husaren mit Steinen beworfen hatten. Damit nun der Kaiser diesem Schwur getreu bleiben konnte, war der gesamte, 1 km lange Weg vom Bahnhof bis zum Marktplatz mit organischen Stoffen aufgeschüttet worden. Der Kaiser bestieg gleich aus dem Zug heraus ein Pferd, auf dem er während seiner kurzen Ansprache auf dem Markt sitzen blieb.

6. Dieses eindrucksvolle Gebäude in der Rammtorstraße zählt zu den Ende des 19. Jahrhunderts ganz im Baustil jener Zeit errichteten Schul- und Verwaltungsgebäuden der Stadt. Darin hatte der 1840 gegründete Mansfelder Knappschafts-Verein, ein Unterstützungsverein, seinen Platz, dem alle im Mansfelder Bergbau beschäftigten Arbeiter und Angestellten beitreten mußten. Diese Knappschaftsvereine waren in der norddeutschen Pensionskasse erfaßt.

7. In diesem stattlichen Gebäude in der Hohetorstraße war von 1844 bis 1899 die Bergschule untergebracht, in der mittleres technisches Bergbaupersonal ausgebildet wurde.

8. Die Mansfeldische Kupferschieferbauende Gewerkschaft hatte um 1880-1890 unter anderem auch in der Clothildestraße. die man später in die Hohetorstraße einbezog, Wohnhäuser für Betriebsangehörige bauen lassen.

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