Elbenberg in alten Ansichten

Elbenberg in alten Ansichten

Auteur
:   Volker Knöppel und Sylvia Müller
Gemeente
:   Elbenberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3457-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Elbenberg in alten Ansichten'

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Herausgegeben vom Kirchenvorstand Elbenburg mit Texten von Sylvia Müller

und

Volker Knöppel

Europäische Bibliothek - Zaltbommel/Niederlande MCMLXXXVI

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© 1986 Europäische Bibliothek - ZaltbommeliNiederlande © 2007 Neuauflage

Nachdruck und Vervielfaltigung jeglicher Art von Bild und Text nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlegers.

EINLEITUNG

Elbenberg liegt im niederhessischen Berg- und Hügelland, zwischen dem Habichtswald und dem Waldecker Bergland am linken Ufer des Elbeflüßchens, Fährt man auf der Landstraße von Naumburg nach Elbenberg, wird die Ortsansicht von einer Hanglage zwischen Klaus und Hardtkopf geprägt. Als markante und zugleich geschichtsträchtige Punkte begrenzen die St.-Martin-Kirche zur Linken und das buttlarische Schloß zur Rechten die Ortslage .

Elben wird in einer Urkunde des Klosters Hasungen aus dem Jahr 1074 als 'Aelvinu' und 'Elvinu' erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedlung ist aber mit Sicherheit älter. Nach einer alten hessischen Sage kamen die Herren von Elben im 12. Jahrhundert unter Landgraf Heinrich V. in diese Gegend, erbauten eine Burg und nannten sich nach einer bereits vorhandenen Siedlung. Kurt von Elben, der Letzte seines Geschlechts, starb 1535 und wurde in der Kirche in Elben begraben. Aus einer Erbengemeinschaft ging 1693 die Familie von Buttlar als alleinige Besitzer des Elberberges hervor.

Während vieler Jahrhunderte erlebten Elben und EIberberg gemeinschaftlich Geschichte. Der Dreißigjährige Krieg, Seuchen- und Hungerjahre, die Unruhen des Jahres 1848 und die Bauernbefreiung hinterließen im dörflichen Leben ihre Spuren. Neben den Gemeinsamkeiten sind die Unterschiede aber nicht zu übersehen. Während Elben ein altes Haufendorf mit vielen größeren Bauernhöfen und Handwerksbetrieben war, blieb EIberberg mehr von der Grundherrschaft beeinflußt. Es war als Siedlung neben der mittelalterlichen Burg entstanden und bekam erst 1431 in einem Freiheitsbrief dörfliche Rechte verliehen. Auch an der baulichen Gestalt der Häuser kann man die Unterschiede zwischen beiden Dörfern erkennen, da EIberberg kaum große Bauernhöfe, dafür aber mehr Handwerker- und kleine Tagelöhnerhäuser besitzt. Obwohl EIben und EIberberg im Ortsadel einen gemeinsamen Grund- und Gerichtsherrn hatten und gemeinschaftlich die Kirche in EIben besuchten, entwickelte jede Siedlung ihre eigene Identität.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein boten Landwirtschaft und Handwerk den hauptsächlichen Broterwerb. Daneben bestanden Arbeitsmöglichkeiten auf dem buttlarischen Gutshof, im Wald, auf der buttlarischen Ziegelei und später auch auf dem Gut Waldhof. Viele Bewohner sahen in der Mitte des letzten Jahrhunderts

darin keine Zukunft für sich und ihre Familie und entschlossen sich zur Auswanderung; zum Teil ins Ruhrgebiet, meist aber nach Amerika.

Die nach 1945 einsetzende Wiederaufbauphase, Grundstein der heute bestehenden hochtechnisierten Gesellschaft, hinterließ auch in Elbenberg Spuren. Die außerordentliche Schnelligkeit dieser Entwicklung wird beim Betrachten der Fotos ganz deutlich: Szenen aus dem Alltag erscheinen häufig dem vorigen Jahrhundert entnommen.

Auch auf dem Gebiet der Verwaltung hat das dörfliche Leben weitreichende Veränderungen erfahren. Im Zuge der Schulreform wurden die Dorfschulen zugunsten der EIbetalschule in Naumburg aufgelöst. EIben und EIberberg schlossen sich 1967 freiwillig zu EIbenberg zusammen, das wiederum 1972 ein Ortsteil der Großgemeinde Naumburg wurde. Postalisch ist Elbenberg heute als 'Naumburg 2' zu erreichen. Der überwiegende Teil der Einwohner gebraucht hingegen heute noch die alten Ortsnamen; man wohnt hier nicht in Naumburg, sondern noch immer in Elben oder auf dem Berg.

Das Bewußtsein, einer geschichtlich gewachsenen Dorfgemeinschaft anzugehören und darin auch die eigene Identität zu suchen und vielleicht auch zu finden, spiegelt sich gerade jetzt in den Bemühungen um das Dorf- und Kirchbaufest für 1988 wider. Ortsbeirat, Kirchenvorstand, viele Vereine und interessierte Mitbürger haben schon mit den Vorplanungen begonnen. Vor diesem Hintergrund stellt der Bildband den Versuch dar, Geschichte aufzuarbeiten und dergestalt transparent zu machen, daß sie künftigen Generationen Entscheidungshilfen bieten kann.

Aus technischen Gründen konnte im vorliegenden Band nur ein Bruchteil des zur Verfügung stehenden Materials miteinbezogen werden. Wir hoffen, bei der Auswahl eine glückliche Hand bewiesen zu haben und danken in diesem Zusammenhang allen, die dieses Projekt durch ihre Gesprächsbereitschaft und das zur VerfügungsteIlen alter Fotos ermöglicht haben.

EIbenberg, im Juni 1986

Volker Knöppel Sylvia Müller

1. Liebes Lieschen! Du mußt entschuldigen, daß ich Dir nicht eher geschrieben habe. Nächsten Freitag bis zum Sonntag ist unsere Kirmes, wozu ich Dich hiermit freundlich einlade. Hoffentlich geht es Dir noch gut. Ich war vorige Woche in Lohne und habe helfen Saft machen. Unsere wollen Sonntag hierher kommen, weil sie Freitag maschinen (dreschen, S.M.). Viele Grüße von uns allen sendet Elise.

Die Zeit, aus der diese Grußkarte aus Elben stammt, läßt sich nur annähernd bestimmen. Die in der Ortsansicht Elben/Elberberg oben links eingezeichnete Eisenbahn läßt darauf schließen, daß die Karte nicht aus den Jahren vor 1894 stammen kann. Ab diesem Jahr ging aus Zeitungsmeldungen eine geplante, aber nie verwirklichte Eisenbahnstrecke FritzlarlWolfhagen hervor. Zwischen Elben und EIberberg sollte ein gemeinsamer Bahnhof entstehen.

Die obere Zeitgrenze dieser Karte ergibt sich aus der Tatsache, daß die unter der Ortsansicht abgebildete Kolonialwarenhandlung des Heinrich Ph. Schäfer in 1908 an die Gemeinde verkauft und von Simon Ritte im selben Jahr als Gemeindegastwirtschaft gepachtet wurde, wobei er für sein Kolonialwarengeschäft die gesamte Ladeneinrichtung von Heinrich Ph. Schäfer übernahm. In 1964 wurde die Gemeindegastwirtschaft an einen Privatmann verkauft. Aus den vorangestellten Fakten kann man für die Entstehung dieser Karte eine Zeitspanne von 1894 bis 1908 festsetzen.

Auf der Grußkarte sind weiterhin das buttlarische Schloß (links oben), die in 1867 fertiggestellte buttlarische Ziegelei (links unten) und die Elbener Kirche mit dem neuen Pfarrhaus (Mitte) zu sehen. Es wurde in 1890 erbaut. Wegen Baufälligkeit wurde das alte Pfarrhaus, das von einem Pfarrer Conradius Cronaugius Ende des 16. Jahrhunderts auf eigene Kosten erbaut und von dessen Sohn Martin Cronaugius in 1625 der Gemeinde geschenkt wurde, in 1887 abgerissen. Die Baukosten für den Neubau betrugen 18 000 DM. Hierfür wurden aus dem Kirchenkasten zu Elben 6 000 DM, aus der Kirchenkollekte 1 733 DM und aus dem Baumaterial des alten Hauses 535 DM bezahlt. Die Restsumme von rund 9 800 DM trugen die Gemeinden des Kirchspiels (EIben 5/8, EIberberg 2/8, Altendorf 1/8). Baumeister war Konrad Fischer aus Wellen (Sohn des Bürgermeisters Joh. Fischer).

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2. Die St.-Martin-Kirche wurde in ihrer gegenwärtigen Form im Jahr 1788 nach einem Entwurfvon Jussow d.Ä. von 1754 errichtet. Sie ist das Gotteshaus für die Gemeinden EIben und EIberberg.

Von der ursprünglich romanischen Kirche, deren Schiff zuletzt einsturzgefährdet war, blieb nur der quadratische Turm stehen. Die Schallöffnungen im oberen Teil des Turmes mit Rundbogenarkaden und romanischer Säule sind zum Teil vermauert. Die Haube des Turmes ist doppelt geschwungen. Die Wetterfahne trug zur Zeit der Aufnahme - um 1936 - die Jahreszahl1757 mit dem Zusatz 1926.

Die rechteckige Saalkirche ist barock. Bei der jüngsten Renovierung wurde die ursprüngliche Farbgebung und der Stuck an der Decke wieder hergestellt. An der östlichen Außenmauer befindet sich eine Bauinschrift mit lateinischem Text, worin der damalige Pfarrer Johann Friedrich Seidler genannt wird.

Der Kirchhof war ursprünglich ein Wehrfriedhof. Auf den wehrhaften Charakter weisen noch heute zwei Schießscharten im Mauerwerk hin, die nach Naumburg ausgerichtet sind. Der Friedhofwurde erst im Jahr 1823 an seine jetzige Stelle verlegt. Die Pyramideneiche vor der Kirche wurde zum Gedenken an den Krieg von 1870/71 gepflanzt.

3. Der Bliek von der Orgelempore der St.-Martin-Kirche zur Kanzel zeigt in 1953 nicht mehr den alten Zustand. Die Anordnung der Sitzbänke und Emporen läßt aber noch die alte Sitzordnung erahnen. Einmal gab es die Trennung zwischen den Frauen, die im Kirchenschiff saßen und den Männern auf den Emporen. Bei den Sitzplätzen der Frauen hatte jedes Haus bzw. jede Familie gewohnheitsmäßig eine bestimmte Bank. Rechts vom Altar, in der Ecke, war der Stand für den Pfarrer und seine Familie, gegenüber saßen die Kirchenältesten. Unter dem buttlarischen Stand waren die Plätze für die Gutspächter vom Waldhof und vom Elberberg, sowie für den Rentmeister. Hinter dem Altar saßen die Jugendlichen bis zu drei Jahren nach der Konfirmation (Katechese). Danach wechselten sie zur Burschenbank auf der Empore.

Von der Orgelempore aus gesehen saßen die verheirateten Männer auf der rechten Empore mit den Jungverheirateten in der vordersten Reihe. Die Sitzordnung staffelte sich dann nach dem Alter bis zu den Großvätern in der hintersten Reihe. Auf der gegenüberliegenden Empore waren die Burschenbänke mit den Unverheirateten. Dort saßen die Ältesten vorn, die Jüngsten hinten. Neben der Orgel waren die Bänke der Schulkinder: die aus Elben saßen rechts, die aus EIberberg links. Auf der Empore war für die Förster aus Elben rechts und für die Förster aus EIberberg links ein Stand mit einer Bank für vier bis fünf Mann, einer Brüstung und einer Ablage für das Gesangbuch.

Diese alte Sitzordnung lockerte sich während der Weimarer Republik. Vereinzelt setzten sich ehemalige Dorfbewohner, die in die Stadt gezogen waren, zu ihren Frauen unten in das Kirchenschiff. Auch die Förster benutzten ihre Stände nicht mehr. Anfang Oktober 1950 entfernte man aufBeschluß des Kirchenvorstandes die Gitter über dem Pfarreistand und dem der Pächter und Förster. Die damalige Pfarrerfamilie Simon zog es vor, statt 'hinter Gittern' mit der Gemeinde zusammenzusitzen. Heute besteht nur noch der Buttlarische Patronatsstand auf einer eigenen Empore. Er wird zwar nicht mehr regelmäßig benutzt, besteht aber weiterhin fort. Als vor einigen Jahren einige Feriengäste dort Platz genommen hatten, mußten sie nach einer Aufforderung der Patronatsherren den Stand wieder verlassen.

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