Elze in alten Ansichten Band 1

Elze in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Jürgen Huck
Gemeente
:   Elze
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0770-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Elze in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Der Kern der Stadt Elze geht auf die sächsische Siedlung Elithi zurück, in deren südlicher Nachbarschaft sich der Königsstuhl, ein viereckiger Grasplatz, als Mittelpunkt des sächsischen Gaues Gudingen befand. Die hervorragende Lage nahe der Kreuzung der bedeutenden Nord-Süd- und West-Ost-Straßen mag bestimmend dafür gewesen sein, daß Kaiser Karl der Große hier um 800 den Grundstein zur Kirche St. Peter legte, die Ausgangspunkt der Missionierung des sächsischen Teilherzogtums Ostfalen wurde. Hernach war die Mutterkirche Elze bis zur Reformation im Jahre 1543 Sitz eines Archidiakons.

Von 1068 an gehörte Elze zum Fürstbistum Hildesheim. Obwohl bereits 1360 ein Rat urkundete, wurde Elze erst 1431 ausdrücklich als Flecken bezeichnet. Damals begarm die haufendorfartige Erweiterung der bis dahin in Nord-Süd-Richtung gewachsenen Siedlung nach Nordosten bis nach der 1431 angelegten Untermühle. Im mittelalterlichen Elze spielten die von Elze und dann auch bis zur Gegenwart die Bock von Wülfingen als Lehnsmänner der Fürstbischöfe, der Welfenherzöge und anderer eine hervorragende Rolle. Neben Sankt Petrus trat irn Spätmittelalter der zweite Kirchen- und Ortsheilige, Sankt Paulus. Als vorübergehende Landesherren von Elze 0523-1643) vermehrten die Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg die Gerechtsame des Fleckens und erhoben ihn 1614 zur Stadt.

Die Lage von Elze nahe der Westgrenze des Fürstbistums Hildesheim hatte gewiß frühzeitig eine Befes-

tigung erfordert. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist schon das Schmiedetor nachweisbar und offenbar auch das Löwentor vorhanden gewesen. Der die Siedlung schützende Ringzaun wurde seit 1585 durch eine Mauer ersetzt. Die Tore wurden 1825 beseitigt, nachdem die Mauer vorher abgebrochen worden war. An die Stadtbefestigung erinnert nur noch der Name Wallstraße.

Bis zum ausgehenden Mittelalter hatten die Elzer Bürger überwiegend von Ackerbau, Viehzucht und Bierbrauen gelebt. Selbstverständlich war auch das Handwerk vertreten, konnte aber erst Bedeutung erlangen, nachdem der Rat 1607 Satzungen für die Gilden entworfen und durch den Landesherrn hatte bestatigen lassen, und zwar für die Gilden der Schuhmacher und Lohgerber; der Grob- und Kleinschmiede, der Schneider, Riemenschneider, Kürschner und Kramer; der Bäcker und Knochenhauer (Fleischer) und der Wollenweber und Tuchmacher. Im 18. und 19. Jahrhundert traten an Gilden noch hinzu:

Barbiere und Friseure; Drechsler, Glaser und Tischler; Maurer und Steinhauer; Rademacher und Zimmerer; Sattler und Seiler.

Als Dorf und Flecken ohne Mauer hatte Elze im Mittelalter unter zahlreichen Kriegen leiden müssen. Große Not brachte auch der 30jährige Krieg. Außerdem ereigneten sich von 1692 bis 1824 große Stadtbrände, die den Wohlstand der Stadt ebenfalls verminderten. Ehrwürdige Bauten wie die alte Kirche, das Rathaus, die Apotheke von 1668 und die Schule

von 1592 die teils mit schönen Inschriften und Schnitzereien geschmückt waren, wurden dabei ein Raub der Flammen.

Einschneidende Veränderungen in jeder Beziehung brachte das 19. Jahrhundert. Als das Fürstbistum Hildesheim 1802 ein Teil des Königreiches Preußen wurde, entstand auch ein Kreis Elze. Fünf Jahre später mußte Preußen das Gebiet mit Elze an das durch Napoleon geschaffene Königreich Westphalen abtreten. Auf dem Wiener Kongreß (1815) gelangte Elze an das Königreich Hannover. Bei dessen Ende (1866) wurde Elze erneut zur preußischen Stadt und blieb es, bis daß 1946 das Land Niedersachsen geschaffen wurde. Am 1. März 1974 wurde die Stadt Elze durch die Gemeinden Esbeck, Mehle, Sehlde, Sorsum, Wittenburg und Wülfingen vergrößert.

Die Ablösung gutsherrlicher Gefälle, die Teilung der Gemeinheiten und die Verkoppelung der einstmals kleinen Felder im 19. Jahrhundert ließen allmählich größere Höfe entstehen und kleinere verschwinden. Die Eröffnung der Eisenbahnstrecken HannoverAlfeld (1853) und Elze-Hameln (1875) war eine wichtige Voraussetzung für den sich in Elze dann vollziehenden wirtschaftlichen Umschwung und Aufstieg bis zur Gegenwart. Alte Handwerkszweige gingen teils ein, teils kamen neue hinzu. Einige Handwerker konnten ihre Betriebe im Zeitalter der Technik und Industrialisierung ausbauen. Auffallend ist die Ansiedlung von Industriebetrieben seit 1853. Sie hat sich bis zur Gegenwart fortgesetzt, während andere Fabriken ein Opfer der veränderten Wirtschaftslage wurden.

Die Entwicklung der Stadt Elze von etwa 1875 bis 1934 zeigt sich auch in den 76 nachfolgenden Bildern. Im wesentlichen erkennt man auf ihnen noch die nach dem Stadtbrand von 1824 entstandenen Straßen und Bauten, ferner einige Beispiele des alten Handwerks und des seit 1858 beachtlich gewachsenen Vereinslebens. Von 44 Bildern ist die genaue Herkunft unbekannt. Zahlreiche Abbildungen fertigte wahrscheinlich der in Elze seit 1893 arbeitende Fotograf Otto Nickolai, als dessen Nachfolger sich sein Schwiegersohn Heinrich Bakker (etwa 1925-1939) betätigte. Um 1900 fand auch der Gronauer Fotograf Wilhelm Breiner in Elze Kundschaft. Louis Jagau verlegte 1906-1909 zumindest zwölf Ansichtskarten, sein Sohn Robert eiferte ihm nach. Einzelne Ansichten brachten Georg Kugelrnann aus Hannover (1906) und Oswald Kühne aus Einbeck (1911) heraus. Sehr rege wirkten während der zwanziger und dreißiger Jahre noch Friedrich Reupke und FotoMeyer in Elze. Den Schöpfern der 76 Abbildungen gilt an dieser Stelle herzlicher Dank. Zu danken ist außerdem den verschiedenen Stiftern und Leihgebern von alten Ansichten, die ich hier dargeboten habe, sowie den Auskunftgebenden. Wenn es auch leider nicht möglich ist alle Namen zu nennen, so möchte ich doch eine Ausnahme machen mit dem mir schon jahrelang in der Stadtgeschichtsforschung verbundenen und unermüdlich als Ortsheimatpfleger wirkenden Schuhkaufmann Fritz Kleuker. Ihm gebührt mein herzlichster Dank!

Etze - Bliek van der Hannoverschenstraße

" -

1. Alte Elzer wissen, wie schön der Bliek von der Hannoverschen Straße auf Elze gewesen ist. Ursprünglich verlief die Straße von hier unmittelbar bis an das Schmiedetor, wo sie in die Hauptstraße einmündete. Im Jahre 1850 verlegte man die Straße zunächst etwas nordostwärts und führte sie dann durch eine große Kurve über die heutige Alte Hannoversche Straße nach Norden; denn die außerordentlich starke Steigung der alten Straße hatte sich als großes Verkehrshindernis erwiesen. 1959 stellte man den alten Straßenverlauf in etwa wieder her und beseitigte zugleich die starke Steigung im Gelände. Die jahrhundertelang nördlich vom Papendahl verlaufende West-Ost-Straße (jetzt Bundesstraße 1) war bereits 1801 unmittelbar an dem Elzer Schrniedctor vorbeigeführt worden.

2. Diese Ansicht des Dickkopfsplatzes wurde 1906 verwendet. Auf der großen Kreuzung der Straßen Hannover-Göttingen und Hildesheim-Hameln befand sich noch keine umgitterte Grünanlage wie später. Neben einem Baum stand ein bescheidener Wegweiser. Im Vordergrund links erkennt man den Vorplatz der Schmiede Bickrneyer, hinten rechts die 1825 entstandene Schmiedetorstraße und im Mittelpunkt das noch bestehende Hotel 'Deutsches Haus'. Der Glaser Lorenz Temme, der schon früher eine Gastwirtschaft betrieben hatte, erhielt diesen Hausplatz infolge des Stadtbrandes von 1824 und der neuen Stadtplanung zugewiesen. Er und seine Nachkommen verstanden es, die verkehrsgünstige Lage für das Hotel zu nutzen.

3. So schaute man Ende des 19. Jahrhunderts vom Dickkopfsplatz aus durch die Hauptstraße bis zur Stadtmitte mit dem Turm der evangelischen Sankt Peter- und Pauls-Kirche. Zu beiden Seiten der mit einem Steinkopfpflaster versehenen Straße verliefen schmale Bürgersteige. Rechts steht der Gastwirt Temme auf der Terrasse seines Hotels. Abgase von Autos plagten ihn noch nicht. Ackerwagen gehörten zum Bild der Kleinstadt, Vorn links mündet die Wallstraße. Auf der Höhe des Bäckermeisters August Ebeling (jetzt Hauptstraße 73) stand bis zum Bau der Wasserleitung im Jahre 1934 eine Pumpe ZUI allgemeinen Wasserentnahme. Das vierte Haus rechts von Gastwirt Breves fällt durch seine eigenwillige Straßenlage auf. Im Haus davor lebte bis 1969 Auguste Ringeling, geborene Bartens, die sich durch große Heimatverbundenheit auszeichnete.

4. Gingen die Pferde nicht weiter oder ihre Herren, als sie auf der Fahrt von Duingen nach den Märkten in Hannover oder Hildesheim vor der Gastwirtschaft von August Beverburg (jetzt Hauptstraße 72) eine Pause einlegten? In Bildmitte schenkt der Wirt gerade 'einen' ein. Links hat sich der Briefträger hinzugestellt, um ebenfalls mit auf das Bild zu kommen. Auf den Planwagen waren offenbar Töpferwaren geladen, deren Herstellung in Duingen früher bedeutend war.

Das obige Haus war zumindest im 19. Jahrhundert Teil eines Ackerhofes. 1803 besaïs ihn Bruno Meese. 1846 und 1873 ist hier der Gastwirt Friedrich Timmermann (gestorben 1889) bezeugt. August Beverburg (1851-1895), der Großvater des jetzigen Inhabers, heiratete 1876 Hermine Timmermann (l852-1940).

5. Im Bild vom 13. August 1911 folgt auf die südlichsten Fenster der Gastwirtschaft Beverburg (Hauptstraße 72) das große Haus des Viehhändlers Louis Garbs (jetzt Kaufhaus Thormeier), dessen Vater Heinrich Garbs noch Kornhändler gewesen war. In der heutigen Drogerie Jürgens (Hauptstraße 70) erkennt man das Haus des Kaufmanns Konrad Kreth, der es von seinem Vater, Leinewebermeister Siegmund Kreth, ererbt hatte. Das Haus Hauptstraße 69 besaß und bewohnte Landwirt Fritz Brandes mit dem Arzt Hugo Kruse als Mieter, dessen Praxis die Dr.med. Otto Gütschow (1878-1926) und Karl Wintzenburg übernahmen. Die in ihrer heutigen Form 1875 gegründete und über einen Musikzug verfügende Freiwillige Feuerwehr Elze hält gerade während eines Marsches durch die Stadt Elze, begleitet von Jungen und Mädchen, wie das auch heute noch üblich ist.

6. Das war die obere Hauptstraße in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts! Links vorn sieht man eine Hälfte vom Haus des Landwirts Ebeling. Vor der Bäckerei und Konditorei Münstermann hing noch unter einer Brezel das Schild 'Café'. Dahinter erblickt man die Einmündung der Neuen Straße (jetzt Königsberger Straße), die nach dem Stadtbrand von 1824 angelegt worden war. Das Haus Hauptstraße 10 des Landwirts Friedrich Dannhausen diente ihm und seiner Familie noch als Gutshaus. Vorn rechts verdeckt eine Ulme das Haus Hauptstraße 68 des jüdischen Kaufmanns Wolfes. Nachdem 1850 die erste Judenfamilie aus Mehle nach Elze gezogen war, hatte sich hier allmählich eine kleine Judengemeinde gebildet, die von 1903 bis 1938 am Heilswannenweg einen eigenen Friedhof besaïs.

7. Während heutzutage eine Ampel den starken Verkehr dieser Kreuzung an der Hauptstraße mit der Schuhstraße (links) und der Neuen Straße (rechts) ordnen muß, konnte ein Radfahrer damals sogar auf der linken Straßenseite fahren. Im Vordergrund links steht das stattliche Haus des jüdischen Kaufmanns Wolfes, überragt von einer hohen Ulme, Wo nachmals das Lebensmittelgeschäft von Gutberlet unterkam, befand sich - wie das Schild aussagt - ein Geschäft für 'Hüte, Mützen und Pelzwaren'. Vorn rechts im Haus Münstermann bestand noch kein Café, wie das fehlende Schild beweist. Im nächsten Haus (Hauptstraße 12) des Landwirts Ebeling wurde am 7. April 1840 Ferdinand Wallbrecht geboren, der hemach als Baurat, Senator und nationalliberaler Politiker in Hannover bekannt wurde und 1905 starb.

HauptstraBe

GruB aus ELZE in

8. Der Elzer Fotograf Otto Nickolai fertigte diese Ansicht vor dem Jahre 1912. Der geringe Straßenverkehr erlaubte es Alt und Jung, auf der Hauptstraße zu stehen. Das Haus rechts auf der nördlichen Bahnhofstraßenecke (Hauptstraße 67) gehörte den Eheleuten Landwirt Friedrich Wilhelm Kücke (gestorben 1907) und Franziska Lutter (gestorben 1934). Beider Sohn Wilhelm war 1915 als Unteroffizier in Frankreich gefallen. Damit war dann des Ende dieses jahrhundertealten Hofes gekommen, der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Erben Lutter verkauft wurde. Vorn links erkennt man die Straßenseite des Hauses von Bäckermeister Ernst Brandes.

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