Emsbüren in alten Ansichten

Emsbüren in alten Ansichten

Auteur
:   Frank Schmitz
Gemeente
:   Emsbüren
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6180-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Emsbüren in alten Ansichten'

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19 Der Uphok ist unter dieser Namensgebung erst im frühen 19. [ahrhundert nachweisbar, obwohl der Weg an sich wesentlich älter ist. Wie die Beschreibung des Weges, den der Emsbürener Gograf nehmen mußte, vermuten läßt, könnte durch diese Straße im Mittelalter der übliche Weg nach Schüttorf geführt haben. Demnach zog der Gograf (Richter). der vermutlich aus Schüttorfkam, durch die Straßen Uphok, die damals als 'Lehmstiege' bezeichnet wurde, und Dahlhok zu seinem Gerichtsstuhl vor dem Haus Dahlhok 8 (früher Schulten/ Möller, heute Kreissparkasse ) . Diese Aufnahme vom Uphok

ist aus der Zeit um 1930. Häuserfolge van links: Hamsen, Hettermann, dahinter Hilvert, Kuipers. Auf der rechten Seite: Haus Teupen (rechts), Mieter war hier der Schneidermeister Küpker.

Darauf folgt Haus Hilkmann. Herr Hilkmann war der hiesige Kirchenrendant.

20 Im Uphok wohnte früher die wohlhabende Familie Hettermann. Ihr gehörte die mechanische Weberei in Emsbüren. 1888 wurde Heinrich Hettermann nach dem Weggang seines Kompagnons Franz Nieland aus Emsbüren der alleinige Besitzer der Fabrik. Nach dern Tode Heinrich Hettermanna .erbte dessen Sohn Wilhelm August den gesamten Besitz. Dieser verkaufte 1913 die Hetter-

mann 'sche Weberei mitsamt Grundstück und Inventar an den Schmiedemeister Bernard van Lengerich. Noch heute ist die Firma van Lengerich an dieser Stelle in der Bahnhofstraße ansässig. So endete also 1913 die Geschichte der Weberei Hettermarm in Emsbû-

ren. Sie war eine der ersten Webereien des Emslandes. Am linken Bildrand sind einige Kisten mit Flaschen aufgestapelt. Sie gehören dem Bierverleger Bernhard Silies. Die Familie Hettermann wanderte spater nach Amerika aus,

21 Dieses Foto aus dem Iahre 1912 zeigt ein altes Kreuz im Uphok am Haus Korte. An den Wegen beim Dorfeingang standen früher Wegkreuze. Dort, wie bei allen Wegkreuzen, die ein Trauerzug passterte, wurde der Sarg angehalten und ein Gebet gesprochen. Bei diesem Kreuz im Uphok hielten die Leichenzüge aus Drievorden und Berge an. Dieser Brauch endete mit der Errichtung der Leichenhalle beim St.-Elisabeth-Krankenhaus. Das hier abgebildete Kreuz ist der Vorgänger eines Kreuzes, das früher an der Seite des Pfarrgartens stand und um 1930 geschnitzt worden war. AufVorschlag von Herrn Pastor Meyer zu Schlachtern wurde an seiner

Stelle ein Marienrelief aus Bronze, gefertigt von Krautwald in Rheine, in die Betonmauer eingelassen.

22 Hauptlehrer Tiesmeyer schickte diese Ansichtskarte, die den Uphok (von oben her gesehen) darstellt, am 21. Juni 1914 seinem 'Patchen' (Patenkind) Alois Hoffmann in Lingen zum Namenstag. Rechts wieder Haus Korte mit dem sogenannten KortenKreuz, das übrigens heute beim Haus des Bankleiters

i.R. Heinrich Korte in der Straße Boombrede steht. Daneben folgt das Schuhgeschäft Kuipers. Am Straßenende wird Haus Reekers (später 01diges) sichtbar. In der Bildmitte befmdet sich das ehemalige Anwesen Hilkmann. Die linke Bildhälfte wird von dem Kirchturm und einem Teil des Pfarrgartens beherrscht, der insgesamt etwa

1,5 ha groß ist und zwischen 1838 und 1845 unter dem damaligen pfarrer Albert Deitering angelegt wurde. In ihm befinden sich mehr als zweihundert Gehölzarten.

emsbüren.

23 Ein Blick über die Kreuzstraße in die Papenseraße um 1930. Neben dem Anwesen Möller/Graes ist der damalige Stall des Pfarrhauses zu erkennen. Wilhelm Fangmeyer, der in seinem Buch 'Dat Lied van Pastor siene Kouh' 220 neugedichtete Verse dieses Liedes zusammengestellt hat (von ihm bekarmten achthundert Strophen!), berichter im Vorwort, daß ein Kirchenbediensteter und zwei Freunde den gutmütigen Pfarrer Deitering am Abend des zweiten Weihnachtstages des [ahres 1846 überzeugten, daß seine Kuh krank sei und notgeschlachtet werden müsse. Die Kuh wurde von ihnen krankgeredet. Heimlich wurden nach der Schlachtung die

einzelnen Teile der Kuh verteilt. Eigentlich war das Fleisch für die Armen aus dem Geistgebäude vorgesehen. Darauf entstand das Protestlied in 22 Versen, 'Dat Leed van Pastor siene Koh' ge-

nannt, das von den 'Geistkers' kräfiig im Ort gesungen wurde. Die Übeltäter wurden durch diese Selbstjustiz geächtet.

24 Diese Fotografie zeigt Emsbürener im [ahre 1935 in fröhlicher Runde (von links):

B. Koster, A. Fröhlich, H. Kamphues, F. Silies, H. Möller, B. Korte, W Giese (Dentist), H. Brockmann, Th. Hilvert, Heinrteli Fröhlich, Wilhelm Möller / Graes und Bernhard van Lengerich. Der Ort des geselligen Treffens war die Wirtschaft NadorfflHungeling. Heute ist hier das Biercafé 'Malör' beheimatet, Seit der Mitte des 16. Iahrhunderts soll sich hier kontinuierlich ein Ausschank befunden haben, der vielleicht nur in den heftigsten Kriegs[ahren des 16. und 17. [ahrhunderts eingeschränkt oder eingeschlafen war. 1765 wird das Haus als eine der drei

Schildwirtschaften im Ort aufgeführt. Sie führte damals den Namen 'Irn rathen Hirsch'.

25 Der alte Glockenstuhl im Turm der St.-Andreas-Kirche um 1916. Damals harten wir vier Gleeken. von denen die älteste aus dem [ahre 1599 stammte. Sie hatte einen Durchmesser von 1, 1 5 Metern. Die nächstältere (noch heute vorhandene) Glocke wurde 1699 gegossen und trägt als Zierde ein kunstrei ches Ornamentband. Dann folgten zwei Glocken von 1875, wobei die eine eine in diesem jahr umgegossene, zersprungene Glocke von 1530 war. Die Emsbürener Glocken fordern mit ihrem Geläut auf: 'Hank den Pott upt Führ!', die Salzbergener Glokken erwidern: 'Niks in to don!', und die Rheiner Glokken geben letztlich den Rat:

'Slcho de Baunen in!' (aus der Glockensprache) .

26 Ein alter, heute fast vergessener Beruf ist der des Seilers. In seiner Seilerei im Uphok (Ecke Nachtigallenstraße) stellte der Emsbürener Seilermeister Bernhard Denker (1889-1968) seine Seile her. Eine seiner Aufgaben bestand unter anderem darin, die Seile der Kirchenglocken, die oft verschlissen waren, zu 'spleißen', das heißt, sie wieder natlos zusammenzusetzen. Dieser Arbeit geht Herr Denker auf dieser Fotografie (um 1940) nach. Er steht im Glockenstuhl. An der rechten Seite ist noch ein herabhängendes Seil zu erkennen. Nach dem Krieg fand der Seilermeister einen guten Gehilfen in seinem Sohn, der auch noch heute im Haus Denker

im Dahlhok wohnt. Er meint: 'Der Seiler ist der einzige Beruf, bei dem man rückwärts gehen muß (beim Hanfspinnen), um geschäftlich voranzukornmen!'

27 Ein Blick 1916 vom Kirchturm auf die Bahnhofstraße in Richtung Leschede. Vorne links das alte Postamt. Es wurde im]ahre 1907 an dieser Stelle errichtet. Zuvor befand sich die Emsbürener Poststation im Hause Terveer (jetzt Sievering) im DahJhok. ]oseph Tiesmeyer schreibt 1912: 'Dies (das neue Postamt) beschäftigt den Postverwalter und einen Gehilfen, einen Postschaffner und fünf Landbriefträger ... Das Emsbürener Postamt besorgt zur Zeit 287 Exemplare politischerTageszeitungen, 171 Exemplare politischer Wochenzeitungen, 11 Exemplare belletristischen und 94 Exernplare technischen und gelehrten Inhalts, zusammen 563

Stück ... Dazu kommt eine Flut von Briefen. Drucksachen, Geldsendungen etc.' Damals wohnte Postmeister Theodor Lübbers mit seiner Familie im ersten Stock des Postamtes.

28 Ein Bliek in die andere Richtung auf die Lange Straße. Oben links erkennt man zwei zerstörte Häuser. Am 10. August 1916 brannten die Wohnhäuser Möller, Rakel und Kamphues. Die alarrnierte Feuerwehr war bald zur Stelle. Mutig traten Frauen und Mädchen der zu den Pahnen im Krieg geeilten Feuerwehrleute an die Brandspritze. Mit vereinten Kräften gelang es, dieAusdehnung des Feuers zu verhindern und den Brand zu löschen. Doch schon am folgenden Tag, am 11 . August, ertönte wieder die Brandglocke. Jetzt brannte es im Hagen beim Wirt Andreas Plagge. Auch hier gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Sehr gut

zeigt sich an dieser Aufnahme die enge Bebauung des Emsbürener Ortskerns.

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