Emsbüren in alten Ansichten

Emsbüren in alten Ansichten

Auteur
:   Frank Schmitz
Gemeente
:   Emsbüren
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6180-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Emsbüren in alten Ansichten'

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29 Eine alte Ansicht der Südseite unserer Kirche in Emsbûren. Das linke Tor ist ein Rest der alten romanischen Kirche. Es fand beim Bau des Südschiffes im jahre 1471 hier seinen Platz. Kunstexperten datieren es Ende des 10. oder Anfangs des 11. [ahrhunderts. Vor dem romanisehen Tor bemerkt man einen gotischen Quaderuntersatz. Tiesmeyerschreibt 1905: 'Schild mitWerkzeichen und die Profilierung deuren auf das 1 5. Iahrhundert. Es ist eine sog. Armenseelen-Lichtsäule, die später als Untersatz für das Kirchhofskreuz gedient hat. Reste von Klammern deuten an, daß eine einstige Mitbestimmung als Kaak oder Pranger nicht ganz

ausgeschlossen gewesen ist.' Auf der linken Seite dieser Aufnahme aus der Zeit um 1914 erkennt man das darrialige Kirchhofskreuz. Es wurde später entfernt.

30 Dieses Bild ist zwar erst 1991 aufgenommen worden, dennoch soll es in diesem Buch einen Platz finden, da das abgebildete Gebäude ein ganz besonderes Kapttel Emsbürener Geschichte widerspiegelt. Im Westen und Süden des Kirchhofes standen, meistens direkt an der Kirchhofsmauer, die Speicher (Spieker), die im Mittelalter vielleicht Vorratshäuser der im Wigbold gelegenen Hof- und Kottenstätten waren. Dieses hier gezeigte Gebäude, das noch bis 1992 als einzelnes Haus zwischen Fröhlich und dem Biercafé Malör (NadorfflHungeling) bestand, dann abgebrochen wurde, könnte man als den letzten Speicher Emsbürens bezeich-

nen. Eine lange Tradition fand mit diesem Bauwerk ein schnelles Ende.

31 pfarrer Gerhard Kotter, der von 1902 bis 1932 in unserer Gemeinde wirkte, steht hier neben einer unserer Glocken, die 191 7 im Ersten Weltkrieg abgegeben werden mußten. 1921 kamen die Glocken wieder zurück nach Emsbüren. Auf der Glocke steht mit Kreide geschrieben: 'Pfarrgemeinde Emsbüren, Kr. Lingen, 29.6.1917'. Im Hintergrund stehen die Häuser van Lengerich (Hofjans) und rechts das Gebäude der alten Volksschule am Kirchplatz. Das Haus van Lengerich war eine Kombination aus zum Kirchplatz orientiertem Wohnhaus und dem dahinterliegenden Nebengebäude, in dem sich Stallungen und die Schmiede befanden. Es

handelte sich um eine typische sogenannte AckerbürgerBesitzung, wie sie auch in der zweiten Hälfte des 19. Iahrhunderts noch in ländlichen Gemeinden wie Emsburen üblich war.

32 Der Fabrikant und Schmiedemeister Bernard van Lengerich wurde am 3. Februar 1861 in Emsbüren geboren und starb dort im 89. Lebensjahr am 7. September 1949. Was er sich bis in die letzte Zeit seines Lebens allerdings nicht nehmen ließ, das war die Arbeit, mochte sie objektivauch nur mehr einen symbolischen Wert haben. Auch als er selbst schon nicht mehr zur Fabrik laufen konnte, ließ er sich tagtäglich mit dem Auto dorthinfahren, um sich - wie er sagte - sein Brot noch so lange wie möglich selbst zu verdienen. Dieses Foto zeigt ilm, wie er mit dem Wagen zur Fabrik gebracht wird, Das Bild ist gegen Ende des Zweiten Welt-

krieges aufgenommen worden, denn arn Auto ist noch ein verklebter Scheinwerfer erkennbar, der durch einen Schlitz nur so wenig Licht wie möglich durchlassen durfte, damit das Gefáhrt nachts nicht von feindlichen Pliegern entdeckt werden konnte.

33 Hier stehen Schüler der Rektoratschule Emsbüren vor dem Haus 'Geist' am Kirchplatz im Iahre 1912. Die Rektoratschule wurde 1910 eröffnet. Stolz tragen auf diesem Foto die Schüler ihre Schülermützen, an deren Parben und Bändern die Zugehörigkeit zu einer Klasse zu erkennen war. Vor dem Bau der Rektoratschule an der Schulstraße wurde zunächst im Haus 'Geist' unterrichtet, später auch in Kamphues Saal und sogar in dem Gebäude der Kegelbahn der Gastwinschaft Egbring (Witte). Ziel dieser Einrichtung war es, auf die Oberterria (später Untersekunda - Klasse 10) vorzubereiten. Leiter der Rekteratschule war Vikar Wilhelm

Schade. Haus 'Geist' war bis 1894 die Mädchenschule und wurde dann, nach dem Bau der neuen Volksschule auf den Grundstücken der alten Knabenschule und dem alten Armenhaus in diesem [ahre,

zum neuenArmenhaus urnfunktioniert. Hier lebten zum Beispiel Hauptlehrer Tiesmeyers Schwestern nach dessen Tod 1918.

34 Die innereAusstattung unserer St. - Andreas- Kirche ließ lange manches zu wünschen übrig. Endlich ging man an die Ausmalung des Gotteshauses, die im Sommer 1906 durch den Kunstmaler Allrogge aus Hörstel LW vollendet wurde. Das schöne Kreuzgewölbe des Mittelschiffes erhielt als Zierde die vier Evangelisten. Seit dem 29. Februar 1908 schmückt die Kirche ein Flügelaltar von hohem Kunstwert. Bald darauf bekam die Kanzel einen herrlichen Schalldeckel. Links sieht man auf dem Marienaltar eine Pieta, die von Lukas Memken aus Osnabrück stammte. 1915 wurde der heutige Marienaltar eingeweiht, und die Pieta von

Mernken fand ihren neuen Platz gegenüber dem alten Taufstein, der damals unter dem Baldachin des ehemaligen Hauptaltares am Ende des Mittelschiffes am Eingang zum Turmraum (Nordseite)

stand. Diese Aufnahme entstand um 1914.

35 Pfarrer JosefKrämer, der van 1937 bis 1958 als Pastor in Emsbüren wirkte, rnit seiner langen Pfeife. Seine Amtszeit ist geprägt von der NSZeit und den Kriegs- und Naehkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges. Geboren wurde Iosef'Kràrner am 3. April 1886 in Rieste, Kreis Bersenbrück, und er wurde am 2. März 1912 in Osnabrüek zum Priester geweiht. Mit Wirkung vom 1. jannar

1 93 7 wurde er Pfarrer in Emsbüren. Am 1. April 1958 resignierte Pfarrer Krämer krankheitshalber auf seine pfarrstelle. Er starb am 13. Juni 1958. Eine Straße trägt heute seinen Namen.

36 Oft bekleidere sich Pfarrer Kramer mit einer Pelerine, einem ärrnellösen Umhang. Auch im Beichtstuhl, beim Beichtehören, sah er zumeist so aus, wie er auf diesem Foto zu sehen ist. Es soll noch an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß pfarrer Dechant Iosef Krämer, laut einer mündlichen Überlieferung von Pfarrer Adolf Grothaus, der von 1945 bis 1953 in Emsbüren Kaplan war, während des Zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945 samstags eine Stunde vor dem Beichtehören, in der Zeit von zwei bis drei Uhr, in Bußhaltung lang ausgestreckt auf dem Fußboden in der Sakrisrei lag und den Rosenkranz betete.

Er bat um Schutz für seine

Gemeinde. Emsbüren blieb während des Krieges von feindlichen Bomben und Kampfhandlungen verschont!

37 Ein Schulfoto van 1890. Hinter den Kindern stehen die Lehrer Tiesmeyer (1 8561918) und sein guter Freund HeinrichBüscher (18571907). Beide erhielten ihre Ausbûdung am bischöflichen Lehrerseminar zu Osnabrück im Kursus 1874-1876. Es verbinden sie 25 Iahre gemeinsame Iahre in der Erziehung der Emsbürener Jugend. 1890 steht in der Schulchronik eingetragen: 'Gegen Ende September hat Schreiber dieses (LehrerTiesmeyer) eine Fahrt nach Oberammergau zum weltberühmten Passionsspiele gemacht. Dabei sind Land und Leute gar wohl aufgenommen, was bei dem Unterrichte fruchtbar verwendet werden soll.' Im Hintergrund

das jetzt vermauerte Portal an der Nordseite der St-Andreas-Kirche in Emsbüren.

38 Die Einwohner sahen Hauptlehrer ]oseph Tiesmeyer am häufigsten mit seinem großen Hut. Vierzig Iahre war er Lehrer, Organist und Chorleiter in Emsbüren. Zudem betätigte er sich als Heimatschriftsteller, Verfasser verschiedener Artikel, als Schulbuchautor, und auch war er ein vielbeachteter Redner. Von ihm gibt es zum Beispiel eine Heimatkunde des Kreises Lingen in zwei Bänden. Der NameTiesmeyer hat also nicht nur in Emsbûren, sondern weit über das Emsland hinaus, einen besonderen Klang. Sein Herz war erfüllt von hohem Idealismus und großer Begeisterung für die Musik. Bekannt war jedoch auch seine großeAngst vor

dem Wasser, den tiefen Löchern der Erns, die er nie mit dem Kahn überqueren wollte. 'Et is better, se segget: "JöPken is ne Bangebux!" es dat se segget: "Iöpken is versoppen! "', sagte er einmal, als er sich weigerte, in Listrup einen Kahn zum Übersetzen der Ems zu besteigen. Lieber ging er den Umweg über die Helseher Brücke, um wieder nach Emsbüren zu kommen.

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