Emsdetten in alten Ansichten

Emsdetten in alten Ansichten

Auteur
:   Joachim Glandorf
Gemeente
:   Emsdetten
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2943-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Emsdetten in alten Ansichten'

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9. Die Frauenstraße etwa 1912, ganz rechts mit der Wirtschaft Adam Kloppenborg. Das zweite Haus auf der rechten Seite gehörte 1851 dem Wannenmacher Anton Albers, später Meyjohann und Joseph Deitmar. Um 1880 betrieb dort dessen Schwiegersohn Lünnemann ein Haushaltswarengeschäft. Anschließend pachtete Franz Simon das Anwesen, welches 1925 abbrannte. Das zweite Haus auf derlinken Seite war die Besitzung Dorf 135.1828 gehörte das Anwesen den Erben Heinrich Wilmers, 1851 wurde es von der Näherin Meiners, dem Wirt Schleiter und der Lehrerin Inkrodt bewohnt. Wahrscheinlich hat Dr. Prenger das Haus gebaut. Seine Witwe, eine geborene Lintel, bewohnte es noch einige Jahre. Deren Erben, der Apotheker Alfred Prenger und seine Schwester Mathilde, verkauften die Besitzung an Friedrich Stroetmann (1830-1924). Im Hintergrund das neue Amtsgebäude von 1906 und das 'Alte Amt'.

10. Das alte 'Patrizierhaus' mit Gartenpavillon war Stammhaus der Familie Stroetmann. Im Hintergrund ist der Saal der Gaststätte Kloppenborg an der Frauenstraße zu erkennen. Das ehemalige Geschäftshaus Stroetmann (heute Radio Kollmann) liegt rechts neben dem Pavillon. Über 150 Jahre lag das Küsteramt in den Händen der Familie Stroetmann. Im Jahre 1729 heiratete der Schulmeister Joan Wilm Stroetmann die Tochter des benachbarten Wirtes Adam Wenneker (später Kloppenborg), Anna Christina Wenneker. Stroetmann war auch Küster an der direkt vor dem Haus liegenden Pankratius-Kirche. Sein Sohn Joan Bernhard Wilhelm Stroetmann übernimmt nach dem Tod des Vaters das Küsteramt und ist bis zu seinem Tod 1811 als Küster und Notar tätig. Danach wird sein Sohn Joh. Everd Joseph Stroetmann Küster, der nebenbei ein Handelsgeschäft betreibt. Sein Sohn Johann Bernhard Wilhelm Stroetmann (1799-1884) baut das Geschäft weiter aus und ist der Gründer der Firma B.W. Stroetmann. Sein Nachfolger Friedrich Stroetmann (1830-1924) errichtet mit seinem Vater eine Fabrik an der späteren Friedrichstraße. Im Jahre 1889 vollzieht sich die Umstellung von Handwebstühlen auf mechanische Weberei.

11. So sah der Marktplatz (Brink) um die lahrhundertwende aus. Rechts das kaiserliche Postarnt. anschließend das Haus Kcrkhoff, das sich Anfang 1880 im Besitz von Anton ühde befand, weiter das Haus Bölefahr, das Stallgebäude Bölefahr und ganz links das Hotel 'Zur Post'. Das Hotel, Besitzer Hermann Bölefahr, wird bereits 1821 in Akten des Dorfes Emsdetten erwähnt. Ab 1841 war der Gastwirt Bölefahr auch Posthalter von Emsdetten. Das damals neue 'Kaiserliche Postamt' war Irüher Haus Dorf 144 und gehörte 1828 Friedrich Kiffmeyer und 1851 der Wirtin Witwe Kiffmeyer. Nach der Gewerbeliste von 1821 war Kiffmeyer, der eine Schankwirtschaft betrieb, auch Krämer, Brenncr, Bauer und Bäcker. Das Anwesen kam später in den Besitz des Fabrikanten Engelbert Gröter, der das alte Haus abreißen ließ und etwa 1888 den hier gezeigten Neubau crrichtete, den er an die Kaiserliche Post vermietete.

12. Auch hier der Marktplatz (Brink) um 1900: er zeigt rechts das Haus von Franz Mülder.Iinks hinter den Bäumen die Schmiede Schwarte. Das stattliche, im Volksmund 'Hortmannsches Haus' genannte Gebäude, soll das erste zweistöckige Wohnhaus in Emsdetten gewesen sein und gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einem Johann Heinrich Becker. 1850 wird das Haus Nummer 39 als Besitz von Kaufmann Heinrich Wilmers ausgewiesen. 1910 kaufte Heinrich Heüveldop das Haus von Mimi Hortmann. Im Jahre 1913 ging es in den Besitz der Firma H. Heuveldop & Sohn über, die es als Mietshaus verwandte. Spater widerfuhr diesem stattlichen Gebäude - wie so vielen - das Schicksal der Flächensanierung bei der Erneuerung des Emsdettener Stadtkerns. Heute steht dort das Schuhhaus Krukenkamp. Daneben lag das Haus des WannenmachersAnton Brüggemann.das dem Fotohaus Eick Platz gemacht hat.

13. Der Marktplatz (Brink) in den dreißiger Jahren zeigt, daß der Gasthof 'Zur Post' sich jetzt auch Hotel 'Zur Post' nennt. Der Vorgängerbau war von Frau Witwe Bölefahr, einer geborenen Kloppenborg, an den Gastwirt Walde mar Meise verpachtet, später an Albert Selle verkauft worden. Nach seinem Tod verkaufte seine Frau das Haus für 70 000 Mark an die Gemeinde Emsdetten. Diese ließ das Gebäude abbrechen und für 249 000 Mark das neue Hotel erbauen, Pächter wurde Jakob Bäcker. Später wurde das Hotel 'Zur Post' von der Hotelgesellschaft Oskar Schründer & Co KG übernommen. Als weitere Pächter folgten unter anderen Reuter und Putzo. Links neben dem Hotel der Zugang vom Markt zum Katthagen, wo ein Teil des Fabrikgebäudes der Firma F. Mülder zu sehen ist. Das Wohn- und Geschäftshaus Mülder mit dem interessanten Bogengang ist bis heute stehen geblieben.

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-=-=....zb ~ I~ 14. Ein Bliek vom Katthagen auf drei Gebäude an der Mühlenstraße zeigt links das Haus, das um 1850 vom Weber Josef Hollefeld bewohnt war, später von Schneider Reekers. Das nächste Haus war laut Urkatasterkarte von 1828 'Dorf 58' und war um 1820 im Besitz von Anton Warpenberg, der irn Gewerbeverzeichnis als Böttcher und Essigbrauer aufgefûhrt wird. 50 Jahre später gehörte das Haus der Wirtin Witwe Warpenberg. Um 1900 war die Wirtschaft im Besitz der Familie Brinkmann, die auch die Wassermühle Deitmar gepachtet hatte. Später übernahm August Averesch die Gaststätte und verpachtete sie weiter. Neben Averesch-Brinkrnann stand das Haus von Anton Kamp, früher 'Dorf ST. Nicht zu sehen sind drei benachbarte Häuser von Wannenmachern, wobei wegen des Röstens der Weiden wohl der an die Gärten.grenzende Mühlenbach eine Rolle gespielt haben mag. Diese Wannenmacher waren auch an dem dreißigjährigen Streit zwischen den Müllern Deitmar und Winninghoff beteiligt. An den beiden Gebäuden links und Mitte fällt auf', daß sie um 1855 reich geschwungene verputzte Frontgiebel nach holländischem Vorbild erhielten. Ursprünglich haben auch sie wie das rechte Haus ausgesehen.

15. Unser Foto aus den Jahren kurz vor dem Ersten Weltkrieg zeigt einen Blick auf Haus Wähning, wo jahrelang das Kolonialwarengeschäft Middendorf untergebracht war. Vorher stand an dieser Stelle, etwa um 1850, das Haus des Schusters Sandmann. Rechts von uns, an der Einmündung Mühlenstraße/Bachstraße, liegt Deitmars Hof. Das Foto zeigt in eindrucksvoller Weise, was eine Objektsanierung für das gesamte Häuserensemble hätte bedeuten können. Die Gebäude standen nämlich noch alle bis etwa 1980 und befanden sich in einem baulich recht guten Zustand. Stattdessen wurde eine dreispurige Ringstraße durch die erhaltenswerte gewachsene Bausubstanz gelegt, anstelle der kleinteiligen Parzel1enstruktur große Grundstücksgefüge geschaffen und maßstabsprengende Gebäude errichtet, so daß die heutige Bebauung nicht die geschichtliche Entwicklung der Stadt widerspiegelt und das bislang harmonische Stadtbild verzerrt hat.

16. Der alte Spieker auf Hof Deitmar im Hintergrund ist aus dem Jahre 1550, dendrochronologisch jedoch 1683-1689 datiert. Im Vordergrund das Stallgebäude der Hofanlage, bevor es zum Heinmatmuseum aus- und umgebaut wurde. Hof Deitmar leistete jährlich mehr als 120 Scheffel Getreide an Pacht. Bei einer Bestands- und Abgangsrechnung jedes Spiekers berücksichtigte man auch den Verlust, der durch MäusefraB entstand. Der niedrige hintere Anbau des Spiekers Deitmar war Schafstall. Nach Sturmschäden wurde der Stallteil nicht wieder aufgebaut. Der Speicher ist als Fachwerkgebäude mit Keller-, Erd-, Ober- und DachgeschoB erstellt worden. wobei Keller und Kellertreppe aus Bruchsteinmauerwerk bestehen. Das konstruktive Gefüge ist gut erhalten, lediglich ein Fußrähm, eine Schwelle und einige Balkenköpfe mit Konsolen bedürfen einer Erneuerung. Heute befindet sich rechts des Spiekers das umgesetzte Wannenmacherhaus Löbbel, das als Wannenmachermuseum genutzt wird.

17. Die Mühle am Mühlenbach war ursprünglich Eigentum der Bischöfe von Münster. Als 1815 Emsdetten zu Preußen kam, wurde die Mühle Domäne der Regierung in Münster. Der Urkatasterplan von 1828 weist sie als 'Königliche Domäne' aus. Pächter der Mühle blieb der Schulze Deitrnar, der sie spater erwarb. Etwa um 1920 wurde das Objekt von den Erben verkauft, später auch das Wasserrecht. Die Familie Brömmelhaus war jahrelang Pächter der Mühle, die sie dann im Jahre 1953 käuflich erworben hat. Auf dem Foto sind die Waschstege zu erkennen, auf denen die Frauen die Wäsche wuschen oder spülten. Oben auf dem Weg sieht man eine Schubkarre stehen, mit der man die Wäsche transportierte. Gegenüber der Waschstege auf der anderen Wegseite befand sich eine große Bleichwiese.

18. Deitmars Mühle (Brörnmelhaus). Ein Rechnungsführer von St. Mauritz schrieb schon vor 1500, diese Mühle gehöre seit unvordenklichen Zeiten (ab antiqua) zum Hof Deitmar. Später war das nicht immer so ganz selbstverständlich. War sie noch älter als die Mühle beim Hof Winninghoff? Zuweilen führten die beiden Mühlen Streit miteinander, weil sie sich gegenseitig beim Mahlen hinderten. Es gibt auch einen Beleg für die Mühle an der Ems beim Hof Bockholt in Isendorf, wovon die Erinnerung noch stets in der Volksüberlieferung fortlebt. Eine Sturmflut soll die Mühle -zum Schluß fortgetrieben haben. Über sie gibt 'Johan de vysscher van Soerbecke' genaue Auskunft. Ganz in ihrer Nähe war Fischerei in der Ems unantastbares alleiniges Recht des Fürsten von Münster und des Amtes zu Bevergem. Niemand anders durfte auf der Strecke bis an den Damm zu Bockholt fischen als der fürstliche Fischer, ausgenommen Schulze Bisping und Schulze Hanhof (de Schulte Bispinck unde de Schulte Honhoff to Detten).

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