Emsdetten in alten Ansichten

Emsdetten in alten Ansichten

Auteur
:   Joachim Glandorf
Gemeente
:   Emsdetten
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2943-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Emsdetten in alten Ansichten'

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19. Eine Gesamtansicht der Wassermühle mit Wehr. Im Hintergrund ist das alte Wohnhaus der Familie Deitmar zu erkennen. welches 1912 zum großen Teil abgebrochen und dann in der Weise errichtet wurde, wie wir es heute sehen können. Der Hof Deitmar gehört zu den mehr als ein Dutzend Höfen. die allein am Mühlenbach angcsicdelt waren. wie Krüler und Krumbeck (Heitmann), Dierns und Deitmar. Auf rund 60 Bauernhöfen in Detten und Hembergen brachte man übrigens schon vor mehr als 1 000 Jahren die Ernte ein, auf vielen davon vermutlich bereits vor 1 400 Jahren, wenn nicht gar früher. Etwa ein Drittel der Höfe waren als Einzelhöfe gesiedelt. Der größte Teil der Bauern ackerte in Eschgemeinschaftcn. Der große Esch in Ahlintel gilt in der Fachwissenschaft seit Jahrzehnten als das klassische Muster cines Gemeinschaftsesches.

Stadt Emsdetten , Deitmars ,1ühlc

20. Deitmars Mühle wurde um 1700 für gut '4 000 Thaler' gebaut, nachdern das vcrherige Mühlenwerk sehr schadhaft und baufällig geworden war. So ist es in den Blättern des Heimatbundes Emsdetten nachzulesen. Danach hat auch das 'Sandufer' eine enge Verbindung zum Mühlenbach. Der Lauf des Baches soll früher folgendermaßen gewesen sein: Abzweig von der Wassermühle Deitmar nach Holzhändler Börger durch die Gärten hinter dem Stift, 'Altes Amt', Lechtreck, Sandower, Kirchstraße, Pastorat, Lauge, entlang der Bahn bis Hummert und dann weiter zur Ems. Von der Lauge aus ist das Flußbett heute noch deutlich zu verfelgen. Es ist anzunehmen, daß der alte 'Pastors Diek' ein Überbleibsel des einstigen Flußlaufs ist. Letzterer ist schon seit 300 Jahren nachweisbar. Am Sandower nahm der Mühlenbach ein kleines Bächlein, die 'Sindflot' auf, das eiligen Weges von der Borghorster Straße, aus der Nähe des Dorfgrabens und dem 'Pohl' kam. Bei der Kanalisierung der Kirchstraße stellten sich viel Schlick und Morast ein, Vor der Kirche fand man ausgehöhlte Bäume, die als Wasserkanäle gedient hatten.

21. Das Marien-Hospital wurde im Jahre 1869 von Pfarrer Eibers gegründet, der nach dem Kauf eines am Mühlenbach gelegenen Grundstücks von einer Familie Ottenjann mit dem Bau eines Krankenhauses begann. Emsdetten zählte zu diesem Zeitpunkt 4 400 Einwohner. Schon bald mußte das Krankenhaus erweitert werden. Mit dem ersten Erweiterungsbau entstand auch die Kapelle, gefolgt von einern zweiten Anbau, der von 1910 bis 1912 errichtet wurde. Im und nach dem Ersten Weltkrieg (Oktober 1914-Juli 1920) war das Krankenhaus Militärlazarett. Zur intensiveren Nutzung der eigenen Ländereien wurden weitere Wirtschaftsbauten errichtet und später eine moderne Wäscherei gebaut.

22. Die Stadtkernsanierung hat vor diesem geschlossenen Villenensemble hinter der Eisenbahnunterführung an der Moorbrücke haltgemacht. Noch heute zeigt sichjedem in etwa dieses Bild aus den dreißiger Jahren. Hinter der Mühlenbachbrücke links die von Franz Mülder 1897 erbaute Villa (heute DI. Kienecker). Auf der rechten Seite die 1933 erbaute Villa (heute Dietz), dann die Villen Hubert Bockholt, Gustav Beermann und Stephan Schilgen. Nicht zu sehen, auf dem Foto links hinter der Villa Franz Mülder, liegt die ehemalige Villa Münsterstraße 8 von Engelbert Mülder. Das um 1895 erbaute freistehende Wohnhaus wurde kurz nach der Erbauung im gleichen Stil auf der Ostseite erweitert. Der zweigeschossige Ziegelbau auf hohem Sockel unter vielseitig gestaltetem Schieferdach zeigt Dachgauben unter halbkreisförmigen Aufsätzen. Ein als Konsolgesims ausgebildetes Kranzgesims prägt alle vier Schauseiten. Auf der Westseite gliedert ein dreigeschossiges Risalit unter Mansarddach die Fassaden, ein weiteres Risalit zeigt bleiverglaste Rundbogenfenster. Diese Villa bildet gemeinsam mit den Häusern Münsterstraße 6, 5, 7, 9 und 11 eine der letzten typisohen Villengruppen in Emsdetten.

23. Die Münsterstraße um 1925 zeigt links die von Franz Mülder 1897 erbaute Villa in cincm vom Mühlenbach im Westen und Norden begrenzten großen Garten. Der zweigeschossige Ziegelbau in typisch niederländischen Renaissancetormen. Risalitgiebeln und Türrnchen. besitzt im rückwärtigen Teil einen Wintergatten rnit dekorativer, gemäßigter Jugendstilverglasung. Die ursprünglichen quadratischen Bekrönungen der Giebel mit Halbradaufsätzen und das hohe, steilgeneigte Dach des Ecktürrnchens sind jedoch nicht mehr vcrhanden. Vorn rechts im Bild sehen wir das alte Apothekengebäude - es war die erste Apotheke in Emsderten. Im Jahre 1843 kaufte das Haus der Apotheker Gottlieb Schröter. Die späteren Apotheker in diesem Haus waren 1850 Philipp Plassrnann, 1869 Dr. Ottokar Bödiger, 1870 Gustav Eisenhut und 1897 Carl Driessen. Der Apotheker Carl Driessen aus Bocholt zog 1902 in einen Neubau am Sandufer (siehe Bild Nr. 46).

24. Das Haus Heüveldop/Mü1der um 1880 an der Ecke Rheiner Straße/Bahnhofstraße stellt ein stattliches Bürgerhaus mit Krüppelwalmdach dar. Genauso muß man sich die alte Gaststätte Engeln (Unter den Linden) am Sanduferplatz vorgestellt haben. Das Haus Heüveldop/Mülder ist wahrscheinlich von Joan Möller (Mü1der), (geboren 1732, gestorben 1794), erbaut worden. Es wurde an seinen Sohn Franz Mü1der (geboren 1780, gestorben 1835) vererbt. Dieser Franz Mü1der war auch Teilhaber der Firma Biederlack, Mü1der & Co. in Emsdetten. Von seinen sechs Kindern blieb nur die Tochter Maria-Anna am Leben, Sie heiratete 1835 Heinrich Heüveldop, Kaufmann in Emsdetten. Auf dem Bild sehen wir an Personen von links nach rechts: Weber Hermann Poggemann, Schreiner Beermann, Kutscher Brinkmann, Kind Engelbert Mülder, Kind Maria Schauer/Heüveldop, drei Kinder Lutter und Heinrich Heüveldop.

25. Der Aufnahmestandpunkt des Fotografen Richtung Heüveldopsches Haus verrät, daß das Betriebsgebäude der Firma H. Heüveldop & Sohn an der Bahnhofstraße schon errichtet sein muß. Im Hintergrund des stattlichen Traufengebäudes ist die St.-Pankratius-Kirche zu sehen, Am Haus stehend, sieht man Gustav Stroetmann und den Expedienten Fritz Schneider, an der Laterne Pastor Stroetmann und Engelbert Mülder, im Garten Hanne Sträter-Mülder, 1884 brach der Sohn Heinrich Heuveldop das Haus ab und errichtete das heute noch stehende Haus Bahnhofstraße 7.

26. Der Eingang zur Bahnhofstraße im Jahre 1880 zeigt links noch das alte Heüveldopsche Haus, rechts das Betriebsgebäude der Firma H. Heüveldop & Sohn, Ganz hinten ist der Bahnhof zu erkennen. Der Eisenbahnbau und die Textilindustrie führten zu wachsenden Einwohnerzahlen und ließen Emsdetten um den Teil 'Hinter der Bahn' wachsen. Während des Zweiten Weltkrieges zerstörten zahlreiche Bombenabwürfe besonders Eisenbahnanlagen und mehrere Fabriken, so daß erst nach den Jahren des Wiederaufbaues an eine langfristige Entwicklungsplanung gedacht werden konnte, die neben dem industriellen Bereich besonders verschiedenartige Einrichtungen zentraler Dienstleistungen berücksichtigte. Für die Transporte der Industrieprodukte war die Bahnhofstraße schon gepflastert, auch Gehwege waren vorhanden, doch alles läßt erkennen, daß im Dorf noch Landwirtschaft betrieben wurde. Die Kinder trugen neben Holzschuhen festes Schuhwerk, alle Knaben haben hochgeschlossene dunkle Röcke und wadenlange Hosen. Die Madehen sind nach damaliger Mode mit weißen oder bunten Kittelschürzen bekleidet.

27. Das 1884 durch Heinrich Heuveldop erbaute Wohnhaus ist in einern Zeitabschnitt entstanden. in dern sich die Wandlung vom Dorf zur Stadt vollzogen hat. Daher ist der Zeugniswert derjenigen Bauten. die dies noch dokurnentieren. von besonderer stadtgeschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung. Das ehemalige großbürgerliche Wohnhaus Heuveldop ist in noblen Spätrenaissancetormen italienisierend gestalter und muß in die Gruppe der für das Stadtbild Emsdettens wichtigen Fabrikantenvillen eingereiht werden. Der Baukörper ist als freistehender repräsentativer Eekban auf Wirkung mit mindestens drei Schauseiten angelegt und bildet einen so gewollten Auftakt zur Bahnhofstraße, Sein künstlerischer Wert ist dem angemessen. Innerstädtisch wurden selbst kleine Flächen vor den Häusern gartenbaulieh genutzt und mit einem guß- oder schmiedeeisernen Zaun umgeben. der um die Jahrhundertwende in Mode kam- warum nicht adch heute wieder?

28. Wie sehr wir heute vergessen haben, auch innerhalb der Stadt mit Bäumen zu leben, ja sie gerade als Schatten- und Sauerstoffspender zwischen Straße und Gehweg anzupflanzen, zeigt die mit Linden besetzte Bahnhofstraße. Die Villa rechts, in der heute Dr. Esters seine Praxis hat, wurde damals von Bauunternehmer Hubert Krümpelmann für sich selbst gebaut. Später hat Heinrich Müller das Haus erworben und jahrzehntelang mit seiner Familie darin gewohnt. Das wohl um 1900 errichtete Wohnhaus in neubarockem Stil zeigt dekorative Elemente wie die Andeutung von Kolossalpilastern an dem Erker sowie einen Balkonvorbau mit schwer ausgearbeitetem Blätterschmuck. Insgesamt stellt das Wohnhaus eines der typisohen Villenbeispiele dieser Zeit in Emsdetten dar.

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