Emsdetten in alten Ansichten

Emsdetten in alten Ansichten

Auteur
:   Joachim Glandorf
Gemeente
:   Emsdetten
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2943-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Emsdetten in alten Ansichten'

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39. Friedrich Hunsche, der hier mit seiner Familie in der Ladentür steht, gründete im Haus von Louis Stipp an der Rheiner Straße ein Kolonialwarengeschäft. Das Bild zeigt noch das Haus in der schlichten Giebelausführung mit Quaderputz und Krüppelwalmdach. Schon bald baute Hunsche auf dem Grundstück von Melchers Hiärrn (Wähnings) das Haus an der Kirchstraße, in dem das Geschaft weitergeführt und später in den Neubau des Kaufhauses Hunsche miteinbezogen wurde. Das abgebildete Haus erbte Louis Stipp, der zuvor im Haus von Georg Stipp, Kirchstraße (heute Kochlöffel), ein Uhren- und Goldwarengeschäft betrieb, spater das von Julius von Spreekelsen. Im Jahre 1855 baute Louis Stipp das geerbte Haus um und es erhielt die heute noch sichtbare, vor einigen Jahren renovierte Front mit geschwungenem Giebel nach niederländischem Vorbild. Das für viele Wohnhäuser der Stadt so typische Krüppelwalmdach des Obergeschosses konnte vom Baumeister geschickt hinter den seitlich hochgezogenen Frontrnauern, sogenannten 'Holländischen Schultern', vor dem Bliek des Betrachters versteekt werden.

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40. Die Rheiner Straße in dieser Form ist heute kaum wiederzuerkennen. Ganz vorn rechts im Bild ist noch ein Seitenpfeiler des Kaufhauses Overmeyer (um 1930) zu sehen. Links anschließend an Gebrüder Overmeyer (heute Kaufhaus Wissing) stand das Haus Roters. Die alte Besitzung Nummer 147 befand sich schon 1820 im Besitz des Wannenmachers Bernhard Roters, 1850 wird als Besitzerin die Witwe Roters genannt. Um 1900 muß die Familie Roters - im Volksmund wurden sie Kössjanns genannt - hier das Kolonialwarengeschäft begonnen haben. Das nächste Haus bewohnte Johann Hermann Anton Speckmann. Er war von 1821 bis 1844 Bürgerrneister und von 1844 bis 1850 Amtmann von Emsdetten. Amtmann Speckmann war bei allen Emsdettenern sehr beliebt und hatte sich um das damalige Dorf Emsdetten große Verdienste erworben. Nachdem nach seinem Tod seine Witwe noch einige Jahre dort gewohnt hatte, diente das Haus als Kaplanei der Pfarre St. Pankratius, bis es dann von Roters erworben und in den Geschäftsneubau miteinbezogen wurde.

41. Unser Foto aus den Jahren kurz nach dem Ersten Weltkrieg zeigt einen Bliek von der Rheiner Straße aus über die noch mit reichlichem Grün versehenen Innenstadtgrundstücke auf die verlängerte Pankratius-Kirche, deren 1903 veränderter Turm einen charakteristischen Akzent in das Ortsbild und die Ortssilhouette brachte. Rechts im Bild die Giebelseite der damaligen Kaplanei, die früher vom Amtmann Speckmann bewohnt wurde. Hier steht heute das Geschäftshaus von Lechtreck, in dem sich unter anderen die Geschäftslokale von Dickhut, Uhren-Denker und der Bäckerei Klodt befinden.

42. Die Pankratius-Kirchc, wie sie sich uns ab 1847 darbot. Ähnlich wie 1470. blieb der romanische Kirchturm erhalten. ein wahrhaft ruhender Pol in der Flut baulicher Veränderung um die Kirche. So rettete der Turm sein Dasein bis zum Jahre 1903. als die Verlängerung der Kirche nach Westen auf Geheiß der maßgebenden Kirchenvertretungen und der Pläne des P. Sträter ihm das Todesurteil sprachen. Unser romanischer Turm war nicht der einzige seiner Art in der engeren Heimat. vielmehr hatte er eine stattliche Zahl von Brüdem, die teils vor ihm dem Brecheisen oder Brand zum Opfer fielen, teils ihn überleben und so noch heute Zeugen sind der Glaubensinnigkeit unserer mittelalterlichen Vorfahren. Besenders zur Zeit der Regierung des Bischofs Hermann II. (J 174-12(3) wurden viele Holzkirchen durch Steinbauten ersetzt. Aus dieser Zeit stammten auch Kirchen und Türrne in Altenberge. Borghorst. Langenhorst. Ochtrup und stehen noch heute in Metelen und Welbergen. Welbergens Turm der alten Kirche zeigt besonders große Ähnlichkeit mit dem alten Emsdettener Turm.

43. Um 1178, der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes Thetten, wurde der späte rornanische Turm an die Stelle einer aus Holz und Lehm erbauten Kirche gesetzt. Trotz seiner Wucht und Massigkeit zeigte das Bauwerk eine feine, fast leichte Harmonie der Linienführung in den mittleren Geschossen. Die Fläche ist mit einfachsten Mitteln geschickt aufgeteilt. Eine senkrechte Mittellinie hält sie bis zum Giebel hin lebendig. Dadurch wirkt der Turm trotz aller Gewichtigkeit der gesamten äußeren Form außerordentlich gefällig und ansprechend. Echt romanische Andacht, Ergebenheit, fast geheimnisvolle Weihe zeigt das rundbogige Portal, wie denn insgesamt kaum ein Baustil den Charakter der gläubigen Demut, der Abhängigkeit des Diesseits vom Jenseits so scharf zu treffen wußte, wie der romanische, der Stil der frommen, ergebungsvollen Mittelalter-Menschen.

44. Die Kirchstraße im Jahre 1900 mit dem alten spätromanischen Kirchturm - er war eine stattliche Erscheinung, dessen Äußeres sieben Jahrhunderte kaum merklich verändert hatten. Wie alle Dorftürme der romanischen Stilepoche war er breit gehalten, von wuchtiger Gestalt mit starkem Mauerwerk und ansehnlicher Höhe. Mußten die Kirchen und besonders deren Türme doch damals in den vielen Gefahren der fehdelustigen und kriegerischen Zeit einer bedrohten Bevölkerung als letzte Zuflucht und zu äußerster Verteidigung dienen. So erfüllten die Kirchtürme dieselbe Aufgabe wie die massigen, wehrhaften Burgfriede in den festen Wasserburgen des münsterländischen Flachlandes. In der Achse der Kirchstraße das Haus, das 1850 der Krämerin Theresia Wülker gehörte, dann in den Besitz der Familie Epping überging, die darin eine Gaststätte betrieb. Ganz rechts im Bild ist das Heüveldopsche, später Goldschmidtsche Haus zu erkennen, wo heute das Geschäftshaus der Firma Elektro-Kernper steht.

45. Dieses etwa 1922 vom Fotografen aufgenommene Motivan der Kirchstraße, etwa in Höhe gegenüber der Metzgerei Bücker, zeigt 'Kueldirks Hoek' (Horstmann). Auf dem Lageplan nach der Urkatasterkarte des Dorfes Emsdetten vom Jahre 1828 sind als Eigentümer der Grundstücke der Kötter Hermann Bernd und Gerhard Gilhues genannt. Die beiden Häuser in Bildmitte und links sind 1701 erbaut und 1925 abgebrochen worden. Es sind sogenannte 'overgetimmerte' Häuser, deren Dachböden auf Knaggen vorkragen. So gewann man einerseits oben eine breitere Grundfläche und konnte andererseits mit dieser patenten Konstruktion das üble Durchhängen der Deckenbalken verhindern.

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46. Als 1902 der Apotheker Carl Driessen aus Bocholt in den Neubau am Sandufer zog, war die SanduferSchule, im Bild links, noch einstöckig. Etwa in Höhe der heutigen Stadtsparkasse befand sich der SteigerTurm der Feuerwehr, der 1909 anläßlich des Erweiterungsbaues der Schule abgebrochen wurde. Die Linden vor der Schule umgaben den heute als Parkplatz dienenden dreieckigen Platz. 1860 gepflanzt, haben sie bis 1934 dort gestanden und die Grünfläche, ab 1906 Standort eines Feuerwehrdenkmals und ab 1913 eines Kriegerdenkmals, in natürlicher Weise begrenzt. Auch der große Kastanienbaum rechts im Bild, etwa in Höhe der Schmiede Mersch (früher Wenners) steht leider nicht rnehr.

47. Die Besitzung 'Schmiede Mersch', hier links im Bild mit dem Fuhrwerk im Vordergrund. wurde 1828 von Bernd Wenners und 1850 von Witwe Wenners, Wannenmacher, bewohnt. Die alte Besitzung. Dorf 173. ist im Jahre 1797 erbaut worden. Später kam sie durch Heirat an Clemens Mersch, gebürtig aus Hopsten-Halvcrde, der in diesem Haus im Jahre 1902 eine Schmiede eröffnete. Der alte Wenners war als 'Klaosbänds Natzohm' bekannt, über den es viele Döhnkes zu erzählen gab. Vor seinem Haus stand ein hohcr, dicker Kastanicnbaum, daneben, wie vor vielen Häusern im Dorf, ein Misthaufen. Diese waren dem Amtmann Schipper immer wie ein Dorn im Auge. so daß daher zwischen ihm und Natzohm ein gespanntes Verhaltnis bestand.

48. Nach dem Einzug der Industrie in Emsdetten nahm die Einwohnerzahl ständig zu. Aus einem Dorf mit 3 200 Einwohnern 1820 war 1865 eine Gemeinde mit 4335 Bewohnern geworden. Ständig steigende Schülerzahlen erforderten immer mehr Unterrichtsräume. So wurde im Jahre 1865 die Sandufer-Schule mit zwei Klassenzimmern und zwei Wohnungen errichtet. Nach kleinen Anbauten im Jahre 1890 wurde in den Jahren 1908/09 der Umbau und die Erweiterung, beziehungsweise Aufstockung um zwei Klassenzimmer vorgenommen. Vor der Sandufer-Schule, hier kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, war das Kriegerdenkmal von 1913 errichtet und der Steiger-Turm der Feuerwehr, vorher seitlich hinter der Schule gelegen, war anläßlich des Erweiterungsbaues 1909 abgebrochen worden.

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