Emsdetten in alten Ansichten

Emsdetten in alten Ansichten

Auteur
:   Joachim Glandorf
Gemeente
:   Emsdetten
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2943-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Emsdetten in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

49. Das alte Kriegerdenkmal am Sandufer überlebte zwar den Zweiten Weltkrieg, wurde dann aber in den fünfziger Jahren verschrottet. Erhalten geblieben sind nur die vier Tafeln, die den tapferen Kämpfern von 1864, 1866 und 1870/71 in treuem Gedenken von der Gemeinde Emsdetten gewidmet sind, Anlaß für die Errichtung war die Feier des 40jährigen Bestehens des hiesigen Kriegervereins zum silbernen Regierungsjubiläum Seiner Majestät Kaiser Wilhelm Il. und der hundertjährigen Wiederkehr der Erhebung Preußens im Jahre 1813. Im Bild rechts ist noch einmal die Schmiede Mersch zu sehen, anschließend Küfer Liescher (Kupers Mathis), der die Besitzung von Wenners kaufte (heute Beckmann), danach die Gaststätte 'Unter den Linden' von Engeln, damals wie heute sehr beliebt.

50. Der Sanduferplatz, hier in den dreißiger Jahren, hat auch heute nicht viel von seinem Charme, der insbesondere in seinem langsamen aber stetigen Wachsen liegt, eingebüßt. Der alte Kirchturm von 1178 ist auf diesem Foto durch den 1903 errichteten Turm ersetzt. Der heutige Kirchenbau entstand 1845-1848 nach Plänen von Friedrich August Stüler, einem der führenden preußischen Architekten der Zcit nach Schinkel. Er ist ein frühes und zugleich ein herausragendes Werk der Neugotik in Westfalen. Der 1900 neu geschaffene Chor und der heutige Turrn, beide in gotisierenden Forrnen, sind Werke des bekarmten Baumeisters Hilger Hertel d.J. Der Turm ist eine Landmarke für die weitere Umgebung. Von der historischen Ausstattung ist neben zwei Seitenaltären von 1850 die künstlerisch bedeutende Skulpturengruppe des kreuztragenden Christus mit Engel von 1723 hervorzuheben, die wohl von dem hervorragenden Bildhauer Johann Wilhelm Gröninger geschaffen wurde.

-

-- rÓ,

..?

. -~~.

6 3

a

__ - :::'7-_:: -

- _--:::......_ _w_

..;..:-

51. Rechts an der damaligen Dorfschenke Engeln ist auf dem Schild zu erkennen, daß die heutige Karlstraße früher auch einmal Franz-Mülder-Straße geheißen hat. Das Haus hinter der Sandufer-Schule, früher Dorf 162, wurde 1850 von dem Wannenmacher B.H. Beike bewohnt, der unter dem Namen Büten Bernd bekannt war, die dahinter verlaufende Sandufergasse als Büten Gängsken. 'Bütenbänd' war Händler in Wannen, Linnen und Stahlwaren. Er soll ein gefälliger Mann gewesen sein, der sich gern zur Verfügung stellte, wenn es galt, für Recht und Gerechtigkeit zu streiten. Nach seinem Tod schenkte er sein ganzes Besitztum der Kirche beziehungsweise dotierte es als Kaplanei. Kein Platz in Emsdetten hat soviel gesehen wie der 'Sandower', Der Name ist uralt. In alten Schriften wird er verschiedentlich erwähnt und besagt klar und deutlich, daß der Platz einst am Wasser lag. Nach Pottmeyer und Löcken soll ein Arm des Mühlenbaches hier seinen Weg genommen haben. Das Sandufer, bis vor Jahren 'Dorfmittelpunkt', könnte erzählen vom Jahrmarkttrubel, den er alljährlich zu Mairnarkt und Kirmes beherbergte, von den vielen Krieger- und Feuerwehrfesten, die hier ihren Glanzpunkt hatten, und von der patriotischen Begeisterung der Emsdettener Soldaten und Jugend in den ersten Augusttagen des Jahres 1914.

52. Das Haus Engeln am Sandufer wurde zunächst 1725 hinten im Garten erbaut und 1825 an die Kirchstraße gesetzt. Ursprünglich war es die Wohnung des Vogtes (Bürgermeister) von Emsdetten, später wechselte es wiederholt den Besitzer. Wir finden Wirtschaft und Brennerei darin, 1840 bewohnte es der Jude Bacharach. 1850 kaufte es Bernhard Kloppenborg und übergab es 1869 seinem Schwiegersohn Klemens Engeln. Im Oktober 1898 übernahm der Sohn Tonius Engeln die Konzession von der Niesingschen Wirtschaft an der Münsterstraße und führte die Dorfschenke 'Unter den Linden' in alter Eigenart weiter. Hinter der Gaststätte liegt die Villa Heüveldop, die 1885 im Auftrag des Fabrikanten Bernhard Heüveldop von dem Münsteraner Architekten W. Rincklake erbaut wurde. Im Hintergrund ist der Turm der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche zu erkennen.

53. Als Mitte des vorigen Jahrhunderts die Eisenbahn gebaut wurde und auch die Textilindustrie sich mehr und mehr entwickelte, kamen weitere evangelische Beamte und Arbeiter nach Emsdetten. Ab 1. September 1861 war Pastor Eduard Pollmann als Seelsorger und Lehrer in Emsdetten tätig. Sonntags hielt er Gottesdienst und in der Woche erteilte er den Kindern schulmäßigen Unterricht. Als Raum hierfür hatte zunächst die Eisenbahndirektion zwei Zimmer im Stationsgebäude zur Verfügung gestellt. 1864 kaufte die evangelische Gemeinde von dem einzigen Juden im Dorf, dem Händler Samuel Falk, für 1 690 Taler dessen Grundstück mit Besitz. Sie baute diesen zur Pfarrwohnung, Kirche und Schule um und konnte am 18. Dezember 1864 das neue Kirchlein einweihen.

54. Nachdem die alte Notkirche von 1864 über 48 Jahre den Mittelpunkt der evangelischen Gemeinde gebildet hatte, wurde sie abgebrochen und am 22. April 1912 sofort mit dem Neubau begonnen. Am 15. Dezember 1912 konnte die neue Kirche - die heutige Gustav-AdolfKirche - feierlich eingeweiht werden. Als Geistlicher kam 1861 Pfarrer Eduard Pollmann - damals noch Kreisvikar - nach Emsdetten. Von 1887 bis 1893 verwaltete Robert Schneider das Pfarramt, von 1893 bis 1927 der Pfarrer Georg Schmiesing. Noch länger, nämlich von 1927 bis 1965, war der spätere Superintendent Brune Geistlicher der Gemeinde und darüber hinaus Leiter des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld. Im Bildvordergrund sind die Bauhandwerker damit beschäftigt, das spätere Kaufhaus Hagel zu errichten, das jedoch für eine Straßenerweiterung wieder abgerissen werden soll.

55. Im Jahre 1912 war es noch ein wichtiges Ereignis, wenn der Fotograf kam. Hier erschien er zum Richtfest der neuen evangelischen Gustav-Adolf-Kirche an der Kirchstraße/Ecke Wilhelmstraße. Der Entwurf für den 'Neubau einer Kirche nebst Vereinshaus für die Evangelische Gemeinde' stammt von dem Münsteraner Architekten Hugo Kölling und gab eine Gemischtbauweise aus Sandstein, Backstein und Putz vor. Die Bauhandwerker hatten sich vor der Kirche aufgereiht, standen auf Gerüst und Leitern und schauten in stolzer Pose erwartungsvoll in die Linse. Das Kirchengebäude sollte laut Sanierungsplanung von 1971 des Städteplaners Prof. Kühn, Aachen, zwecks höherer Grundstücksausnutzung ursprünglich abgerissen werden!

56. Unter den wenigen evangelischen Kirchen des frühen 20. Jahrhunderts im Münster1and verdient die Gustav-Adolf-Kirche in Emsdetten wegen ihrer singulären Erscheinung und ihrer guten städtebaulichen Wirkung besondere Beachtung. Die nach Plänen des münsterischen Architekten Hugo Kölling erbaute Kirche mit den Gemeinderäumen ist als Baugruppe ein charakteristisches Werk des späten Jugendstils, das ganz offensichtlich von Bauten des Peter Behrens, einem der führenden Architekten dieser Zeit, beeinflußt ist. Von der leider beseitigten Ausstattung sei wenigstens noch auf die zeitgenössische Eingangstür mit Oberlicht und auf die innere Tür zum Kirchenschiff mit ihrer Jugendstilverglasung hingewiesen. Unter den Sandsteinverblendungen von Altar, Kanzel und Taufbecken steekt noch heute Originalsubstanz aus der Erbauungszeit.

57. Zu Anfang unseres Jahrhunderts treffen sich auf der Kirchstraße Automobil und Pferdefuhrwerk, wenn auch noch recht selten. Diese Begegnung kann durchaus sinnbildlich verstanden werden; auch in Emsdetten beginnt das Auto Kutsche und Pferdefuhrwerk zu verdrängen, Die großzügig angelegte Kirchstraße entsprach im Gegensatz zu den übrigen winkligen Straßen und Gassen in der Innenstadt durchaus den Anforderungen des neuen Verkehrsmittels. Fußgänger konnten noch gefahrlos die Straße überqueren.

58. Die Villa von Jodokus Schilgen, wohl gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, stellt ein gutes Beispiel einer Fabrikantenvilla dar, die heute ortshistorische Bedeutung erlangt hat. In ihrer Bauweise zweigeschossig mit darüberliegendem kleinen Attikageschoß, verfügt sie über ein flachgeneigtes Dach, Die fünfachsige Hauptfassade zeigt im Original eine mittige Eingangstür, darüber einen Erker auf Konsolen mit Giebelaufsatz, Auf der Ostseite ist die Villa dreiachsig mit einem Blindfenster im Erdgeschoß und zwei dekorativen Blindnischen mit obeliskartigen Zierelementen und dreiteiligem Fenster im Obergeschoß. Auf der Südseite hat das Gebäude leider einige moderne Veränderungen erfahren. Insgesamt sind sämtliche dekorativen Elemente in neoklassizistischem Stil gehalten und weiß gefaßt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek