Engelsdorf in alten Ansichten

Engelsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt und Ursula Ackermann
Gemeente
:   Engelsdorf
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5859-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Engelsdorf in alten Ansichten'

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9. Auch dieses alte Bauernhaus hat ein für Engelsdorf und Umgebung typisches Krüppelwalmdach. Die Giebel der Häuser sind dem Dorfanger zugewandt. Die Scheunen sind mit Durchfahrten ausgestattet, so daß die vollen Getreidefuder zum Hoftor hinein-, abgeladen und danach der leere Wagen durch das hintere Scheunentor wieder hinausgezogen werden konnte. Den vorderen Abschluß des Hofes bildete immer eine Mauer mit dem großen Hoftor und der Eingangstür. Handelte früher der Bauer Ernst Marquardt mit Getreide, Mehl, Futter- und Düngemittel, so werden heute in diesem Anwesen nach Verschönerungen und Urnbanten Autos verkauft.

10. Ein Höhepunkt des bäuerlichen Lebens auf dem Land war das Schlachtfest. Meist wurde zweimal im Jahre ein schönes, fettes Schwein für den Bedarf der Familie und des Gesindes geschlachtet. Der Fleischvorrat wurde eingepökelt oder geräuchert, denn Kühi- und Gefriergeräte gab es damals noch nicht. Vor der Schlachtung mußten das Tier und danach Proben des Fleisches, der Knochen und der Eingeweide untersucht werden. In Engelsdorf und Umgebung versah Richard Häßler das Amt des Laienfleischbeschauers über mehrere Jahrzehnte hinweg. Bei jedem Wetterwar er unterwegs, und es versteht sich, daß er nicht nur zum Schlachten gerufcn, sondern auch bei Erkrankung des Viehs um Rat und Tat gefragt wurde.

11. Das Gut der Familie Hornig zählte zu den größten des Dorfes. Es befindet sich auf der linken Seite der Hauptstraße kurz vor dem Gemeindeamt. Auffallend ist die große, aus gelben Klinkern errichtete Scheune im Hintergrund. Mit diesem Anwesen verbindet sich das tragische Schicksal des Bauern Arthur Hornig. In den Jahren der Inflation verlor er durch falsche Berater sein Vermögen. Das Gut als Wohnstätte konnte der Familie dank seines Schwiegersohnes jedoch erhalten bleiben. Seine Felder dagegen gingen alle in fremde Hände über.

12. Der kulturelle Mittelpunkt des Ortes war der Gasthof an der Hauptstraße. 1904 kaufte ihn Robert Hesse und bewirtschaftete ihn viele Jahre mit großer Umsicht. Konzert- und Ballsaal mit Bühneneinrichtung waren bereits vorhanden. Das um die Jahrhundertwende aufblühende Vereinsleben sorgte für rege Nutzung des gesamten Gaststättenbereiches. Günstige Verkehrsverbindungen bewogen auch viele Städter, ihren Sonntagsnachmittags-Kaffee im schattigen Garten oder auf der Terrasse einzunehmen. Links neben dem Eingang zum Park befand sich für sportbegeisterte Bürger eine vielgenutzte Kegelbahn. Viele ältere Engelsdorfer erinnern sich gern an schöne Stunden in geselliger Runde bei Veranstaltungen im Gasthof Engelsdorf. Sein Schicksal war besiegelt, als der Deutsche Fernsehfunk im Jahre 1960 das Grundstück kaufte und die Räumlichkeiten für seine Zwecke umbauen ließ. Seit der Wende steht er zum Abbruch bereit.

13. Ein älteres Adreßbuch aus dem Jahre 1931 weist in Engelsdorf auf 55 Vereine hin, von denen bereits einige schon vor der Jahrhundertwende in unserem Ort existierten. Einer der ältesten war der Allgemeine Turnverein Sommerfeid (ATVSommerfeld e. V.). Er wurde bereits 1893 gegründet. Einige Jahre danach erfolgte die Gründung des Nachbarvereins, des ATV-Engelsdorf e.V. Beide Vereine trugen bürgerlichen Charakter. Ihre Ideologie und Wertvorstellungen schöpften sie aus dem humanistischen Gedankengut ihres Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn. Ihr Wirken auf den Gebieten der Kultur, der Moral und der körperlichen Entwicklung war vorbildlich.

14. Selbstbewußt dreinschauend und etwas militärisch aufgemacht - so, wie es zu Kaisers Zeiten um das Jahr 1911 üblich war präsentiert sich hier eine Frauenriege bei einer Veranstaltung des Turnvereins ATV Engelsdorf im Gasthof Hesse. In ihren einheitlichen, fantasievollen Uniformen dokumentieren sie Gemeinschaftssinn, Schönheit und sportliche Eleganz.

15. Auf diesem Bild präsentiert sich unser jetziges Gemeindeamt im alten Stil. Es wurde um die Jahrhundertwende errichtet. Links davon erkennt man die im Jahre 1865 erbaute alte Schule. Der ständige Zuwachs der Bevölkerung, hervorgerufen durch den Bau der damaligen Eisenbahnwerkstätten und anderer Industrieansiedlungen, machte es erforderlich, daneben ein neues Schulgebäude entstehen zu lassen. Aber auch diese neu geschaffenen Räume reichten bald nicht mehr aus. Erst nach Fertigstellung des rechten Flügels unserer jetzigen großen Schule in der Arthur-Winkler-Straße konnte dieses Gebäude von dem Gemeinderat mit seinem Vorsteher Mattheis im Jahre 1906 bezogen werden. Im Erdgeschoß richtete sich die Sparkasse ein, und der kleine Anbau links davon diente der Polizei als Wache.

16. Der Vorstand der Gemeinde mit den Bediensteten der Polizei um das Jahr 1910. Stehend, von links: die Herren Diener, Zörner, Ackermann, Schumann (Richard), Benedix und Opitz. Sitzend: Dienewald, Mattheis und Kießig. Herr Mattheis war der erste berufsmäßige Gemeindevorsteher, während alle seine Vorgänger ihre kommunalen Aufgaben im Nebenamt verwalteten und beruflich Bauern waren. Die Nachkommen der vorher nebenberuflichen amtierenden Gemeindevorsteher sind fast alle noch im Ort ansässig.

17. Im oberen Teil der alten Postkarte ist die Mölkauer Straße zu sehen. Alle Häuser sind noch neu und hell. Im Hintergrund rechts schaut die Kirche und links die Guhrsche Villa hervor. Der untere Teil ist die wohl älteste Darstellung von Engelsdorf. Die Hauptstraße führt mitten durch den Dorfanger. Dadurch fanden die Bauern links und rechts genügend Platz für ihre Gemüse- und Kräutergärten sowie für die Teiche, auf denen sich im Sommer das Wassergeflügel und im Winter die Dorfjugend tummelten. Vorn erkennt man noch die Mauer des dahinterliegenden, aber abgerissenen Braugutes, von dem im Ort die Rede ist, daß von da aus ein unterirdischer Gang zur damaligen Wehrkirche führen soll.

18. Wer über Engelsdorf berichtet, darf vor allem einen Mann nicht vergessen: Baumeister Wilhelm Günther. Herr Günther kam 1908 nach Engelsdorf. Er mußte sich oft fragen lassen: 'Was wollen Sie in einem solchen Bauerndorf bauen?' Er wußte jedoch genau, dieses Dorf hatte Zukunft durch die Eisenbahn. Ein großer Werkstättenbetrieb für reparaturbedürftige Lokomotiven und Waggons wurde geschaffen. Magnetisch zog dieses große Werk Arbeitskräfte aus allen Teilen Deutschlands an. Sie alle brauchten Wohnungen und alles andere zum Leben. Weitere kleine Fabrikanlagen, Werkstätten und Versorgungseinrichtungen siedelten sich an. Für den Baumeister eröffnete sich ein großes Betätigungsfeld. Mit Fachkenntnis, Engagement, natürlich auch Geschäftssinn und vor allem Vertrauenswürdigkeit begann er das große Aufbauwerk des bis dahin unbedeutenden Ortes.

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