Engelsdorf in alten Ansichten

Engelsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt und Ursula Ackermann
Gemeente
:   Engelsdorf
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5859-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Engelsdorf in alten Ansichten'

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29. Der Bliek in die Klingerstraße zeigt besenders deutlich das Bemühen des Baumeisters Günther und der Bauherrin, die Baugenossenschaft für Eisenbahnbedienstete, keine tristen Mietskasernen mit einheitlichen, schmucklosen Fassaden zu errichten. Fachwerkgiebel, Erker, Durchgänge mit verzierten Torbögen und vor allem die Gestaltung der Dächer vermittelten die Behaglichkeit einer Kleinstadt und nötigen uns noch heute Bewunderung ab. Ihren Namen bekam die Straße nach dem bekarmten Leipziger Maler, Bildhauer und Graphiker Max Klinger (1857-1920). Im Vordergrund verläuft die Hans-Weigel-Straße.

30. Dem Betrachter dieses Bildes bietet sich die Klingerstraße von Süden her dar. Die Häuser am rechten und linken Rand gehören zur Ouerstraße, die sich vor dem Holzhäuschen hinzieht. Die Vorgärten mußten später kleinen Rasenflächen weichen. In dem Holzbau im Vordergrund betrieben ein Friseur, ein Fischhändler und ein Backwarenverkäufer ihr Gewerbe. An dieser Stelle baute im Jahre 1935 der Bäckermeister Adam Hacker ein modernes Wohnhaus für mehrere Familien, eine große Backstube und einen Laden für seine Produkte.

31. Auf dem Bild geht der Bliek von der Ernst-Guhr-Straße über die Kreuzung hinweg zur Klingerstraße. Im Vordergrund links erkennt man den Kolonialwarenladen der Familie Sodan (danach Molkereiprodukte der Frau Tosca Speek). Gegenüber befindet sich das Haus des Gastwirts OHo Schilde mit seinem Restaurant 'Zum guten Tropfen' (Nachfolger Schwiegersohn Alfred Sohr). Im Hintergrund am Kreuzungseck zeigt sich das große Haus mit dem Lebensmittelladen des Herrn Barenscheer . Charakteristisch auch die Kleidung der Leute der damaligen Zeit. Die Herren mit Röhrenhosen, Kreissäge und Schlips und die Frauen und Mädchen in ihren langen Sommerkleidern.

32. Gleichzeitig mit der Errichtung der Baugenossenschaft für Eisenbahnbedienstete, deren fünfhundert Wohnungen mit GasbeIeuchtung und je einern Gaskocher mit zwei Brennstellen ausgestattet wurden, entstand 1909 das Gaswerk an der Hans- Weigel-Straßc. Bis dahin wurde der Gasbedarf aus dem Gaswerk in Sellerhausen gedeckt. Im Vordergrund links steht das Verwaltungsgebäude mit Ladengeschäft für Gasgeräte aller Art und den Büros im Erdgeschoß. Im Obergeschoß wohnten leitende Angestellte. Die zwei großen Gasbehälter prägten nun das Gesicht der Landschaft. Bei einem wachsenden Gasvorrat dehnten sich die riesigen Gleeken bis an den Rand des Stahlkorbes aus. Bei Bombenangriffen verbreiteten sie noch zusätzliche Schrecken in der Bevölkerung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie abgebaut. Hans Weigel war einer der Initiatoren dieses Werkes. Ihm zu Ehren wurde auch die Straße benannt.

33. Der nach der Jahrhundertwende ständig wachsende Ausbau der Eisenbahnwerkstätten und Errichtung der Eisenbahnsiedlung erforderten erneut eine Erweiterung des bereits 1906 bezogenen neuen Schulgebäudes. Es entstand der große Mittelbau mit dem Turm und einer modernen Turnhalle. Im Jahre 1913 konnte dieser Neubau bezogen werden. Das gesamte Gebäude enthielt 23 Unterrichtsräume, neben weiteren fünf Sender- und Vorbereitungszimmern, der Aula sowie dem Schul- und Volksbad. Im Keller befand sich ein weiterer großer Raum für den Werkunterricht, eine Küche für die Fortbildungsschülerinnen sowie das Badebassin. Ein großer Pausengarten mit gepflegten Rasenflächen, Wegen und Sitzbänken und der Möglichkeit, den Sportunterricht auch im Freien abzuhalten, wurde Ende der zwanziger Jahre der Schule übergeben. Mit ihren modernen Einrichtungen ward sie über die Grenzen von Engelsdorf hinaus bekannt. Die neue Schule steht auf dem ehemaligen Richterfeld.

34. Der Wasserturm ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Engelsdorf. Er wurde im Jahre 1913 auf der kleinen Anhöhe erbaut, auf der bis dahin die alte Windmühle klapperte. Seine Höhe beträgt 48 m bei einem Durchmesser von 11 m. Das Wasser wird einem unterirdischen Arm der Mulde in 12 m Tiefe entnommen. Von mehreren Brunnen in der Hirschfelder Straße (Wasserwerk II) wird das Wasser in den 380 m> fassenden Hochbehälter gepumpt. Später wurde noch ein weiterer Brunnen in unmittelbarer Nähe des Turmes in Betrieb genommen (Wasserwerk Ill). Der Wasserturm versorgt die Gemeinden Engelsdorf, Baalsdorf und Mölkau jederzeit mit ausreichend, gutem Trinkwasser. Im Herbst 1990 wurde das Gebäude rekonstruiert. An Stelle der alten Schieferbedeckung erhielt er eine Kupferblechhaube. Ein neuer Abputz läßt ihn jetzt in hellern Glanz erstrahlen.

35. Kreuzung Pausdorfer Straße/Mölkauer Straße. Rechts sieht man das große Wohnhaus mit einem Zigarren- und einem Uhrengeschäft. Die noch jungen Linden gewähren einen freien Einblick in die Paunsdorfer Straße. Im Hintergrund ist die Querstraße gut zu erkennen. Im Vordergrund verläuft die Mölkauer Straße. An die Laterne, mitten auf der Kreuzung, kann sich niemand mehr erinnern. Wahrscheinlich fiel sie bald nach ihrer Aufstellung dem Verkehr zum Opfer. Links das Restaurant 'Zur guten Quelle' gibt es dem Namen nach schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Dafür aber die Gaststätte 'Am Wasserturm' des Herrn Böhme und seiner Nachfolger. Anfang der achtziger Jahre wurde dieses Lokal geschlossen. Das zweite Foto zeigt das Ehepaar Daehne vor seinem Uhrengeschäft.

36. Bliek vorn Wasserturm. Hier ist die gleiche Kreuzung vom Wasserturm aus aufgenommen. Von der Mitte des Bildes biegt die Mölkauer Straße nach links ab. Rechts rnündet die Baalsdorfer und halbrechts die Althener Straße in den Kreuzungsbereich ein. Ein Stück der Paunsdorfer Straße sieht man vor dem linken Wohnhaus. Der zweite Wohnblock auf der linken Seite (längs der Althener Straße) wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer zerstört. Das Wohnhaus des Schlossermeisters Schilde wurde nicht wieder aufgebaut. Die beiden nachfolgenden Häuser erhielten als Obergeschoß nur Mansardenwohnungen.

37. Den steigenden kulturellen Bedürfnissen der in Engelsdorf ständig anwachsenden Bevölkerung zu entsprechen, eröffnete Herr Böhme, Besitzer der Gaststätte 'Zum Böhmerwald', in der Bahnhofstraße um das Jahr 1910 das Lichtspielhaus 'Am Böhmerwald' (danach Saxonia-Lichtspiele). Nach verschiedenen Umbauten und Modernisierung der gesamten Anlage konnten seine Nachfolger, Herr Steuber und Herr Schmidt, dem interessierten Publikum nicht nur die aktuellsten Ereignisse aus.aller Welt, sondern auch die schönsten Filme der damaligen Filmproduktion vorführen. Jede Woche fand ein Programmwechsel statt. Die Eintrittspreise waren so gehalten, daß sich jeder so einen Kinobesuch leisten konnte. Die Veranstaltungen waren immer gut besucht. Besonders das sonntägliche Kinderprogramm wurde von den kleinen Besuchern immer mit viel Begeisterung aufgenornmen, wenn z.B. solche Filme wie 'Tom Mix' oder 'Pat & Patachon' gezeigt wurden.

38. Nach dem Ersten Weltkrieg war Herr Arthur WinkIer der erste Bürgermeister von Engelsdorf. Seine Vorgänger wurden als Gemeindevorsteher bezeichnet. Bereits im Jahre 1923 gelang es ihm, die zwei Nachbargemeinden Sommerfeld und Engelsdorf zu vereinen. So konnte sich der Ort in seiner Arntszeit 1918-1933 zu einem modernen industriellen Standort entwickeln. Viele neue Betriebe siedelten sich an. Dadurch schuf man nicht nur neue Arbeitsplätze, es brachte der Gemeinde auch erhöhte Steuereinnahmen. Sie waren die Voraussetzung für den enormen Aufschwung des Ortes. Aufgrund seiner Initiative und Tatkraft entstanden viele neue Gebäude. Es wurde das Straßennetz ausgebaut, und die Straßen gepflastert, beschleust und mit einer modernen elektrischen Beleuchtung versehen. Im gesamten Ort ließ er viele schöne Anlagen und Schmuckplätze schaffen. Hier seien besonders die auf dem Arnoldplatz erbaute Teichanlage mit Springbrunnen, die Grünanlagen vor der Schule sowie der Schulgarten, der Engelsdorfer Erholungspark und der August-Bebel-Platz genannt. 1927 brachte er durch eine geschickte Verhandlungsführung die Straßenbahn nach Engelsdorf. Als Dank und Anerkennung für seine Verdienste um Engelsdorf erhielt die Schulstraße den Namen 'Arthur-WinklerStraße'.

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