Engelsdorf in alten Ansichten

Engelsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt und Ursula Ackermann
Gemeente
:   Engelsdorf
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5859-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Engelsdorf in alten Ansichten'

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59. Der Bliek richtet sich hier vom mittleren Dorfteich aus über das alte Gemeindeamt hinweg zur Kirche. Links und rechts der beiden Straßen sind die Bauerngüter von Alfred Hahn und Oskar Theile (später Andrae) gut zu erkennen. Am Weiher haben sich Kinder eingefunden. Es scheint ein Feiertag zu sein, denn sie tragen aUe ihre Sonntagskleidung. Mitte der zwanziger Jahre schüttete man den alten Teich zu. Der gesamte Dorfanger wurde umgestaltet und erhielt eine schöne Anlage.

60. Am Ausgang des Dorfes Sommerfeld - gleich hinter der Kirche und neben dem Pfarramt - befand sich ein weiterer Teich. Die Dorfbevölkerung nannte ihn den Pfarrteich. Beim Betrachten strahlt das Bild eine eigentümliche Atmosphäre aus. Es scheint, als hielt das Dorf seine verdiente Mittagsruhe. Die Gänscschar ordnet sich nach ihrem Bad unter den schattenspendenden Bäumen das Gefieder und strebt dem heimatlichen Gehöft zu. Lange diente der wesentlich verkleinerte Teich als Löschwasserreservoir. Im Sommer holten sich viele Aquarianer hier ihre Wasserflöhe, und im Winter nutzte die Jugend den Teich zum Schlittschuhlaufen. Im Jahre 1993 wurde er ganz zugeschüttet,

61. Der 29jährige Ernst Schumann übernahm im Jahre 1893 die väterliche Schmiede in Sommerfeld. Zur gleichen Zeit heiratete er seine Frau Lina, eine Bauerntochter aus Bennewitz. Im Gegensatzzum Vater empfand der Sohn keine Neigung für die Landwirtschaft, die der Vater nebenher mit betrieb. Sein Interesse galt dem Schmiedehandwerk und der Technik. Er bemühte sich um größere und lohnendere Aufträgc, begann mit der Herstellung von Zubehörteilen für Holzdrehbänke und führte sonstige Reparaturen aus. Durch den Kauf der Lagerbestände und Maschinen zweier kleiner Betriebe gelang es ihm Holzdrehbänke und Bohrmaschinen herzustellen. Ab 1900 spezialisierte er sich ganz auf Bohrmaschinen. Dieses Jahr kann als die Gründung der Maschinenfabrik Ernst Schumann angesehen werden. Auf dem Bild aus dem Jahr 1907 wird auf die Fertigstellung der 1000. Maschine, einschließlich der Holzdrehbänke und Garnituren, hingewiesen, Herr Schumann steht hinter der jungen Angestellten, den rechten Arm nach der Jubiläumsmaschine ausstreckend.

62. In diesem kleinen Fachwerkhaus vorn rechts lebte die Familie Schumann mit ihren sechs Söhnen und der Tochter Frieda. Die Gebäude links sind Erweiterungsbauten aus den Anfängen der Fabrik. Die Giebelwand ganz rechts gehört zu dem 1921122 erbauten Büro- und Wohnhaus. Das Unternehmen wurde immer leistungsfähiger. Alle sechs Söhne traten nach ihrer Ausbildung in die Firma ein, bis sie später eigene Werkstätten und Betriebe leiteten. Der Sohn Georg, inzwischen Ingenieur geworden, und der jüngste Sohn Oskar, mit kaufrnännischer Ausbildung, blieben in der Maschinenfabrik und führten sie zusammen mit dem Vater. Selbst als der Betrieb fast 200 Beschäftigte hatte und jährlich 1000 Maschinen hergestellt wurden, versagte Herr Schumann einem alten Kollegen vom Drechsler-, Schrniede- oder Schlosserhandwerk nie seine Hilfe, wenn es um Ersatzteile für ihre Drehbänke und Bohrmaschinen ging. Im Jahre 1937 verließ die 15 000. Maschine das Werk. Der ExportanteiJ in viele Länder Europas und Südamerikas war nicht unerheblich.

63. Im Jahre 1899 gelang es dem damals 30jährigen Gustav Petermann, der bis dahin als Böttcher tätig war, sich selbständig zu machen. In der Waidstraße hatte er ein Flurstück erworben und ließ ein Haus und eine Werkstatt erbauen. Nun begarm er allein und ohne Maschinen, aber mit großem Fleiß und Zähigkeit, Verpackungskisten herzustellen. Sein bisheriger Arbeitgeber, die Chemische Fabrik in Taucha, schloß mit ihm einen längerfristigen Vertrag ab, wodurch der Absatz gesichert war. Bereits nach einem Jahr konnte eine Tischkreissäge mit Fußbetrieb angeschafft werden, und kurze Zeit später wurde ein 2-PS-Petroleum-Motor zum Antrieb aufgestellt. Ein Gehilfe mußte eingestellt werden. Nachdem die Werkstatt zu klein geworden war, zog man in die Tauchaer Straße 5 um. Hier entstand 1905 das neue Wohnhaus nebst Stallungen und eine große Werkstatt mit Trockenboden. Im darauffolgenden Jahr begann er mit dem Bau eines Sägewerkes. Ab 1909 verfügte die Firma auch über eigene Gespanne. Aus dieser Zeit stammt die Aufnahme der Gesamtansicht seines Werkes,

64. Herr Petermann steht hier auf dem Bild aus dem Jahre 1913 inmitten seiner Arbeiter, die ihm meist jahrzehntelang die Treue hielten (rechts neben der Jahreszahl). Durch Ankaufmodernster Sägegattervergrößerte sich das Werk laufend. Seine zwei Schwiegersöhne, Herr Hornig und Herr Bjarsch, traten später an seine Seite und übernahmen mit die Leitung des Betriebes. Auch die Belegschaft stieg auf dreißig Mitarbeiter an. Im Jahre 1949 konnte Gustav Petermann sein 50jähriges Geschäftsjubiläum bei guter Gesundheit als 80jähriger begehen. Erwähnenswert bleibt noch, daß die Firma Petermann durch das beharrliche Ringen des Enkelsohns, Günther Bjarsch, um das Lebenswerk seines Großvaters nicht enteignet wurde.

65. Außer den beiden Pionieren der industriellen Entwicklung an der Schwelle des neuen Jahrhunderts, Ernst Schumann und Gustav Petermann, wohnte in Sommerfeld noch eine bemerkenswerte Persönlichkeit: Herr Gustav Hermann Daehne. Ihm wurde am 18. Mai 1908 vom damaligen König Friedrich August von Sachsen das Ehrenkreuz für rühmliche Handlungen oder außerordentliche Leistungen verliehen. Die Urkunde ist zwar noch vorhanden, aber über die Einzelheiten dertatsächlichen Verdienste des damaligenFriedensrichters ist nichts Näheres bekannt. Es ist anzunehmen, daß diese Auszeichnung auf seine erfolgreiche Tätigkeit in der Rechtspflege in einigen Dörfern rundum Leipzig zurückzuführen ist. Herr Daehne war Besitzer des größten Gutes von Sommerfeld. Sein Sohn und Erbe verunglückte tödlich und der Enkel, der spätere Uhrmachermeister Herbert Daehne, war für die Landwirtschaft nicht geeignet. So wurde das Gut verkauft und ging in den Besitz des Herrn Trampe über. Das Ehepaar Daehne zog sich in seine kleine Villa am Arnoldplatz zurück, vor der es sich um 1910 fotografieren ließ.

66. Die zahlreiche Jugend von Sommerfeld versammelte sich hier im Winter 1908 zum sportlichen Vergnügen auf dem Eis. Aus einern Brett und Bauklammern selbst angefertigte 'Eisrößchen' wurden nicht ohne Stolzvorgeführt. Kniend bewegten sich die Jungen mittels eisenspitzenbewehrter Stäbe auf der glatten Fläche vorwärts. Einer hat seinen Schlitten sogar gepolstert. Fast alle haben ihre Schlittschuhe angeschnallt. Im Hintergrund steht das große Gut der Familie Daehne, später Trampe. Die Scheune ganz hinten links brannte nach einern Blitzschlag im Sommer 1933 ab und wurde bald danach in der heutigen Form wieder aufgebaut.

67. Auf dem Vorplatz des Alten Gasthofes zu Sommerfeid um das Jahr 1910 herrscht reger Betrieb, Die Fortbewegungsmittel, Pierdegespanne der verschiedensten Formen, haben hier vor dem Erreichen der Stadt Leipzig eine letzte Verschnaufpause cingelegt. Während sich die Herrschaften im Wirtshaus laben, harren die Kutscher, in dicke Mäntel gehüllt, bei den Pferden aus. Eine Anzahl Kinder sitzt auf ihrem Gefährt und wartet auf die Weiterfahrt. Gespannt schauen sie in die Kamera. Anstelle des Gasthauses steht jetzt in der Leipziger Straße das Wohnhaus der Familie Böbisch mit dem geräumigen Laden, in dem ein Küchenstudio eingezogen ist.

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68. Hier zeigt sich das Dorf Sommerfeld in einer Totalansicht im Jahre 1925. Aufgenommen wurde sie von der gerade fertiggestellten neuen Post an der Ecke der Post- und Bahnhofstraße. Im Vordergrund links der kleine Bahnhof, Er wurde um das Jahr 1880 zunächst als Haltepunkt eingerichtet und später zum Bahnhof Sommerfeld ausgebaut, Im Jahre 1923 vereinte sich der Ort mit Engelsderf. Die Bahnstation erhielt somit den namen 'Engelsdorf-Ost'. Eigentlich war das Dorf Althen (Zielort der ersten Teilstrecke von Leipzig nach Dresden) als Bahnstation vorgesehen. Da aber von seiten einiger Althener Bürger Widerspruch gegen das rauchende und stampfende Teufclsding erhoben wurde, sicherlich auch noch aus anderen triftigen Gründen, bekamen Sommerfeld und Borsdorf den Zuschlag, einen Bahnhof zu bauen.

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