Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhold Rall
Gemeente
:   Eningen unter Achalm
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3447-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eningen unter Achalm in alten Ansichten'

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9. Zur Entstehungszeit dieser Aufnahme (etwa 1897/1898) war die Dampfbahn nach Reutingen noch nicht in Betrieb. Noch verkehrten diePostkutschen und hielten an der Posthalterei im Gasthof 'Traube-Post'. Das Post- und Telegrafenamt befand sich noch links des Eingangs im späteren 'Jagdzimrner' beziehungsweise der heutigen "Iraubenstube'. Besitzer der 'Traube-Post' und Posthalter war seit 5. November 1896 Karl Seitz, der auf der untersten Treppenstufe zu sehen ist. Sein Schwiegervater Friedrich Bazlen blickt oben rechts aus dem Fenster. Briefträger Schmid hat eben den Briefkasten geleert. Bemerkenswert ist das große Wirtshausschild mit dem Kalebstrauben, das bis vor dem Zweiten Weltkrieg noch erhalten war.

Eninqen

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10. Dies ist die einzige Aufnahme, auf der das Gebäude Hauptstraße 19 (links im Bild) in seiner Funktion als Postamt zu sehen ist. Um den ständigen Streitereien wegen des Hofraumes vor der 'Traube-Post' abzuhelfen, hatte Posthalter Seitz das Gebäude bei passender Gelegenheit im Jahr 1899 erworben und das Postamt dorthin verlegt. Erst im Sommer 1920 zog die Post wieder um und zwar in das Anwesen Hauptstraße 35 (heute Firma Walt er Lutz), weil Albert Hartmann, seit 1919 Besitzer der 'Traube-Post', das Gebäude Hauptstraße 19 an die Evangelische Gemeinschaft, die heutige EvangelischMethodistische Kirche, verkauft hatte, die darin bis auf den heutigen Tag ihre Gottesdienste in den unteren Räumen abhält.

11. Zur örtlichen Prominenz durfte man zweifellos den Besitzer des Gasthofes 'Traube-Post' und Posthalter Karl Seitz zählen. Er stammte aus dem damals noch selbständigen Oberhausen, wo er 'Restaurateur' war. Im Jahr 1896 hatte er die 'Traube-Post' von der mit ihm verwandten Familie Bazlen erworben. Als Sohn des Königlichen Oberförsters auf dem Lichtenstein, Wilhelm Israel Seitz, war er selbst ein leidenschaftlicher Jäger. Als es ihm im Sommer 1899 gelang, das Nachbargebäude Hauptstraße 19 zu erwerben, verlegte er die Posthalterei dorthin und richtete sich in dem frei gewordenen Raum ein 'Jagdzirnmer' ein, wo seine Jagdtrophäen zur Geltung kamen. Seitz starb am 29. November 1902 im Alter von erst einundvierzig Jahren an einer Herzlähmung.

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12. Um der immer schon sehr beträchtlichen Zahl von Eninger Gaststätten eine weitere hinzuzufügen, erwarb Gottfried Eitel im Jahr 1911 von Bierbrauer Sieber das Gebäude Hauptstraße 30 und eröffnete darin die alkoholfreie Wirtschaft 'Zur Achalm', ganz einfach das 'Café Eitel' genannt. Außerdem betrieb er in dern Anwesen eine Limonadenfabrikation, deren Erzeugnisse er in seiner Wirtschaft ausschenkte und auf den versebiedensten Vereinsfesten in und um Eningen anbot. Die vornehme Melone auf dem Haupt des hochgewachsenen Mannes gehörte genau so zu seinem Image, wie das auf dem Bild noch dargestellte Gespann. Auf diesem Foto hält Gottfried Eitel das Pferd am Zügel.

13. Es waren noch ruhigere Zeiten, als in der Hauptstraße noch Platz für Vorgärten war. Einer davon, wenn auch ein kleiner, fand Platz vor dem Café Eitel. Die mächtigen Tannen in der Bildmitte standen einst vor dem Haus Hauptstraße 42 (heute Elektro-Schnizer), Oberhalb des Café Eitel ist noch das Haus Hauptstraße 32 in seiner ursprünglichen Form als landwirtschaftliches Anwesen mit Scheuer zu sehen. Ganz links erkennt man das ehemalige Waschhäuschen von Gebäude 35. Geteerte Straßen und Abwasserkanalisation waren zu jener Zeit noch unbekannt. Alles Wasser floß in den Kandeln beiderseits der Straße dem Leinsbach zu.

14. Um die Jahrhundertwende betrieb der Kaufmann Adolf Mehl im Gebäude Hauptstraße 45 ein Lebensmittelgeschätt, damals noch Kolonialwarenhandlung genannt. Außerdem gab es dort Kurz- und Ellenwaren und sonstige Dinge des täglichen Bedarfs. Im Jahr 1912 erwarb sein Schwiegersohn Friedrich Schmider das Anwesen und führte das Geschäft weiter. Verführerische Düfte zogen immer wieder durch die Gegend, wenn Herr Kaufmann Schrnider, stets im dunklen Anzug mit Hut gekleidet, in der Scheuer eine Portion frisch eingekaufte Kaffeebohnen röstete. Die Scheuer wurde im Jahr 1953 abgebrochen und dafür ein mehrstockiges Gebäude erstellt, in dessen Erdgeschoß am 12. Januar 1954 das jetzige Postamt eröffnet wurde, das sich bis dahin in der Hauptstraße 35 (Firma Walter Lutz) befunden hatte.

Eningen

Plalzslrasse

15. 'Auf dem Platz' hieß in vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten die Gegend im Vordergrund des Bildes. Dort steht noch heute der Platzbrunnen, wenn man ihn auch heute den 'Bärenbrunneri' nennt, weil sich heute das Gasthaus 'Zum Baren' direkt daneben befindet und weil der Name 'Platzgasse' oder moderner ausgedrückt 'Platzstraße' auch nicht mehr geläufig ist. Die Platzgasse wurde in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts in Schulzengasse umbenannt, wie sie auch früher schon geheißen hatte. Sie trug ihren Namen wohl deshalb, weil im 18. Jahrhundert in der Schulzengasse 19 einer der profiliertesten Eninger Schultheißen, Johannes Eytel, dort wohnte. Links im Bild befindet sich noch das Textilwarengeschäft Louis Rall im Gebäude der heutigen Metzgerei Schmutz.

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16. Die Laufbrunnen waren jahrhundertelang das Fundament der öffentlichen Wasserversorgung im Dorf. Zu ihnen gehörten neben Ratbrunnen, Badbrunnen, Genßlinsbrunnen, Geistbrunnen, Oberderfbrunnen und einigen anderen auch der Platzbrunnen, der auf diesem Bild zu sehen ist. Heute wird er allgemein nur noch 'Bärenbrunnen' genannt. In früheren Zeiten hatte er auf der zum Rathaus zeigenden Seite noch einen langen Zusatztrog als Viehtränke. Die Entstehungszeit des Platzbrunnens ist nicht mehr sicher zu datieren, da anläßlich einer Überarbeitung der Außenseiten im Jahr 1959 die ursprüngliche, stark verwitterte Jahreszahl in einer altertümlichen Schreibweise als '1844' interpretiert und so nachgearbeitet wurde, Dies war mit Sicherheit falsch. 1744 oder gar 1644 ist wahrscheinlicher.

17. Vom Dachgeschoß des Gasthauses 'Zum Bären' aus wurde diese Aufnahme gemacht. Links verdeckt das Wohnhaus des Kappenmachers Bader noch den Ausblick auf das Rathaus, dessen Eingang sich an der Hauptstraße befand. Gegenüber war noch Platz für Bäume vor dem heutigen Elektrogeschäft Schnizer. Rechts im Vordergrund befand sich die Textilwarenhandlung Louis RaH im Anwesen Hauptstraße 38. Später befanden sich in dem Gebäude das Schuhgeschäft Schäfer, dann die Metzgereien Bauer und Schmutz. Ganz links am Bildrand das Gebäude Hauptstraße 45 des Kaufmanns Adolph Mehl, heute Drogerie Rettschlag.

18. Das Haus des Kappenmachers Karl Bader hatte noch einen jener für Eningen typischen Treppenaufgänge. Die Treppenüberdachung wurde von einer gewundenen Säule getragen. Diese Art der Säulenverzierung fand man allenthalben im Ort, besonders aber in der alten Andreaskirche, wo die Emporen von gewundenen Säulen getragen wurden. Zusammen mit der ganz links im Bild angeschnittenen Scheuer, die früher ebenfalls eine Wohnung enthielt, wurde das Anwesen des Kappenmachers Bader im Frühjahr 1953 abgebrochen und der Grund und Boden zum Rathausvorplatz umgestaltet. Zwischen den beiden Gebäuden erkennt man die damalige Seitenfront des Rathauses, die heute die Vorderseite darstellt.

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