Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhold Rall
Gemeente
:   Eningen unter Achalm
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3447-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eningen unter Achalm in alten Ansichten'

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Eningen

Partie b. Rathaus

19. Kaum ein Bereich in Eningen hat sich so grundlegend verändert, wie diese 'Partie beim Rathaus'. Manchem Angehörigen der jüngeren Jahrgänge fällt auf diesem Bild die Orientierung angesichts der totalen Veränderung des Rathauses schwer. Der Fotograf stand unterhalb des Marktplatzes. Das Rathaus hatte zu jener Zeit noch den Eingang von der Hauptstraße her. Links im Bild steht auf dem heutigen Rathausvorplatz noch Kappenmacher Baders Wohnhaus. Rechts im Hintergrund das Gasthaus 'Zum grünen Baum' an der Burgstraße mit echten grünen Bäumen vor dem Eingang. Der auf dem hinteren Teil des Rathauses quer aufgesetzte Fachwerkbau stammt aus dem Jahre 1912 und enthielt den neuen Sitzungssaal.

20. Das Rathaus, in seinen baulichen Anfängen aus dem 16. Jahrhundert stammend, hat im Laufe seiner Geschichte mancherlei Veränderungen, Erweiterungen und Aufstockungen erfahren. Trotz seines heutigen, völlig veränderten Aussehens offenbart es dem kundigen Auge in seinem Innern noch manches über sein Werden und Wachsen. Darin spiegelt sich indirekt auch das Wachsen der Bevölkerung. Das Gebäude hatte aber in früheren Zeiten oft mehrere Funktionen. Auf dieser Ansicht stehen die Ortspolizisten Hummel und Ral! im Rathauseingang. Das Fenster mit den geöffneten Läden daneben gehörte zur Polizeiwache. Der Rundbogeneingang führte zum Freibanklokal. Im rückwärtigen Gebäudeteil befanden sich das Eichlokal, das Feuerwehrgerätemagazin und zeitweise wurde darin geturnt.

21. Im Sitzungssaal des Rathauses (heute Bürgermeister-Vorzimmer) fand vom 21. bis zum 25. September 1900 die erste Obstausstellung des 1897 gegründeten Obstbauvereins Eningen statt. Gezeigt wurden rund 350 Obstsorten, die sich zusammen mit der Vereinsprominenz dem Fotografen stellten. Zu sehen sind von links nach rechts: Polizeidiener Gairing, Konditor Ado1f Dreiß, Baumwart Walde, Wilhelm Ral! senior (mit weißer Mütze), Vorstand Siek, Obergärtner Müller, Talwirt Koch, Gemeindepfleger Fausel (mit Zylinder), Ratschreiber Gauß, Kaufmann Lutz und Ottmar Schmidt. Im Vordergrund Friedrich Schmidt, Lehrer Krieg, Eugenie Dreiß, Wilhelm Ral! junior, Wo1fwirt Fauser, Polizeidiener Sättele und Johannes Gruoner.

22. Diese gestrengen, mit Säbeln bewaffneten Herren sorgten um das Jahr 1900 für Ordnung im Dorf. Von links nach rechts sind zu sehen: stehend die Ortspolizisten Gairing. Eger und Rall, sitzend Jäger und Jetter. Die Aufnahme entstand in der Polizeiwache im Erdgeschoß des Rathauses. Noch gab es keine Schreibmaschine, kein Kohlepapier und unzählige Durchschläge. Es genügte eine einrnalige, handgeschriebene Niederschrift mit Feder und Tinte in das Protokollbuch. Und mit Protokollen und Anzeigen waren die Herren Polizisten offensichtlich nicht kleinlich.

23. Bevor man 1950 das ehemalige Schießhaus der Eninger Schützengilde in eine provisorische Leichenhalle umwandelte, mußten die Verstorbenen bis zur Beerdigung im Hause behalten werden. Bei den angespannten Wohnverhältnissen wurden die Toten oft wenig pietätvoll aufgebahrt. An der Beerdigung bewegte sich der Trauerzug vom Trauerhaus durch die Straßen zum Friedhof, angeführt vom Ortspolizisten in Pickelhaube und weißen Handschuhen (hier Robert Hofstetter). Der Leichenwagen war bespannt mit 'schwarzgekleideten' Pferden. In Dreierreihen geordnet folgten zunächst die Schulkameraden dem Sarg, dann erst die eigentlichen Leidtragenden. die nächsten Angehörigen. Dieser Trauerzug passiert gerade das Rathaus.

24. Im Haus Nummer 463, Ecke Burgstraße und Hauptstraße, betrieb Kar! August Jäger um die Jahrhundertwende eine Ko!onia!warenhand!ung. Der Ladeneingang befand sich an der Burgstraße, während man die oberen Geschosse über den normalen Hauseingang von der Hauptstraße her erreichte. Kar! Jäger verstarb 1912 und seine Witwe veräußerte das Haus 1913 an den Friseur Kar! Reitlinger, der in dem ehemaligen Laden einen Friseursalon einrichtete. Im Jahr 1929 wurde das Haus abgebrochen und ein Neubau erstellt, in dem der Enkel Reitlingers heute noch sein Friseurgeschäft betreibt.

25. Seit ihrer Erbauung im Jahre 1820 durch den Apotheker Gottlob Gmelin hat die Eninger Apotheke am Marktplatz ihr Äußeres öfters verändert. Zur Zeit dieser Aufnahme war noch Raum für eine Freitreppe. Später wurde im ersten Stock ein Balkon angebaut. Zeitweise rankten mächtige Kletterpflanzen an den Dachrinnen empor. Inzwischen sind Freitreppe, Balkon und Kletterpflanzen verschwunden. Die Eingangstreppe wurde in das Gebäudeinnere verlegt, damit vor dem Haus Raum für einen Gehweg entstand. Die verschiedenen Veränderungen am Gebäude bieten Hilfe beim Datieren alter Aufnahmen. Diese hier dürfte um das Jahr 1895 entstanden sein.

26. Vor dem Ersten Weltkrieg entstand diese Aufnahme der Hauptstraße zwischen Marktplatz und Rathaus. Die rechts im Bild sichtbare Gaststätte 'Zum deutschen Kaiser' war im Jahr 1907 durch den Küfer Wilhelm Spohn von dessen Vorgänger Johannes Limberger erworben worden. Spohn betrieb die Wirtschaft unter dem Namen 'Zum deutschen Kaiser' weiter und übte noch jahrzehntelang sein Küferhandwerk in der Werkstätte im rückwärtigen Gebäudeteil aus. Als nach dern Ende des Ersten Weltkrieges Kaiser Wilhelm Il. nach Holland emigrierte und die Republik ausgerufen wurde, mußte der 'deutsche Kaiser' in Eningen umgetauft werden. Die inzwischen herangewachsenen Linden auf dem Marktplatz standen Pate zum neuen Namen 'Zur Linde'.

27. Der 'Rathbrunnen' auf dem Marktplatz besaß in früheren Jahrhunderten einen achteckigen Sandsteintrog. Er wurde von der Quelle auf den Lindenplatz beim heutigen Naturfreundehaus über hölzerne Brunnenteichel gespeist. Ende achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde im Ort die gußeiserne Wasserleitung für die Hausanschlüße verlegt. Dabei wurden auch die öffentlichen Laufbrunnen an die Wasserleitung angeschlossen. Bei dieser Gelegenheit wurde der alte Sandsteintrog entfernt, datür ein eiserner Brunnen im Jugendstil montiert und gleichzeitig der Marktplatz neu gestaltet, indem man junge Bäume pflanzte. Als diese im Jahr 1977 dem Verkehr geopfert werden mußten, waren sie zu mächtigen Bäumen herangewachsen.

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28. Von 1819 bis zum Oktober 1977 beherrschte das alte Schulhaus (in der Bildmitte) das Bild des Marktplatzes. Im Laufe seiner 150jährigen Geschichte dierite es nicht immer nur schulisohen Zwecken, besenders sein von der Hauptstraße her zugängliches Untergeschoß war öfters zweckentfremdet, mal war es Wagenrernise, mal Freibanklokal und zuletzt Feuerwehrgeräteraum und Lastwagengarage. Die Schulräume in den Obergeschossen dienten in Kriegszeiten kurzfristig auch als Lazarett. Noch fließen die Hausabwässer in offenen Kandeln dem Leinsbach zu. Mit dem Bau der Ortskanalisation wurde erst im Jahr 1931 begonnen.

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