Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhold Rall
Gemeente
:   Eningen unter Achalm
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3447-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eningen unter Achalm in alten Ansichten'

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29. Anders als die heutige Andreaskirche, die weit zurückgesetzt der Hauptstraße ihre Stirnseite darbietet, stand die alte Andreaskirche mit ihrer Längsseite unmittelbar entlang der Hauptstraße, Als sie im Jahr 1929 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden mußte, diente der Bangrund als Vorplatz fûr die neue Kirche. Im Vordergrund dieser Aufnahme befindet sich heute das Gefallenenehrenmal. Der Bauschutt der alten Andreaskirche wurde seinerzeit nach Neu-Eningen hinausgefahren, wo ein Graben damit aufgefûllt wurde, der die Oberwiese (heute alter Sportplatz) zum Kappelbach (Leinsbach) hin entwässerte. Dadurch wurde die Anlage des Verbindungsweges an der Villa Krieg von der Einmündung der Jahnstraße in die Schillerstraße bis zur ehemaligen Straßenbahnhaltestelle Weberei im Gewand Grund ermöglicht.

30. Es waren nicht wenige Eninger Burger, die der alten Andreaskirche nachtrauerten, als man im Sommer 1929 die Spitzhacke ansetzen mußte, um ihrem baufà1ligen Zustand ein Ende zu bereiten. Diese Aufnahme von der Rückseite läßt etwa ahnen, in welcher Verfassung das Gotteshaus in seinen letzten Tagen war. Wie groß die Schäden wirklich waren, zeigte sich allerdings erst beim Abbruch selbst. Die hier gezeigte Südseite war damals auch gleichzeitig Ortsgrenze, denn unmittelbar daneben begarm das freie Feld, weshalb auf dieser Turrnseite wohl auch keine Uhr montiert war. Insofern befand sich die Eninger Kirche also früher nicht ganz 'mitten im Dorf". Das änderte sich erst mit der Bebauung des Tommentals ab 1968.

31. Unter den wenigen Innenaufnahmen der alten Andreaskirche ist dies eine der besten und zudem eine Rarität. Sie wurde im Jahr 1904 durch einen Deutsch-Amerikaner namens Andreas Blocher während eines Besuches der alten Heimat gemacht und kam erst 1972 aus den USA wieder nach Eningen. Bemerkenswert an ihr ist, daß zu jener Zeit das mittlere Chorfenster in seinem oberen Teil auf der vorderen Empore zugemauert und das gotische Maßwerk von innen verdeckt war. Unten war das Fenster offenbar offen. Dies ist sonst auf keiner anderen Darstellung des Inneren oder Äußeren der Kirche erkennbar. Vielleicht lag der Grund für diese 'Fensterabdichtung' in der unmittelbaren Nachbarschaft des Gasthauses 'Zurn Kreuz'.

32. Die alte Andreaskirche hatte ein Tonnengewölbe unter ihrem Walmdach, das durch schmale, hohe Seitenfenster Licht erhielt. Ob sie erst spater oder bereits beim Wiederaufbau der Kirche nach dem Dreißigjährigen Krieg ab 1650 eingebaut wurden, läßt sich nicht mehr feststellen. Sicher ist nur, daß die zahlreichen Emporen indirekt vom standigen Wachsen der Eninger Bevölkerung zeugen. Die Armut der Gemeinde ließ eine Erweiterung der Kirche nicht zu. Das Mißverhältnis zwischen Gebäudebestand und Einwohnerzahl bestand im ganzen Ort sogar bis nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigte sich in vereinfachter Form auch am Gotteshaus. Es war eine direkte Folge des jahrhundertelangen Landhandels der Eninger Bevölkerung,

33. Das 'Doktorhaus', Schwanenstraße 2, ist eines der wenigen wirklich markanten Gebäude Eningens, Der barocke Bau stammt aus dem Jahr 1791 und wurde von einem Mitglied der begüterten Familie Leuze, nämlich von Jacob Leuze, Christofs, erbaut. Nicht nur am Äußeren, auch im Innern zeigt es schöne Stuckarbeiten. Seinen Namen 'Doktorhaus' erhielt es, weil um die Jahrhundertwende die Ortsärzte darin wohnten und Sprechstunde hielten. Um 1900 gehörte es zunächst der Ehefrau des Apothekers Eugen Friedrich, die ebenfalls eine geborene Leuze war. Dann war für ein Jahr Pfarrverweser Matthias Leuze Eigentümer, 1902 erwarb es der Ortsarzt Dr. Zitzmann und 1907 Dr. Ludwig Bauer.

Gruß eus Eningen a Achalm.

34. Obwohl der Schwan eigentlich den männlichen Artikel trägt, wird er im Schwäbischen weiblich, sobald er im Zusammenhang mit einer Wirtschaft auftaucht. So nannte sich die Bier- und Weinwirtschaft beim Farrenstall beziehungsweise der Universitäts-Zehntscheuer 'Zur Schwane'. 1911 hatte sie der Metzger Gottlob Reicherter von seinem Vorgänger Friedrich Rall erworben. Der neue Besitzer steht hier in seinem hellen Metzgerkittel an der Hausecke. Im Alter von neunundsechzig Jahren gab Reicherter im Jahre 1940 die Metzgerei auf, aber einkehren konnte man bei ihm noch lange. Erst mit seinern Tode am 22. März 1958 erlosch auch die 'Bier- und Weinwirtschaft zur Schwane'. 'Die Schwane' gab der ehemaligen hinteren Burggasse ihren Namen 'Schwanenstraße '.

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- - - 35. Der Erschließung des Baugebietes Tommental mußte 1956 das Anwesen Hauptstraße 76 geopfert werden. Es stand etwas zurückgesetzt im Hof gegenüber dem Gasthaus 'Zu den drei Königen'. Heute führen Treppen hinauf zur Dürerstraße und zu den Hochhäusern. Der Besitzer des Hauses, Karl Koch, Weingärtner und zuletzt Waldschütz, steht hier mit seinen Kindern im Hof. Die beiden Marmer beiderseits des Hundes sind die Brüder Franz und Eugen Rail. Der barhäuptige Eugen Ral! betrieb im Nachbarhaus Hauptstraße 74 eine gutgehende Pferdeschlächterei. Sein Bruder Franz Rall wohnte im 'Heiligen Gäßle' (Leinsbachstraße) und begleitete jahrzehntelang alle verstorbenen Eninger auf ihrem letzten Gang. Er war Bestattungsordner, volkstümlich auch 'Leichensäger' (von umsagen) genannt.

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36. Einige der gravierendsten Veränderungen im Ortsbild haben sich im Bereich der oberen Hauptstraße ergeben. Verandert erhalten sind auf diesern Foto aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg das Gasthaus 'Zu den drei Königen" (rechts), das mit seinem inzwischen freigelegten Fachwerk ein Schmuckstück des Ortes ist. Eine Ladenfront enthalt inzwischen das Gebäude Hauptstraße 70 (links), die Achalm-Drogerie Karl Jäger. Völlig verschwunden ist das Gasthans 'Zum Kreuz', das 1916 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde. Es stand unmittelbar am Chor der 1929 abgebrochenen Andreaskirche. In alten Büchern ist noch von der Wirtschaft 'Zum eisernen Kreuz' die Rede. Die unmittelbare Nähe der Kirche und das alte Kreuzeszeichen auf dem Dach deuten es jedoch anders.

Eningen bei Rcut.ingen.

Partie bei der Kirche.

37. Nachdem die Wirtschaft 'Zum Kreuz' im Jahre 1916 abgebrannt war, wurde hier ein kleiner Schritt in Richtung Ortssanierung getan. Die Hauptstraße war zwar nicht sonderlich eng an dieser Stelle, jedoch wollte man der Kirche das geschenkte Licht nicht wieder wegnehmen. So öffnete sich also der Bliek die Hauptstraße abwärts auf den Chor der Andreaskirche. Das Ortsbild gewann dadurch sichtlich. Wenn man von der heutigen Breite der Hauptstraße ausgeht, ist es immer wieder erstaunlich, daß damals noch Treppen und Vorgärten Platz fanden.

38. Sonntagrnorgenidylle vor dem 'Dreikönig' um 1911. Jakob Merz (ganz rechts) aus der Hauptstraße 85, einer der ersten Hobbyfotografen Eningens, hat hier seine Plattenkamera mitten auf der Hauptstraße postiert. Die jungen Burschen in ihrem 'Sonntagshäs' lassen sich vom Frühschoppen im 'Dreikönig' oder im 'Kreuz ' locken und natürlich auch die jungen Mädchen in ihren weißen Sonntagsschürzen. Nur der Nachbar Reinhold Lutz (ganz links) hat seinen 'Schaffkittel' an. Einige dieser jungen Burschen mußten bald darauf im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen. Die größere der beiden Mädchen ist Marie Walther, jetzige Frau Leuze (Jahrgang 1891, Hauptstraße 28). Neben Jakob Merz ihr späterer Ehemann Johannes RaIl, gefallen 1918 an der Marne.

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