Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhold Rall
Gemeente
:   Eningen unter Achalm
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3447-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eningen unter Achalm in alten Ansichten'

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39. Eine Hinterhofidylle aus der oberen Hauptstraße. Eine trinkfreudige Gesellschaft prostet hier dem Fotografen zu. Wir befinden uns vor dem Gebäude, das heute die Nummer 80jl trägt, wo um die Jahrhundertwende Johannes Koch eine Weinhandlung betrieb. Auch sein Sohn Otto Koch hatte in jungen Jahren den Weinbau studiert. Auf diesem Foto lehnt er als Jüngling an der Haustür. Seinen Lebensabend verbrachte er bei seiner Tochter 'auf dem Bierkeller'. Ob seiner asketischen Gestalt durfte man ihn wohl zu den Eninger Originalen zählen. Er starb im Sommer 1968 im hohen Alter von neunundachtzig Jahren. Im übrigen ist dieses Bild eine Erinnerung an die Zeit, als in Eningen noch viel Wein angebaut wurde.

40. Zu den vielen Gaststätten des Orts, ein Überbleibsel des Eninger Landhandels und der Eninger Kongresse, zählte auch das 'Schiff" von Kar! Wurster, der in dem Gebäude auch eine Bäckerei betneb. Das 'Schiff" stand einst gegenüber dem 'Lamm', also bei der Einmündung der Geißbergstraße in die Hauptstraße. Anfang der dreißiger Jahre schlossen Bäckerei und Gastwirtschaft ihre Pforten. Das Gebäude selbst mußte im Jahr 1969 dem Straßenverkehr weichen. Rechts im Hintergrund erkennt man noch die Rennenbachbrücke 'bei der Wette' und dic Kolonialwarenhandlung von Johannes Kuohn und Sohn (später Forstner) am Eingang zum Brunnengäßle.

Eningen u. Acha!m Obere Hauptstrasse

Ve ~ .. : vc n J:lL Xoepke, Iluchdr, au

41. 'Bei der Wette' nannte man diese Stelle der Hauptstraße im oberen Dorf, dort wo eben auf dieset Aufnahme das Pferdegespann fährt. In der Wette steekt das Wort 'waten ', denn erst in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Rennenbach zwischen Albstraße und Brunnengäßle verdolt. Zuvor dürfen wir uns wohl eine Brücke vorstellen, noch früher allerdings watete man durch das Wasser:

Im übrigen zeigt das Foto vier Wirtschaften: links das 'Schiff", rechts das 'Larnm', im Hintergrund der 'Albaufstieg' (mit Weinlaube) und noch weiter hinten der 'Löwen', Er hat als einziger bis heute überlebt, wenn auch als türkische Gaststatte 'Marrnara', Die drei anderen mußten dem Verkehr weichen.

42. Ein fast 'klassisches' Beispiel beengter Eninger Wohnverhältnisse bietet diese Ansicht der Häuser Brunnenstraße 19 und 17 (nur Scheuer sichtbar), Das ganz schmale Haus Brunnenstraße 19 gehörte zwei Eigentümern. Die Treppe führte in das Geschoß des Schuhmachers Michael Rail (Urgroßvater des Verfassers). Die Tür rechts hinter der primitiven Abortanlage führte einst in die Kellerwohnung des Johannes Trude!. Beide Wohnungen hatten ihren eigenen Kamin. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme befanden sich beide Gebäudeteile glücklicherweise bereits in einer Hand. Im Hause 19 verkehrten manche Freunde des Zitherspiels, wie hier zu sehen ist. Vor dem Scheunentor steht Agnes Groß, Tochter des Hafners Jakob Groß von Brunnenstraße 17.

43. Beim Geistbrunnen stand bis 1971 die Wirtschaft 'Zum Albaufstieg'. Dazu gehörte um die Jahrhundertwende noch das links sichtbare Mälzereigebäude, denn damit verbunden war eine Bierbrauerei, betrieben von Martin Wörz, später von Hermann Fuß. Es wurde 1921 abgebrochen und der Brauereibetrieb eingestellt. Der 'Albaufstieg' war beliebte letzte Einkehr der Bauern aus Würtingen, Bleichstetten und den anderen Orten des 'Kispel' (hochdeutsch: Kirchspiel), die mit ihren Leiterwagen Brennholz nach Reutlingen auf den Holzmarkt (Ledergraben) gefahren hatten und abends über Eningen wieder auf die Alb zurückkehrten. Zuvor 'tankten' die Pferde nochmals am Geistbrunnen, die Bauern im 'Albaufstieg', Dann mußten die Pferde oft den etwa fünfzehn Kilometer langen Heimweg allein finden.

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44. Jahrzehntelang wurde in diesem Haus auf dem Schützenhausplatz eine Schmiede betrieben. 1903 war es noch Martin Hayer, auf diesem Foto ist es bereits Gottfried Wendier, der sie 1912 erworben hatte. Rechts erkennt man noch Wohnhaus und Scheuer des Anwesens Schützenhausplatz 5, das bis zu seinem Abbruch im Jahr 1934 die Einmündung der Herrschaftsstraße in den Schützenhausplatz stark verengte. Das dahinter mit dem Giebel und Kamin sichtbare Gebäude gehörte als Mä1zerei zur Brauerei des 'Rössle ', Es wurde 1921 abgebrochen und an seine Stelle trat ein Anbau, der zunächst als Web saai genutzt wurde, spater aber als 'Saalbau Rössle' und einige Jahre auch als Kino diente und heute den Selbstbedienungsmarkt 'Frischkauf' beherbergt.

45. Alte Eninger sprachen vom 'vorderen Rangenweg' (rechts) und vorn 'hinteren Rangenweg (links), wenn sie die Metzingerstraße oder die BrühIstraße meinten. Zwar steht Schultheiß Hüzels Haus in der Bildmitte auch heute noch am Schützenhausplatz, aber davor ist es kahl geworden. Der große Garten mußte schon lange einem Kinderspielplatz weichen, der nun seinerseits dem Straßenasphalt weichen mußte. Weit und breit noch kein Haus auf der Bag und selbst das Rangenbergle ist noch kahl und ohne den charakteristischen Tannenwaldschopf.

46. Zwischen 1886 und 1894 entstand dieses Foto. Wären nicht die gemalten Hasen neben dem Namen Ch. Bley, würde es Schwierigkeiten bereiten, das Gebäude als das Haus Schießwasen 7 zu lokalisieren. Während der genarmten Zeitspanne besaß der Bäcker Christof Bley die Wirtschaft 'Zum Hasen', heute Schießwasen 7. In dem Volksauflauf ist Christof Bley nicht eindeutig zu identifizieren. Dagegen ist der Vollbärtige mit Pfeife (ganz links) unzweifelhaft sein Nachbar, der Kübler Gottlob Hagmann, Zachers, welcher hier mit Säge und Hobel sein Handwerk repräsentiert, Nicht geklärt ist, was zu jenem Zeitpunkt der Maler Johannes Hahn (mit Staffelei und Pinsel) im Schießwasen zu schaffen hatte. Er wohnte nämlich nicht in der dortigen Gegend, sondern in der Eitlinger Straße 43.

47. 'Auf der Bag' nennt sich die Straße heute, die um die Jahrhundertwende und bis in unsere Tage als Feldweg über die Bag dem Rangenberg und der Ebene zu führte, Heute sind die Bagäcker im Vordergrund völlig überbaut. Rechts erkennt man das damalige Ortsende in der Brühlstraße, links steht an der Metzinger Straße noch das langgestreckte Anwesen des Schäfers Kießling (später Häßler), welches am 8. Dezember 1972 zum größten Teil abbrante und nicht mehr wiederaufgebaut wurde. Bald wird wohl auch der stehengebliebenen Rest einer Verbindungsstraße oder einem Bauprojekt weichen mussen.

48. Im Haus Nummer 2 (Albstraße 44) betrieb Kaspar Schenk eine Ziegelei, eine fahrbare Holzsägmaschine und eine Dreschmaschine, wo eben Kappenmacher Baders (mit Vollbart) Getreide gedroschen wird, Der Besitzer Schenk hat die Hand am Lenkrad der Sägrnaschine, sein Sohn Fritz steht neben ihm. Mit von der Partie sind die Zimmerleute und Brüder Richard Friedrichson (mit der Dachlatte auf dem Sägetisch) und Otto Friedrichson, ganz links außen. Die Ziegelei wurde schon bald aufgegeben, aber gedroschen wurde dort noch lange und die Schenk'sche Holzsägrnaschine gehörte jahrzehntelang zum Ortsbild. Heute sind die alten Bauten lauter schrnucken Wohnhausneubauten gewichen.

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