Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Eningen unter Achalm in alten Ansichten

Auteur
:   Reinhold Rall
Gemeente
:   Eningen unter Achalm
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3447-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eningen unter Achalm in alten Ansichten'

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49. Schlecht durchschaubare Eigentumsverhältnisse herrschten in diesem Haus 'Ecke Platz- und Weihenstraße', vor dem hier die Besitzerin, Frau Frida Frey, mit ihrem Sohn Eugen steht. Es teilte sich auf in mehrere Stockwerkseigentumsverhältnisse. 1922 hatte der Trikotweber Eugen Frey eines davon erworben und betrieb im Erdgeschoß einen Textilladen. Das mit dem Giebel zur Schulzengasse, der früheren Platzgasse, stehende Kemmler'sche Haus verdeckt das Haus Schulzengasse 22, in dem der Küfer Martin Bauder sein Handwerk betrieb. Nur ein Mostfaß, an der Straße aufgestellt, verrät noch etwas davon. Die ganze 'Ecke Platz- und Weihenstraße' ist verschwunden. Statt den Kühen hinterlassen heute Autos ihr Düfte auf der Straße.

50. Am 25. März 1933 wurde die Familie des Johannes Kaiser durch den Brand ihres Hauses Weihenstraße 32 obdachlos. 1903 hatte er es von Johann Martin Hayer erworben. Irn weißen Unterhemd mit Hosenträgern, Schildmütze und Pfeife ist er hier inmitten seiner Familie und seiner Nachbarn zu sehen. Von 1912 bis 1923 war Friedrich Hummel (mit Vollbart) sein übernächster Nachbar. Kar! Beek unrnittelbar vor ihm kennen wir bereits aus den Bildern der Firma Büsing & Co. Im Hintergrund erkennen wir die Einmündung der Weihenstraße in die Eitlinger Straße beim Gasthaus 'Zum Tal'. Das abgebrannte Haus Kaiser wurde nicht mehr aufgebaut und damit der erste Schritt zur Ortskernsanierung in dieser Gegend getan. Inzwischen sind dort beide Häuserzeilen der Weihenstraße verschwunden.

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51. Das Gebäude Eitlinger Straïse 1 tungierte woni seit seiner Entstenung m den zwanziger Janren des 19. Jahrhunderts als Geschäftshaus. Um die Jahrhundertwende betrieb der Konditor Adolf Dreiss darin einen Laden und eine Konditorei. Der Hausherr ist hier zwar nicht genau auszumachen, aber auf dem Foto von der Obstausstellung im Rathaussaal ist er mit seiner Tochter Eugenie zu sehen. 1917 gingen Laden und Gebäude an den Kaufmann Jakob Maier über, der es seinerseits unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg an Frau EIsa Vollmer veräußerte. Nachdem noch einige Jahre lang eine Filiale der Konsumgenossenschaft darin untergebracht war, beherbergt es heute das Blumengeschäft Richard Schmidt.

52. Der 'Grüne Hof' in der Eitlinger Straße, als er noch nicht Passage zum Baugebiet Tommental war. Eigentlich ist nicht so recht klar, weshalb man diesen Hofraum zwischen den Gebäuden Eitlinger Straße 3, 5 und 7 den 'grünen Hof' nennt. Sicher scheint nur, daß die Bezeichnung auf den einstrnals grasbewachsenen Hofraum gemünzt ist und nicht auf eines der umliegenden Gebäude. Ein Gaststätte 'Grüner Hof' zum Beispiel ist nirgends in den Akten erwähnt, Rechts ist gerade noch eine der einstmals ältesten Gaststätten Eningens angeschnitten, der alte 'Adler'. Das Gebäude im Hintergrund ist die Heimat Paul Jauchs, des bekannten Zeichners. Es wurde im Jahre 1793 erbaut und war in den Jahren 1794-1820 Eningens erste Apotheke.

53. Diese Aufnahme des Gasthauses mit Bäckerei 'Zum Tal' können wir etwa zwischen 1880 und 1890 ansetzen, eher gegen 1890. Zwar ist der Gäßlesbach, der früher offen im Graben herabfloß, auf dem Bild nicht zu erkennen. Er floß mehr auf der gegenüber liegenden Straßenseite, also vor dem Badhaus (Grabenstraße 1) mit dem Badbrunnen. Der Fotograf könnte daher unmittelbar am Bachufer gestanden haben. Der Bach könnte aber auch bereits verdolt sein. Auf jeden Fall entstand die Aufnahme zu einer Zeit, als Fotografen noch einen Volksauflauf verursachten. Talwirt war zu jener Zeit August Koch. 1908 erwarb Gottlob Roth, der Großvater des jetzigen Bäckers und Wirts, das Anwesen und baute eine weitere Wohnung im Dachgeschoß ein. Das 'Schlößle', Eitlinger Straße 33, erkennt man als übernächstes Haus.

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54. Eine raffinierte Fälschung stellt diese Ansichtskarte der oberen Eitlinger Straße dar. Auf ihr wurden genau fünfzig Meter der rechten Straßenseite unterschlagen, die dem Fotografen nicht attraktiv genug erschienen waren. Genau gegenüber dem Gasthaus 'Zum Tal' mündete die Weihenstraße in die Eitlinger Straße, eine enge und unübersichtliche Stelle in der dortigen Gegend. Der Fotograf urnging sie, indem er die rechte Häuserzeile erst mit dem Haus 38 beginnen ließ und die beiden Aufnahmehälften gekonnt zusammenretuschierte. Die Wirklichkeit sah so aus, wie sie die kleine Aufnahme zeigt.

55. Im Jahr 1907 erwarb der Flaschner Adam Höh das Anwesen Grabenstraße 6 und 8 von Hafner Joharm Georg Wick und eröffnete darin ein Flaschner- und Wasserleitungsgeschäft. Neben seiner Frau steht er hier an einer etwas wackeligen Werkbank. Seine Frau betreute den kleinen Laden, in dem Küchengeschirr und Haushaltsgeräte angeboten wurden. Die Häuser hatten seit dem Jahr 1900 allgemein bereits elektrisches Licht, die Straßen jedoch wurden - wenn überhaupt - da und dort mit Erdöllampen erleuchtet. Für sie war der 'Laternenanzünder' verantwortlich. Adam Höh hatte jedoch bereits eine elektrische Laterne am Haus. Ganz rechts sieht man noch die typischen Holzscheitstapel des Talwirts. Damals gab es noch würziges Holzofenbrot tagtäglich, nicht als teuere Spezialität.

56. Volle Dunglegen, 'Miste' genannt, säumen noch beidseitig die Grabenstraße auf dieser Aufnahme, die noch vor 1919 entstanden ist. Das Gebäude ganz im Hintergrund (rechts neben derri elektrischen Leitungsmast) erlaubt diese Datierung. Es war die Bäckerei des Konrad Rall beziehungsweise seines Sohnes Bernhard RaU, beide 'Zöllerbäck' genannt. Im Jahr 1919 brannte sie ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Der Frachtbote Martin Eitel, Nachbar in Eitlinger Straße 26, hatte bereits 1916 ein hinten an das Brandobjekt angebautes Anwesen erworben und erstand nun auch noch die Brandruine der Bäckerei Rall. Damit war der Grund gelegt, daß aus dem bescheidenen Geschäft des 'Bot' Eitel' das Fuhrunternehmen mit Brennstoffhandlung seiner Nachkornrnen entstehen konnte.

57. Im Jahr 1905, als dieses Foto entstand. war der Ort bei diesen Häusern im Gäßle zu Ende. Der heute zur Grabenstraße ausgebaute Feldweg im Vordergrund führte dem Graben entlang durch die Reinstall aufwärts bis auf die 'Bruck', wo er sich mit der Heergasse vereinigte. Links im Bild ist etwas undeutlich noch der Graben zu erkennen, der der Grabenstraße ihren Namen gab und der heute vollständig verdolt ist, Noch in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts floß der Graben aber offen von seiner Quelle auf dem Lindenplatz beim Naturfreundehaus bis zu seiner Einmündung in den Leinsbach bei der Firma Karl Dingier im Grund. Wo der Bliek über die Baumwiesen noch frei zur Andreaskirche schweifen konnte, bestimmen heute Wohnblocks, Terrassen- und Hochhäuser das Bild.

58. Oberhalb des Bärenstichs stand der Fotograf dieser Aufnahme, die um 1898 entstand. Als breiter Feldweg zieht die heutige Heerstraße mit dem Paul-Jauch-Weg von links nach rechts quer durch den Bildvordergrund. Die Grabenstraße kommt noch als schmaler Weg den Graben herauf 'auf die Bruck ', von wo der mittlere Markweg nach vorn wegführt. Am Achalmhang erkennt man noch rechts die wohlgeordneten Bänder der Äcker und.Wiesen, die 1965 durch den Erdrutsch verwüstet wurden. Unter dem Weistenberg und am Hörnle sind noch die hohen Stangen einiger Hopfengärten zu erkennen.

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