Ennepetal in alten Ansichten

Ennepetal in alten Ansichten

Auteur
:   Dieter Wiethege
Gemeente
:   Ennepetal
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5838-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ennepetal in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Geschichte der Stadt Ennepetal

Das bergisch-rnärkische Grenzgebiet, in dem Ennepetal liegt, war vor 775 ein zwischen Franken und Sachsen umstrittenes Grenzland, das nahezu unbewohnt war. Eine verstärkte Besiedlung setzte erst nach der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen ein. Bei dieser Siedlungstätigkeit entstanden im 9.110. Jahrhundert die heimischen- inghausen-Siedlungen, zu denen aus dem Raum Ennepetal Jellinghausen, Meininghausen, Ebbinghausen, Berninghausen, Oelkinghausen, Mühlinghausen, WiJIringhausen, Severinghausen, Schweflinghausen, Herminghausen, Ebinghausen und HiJlringhausen gehören. Diese Ansiedlungen wurden im EnnepetaIer Stadtgebiet weitgehend in den geschützten QueJlmulden der Hochflächen angelegt.

Im 11. Jahrhundert verfügte der Erzbischof von Köln über den Schwelmer Fronhof und damit sehr wahrscheinlich auch über das Gebiet des heutigen EnnepetaJ. Aus dieser Zeit stammt das älteste Schriftstück mit der Erwähnung von Höfen aus dem Raum EnnepetaJ. Um die Mitte des 11. Jahrhunderts nennt eine Abgabeliste des Werdener Oberhofes Halver die Höfe Voerde (fordi, damals das heutige Alten voerde ) und WiJlringhausen (wilgerin-

chuson). Etwa ein Jahrhundert später, um 1150, werden Altenvoerde, Ahlhausen, Kotthausen, WiJlringhausen und Windgarten als zur Werdener Hofesfamilie Schöpplenberg gehörend aufgelistet; der Oberhof Bransel erscheint erstmals um 1180 in einem Verzeichnis des Kölner Stiftes St. Gereon. 1306 taucht das Wort Milspe als 'Milsepe' in einer Urkunde des Ritters vom Göckinghof in Schwelm auf, die das Kloster in Gevelsberg betrifft. Es bezeichnet dort den Hof Milspe, zu dem bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts eine Mühle gehörte. 1324 kam unser Gebiet, das zuvor vom Kölner Erzbischof kontrolliert worden war, im Zusammenhang mit der Erstürmung der Burg Volmarstein durch Engelbert Il. von der Mark für die nächsten Jahrhunderte unter märkische Herrschaft.

Im Schatzbuch der Mark werden 1486 aus dem derzeitigen Stadtgebiet Ennepetals, das bis auf VoerdeOst (Gogericht Hagen) zum Gogericht Schwelm gehörte, insgesamt 112 Höfe aufgezählt: 28 aus der Schweflinghauser Bauerschaft, 26 aus der Oelkinghauser Bauerschaft, 15 aus der Mühlinghauser Bauerschaft sowie 28 aus Voerde-West und 15 aus Voerde-Ost (Voerde östlich der Lindenstraße ). Obwohl es während des Dreißigjährigen Krieges

(1618-1648) keine Kampfhandlungen in unserer Gegend gab, litt die heimische Bevölkerung 'durch schwere Kriegslasten, Durchzüge, Convoyen, Rauben, Plunderen und Sterben der Menschen, Viehes, auch Mißgewachß'.

Zur Zeit der Franzosenherrschaft kam es 1808 zur Auflösung des Gogerichts Schwelm, das mindestens fünf Jahrhunderte lang bestanden hatte (erste Erwähnung 1306-1308). 1809 führten die Franzosen hierzulande eine 'Gebietsreform' durch, bei der das Stadtgebiet von Ennepetal weitgehend der Munizipalität Ennepe zugeteilt wurde; zu ihr gehörten die Bauerschaften Oelkinghausen, Schweflinghausen, Mühlinghausen und West-Voerde sowie Mylinghausen, das heutige Gevelsberg. Maire (Bürgermeister) wurde der Fabrikant Ambrosius Brand von der Rahlenbecke, der jedoch schon 1811 auf eigenen Wunsch wieder entlassen wurde. Ost-Voerde, das der Munizipalität Ennepestraße zugeschlagen worden war, wurde am 1. Januar 1812 auf Betreiben von Pastor Johann Wilhelm Reichenbach mit WestVoerde zu einer Kommune vereinigt, die fortan der Munizipalität Ennepestraße angehörte.

Am 1. Oktober 1868 trennte man die Gemeinde Voerde vom Amt Ennepestraße ab und bildete ein

eigenes Amt, in dem bis Ende 1902 Karl Gutjahr als Amtmann wirkte. Im Februar 1886 schied die Gemeinde Gevelsberg (bis 1865 'Mylinghausen' genannt) aus dem Amt Ennepe aus und bekam das Stadtrecht verliehen. Die verbliebenen Gemeinden Mühlinghausen, Schweflinghausen und Oelkinghausen bildeten das Amt Ennepe mit Sitz in Milspe, dem Friedrich Strosser von 1886 bis 1910 als Amtmann vorstand.

Als sich die Gemeinden Mühlinghausen, Schweflinghausen und Oelkinghausen am 1. April 1923 zur Gemeinde Milspe zusarnmenschlossen, wurde das Amt Ennepe umgewandelt in das Amt Milspe. Zum 1. Juni 1937 legte man die Ämter Milspe und Voerde, die jeweils nur aus einer Gemeinde bestanden, zum Amt Milspe- Voerde zusammen. Ein Kabinettsbeschluß des Landes Nordrhein-Westfalen vom 28. März 1949löste das Amt Milspe-Voerde auf und vereinigte die Gemeinden Milspe und Voerde mit Wirkung vom 1. April 1949 zur Stadt Ennepetal. Seither hat sich Ennepetal zu einer modernen Industriestadt im Grünen mit hohem Freizeitwert entwiekelt, wobei die einzelnen Ortsteile ihren eigenen Charakter bewahrt haben.

1. Von der Ortsheide aus (im Vordergrund, auch 'Pimpels Wiese' genannt) hat der Fotograf um 1910 diese Gesamtansicht von Voerde aufgenommen, das früher als zweitschönstes Dorf Westfalens galt. Halblinks ist der evangelische Friedhof (1830 angelegt) zu erkennen; rechts neben der evangelischen Kirche erstreckt sich die Lindenstraße mit dem wuchtigen Heimhardtsbau im Vordergrund.

Voerde i. 'N.

2. Etwa zur gleichen Zeit entstand diese Aufnahme von Voerde aus umgekehrter Richtung, das heißt vom 'Hebarnmenäuwerken' aus (im Volksmund so benannt nach der früher dort wohnendenHebamme Alma Blum). Vorn rechts befindet sich der Bahnhof der Kleinbahn von Haspe über Voerde nach Breckerfeld. Die Hänge von 'Voerde-Nerd' (im Hintergrund) präsentieren sich noch völlig unbebaut.

3. Wir blieken von Südwesten auf den Ortskern von Voerde mit der Lohernockenstraße, die erst 1899 ausgebaut wurde. Vorher wurde der seinerzeit kaum passierbare Fahrweg bezeichnenderweise 'Kürtelgasse' genannt. Das zweite Gebäude von links zeigt das Vereinshaus des CVJM Voerde, der irn Jahre 1849 als 'Jünglingsverein' gegründet wurde. Der hintere Teil des Vereinshauses wurde im Oktober 1900 eingeweiht, während der vordere Teil im Jahre 1907 angebaut wurde.

4. Der Ortskern von Voerde gruppiert sich um die evangelische Kirche, die 1780/81 auf Initiative des bedeutenden Voerder Pfarrers Johann Wilhelm Reichenbach errichtet wurde. Links neben der Kirche lugt das Dach des ehemaligen Amtshauses hervor, das 1908-1937 als solches diente. Es wurde 1835 von Eduard Spannagel erbaut und beherbergt heute als 'Haus der Begegnung' eine Zweigstelle der Stadtbücherei und das Archiv der Stadt Ennepetal.

5. Die Gaststätte am Beginn der heutigen Lindenstraße führte zu Beginn unseres Jahrhunderts den Namen 'Zum Deutschen Hermann' , benannt nach ihrem Besitzer Hermann Heimhardt, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Jahren 1907/08 den Heimhardtsbau errichten ließ. Die Lindenstraße hieß hier früher Goebelstraße nach der bedeutenden Komrnissionsfirrna, die in diesem Bereich einst ihr Handelshaus hatte.

6. Die Lindenstraße machte um die Jahrhundertwende vor dem Bau der Straßenbahn noch einen verschlafenen Eindruck. Man kann sich gut vorstellen, wie hier seit 1886 der Nachtwächter Willi Koch entlangzog. Er versah bis nachts um vier Uhr seinen Wachdienst und blies bis Mitternacht jede Stunde in sein Horn. Dies machte ihn meistens so durstig, daß er nach Mitternacht in einer der zahlreichen Voerder Gaststätten noch einige 'Pinnkes' leerte und seinen Dienst dann nur noch eingeschränkt versehen konnte.

7. Aufdiesem Foto aus der Zeit um 1910sehen wir den Laden von Friedrich Wülfing an der Ecke Lindenstraße/Lohemockenstraße. Kaufmann Friedrich Wülfing (rechts mit der langen Pfeife) starb 1917; vorn stehen die Knaben F. Hülsenbeck, W. Wülfing und Paul Wülfing. Später befand sich in diesem Gebäude das Elektrogeschäft Thun und danach bis Anfang 1994 eine Filiale der Deutschen Bank.

8. Wir befinden uns im oberen Bereich der Lindenstraße an der Endstation der Straßenbahnlinie Voerde-Milspe-Gevelsberg-Haßlinghausen, die 1907 eröffnet wurde. Fast ein halbes Jahrhundert lang - bis zum 31. März 1956 - fuhr die 'Elektrische' von Voerde nach Haßlinghausen und zurück. Nach der Straßenbahn Herne-Castrop-Rauxel war die Straßenbahngesellschaft Ennepe, wie sie zuletzt hieß, der kleinste Nahverkehrsbetrieb im Bereich des heutigen Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr.

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