Ennigerloh, Enniger, Ostenfelde und Westkirchen in alten Ansichten

Ennigerloh, Enniger, Ostenfelde und Westkirchen in alten Ansichten

Auteur
:   Siegfried Schmieder
Gemeente
:   Ennigerloh, Enniger, Ostenfelde und Westkirchen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1555-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ennigerloh, Enniger, Ostenfelde und Westkirchen in alten Ansichten'

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19. Beträchtlich zur Entwicklung und Umformung Ennigerlohs trug der Bau und die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke der Westfälischen Landeseisenbahn von Neubeckum nach Warendorf im Jahre 1899 bei. Die Bahneröffnung erfolgte am 15. April 1899 von Neubeckum nach Ennigerloh. Der Restabschnitt bis Warendorf war am 1. April 1901 fertiggestellt. Unsere Aufnahme zeigt den Bahnhof Ennigerloh um 1900. Am 3. Juni 1956 wurde der Reisezugverkehr eingestellt, die Strecke wurde anschließend abgebaut.

Aufnahme: um 1900.

20. Die Eröffnung der Bahnstrecke (vergleiche Nummer 19) brachte eine Flut von Neugründungen der Kalk- und Zementindustrie mit sich. Unsere Aufnahme zeigt die Grundsteinlegung der Zementwerke 'Rhenania' am 23. Dezember 1897. Doch die hier abgebildeten vornehmen Herren waren nicht ganz 'echt'. Denn diese Gründung stellte sich bald als ein Schwindelunternehmen heraus. Der Gründer mußte fliehen, das Werk wurde schließlich 1902 mit dem Werk 'Germania' fusioniert. Das Werk 'Rhenania' verschwand, die 'Germania' erlebte im Laufe der Jahrzehnte manche Urn- und Neubauten, einen Brand und einen Siloeinsturz.

Aufnahme: 1897.

21. Einen Bliek in die harte Arbeitswelt damaliger Zeit zeigt unsere Aufnahme aus der Zeit um 1900. Abgebildet ist der Ringofen des Werkes 'Rhenania', zu dem die Kalksteine mit einer Lore, vor die ein Pferd gespannt war, befördert werden mußten. Die Steine wurden in den Kalksteinbrüchen von den 'Steinkühlern' gebroehen - massige, kräftige Gestalten, deren Füße in großen Holzschuhen steckten, wie die beiden Männer links sie auch tragen. Über der Schulter trugen sie ein großes emailliertes 'Kaffeeblech', da die schwere Arbeit viel Flüssigkeit und auch einen 'Kluck' (Schnaps) verlangte.

Aufnahme: um 1900.

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22. Mit der Industrialisierung Ennigerlohs fand auch eine große Strukturveränderung der Gemeinde im Inneren und Äußeren statt. Unsere Aufnahme zeigt den im Jahre 1906 gestalteten Marktplatz. Er wurde mit einer Doppelreihe Kastanien eingefaßt, so daß schon bald ein schattiger Promenadenweg entstand. 1909/1910 wurde auf Initiative des Kriegervereins das Kriegerdenkmal errichtet. Die rechts abgebildete Schule wurde im Jahre 1911 errichtet. Mit der Gestaltung des Marktes und seiner Umgebung war ein völlig neuer Ortsteil entstanden.

Aufnahme: F.W. Bornemann, Ennigerloh, 1917.

23. Die Pfarre Enniger wird erstmals im Jahre 1226 urkundlich mit Namen genannt. Die aus jener Zeit stammende spätromanische Kirche wurde im Jahre 1860 abgebrochen, da sie bereits seit langer Zeit zu klein geworden war. Nur der auf dem Foto noch sichtbare Turm blieb erhalten. In den Jahren 1861 bis 1863 wurde die heutige dreischiffige Kirche errichtet. Der Neubau kostete über 21 000 Talern, die größtenteils durch die Bildung eines 'Pfennigvereins', dessen Mitglieder wöchentlich einen Pfennig zu zahlen hatten, und durch Lotterien, Spenden und Kollekten aufgebracht wurden. Eine geplante Erhöhung des Turmes unterblieb glücklicherweise.

Aufnahme: 1918.

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Haus Enniger

24. Der Beginn der Besiedlung Ennigers reicht vermutlich bis ins 11. Jahrhundert zurück. Der Ort war eine Gründung des Stifts St. Mauritz in Münster, dem auch das Haus Enniger (heutiger Besitzer ist Haferkamp) gehörte. Mit dem ehemaligen Adelssitz waren im 14. Jahrhundert die Herren von Walegarden, im 15. Jahrhundert die von Horstel und im 16. Jahrhundert die Herren von Voß belehnt. Das Rittergut fiel vor über dreihundert Jahren einem Brand zum Opfer. Nach dem Tode des letzten ritterbürtigen Erben fiel das Lehen an das Stift St. Mauritz zurück und wurde in Leibpacht vergeben. In der Folgezeit entstand ein Bauernhof westfälischer Bauart in Fachwerkbauweise.

Aufnahme: 1920.

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Haus Neuengraben

25. Etwa einen Kilometer westlich des Dorfes lag bis vor kurzer Zeit das schlichte Wasserschloß Haus Neuengraben. Mit dem Gut verbunden war einst auch das Gericht über Enniger; es wurde aber an Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen abgetreten. Im 14. J ahrh undert residierte hier das Geschlecht Monecke, Ende des 15. Jahrhunderts ging es in den Besitz des Dietrich von Berge über. Im 18. Jahrhundert karn es an die Grafen von Galen. Diese veräußerten es im Jahre 1970 an einen Ahlener Fabrikanten, der es schließlich 1977 gegen den Widerstand der Gemeinde Ennigerloh und des Heirnatvereins abbrechen ließ, nachdem die bauliche Substanz bereits großen Schaden erlitten hatte.

Aufnahme: 1918.

26. Vor uns lag ein altes, einstockiges Haus mit grünen Laden an der schmalen Front, gar still, als ob es unbewohnt wäre, schreibt Augustin Wibbelt im 'Plauderbüchlein', Wer die Vikarie kennt, kann glauben, Wibbelt beschreibe das Haus von heute und nicht das von 1875. Vor über hundert Jahren wurde Wibbelt in diesem 1783 errichtetem Haus von Vikar Tümler fiir die Aufnahme auf das Carolinum in Osnabrück vorbereitet. Hier wohnte von 1873 bis 1886 Vikar Tümler, spater Pastor in Vellern (gestorben 1916), der durch seine schriftstellerische Arbeit als Naturphilosoph bekannt wurde.

Aufnahme: 1930.

27. Am 29. April 1913 wurde der Grundstein für das Marienhospital gelegt. Ursprünglich war es als Schwesternhaus geplant. Zuerst waren hier vier Heiligenstädter Schulschwestern tätig. Doch das Haus wandelte sich allmählich zum Krankenhaus. 1928 wurde ein Jugendheim (auf dem Foto rechts), das im Untergeschoß einen Kindergarten, ein Waschküche und Brausebadeanlage und Stallungen und im Obergeschoß einen Saal mit Bühne enthielt, angebaut. 1946 wurden beide Gebäude durch einen Zwischenbau verbunden. Das Krankenhaus mußte im Zuge von Rationalisierungsmaßnahmen schließen. Heute ist es eine Pflegestätte für psychisch Kranke.

Aufnahme: um 1928.

28. Am 30. September 1903 wurde die Strecke Neubeckum-Münster der Westfälischen Landeseisenbahn eröffnet. Enniger erhielt zwei Stationen: Enniger und Tönnishäuschen. Die neue Bahnstrecke brachte für den Ort den Anschluß an die weite Welt, der Beginn war von viel Optimismus begleitet. Doch die Motorisierung vereitelte dies, so daß die Strecke in absehbarer Zeit stillgelegt werden wird, nachdem im Sommer 1970 bereits der Personenverkehr eingestellt wurde. Das hier abgebildete Bahnhofsgebäude besaß sogar zwei Wartesäle: die beiden hohen Tiiren führten zu denen der 2. und 3. Klasse.

Aufnahme: 1919.

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