Erbach in alten Ansichten

Erbach in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Schäfer
Gemeente
:   Erbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3065-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erbach in alten Ansichten'

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29. Die 'Gräflich Erbachschen Keramischen Werke' im Viehhof. Sie waren die Nachfolgerin der Töpferei unter Bernhard Kozio1. Dieser leistete Wehrdienst im Ersten Weltkrieg, kehrte mit einer unheilbaren Krankheit zurück, so daß ihm eine Weiterentwicklung des Betriebes unmöglich war. Das Grafenhaus ließ verschiedene alte Gebäude des Viehhofes abreißen und an ihre Stelle ein dreistöckiges Gebäude aufführen, das die künftigen Werkstätten und Wohnungen umfassen sollte. 1924 wurde die neue Töpferei unter der Regie des Grafenhauses eröffnet. Man hatte sich große Ziele gesetzt, Neben Gebrauchsgegenständen wollte man Kunsttöpferei mit neuen Glasuren herstellen. Doch der Betrieb kam nicht richtig in Schwung und wurde bald von der damaligen Wirtschaftskrise überschattet. Man sah sich gezwungen, den Betrieb zu liquidieren und das ganze Gelände des Viehhofes der Stadt Erbach zum Verkauf anzubieten. Diese übernahm es 1935 und errichtete dort zuerst für das viel zu klein gewordene alte Spritzenhaus ein Feuerwehrhaus.

30. Im Jahre 1943 errichtete auf dem Grundstück Ecke Bahnhof- und Poststraße das aus Ungarn vertriebene Ehepaar Laufer eine Blockhütte. Sie nannten diese 'Posthörnchen' und eröffneten darin eine Gaststätte. Auf ihrer Speisekarte standen ungarische Spezialitäten, Doch lange konnten sie da nicht bleiben, denn sie mußten dem Neubau der AüK weichen. Man versetzte die Blockhütte auf die andere Seite der Bahnstraße auf das Viehhofgelände. Doch auch hier konnte es auf die Dauer nicht stehen bleiben, denn hier war der Neubau des Katastrophen-Zentrums geplant. Bei Beginn der Arbeiten wurde es demontiert. Das Ehepaar Laufer wanderte nach Amerika aus.

31. Wo heute in der Bahnstraße das Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse steht, stand vor dem Zweiten Weltkriege das 1871 erbaute Haus von Franz Schüllermann. Wahrscheinlich durch die Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Darmstadt-Erbach angeregt, betneb er darin eine Gastwirtschaft, die 'Lindenau'. Sie wurde gern auch von den Bauern aus Mossau, Elsbach, Rossbach, und so weiter aufgesucht, wenn sie geschäftlich in Erbach zu tun hatten, oder an die Bahn mußten. Im Vordergrund des Bildes sieht man noch die Balken, an denen die Pferde angebunden werden konnten. Beim Einmarsche der Amerikaner 1945 wurde das Anwesen in Brand geschossen und nicht wieder aufgebaut.

Wömer.

32. Die Wörnersche Brauerei an der Mümlingbrücke und in der Alfred-Kehrerstraße. Die Geburtsstunde der Brauerei war die Verheiratung des Christian Jakob Wörner mit der Tochter des Brauereibesitzers Brunner in Erbach im Jahre 1786. Der Gesamtumsatz des Betriebes betrug 1887 schon 1400 Hektoliter. Die Brauerei befand sich damals noch in den rückwärts liegenden Gebäuden des Anwesens an der Mümling (siehe Bild unten). Diese wurden später abgebrochen und durch einen Neubau mit Saal und Fremdenzimmer ersetzt. Im Jahre 1906 entstand der erste oberirdische Bier- und Eiskeller in der AlfredKehrerstraße (siehe Bild oben). Im Jahre 1920/21 wurde dort das neue Sudhaus angefügt.

33. Beginn der Jahnstraße (früher Langgasse) in der Stadtmitte. Hier stand ehemals das Gasthaus 'Zum Lamm', Im Jahre 1900 kam Wilhelm Kumpfvon Beerfelden, erwarb das Anwesen und eröffnete darin eine Spenglerei mit einem Haushaltwarengeschäft. Im Vorderhaus war das Friseurgeschaft von Ferdinand Schmitt. 1964 erfolgte der Umbau zum heutigen Haus Elektro-Stock.

34. Die Gattin des Grafen Franz, Luise Charlotte, faßte den Entschluß, zur Verbesserung des Einkommens der Erbachter Untertanen, eine Leinen- und Baumwollfabrik zu errichten. Hierzu wurde 1783 ein Grundstück in der Langgasse erworben und dort ein Fabrikgebäude aufgebaut. Nach dem Tode der Gräfin 1785 bestellte der Graf den Kaufmann Wilhelm Prescher, der ihm als guter Fachmann bekannt war, zum Leiter der Fabrik. Diese Fabrik brannte ab und Prescher, der unterdessen Eigentümer geworden war, errichtete 1800 an ihrer Stelle ein zweigeschossiges Haus; heute Jahnstraße 8. Im Obergeschoß des Hauses fanden die ersten Gebetsstunden der Herrnhuter Brüdergemeinde statt. Im Erdgeschoß eröffnete Prescher ein, für damalige Verhältnisse, großes Handelsgeschäft. Er war der Vertraute des Grafen und sein Finanzberater. Eine Nachfahre von ihm heiratete den Kaufmann Ferdinand Sachs.

35. In dem Haus Jahnstraße 10 arbeitete der Glasermeister Karl August Glenz in seiner beschränkten Werkstatt im Kellergeschoß während er im Erdgeschoß eine kleine Gastwirtschaft 'Zum Hasen' unterhielt. Daher kommt heute noch der ortsübliche Familienname "s Haseglenze'. Im Jahre 1966 wurde das Haus restlos niedergelegt und neu aufgebaut. Hinter dem Erdgeschoß befand sich ein starker, gewölbter Keller. Seine Verwendung geht aus einer Anzeige vom 14. Januar 1874 hervor, in der der Wildprethändler Carl Glenz bekannt gibt, daß er vom 12. Januar bis 1. Februar für das Pfund Rehwild 28 Krone zahle. Wie mündlich überliefert, wurde das dort gesammelte Wildbret mit dem Pferdefuhrwerk nach Mainz transportiert. Bis zum Jahre 1956 wurde die kleine Gastwirtschaft unterhalten. Während des Umbaues fand die Familie im dantalig leerstehenden Gärtnerhaus des Lustgartens Unterkunft.

I nàitorei u. Café . I10n Leonh. Glenz.

Obere Hauplslrasse.

6russ aus Erbact i. O.

36. Das Bild, wohl um die Zeit 1910 aufgenommen, zeigt einen Bliek in die Jahnstraße (früher Langgasse) nach der Stadtmitte hin. Im Vordergrund die ehemalige Bäckerei und Konditorei von Leonhard, später Ludwig Glenz, irn Volksmund genannt "s Zuckerbäckers'. Die weiteren Häuser sind die von Seior und Menger, Links die alte Einfriedigungsmauer des Lustgartens, Das Haus wurde jetzt (1981) im Rahmen der Stadtsanierung abgebrochen.

37. Die 'Kleinkinderbewahranstalt' in der ehemaligen Langgasse (jetzt Jahnstraße), Reproduktion eines Gemäldes von Baurat Kessel. Im August 1855 begarm Gräfin Clothilde, Frau des Grafen Eberhard XV., mit der Kleinkinderarbeit im Schloß. Die Herrn der Rentkammer fühlten sich jedoch in ihrer Arbeit gestört und man baute dafür die Scheune des Gasthauses 'Zum Löwen' in der Langgasse um, die am 21. Juni 1858 bezogen werden konnte. 1923 wurde der Gemeindesaal und im Dachgeschoß Wohnung für Schwester und Hansmeister aufgesetzt. Beim Anrücken der Amerikaner im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört. Der Kindergerten war vorübergehend im Saalbau der Familie Hübner im Graben untergebracht und ist nun auf Initiative J.D. Gräfin Margarethe endgültig im ehemaligen Burgmannensitz, dem 'Reibnitz'schen' Haus im Städtel beheimatet. Die auf diesem Bild rechts ersichtliche Steintreppe führte zum Hauseingang der vom Löwenwirt Glenz erbauten 'Alten Post', der ersten Posthalterei in Erbach.

38. Ecke Neckarstraße-Erlenbacherstraße. Hier stand das Haus das im Volksmund "s Städtelbäckers' genannt wurde. Der Name kam daher, daß der ehemalige Besitzer L. Heim im Städtel eine Bäckerei betrieb. Gebaut wurde das Haus in den Jahren 1822-1826 von Johann Mathäus Glenz, der darin die erste Posthalterei des Odenwaldes betrieb, die den ganzen Odenwald umfaßte. Zusammen mit seinem Schwiegersohn Heim richtete er die erste Fahrverbindung nach Darrnstadt ein. Das Haus und die Nebengebäude wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs stark beschadigt. Als der Schwiegersohn Keefer aus der Gefangenschaft zurückkehrte, richtete er darin eine gut gehende Konditorei ein. Im Zusammenhang mit der Herstellung der Straße B 45 fiel das Gebäude etwa im Jahre 1952 den Verkehrsbedürfnissen zum Opfer und wurde abgebrochen. Die Familie Keefer erbaute auf dem historischen Grundstück ein neuzeitliches Kaffee. Im Jahre 1976 erwarb die Volksbank Odenwald dieses Grundstück und richtete dort einen Zweigbetrieb ein.

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