Erbach in alten Ansichten

Erbach in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Schäfer
Gemeente
:   Erbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3065-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erbach in alten Ansichten'

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59. Vor der Stadt, an der Straße nach Michelstadt, auf dem sogenannten Seedamm, ließ Graf Franz zur Verschönerung des Einganges seiner Residenz eine Kastanienallee anpflanzen. Diese Allee setzte sich auch nach dem Seedamm fort und zwar bis zur Gemarkungsgrenze von Stockheim. Heute besteht nur noch ein kleiner Rest von 13 Bäumen auf der Ostseite des Seedammes. Alle übrigen Bäume fielen der Verbreiterung der Straße (B 45) zum Opfer. Der Name 'Seedamrn' hat seinen Ursprung darin, daß der Graf im Jahre 1557 einen See unterhalb von Dorf-Erbach in der oberen Seewiese anlegen ließ.

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60. Oben: An der nördlichsten Grenze, unmittelbar am Erdbach bei Stockheim. stand das 1888 von Nikolaus Hamburger erbaute Wohnhaus. 1912 baute Jakob Hamburger daneben eine Zapfensamen-Gewinnungsanstalt (genannt Kleng-Anstalt). Die von Zapfenbrechern gewonnen Zapfen wurden in einer Darre getrocknet, um so den Samen gewinnen zu können. In guten Jahren wurden hier 2000 bis 3000 Zentner verarbeitet. Das Zapfenbrechen war eine nicht ungefährliche Arbeit. Geübte Brecher, ausgerüstet mit Steigeisen, Brechhaken und -sack, schwangen sich von Baum zu Baum um das Auf- und Abklettern zu ersparen. Der Abriß der Gebäude erfolgte im Frühjahr 1978, um für die Verlegung der Stettinerstraße und weitere Parkplätze der Firma Bosch Platz zu gewinnen. Unten: Die Transportgelegenheit des kleinen Landwirts war das Kuhfuhrwerk. Der Wagen konnte je nach Bedarf umgerüstet werden und zwar zum Heu oder Futter holen, zum Mist oder Jauche fahren. Das öftere Einspannen der Kühe hatte den Nachteil, daß sie in der Milchleistung nachließen.

61. 'Der erste Töpfer, war Gott der Schöpfer' ist ein alter Zunftspruch der Töpfer. Im Kreis Erbach war das Töpferhandwerk schon immer stark vertreten und Dr. Fr. Maurer weist in seinem Buch 'Der Odenwald' 1914 noch sieben Töpfereien nach. Die noch heute hier bestehende Kunsttöpferei Dönig läßt sich mehrere Generationen zurück verfolgen. Schon im Jahre 1461 wird ein Closlin Müller genannt, der wahrscheinlich der Stammvater der nachfolgenden Töpfer-Familie Müller-Dönig war. Nach Eintrag im Erbacher Kirchenbuch verstarb 1710 ein Ludwig Müller, dessen Beruf erstmalig mit Töpfer angegeben ist, Daraus ergibt sich, daß das Handwerk bereits 300 Jahre in der Familie vererbt wurde. Auf dem Bild sehen wir Ludwig Müller, den Großvater mütterlicherseits des heutigen Geschäftsinhabers Dönig, mit seinem Mitarbeiter Georg Klingier aus Reichelsheim.

ERBACH . O, Kunsttöpfere, m. Gewerb.halle.

62. Gräflicher Viehhof, Gräfliche Töpferei. Im Jahre 1892 rief die Stadt Erbach eine Fachschule für Elfenbein und verwandte Berufe ins Leben, Man entschloß sich, nun eine Gewerbehalle zu errichten, in der Elfenbeinschnitzer, Drechsler, Töpfer, und so weiter ihre Produkte ausstellen und verkaufen könnten. Eine Scheuer des alten Viehhofes, an der Mühlgasse gelegen, eignete sich dafür und man brauchte nur das Gebäude anzufligen. 1904 wurde die Gewerbehalle eröffnet. Die Scheuer ließ der Graf zu einer Töpferwerkstatt umbauen und darin einen Brennofen errichten. Der Töpfermeister Ludwig Müller aus Erbach übernahm diese, da sein Betrieb in der Stadt zu klein war. Beide Gebäude wurden, wie die übrigen, 1967 abgerissen.

63. In früheren Zeiten kannte man bei uns im Odenwald als Heizmaterial vorwiegend Holz, das ja reichlich zur Verfügung stand. Es wurde aus dem Walde geholt und vor dem Hause zum Trocknen aufgesetzt. Vielfach wurde es gespalten um eine bessere und schnellere Trocknung zu erreichen. Im Herbst kam dann der Holzschneider und schnitt es zu brennbaren Stücken. In Erbach besorgten dies vorwiegend die Gebrüder Kolmer vom 'Naidörfel'.

64. Otto Glenz wurde am 11. April 1865 in Erbach geboren. Mit neun Jahren besuchte er schon die Sonntagszeichenschule. Seine Ausbildung nach seiner Lehre als Elfenbeinschnitzer führte über die Zeichenakademie in Hanau und die Kunstgewerbeschule in München. Mit 26 Jahren kehrte er nach Erbach zurück, heiratete und machte sich selbständig, Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Herstellung des Elfenbeinschmuckes durch maschinelle Einrichtungen erleichtert. Otto Glenz aber blieb bei seiner Handarbeit. In den dreißiger Jahren erhielt er den Titel des Altmeisters der Elfenbeinschnitzerei. Noch als 80jähriger stand er täglich in der Werkstatt. Am 3. März 1948 verstarb er. Seine kunstvollendeten Werke gingen in alle Länder und sind zum kleinen Teil noch im hiesigen Elfenbeinmuseum zu sehen.

JAHRHU DERTFEIER

DES EULBACHER MARKTES IERßACHER WIf.SE '~1ARKT)

1824 ? ERBACH I. O. 1924

65. Ein ieder Vater macht gem seinen Kindern einen Spaß, so geht es mir mit Eulbach. Dieser so berühmte Ort ist seit dem 30-jährigen Krieg ganz ohne alle kirchliche Unterstützung geblieben und dauert mich darum. Auf Jakobi möchte ich gem einen Freimarkt hierher, nebst allen zu Markten gehorigen Lustbarkeiten und Anlagen, bestimmen. So schrieb Graf Franz im Jahre 1802 und legte den Grundstein zum Eulbachermarkt, der dann am 25. Juli zum ers ten mal abgehalten wurde. Er wurde bis zu seiner Verlegung im Jahre 1824 nach Erbach auf dem dortigen ehemaligen 'Marktplatz' durchgeführt.

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66. Einer Niederschrift aus dem Jahre 1883 von dem Grafen Ernst zu Erbach-Erbach entnehmen wir: Im Jahre 1824 ist der Markt provisorisch

.- nach Erbach verlegt worden und seitdem auch da ..-:X ? geblieben. In der Zwischenzeit ist wohl einmal X der Rede davon gewesen, den Jakobi-Markt auf I den Schollenberg oder auf die Sophienhöhe zu verlegen. Aber er ließ sicn trotzdem nicht von dem Schießhaus unter den Linden verdrängen. Ja, er wuchs von Jahr zu Jahr weiter. Dauerte er ursprünglich nur einen Tag, dehnte man ihn bald über ein Wochenende aus und schließlich brauch-

, te man eine Woche dazu. Im Jahre 1949, anläßa lieh der 125-Jahrfeier seiner Durchführung in Erbach, wurde er sogar über zwei Wochen ausgedehnt. Unser Bild zeigt den Wiesenmarkt im Jahre 1910.

67. Die 'Odenwälder Bauernhochzeit' aus dem Festzug zum 100jährigen Eulbacher Markt 1902 in Erbach. Sie durfte natürlich nicht fehlen. Geladen war neben der direkten Verwandtschaft auch die 'Freundschaft', Die alten Trachtenteile und der Dreispitz wurden wieder hervorgeholt und mit Würde getragen. Nichts durfte fehlen. Die Brautleute mußten ihren Rosmarinzweig haben und alle Teilnehmer den Hochzeitsstrauß. Die 'Mitgift' der Braut folgte auf einem Leiterwagen, auf dem das Bett aufgeschlagen war und auf dem unter anderem auch das 'Gothekissen' stand. Am Ende des Wagens war noch Heu geladen für die Kuh, die mit in die neue 'Howert' ging und hinterhergeführt wurde.

68. Der erste Ballonaufstieg anläßlich eines Wiesenmarktes erfolgte im Jahre 1905. Fräulein Kätchen Paulus versuchte es, blieb aber schon an den nächsten Bäumen hängen. Ein zweiter Versuch mitslang ebenso. Der zweite Aufstieg erfolgte im Jahre 1927. Frau Elvira Wilson aus Hamburg unternahm das Wagnis, an den Beinen hängend, aufzusteigen. Der Start gelang und Frau Wilson winkte der begeisterten Menge mit Fähnchen zu. Der Ballon entfernte sich in Richtung Nord-Ost, gefolgt von einer Reihe von Autos, an deren Spitze Graf Alexander zu Erbach. Auf einem Scheunendach in Vielbrunn endete die Fahrt. Frau Wilson rutschte vom Dach und wurde von den Autofahrern in Empfang genommen, die dafür einen Preis erhielten. Unser Bild zeigt Frau Wilson vor ihrem Start.

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