Erbach in alten Ansichten

Erbach in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Schäfer
Gemeente
:   Erbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3065-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erbach in alten Ansichten'

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69. Oben: Am Anfang des Jahrhunderts wohnte ein Herr Kredel im Städtel, der sich immer über die Verschmutzung der Straße durch die von der Weide heimkehrenden Ganse ärgerte. Er setzte es bei der Stadtverwaltung durch, daß dies in der Zukunft unterblieb und verärgerte damit die Gänsehalter. An Neujahr zogen diese vom Eck vor das Haus von Kredel mit vielstimrnigem Gigack, Gigack. Dazwischen ertönten die Rufe Ganse-Kredel - Gänse-Kredel und unter diesen Rufen zog man sich wieder in das Eck zurück, um weiter zu zechen. So wiederholte sich das Spiel von Jahr zu Jahr. Daraus entstand später das 'Gänse-Gretel', das heute noch unter bestimmten Zeremonien am Badbrunnen gefeiert wird. Vom Badbrunnen geht folgender Spruch im Volk um: Lait, die kao Kinner wolle.] derfe do kao Wasser holle! / Awer Lait die Kinner wolle'; solle holle, holle, holle.

Unten: Bei festlichen Gelegenheiten im Grafenhaus mußten auch die Hofhandwerker an der Tafel mithelfen. Unser Bild zeigt sie mit den gräflichen Angestellten, anläßlich der Hochzeit des Grafen Konrad am 10. Oktober 1922. Die Hofhandwerker in weißer Weste, die übrigen sind Angestellte des gräflichen Hauses.

70. Einer der ersten Landärzte hier in Erbach war Sanitätsrat DI. med. Alfred Wernigk. Seine ärztliche Betreuung während seiner 40jährigen Dienstzeit erstreckte sich nicht nur auf die nächsten Ortschaften. Er betreute noch die Ortschaften Hesselbach, Kailbach, Friedrichsdorf und Hiltersklingen. Für die Fortbewegung benutzte er für die Nähe des Fahrrad, für weiter!iegende Ortschaften ließ er sich vom Bauer Schäfer mit Pferden fahren. Als die ersten Autos auf den Markt kamen, kaufte er sich einen 34 PS starken Adlerwagen mit Verdeck. Die beiden Scheinwerfer vorn wurden mit Karbid, die Rücklichter mit Petroleum betrieben. Sein Fahrer war acht Jahre lang Kar! Münch.

71. Im Jahre 1909 brachte Graf Alexander den ersten Bobsleigh nach Erbach, für den sich viele sportbegeisterte Erbacher interessierten. Im Winter 1923/24 gelang es bereits ein Bobrennen zu organisieren. Rennstrecke war der alte Elsbacherweg vom Abzweig der Straße bis zur Rossbächelbrücke mit einer Länge von zirka 2 Kilometer und einer gefahrenen Bestzeit von einer Minute. Damals waren folgende Bobs auf der Bahn: Besitzer Graf Alexander, Steuermann Erasmus Angele, alle übrigen waren Eigentum der genarmten Steuermänner. Es waren dies: Georg Wörner, Eberhard Müller, Eduard Engelhardt und Georg Bickelhaupt. Das Bild zeigt zwei Schlitten nach dem Rennen im Winter 1925/26. Die Besatzung des Schlittens Nr. 1 war: Steuermann Eberhard Müller, Christian Gelde, Wilhelm Groll, Georg Reichert, Albert Helm und Bremser Leonhard Meyer. Schlitten Nr. 2:

Steuermann Eduard Engelhardt, Wilhelm Weidmann, Franz Engelhardt, Karl Walter, unbekannt und Theo Ruof.

72. Um Querverbindungen zwischen Heppenheim-Erbach und Amorbach herzustellen, gründete man im Jahre 1925 die 'Odenwald-Kraftwagen Verkehrs A.G.' (OKVA). Am 15. Januar fuhren die ersten Busse und zwar der eine über Lindelfels-ReichelsheimKirch-Brombach-Michelstadt-Erbach, der andere über Weschnitz-Wegscheide-Marbach-Erbach. Hier trafen sie um 12 Uhr ein, erwartet von einer großen Menschenmenge. Herr Bürgermeister Dengier begrüßte die vielen Ehrengäste und lud sie zu einem schlichten Eröffnungsakt in den Rathaussaal ein. Hier wurde zunächst, namens der Stadt Erbach, von vier jungen. hübschen Erbacherinnen in odenwälder Tracht eine Erfrischung geboten. Am Nachrnittag fand im 'Schützenhof' ein Festessen statt, an dem nahezu 100 Herren betelligt waren. Im Hintergrund unseres Bildes sehen wir die beiden Daimler-Benz-Busse.

73. Oben: Pläne zur Errichtung eines Freibades gehen auf das Jahr 1921 zurück. Da die Kosten (60000) zu hoch waren, suchte man nach einem Ausweg durch Herstellung eines Flußbades beim Marstall oder der Tuchfabrik Kumpf. Im Juli 1923 wurde im damaligen Gasthaus 'Zum Adler' ein Schwimmverein gegründet mit dem Farbikanten Heinrich Kumpf an der Spitze. Durch Verhandlung mit dem Grafenhaus wurde Kumpf 1924 Pachter eines 3500 Quadratmeter großen Geländes zur Errichtung eines Badeteiches für öffentliche Zwecke nördlich des Fischteiches und Eisweihers. Die Bewässerung erfolgte durch den Blechgraben, die Entwässerung durch die Mümling. Am 10. August 1924 konnte es seiner Bestimmung übergeben werden. Durch einstimmigen Beschluß des Schwimmklubs erhielt es den Namen 'Alexander-Bad'. 1949 übernahm die Stadt Erbach die Verwaltung, da der Schwimmklub nicht mehr existierte.

Unten: Im Jahre 1928 wurde die erste Jugendherberge in Erbach eingerichtet. Sie befand sich im Dachgeschoß eines Nebenbaues des ehemaligen Städtischen Elektrizitätswerkes. Es war praktisch nur eine Notunterkunft und mit Matratzen ausgestattet. Ein Neubau wurde notwendig, der am 14. Mai 1950 in der Eulbacher Straße eingeweiht werden konnte. Doch erwies sich dieser auch bald als zu klein und man mußte zwei Zelte dazu stellen um all die Wanderer aufnehmen zu können. Die Aufnahme im Neubau stieg mit den Zelten auf 132 pro Tag. Der Betrieb mit den Zelten konnte keine Dauerlösung sein und man entschloß sich die Herberge baulich zu erweitern. Diese konnte im Juni 1963 in Betrieb genommen werden und damit stieg die Kapazität auf 176 pro Tag. Die Belegung innerhalb der letzten Jahre betrug im Durchschnitt 25000. Die Herbergsleitung liegt seit 1956 in den Händen der Familie Opitz.

74. Am 13. Mai 1929 feierte die hiesige Feuerwehr ihr 50jähriges Bestehen. Am Vormittag nach dem Festgottesdienst, war eine große Übung angesetzt, Als Brandobjekt war das Erbacher Brauhaus ausgewählt worden. Bei dieser Übung kamen eine neue Leiter und die erste Motorspritze zum Einsatz. Die Sensatiori des Tages war der Sprung eines Feuerwehrmannes vom Dach des Brauhauses in ein Sprungtuch. Am Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug durch die fahnengeschmückten Straße von Erbach.

75. Oben: Im Garten des Herrn DI. Sachs steht die mächtige 'Prescher-Eiche'. In dem Tagebuch der Hedwig Prescher schreibt diese: Bis den 27. Novbr. 1837 sind es 33 Jahre, daß der sel. Oncel die Eiche versetzt hat - also anno 1804. Nach mündlicher Familienüberlieferung soll sich folgendes zugetragen haben:

Prescher kam von einer großen Geschäftsreise zu Pferd zurück. Auf der Anhöhe oberhalb Erbachs sah er, daß trotz der Wirren der Zeit sein Anwesen unbeschädigt war. Voll Dankbarkeit ließ er sich zu einem Gebet auf die Knie nieder. Dabei kniete er auf einer kleinen Eiche, die er ausgrub und in seinen Garten pflanzte. Nehmen wir an, daß sie beim Versetzen anno 1804 schon einige Jahre alt war, so dürfen wir ihr jetziges Alter auf rund 180 Jahren rechnen, ein Grund, um heute darüber zu berichten.

Unten: Schon öfter wurde unser Städtchen von schweren Gewittern mit starken Regengüssen heimgesucht. So am 29. Oktober 1732 die Michaelisflut, der einige Häuser und Menschen zum Opfer fielen. Am Michaelistag wurde noch lange in der Kirche des Tages gedacht. Unser Bild zeigt die Verwüstung, die ein Unwetter am 9. Juni 1898 anrichtete. In Roßbach war ein Wolkenbruch niedergegangen. Die Wassermassen sprengten die Dämme des Brudergrundsees und die des Wörner'schen Eisteiches. Diesem gewaltigen Ansturm der Wassermassen war die Rossbächelbrücke nicht gewachsen. Obwohl sie erst neu aus Steinquadern erbaut war, wurde sie unterspült und weggerissen. Das dort stehende Abbé'sche Haus drohte ebenfalls unterspült zu werden. Den vereinten Kräften von Feuerwehr und Bevölkerung gelang es, das Schlimmste zu verhüten.

MlO HEIMATORT!

Wo der Mimling klore Welle Ziehscht äoirch Wiese, Wald un Feld Wo des Frouhsinns heit 're Quelle Deß bedeit fa mich die Welt!

Wo Kaddofel und die Eppel Reife in der Sunne gut, Un e' jeder klaane Schteppel Glei' van O'fang lorbse dut!

Wo im diefe Waldesfriede unser Buwe gàihn schpaziern

Un im Winter mit 'm Schliede 'Naus an Schosseekopp maschiem, Wo die schonschde junge Mäddchen Sin mit Eifer schun debei Schnitze Rouse un Rosettchen Jetz schunfa de erschteMai.

Wo ma viel uff Hoffnung bauet Un vahiedet jeden Schtreit, Un der Nochbarschaft vertrauet, Wo ma liebt Gemiedlichkeit.

Wo ma kann viel Schpass vertrage.

Wo ma redd' e' uffe Wort, Deß is - na ich will's Eich sage:

Ärbach - moi lieb Heimatort!

Johann Mohr, Erbach

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